Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 548 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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848 — lß. Mal 1936 0» STIMM! Satt« 5 Nach ABBAZIA im Autocar Jeden Samstag 7 Uhr früh. «J 7Aaa Fahrpreis tour-retour m 9 v0 Vorteilhafte Arrangements für eine oder mehrere Wochen, sowie andere billige Pflngstrelsen „CB ER LAND« Automobil-Reise- und Betriebs-Ges. m. b. H. Wien, I., Burgriag 1, A 35-6-45, A 33-0-33 daß weitere Araber als Rache für die jüdischen Verluste getötet wurden. Obwohl diese Gerüchte sofort offiziell dementiert wurden, ereigneten sich Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern, die die Intervention der Polizei erforderten. Auf beiden Seiten ist eine Anzahl von Opfern zu verzeichnen.“ Dieser Bericht macht in gewissem Sinne die Juden verantwortlich — „man glaubt allgemein..—, während tatsächlich nicht der geringste Anhaltspunkt für eine Schuld der Juden besteht. Zu keiner Zeit hat eine jüdische Menschenmenge versucht, sich den Weg nach Jaffa zu erzwingen. Auch Angriffe von Juden auf Araber haben sich mit Ausnahme geringfügiger Schlägereien, wie sie sich in großen Städten oft ereignen, nicht zugetragen, ebenso ist es unwahr, daß in Jaffa Zusammenstöße vorgekommen waren. Auf diesen falschen Berichten basierte dann die amtliche Erklärung, die der Kolonialminister T h o m a 8 am 23. April im Unterhaus abgab. Die Jewish Agency schritt sofort ein, und veranlaßte eine Berichtigung in Form eines offiziellen Communiquds des Oberkommissärs, das nicht mehr von Zusammenstößen, sondern von „Überfällen auf Juden“ sprach und feststellte, daß die in Jaffa getöteten Araber von Polizisten erschossen wurden, die dem Mordüberfall ein Ende machen wollten. Diese Korrektur ist vom Minister zunächst nicht berücksichtigt worden. Erst am 5. Mai ließ er sich nach wiederholten Aufforderungen der Jewish Agency dazu herbei, die Wahrheit über die Vorfälle mitzuteilen... Es besteht also nach diesen Aufklärungen der Jewish Agency die Möglichkeit einer zweigeleisigen Berichterstattung. Neben den korrekten Meldungen des Oberkommissärs scheint es im Jerusalemer Regierungssekretariat noch eine andere Stelle zu geben, die den Minister und die Reuter-Agentur informiert. AMende Menschen wissen, daß zu erfolgreicher Arbeit bester Kräftezustand, ruhige Nerven, gute Stimmung notwendig sind. Zur Kräftigung des Körpers, zur Behebung von Mattigkeitsgefühl gibt es ein zuverlässiges Mittel: DIANA- Franzbranntwein mit Menthol. Bestes Einreibemittel; hervorragend zur Mund-, Zahn- und Rachenpflege und zu mannigfachen anderen Zwecken. In federn besseren Geschäft erhflltUeh. Verlangen hie ausdrücklich „Diana“ und nehmen Sie nur „Diana“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch znrückznwelsen. Der Oberkommissär im Emek Jerusalem, 10. Mai (Palcor). Heute vormittags unternahm der Oberkommissar in Begleitung eines Adjutanten und des Polizeikommandanten S p i c e r eine Inspektionsreise nach Haifa und dem Emek. Im Hafen begegnete er Dr. W e i z m a n n, der im Begriff war, sich einzuschiffen, und mit dem er eine Unterredung hatte. Nach Besichtigung der Arbeit im Hafen fuhr er nach dem Emek. Die Fahrt dauerte einige Stunden und wurde in Begleitung von S li e r t o k, dem Gouverneur von Nazareth und den lokalen Polizeikommandanten zurückgelegt. Der erste Halt wurde in der Kwuuh G e w a gemacht, wo Vertreter der Arbeitersiedlungen dem Oberkommissar über die durch die Ereignisse geschaffene Lage im Emek berichteten. Danach besuchten Wauchope und seine Begleiter die Siedlungen Tel Joseph und B e t h Alpha, wo die durch Brandstiftungen heimgesuchten Felder besichtigt wurden. Vertreter der Siedlungen waren zugegen. Nach einem kurzen Besuch in der Kwuzah Ganigar, wo er Vertreter dos Siedlungsblocks Afuleh sprach, ging der Oberkommissar