Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 548 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« L m — 16. Mal im DIB STIMMI Sonderfahrt mit der Cxern. Allg.leltung ...» Polen Czernowltz Abfahrt: 24. Mat. Rückfahrt: S. Juni 1936 Anmeldungen «ausschließlich*Reisebüro „MarlonbrBeke", I,,Rotenturmstr. 2« Telephon R 24 - 2 - 86/87 Dr. Weizmann nach London abgereist Haifa, 11. Mai (JTA.). Der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Weizmann, hat seine Reise nach London am 10. Mai angetreten. Dr. Weizmann wurde außer von Shertok auch von den Vertretern des Jischuw und der jüdischen Bevölkerung Haifas begleitet, als er im Hafen eintraf, um sich nach Europa einzuschiffen. Zum Abschied sagte er: ..Tut eure Pflicht hier, ich werde meine Pflicht in London tu n." Der Oberkommissär, der vor Abgang des Dampfers erschien, um sich von Weizmann zu verabschieden, war vom stellvertretenden Bezirkskommissar, dem Bürgermeister von Haifa Hassan Shukri, dem Polizeikommandanten für den Nordbezirk und dem Hafenkonrmandan ten begleitet, Wauchope unterhielt sich kurz mit Dr. Weizmann und nahm herz liehen Abschied von ihm. Nachdem die Versammlung die Opfer der Ereignisse durch zwei Minuten Stillstehen geehrt' hatte, richteten die Vertreter der drei Siedlergenerationcn Palästinas einen Ruf an die Jugend Palästinas und der Galuth zur Arbeit für die Ansiedlung im Vaterland. Die Redner waren der greise Menasche M e e r o w i t z vom Bilu, Joseph Baratz aus Dagauia, als Vertreter der zweiten Alijali, und Penina A d I e r* f 1 u c g e 1, ein Mitglied der in Sheik Abrek angesiedelteri Jugendgruppe aus Deutschland, welche als Hirten ausgebildet werden, namens der jüngsten Alijali. Die eindrucksvolle Feier schloß mit einer umfassenden Rede Ben-Gurions über die Lage des Zionismus und die nationale Ansiedlung. Er erklärte, die jüdische An- REGEN-MÄNTEL fi ALPHA“ - I - ADLERGASSE 8 Siedlung in Palästina sei die reinste, die je unternommen worden sei. Nicht nur wurden dadurch die Interessen der anderen Landeseinwohner nicht geschädigt, sondern sie ziehen sogar Immigranten aus den benachbarten Ländern an. Zur politischen Lage übergehend, sagte Ben-Gurion, d i e letzten Ereignisse seien gegen die jüdische Einwanderung ger i c h t e t; die zionistische Bewegung jedoch sei bereit, über die Erweitern n g der A 1 ijah zu verhandeln, nicht, aber über deren Einschränkung. Der Zionismus sei für, die Kooperation mit. der Mandatarmac,bt, aber nur zum Zwecke der Verwirklichung des Mandats. Jeder Schritt, der das Mandat gefährdet, bedeute eine Unterbrechung der Kooperation. Nach dem Aufmarsch fand -dio feierliche Eröffnung des Ansiedlungs- Pavillons statt, welcher die Phasen der Entwicklung der jüdischen Ansiedlung während der letzten 50 Jahre veraru:U;:'. dicht. —[ff! botSiww#&a#3 „PIsömx“ in Palästina liquidiert Jerusalem, 10. Mai. (JTA.) Die Palästina-Regierung ordnete die Liquidation der Palästina-Abteilung der Lebens Versicherungsgesellschaft „Phönix" an und ernannte einen Kommissar zur Durchführung der Liquidation. Fahrräder 1936 Nähmaschinen gegen Teilzahlung MechtensteinstraBe 27 U'ledner JUaunlslraBe 8 Das „Pliönix“-De§izit in Pa lästtna Nach einer Meldung der „NatLonal- Zeitung" sind von der Prämienreserve von 1.6 Millionen Pfund (42.4 Millionen Sch.il ling) der Niederlassung des „Phönix“ in Jerusalem nur 16.000 Pfund (42.400 Schilling) vorhanden. In Palästina sind beim „Phönix“ namentlich jüdische Einwanderer versichert, die ihr Vermögen in der Weise nach Palästina brachten, daß sie von der palästinensischen Niederlassung des „Phönix“ Pfundpolizzen erhielten gegen Ül>erla&sung von Vermögensobjekten in Deutschland an die deutsche Niederlassung des „Phönix“. Wie bereits gemeldet, .hat die Regierung von Palästina die Liquidation der Palästina-Abteilung des „Phönix“ ungeordnet. Zur Durchführung der Liquidierung wurde ein Kommissär ernannt. Im Restaurant verlange ausdrücklich Deinen Wein gespritzt mit Predlmer Sauerbrunn Der jüdische Siedlirngspavillon auf der Levante-Messe Aus Jerusalem meldet Pal cor: Zfbntausendo von Menschen füllten alle Räume der Levante-Messe, als der Siedluncspavillon durch Usssisehkin feierlich eröffnet wurde. Ussischkin unterstrich die Bedeutung der Bodenfrage im Rahmen des gesamten Palästina-Problems; in diesem Zusammenhänge sarrte er, der Pavillon sei ein Besehuldigungsakt gegen 16 Millionen Juden, welche nicht genügend Boden in Palästina a n k a u f e n. Ferner wies Ussischkin auf die Bedeutung der zionistischen Jmrenrl bin und erklärte, fester Glauben in die Zukunft des Volkes und des Landes sei unumgänglich. Abends fand am Messegelände ein Aufm a r s c li der jüdischen J u g e n d o r g an i s a t i o n e n statt, an dem sich der Mak- 8. Marcus 5 Sohn Internationale Auskunftei Wien, 1., Rudolfsplatz 9 lelephon O 25-3-18 Gepr. 1801 kabi, die Arbeitende Jugend, der Haschomer Hazair, alle Organisationen der Scouts und der allgemein-zionistischer Jugend sowie andere Organisationen teilnahmen. 4000 Jugendliche mit Fahnen und Uniformen beteiligten sich an dem eindrucksvollen Aufmarsch vor Ben Ourioii, der als Vertreter der ziorilstUehoR Weltbewegung an der EumLeburig teilnahm. Wieder Ausnahmezustand in Jaffa An Sonntagen «Francopol'-Sonderfahrten na« Polen und Czernowltz Nächste Abfahrten: 24. Mai, 7. Juni; Rückfahrt 9. Juni (936. — Poln. Verkehrsbüro „Franoopol“, III., Schwarzenbergpl. 7, U16-4-90 „Cedok“, I., Kärntnerstraße 32, R 23-4-88. Gerngroß, VII., Mariabilferstraße 42, B 38-2-68 zwischen jüdischem Wächtern und Araberin