nach dem Balfour- W a 1 d und besichtigte die abgebrannte Partie. In Gewa erwarteten ihn Vertreter der Siedlungen im Ain Harod-Block, welche ein ausführliches Memorandum überreichten; dieses wurde durch das Kwuza-Mitglied Gurion mündlich begründet. Gurion stellte fest, daß vom 20. April bis zum 5. Mai im Block Ain Harod 14 Brandstiftungen stattgefunden haben, worunter auch die Wasserinstalhition gelitten hat, ferner vier Fälle von Bäumevernichtung. Verlautbarungen Der Leiter des Palästina-Amtes hat folgende Verfügung erlassen: Im Namen und Auftrag der Zionistischen Exekutive in Jerusalem wird blemit verfügt: Die Leitung des Stadtkibuz, Wien, II., Imistraße 6, und die im Stadtkihuz befindlichen Personen werden gemäß Punkt 15 des Schiedsspruches vom 9. März 1936 ihrer sämtlichen Hachscharab- und Alijahrecbte für verlustig erklärt Der Stadtkibuz des Hochaluz Haklal Zion! hat seinen Sitz ausschließlich in Wien, H., Praterstraße 40, und nur diesem Stadtkibuz wird der Charakter eines Hachscharahplatzes zuerkannt Als Hechaluz Haklal-Zioni gilt ausschließlich die von Herrn Dr. P. Pickholz geleitete Chaluzgruppe, Wien, I., Marc- Aurel-Straße 5. Begründung Die Zionistische Exekutive in Jerusalem hat ein Schiedsgericht eingesetzt, um die Angelegenheit des Hechaluz Haklal Zioni und insbesondere des Stadtkibuz, Innstraße Nr. 6, zu ordnen. Dabei hat die Exekutive vorwegverfügt, daß die Nichtbefolgung auch nur einer der Bestimmungen des Schiedsspruches den Verlust sämtlicher Hachsoharah- und Alijahreohte nach sich zieht Da nun die Leitung des Stadtkibuz, Innstraße 6, und die dort befindlichen Personen trotz wiederholter Aufforderungen und trotz größten Entgegenkommens die Bedingungen des Schiedsspruches vom 9. März 1936 in den wesentlichsten Punkten nicht erfüllt haben, war die vorstehende Verfügung zu erlassen. Die Verhängung der im Punkt 15 des Schiedsspruches angedrohten Sanktionen erfolgte nach Anhörung des Obmannes des Schiedsgerichts, Herrn Dr. Leo Goldhammer, und mit seiner ausdrücklichen Zustimmung. Das Zionistische Landeskomitee hat am 8. Mai die Zulassung des Jugendbundes G’dud Zirim mit Rücksicht auf das Zuwiderhandeln seiner Führer gegen das Urteil des von der Zionistischen Exekutive zur Ordnung der Angelegenheiten des Her chaluz Haklal Zioni und des Stadtkibuz Innstraße eingesetzten Schiedsgerichtes widerrufen. Zehn Brandstiftungen wurden durch die Eisenbahn verschuldet. Unterdessen vernichteten arabische Horden entfernte Felder. Insgesamt sind abgebrannt 590 Dunam, durch Horden vernichtet 2895 Dunam, außerdem 51 Dunam Orangepflanzungen. Infolge des Brandes der Wasserstation gehen 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde verloren. Der direkte Verlust beläuft sich auf 5850 Pfund, abgesehen von indirektem Schaden. Gurion sagte, daß die Polizei beim besten Willen nicht imstande ist, dem Unfug ein Ende zu bereiten, denn sie verfügt nicht über die notwendigen Kräfte. Nur in einzelnen Fällen konnten die Brandstifter festgenommen werden. Notwendig sind Selbstschutz und mehr Waffen, damit die Siedler die Früchte ihrer Arbeit verteidigen können. Der Block Ain Harod besteht aus 50.000 Dunam und neun Siedlungen, in denen 2400 Menschen leben. Die Siedlungen liegen nicht dicht beieinander, sondern sind über die ganze Fläche verstreut. Die Regierung kann überzeugt sein, daß die Waffen nur im Notfall Verwendung finden werden. Zum Schluß forderte Gurion Schadenersatz und verstärkte jüdische Einwanderung. Der Oberkommissar erwiderte, er verstehe die Gefühle der Siedler, wenn vor ihren Augen die Frucht ihrer schweren Arbeit vernichtet wird. Am nächsten Tage werden zusätzliche Truppen in Palästina erwartet; er habe sie angefordert, nicht aus Angst vor weiteren Unruhen, sondern um die Polizeit für ihre regulären Pflichten freizumachen. Ferner erklärte Wauchope, er sei überzeugt, daß die jüdischen Siedlungen keine aggressiven Absichten hegen, und habe deshalb angeordnet, daß weitere Gewehre verteilt werden. Er verstehe die Gefühle der Einwohner vollkommen und würde an ihrer Stelle selbst verlangen, daß Möglichkeit geboten werde, die Felder zu schützen. Die Polizei tue ihre Pflicht, im Nordbezirk allein habe sie 300 Personen verhaften und 100 von ihnen vor Gericht gestellt. Bezüglich der Frage des Schadenersatzes erklärte Wauchope, die erste Aufgabe sei die Unterdrückung und Vereitlung der Unruhen; erst nachdem dies geschehen, würde die Frage des Schadenersatzes behandelt werden können. Zum Schluß dankte Wauchope den Siedlern vom Emek für die Selbstbeherrschung, die sie in schwerer Zeit an den Tag gelegt haben. Zwei Stunden nach Wauchopes Abfahrt aus Beth Alpha wurden die dieser Siedlung gehörenden Felder in Brand gesteckt. Es handelt sich um die besten bewässerten Felder dieser Gegend, welche 200 Kilo Getreide pro Dunam liefern. Der Brand wurde mit Hilfe der Polizei gelöscht. Etwa 80 Dunam sind abgebrannt. Gleichzeitig brach im Westen von Beth Alpha Feuer aus; der Schaden ist noch nicht festgestellt. Abends brach in Ain Harod wieder ein durch einen Lokomotivführer gestifteter Brand aus; dies ist der elfte Fall dieser Art. Herz- und Frauenheilbad Tatzmannsdorf Burnenland & XM. Mineral-, Moor- und natürliche Kohlensäure-Sprudelbäder. Zeitgemäße Penilonfprelfe. Auskünfte u. Prospekte b. d. Kurdlrektlen o. b. d. Generalvertretung,Wien, I.,Kahlmarkt 8, Tel. U-25-104. — Moorpackungen, Moorkomprenen in allenApotheken erhältlich. Die Wacht im Emek Aus K f a r Gideon, 19. April, geht uns das folgende Schreiben zu: Aus den ausländischen Zeitungen entnehme ich, daß man sich in der Golah ein falsches Bild von den Ereignissen in Palästina macht und deshalb gestatte ich mir, Ihnen einiges Besonderes aus dem Emek mitzuteilen. Die Unruhen begannen damit, daß arabische Berufshetzer in Jaffa das Gerücht verbreitet haben, daß die Juden drei hauranische Araber getötet hätten. Daraufhin rottete sich in der Stadt lichtscheues Gesindel zusammen und überfiel Juden, die friedlich und ganz unvorbereitet ihrer Arbeit nachgingen. Dabei wurden zwölf Juden getötet und 25 verletzt, von denen sieben in den nächsten Tagen ihren Verletzungen erlegen sind. Ich muß bemerken, daß viele ansässige Araber während der Überfälle Schutz und Zuflucht den Juden boten. Im Emek herrscht Ruhe, abgesehen von einigen Brandstiftungen. Merkwürdigerweise wurden nur solche Getreidefelder angezündet, die mindestens 2 bis 3 km vom Moschaw oder vom Kibuz entfernt sind. Ich möchte hier einiges überdie Stimmung im Emek berichten. Hier wird strengste Bereitschaft und Wache gehalten. Einige typische Beispiele mögen die Stimmung hier wiedergeben. Alle Männer vom 18. bis 55. Lebensjahr werden zur Dienstleistung als Sehomrim herangezogen. Ein 62jähriger landwirtschaftlicher Arbeiter protestierte dagegen, daß man ihn mit Rücksicht auf sein Alter nicht zum Wachedienst heranziehen wollte. Es herrschte hier auch für den Soldaten unbegreifliche Disziplin. Der jüdische Gemeinschaf fcsgedanke erfaßt alle Einwohner. Der Oberbuchhalter vom Warenhaus Tietze in Berlin wetteifert im Dienst mit dem Bauarbeiter aus Lodz, der ehemalige Putzwarenhändler aus Temesvar steht Wache gemeinsam mit dem Konfektionär aus Wien und wird vom Rechtsanwalt aus Tamopol und dem Kaufmann aus Leipzig abgelöst. Alle sind von dem einen Gedanken beherrscht, den heiligen Boden Erez Israels bis zum Letzten zu verteidigen. Allen dient als Vorbild der Aufopferungswille der Vorkriegspioniere. Vorgestern wurde gegen 12 Uhr nachts einige Kilometer von hier entfernt ein Getreidefeld angezündet. Nach einigen Minuten kamen Wassertanks aus Chedera und es gelang, den Brand zu löschen. Früh morgens erschien die englische Polizei mit Spürhunden. Die Spuren führten zu einem arabischen Dorf, wo acht Leute verhaftet wurden, die nach kurzem Leugnen das Ver- Hallo - Hallo I Nicht vergessen, im H.K das Nachtmahl zu essen Vis-a-vis dem Schweden-Kino Reichhaltige AqsvaM ln Mfttaa-and Abantf-MonOs and kalte Speisen bla 1 Uhr naehia. — Bier and Wein vom Faß. Inh. Rudolf Stapon, 1L, Taborstraße 4 Billige ,IIRUT"-Pfing$treise nach Polen und Czernowitz Abfahrt: 24. Mai 1015 vormtg. Rückfahrt: 9. Juni und später. Niedrige Fahrpreise und Platzkarten „IRUT" TÄ™ U 44-5-79 brechen Zugaben. Das Dorf wurde mit einer Kollektivstrafe von 100 Pfund belegt, wodurch der Brandschaden gedeckt wurde. Auch die Frauen dürfen nicht unerwähnt bleiben. Ich kfenne Frauen, die in Wien nachts ein paarmal aufstanden, um sich zu vergewissern, ob die Wohnungstüre gut versperrt ist; hier schlafen sie beruhigt bei offenen Haustüren. Es gibt hier drei Häuser, die etwas entfernt vom Dorf liegen. Die männlichen Einwohner stehen fast immer nachts im Dienst. Ich trat an eine Frau heran, die eines dieser Häuser bewohnt und machte ihr den Vorschlag, für die nächsten paar Tage eine Wohnung im Dorf selbst zu beziehen. Da kam ich aber schön an. Sie empfing mich mit der Frage: „Ob ich denn glaube, Ghettofrauen vor mir zu haben!“ Ich stand 28 Monate an der Front und der Mut dieser Frau beschämte mich. Ich möchte bei dieser Gelegenheit gewissen Nörglern und Miesmachern im eigenen Lager und in der Galuth, denen die jüdische Geschichte und die allgemeine Geschichte unbekannt zu sein scheint, folgendes sagen: Wir werden mit aller Entschlossenheit jeden Fußbreit jüdischen Bodens mit allen Mitteln verteidigen. Kein Opfer wird uns zu groß sein. Wenn die Waffe dem einen entfällt, stehen hunderte und tausende auf, die bereit sind, an seine Stelle zu treten. Diese Miesmacher sollen wissen, daß ein Land durch Spazierengehen nicht erobert wird. Die Geschichte lehrt uns, daß man ein Land mit Opfern von Menschenleben erkämpfen muß. Wir Juden halben schon genug für fremde Ideale gekämpft. Wir brachten im Weltkrieg au zehntausende Menschenopfer und sind dann als Feiglinge und Menschen minderer Qualität beschimpft worden. Viele Juden wurden mit allen möglichen Kriegsmedaillen ausgezeichnet und dieselben Menschen werden aus öffentlichen und privaten Stellungen verdrängt und vom Straßen-! pöbel verhöhnt. Und da sollten wir nicht bereit sein, unseren Boden und unsere Freiheit bis zum äußersten zu verteidigen? Die Schüler von Kfar Jeladim marschierten vor kurzem unter der Führung ihrer Lehrer strammen Schrittes durch die Dorfstraße und sangen nationale Lieder. Diese singenden Kinder sind für uns der Beweis, daß wir auf unserem Posten stehen müssen, für unsere Kinder und für Kol JisraeL Oh. L. Barmizwah. Walter H i t s c h, der Sohn des Kürschnermeisters Leo Hirsch, feierte am 16. d. M. im Bethausverein Ohawoth-Achim seine Barmizwah. , -IttD Bad Luhaiovlce Hotel sinetuno 50 gut eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser Erstklassiges Restaurant, mäßige Preise Gegründet 1872 Das Begräbnis Professor Brauns Montag mittags fand das Begräbnis von Professor Dr. Ludwig Braun statt. Die rituellen Funktionen versahen Rabbiner Dr. Schwarz und Oberkantor Postolow. Nach einer gehaltvollen Trauerrede des Rabbiners Dr. Schwarz sprachen: Für die Jüdische Gemeinde Staatsrat Dr. Friedmonn, für das Spital der Kultusgemeinde Direktor Dr. Paschkes, für den Orden Bene Brith Professor Dr. Frankfurter und Hofrat Doktor Werner sowie ein Vertreter der Bene- Brith-Vereinigungen in de<r Tschechoslowakei, für das Pharmakologische Institut der Wiener Universität Professor Doktor E, P. Pick und für den Verein Jüdischer Ärzte Dr. Jellinek. Alle Redner rühmten die großen menschlichen, jüdischen und fachlichen Eigenschaften des Verstorbenen. Eine große Menschenmenge gab dem Dahingeschiedenem das letzte Geleite*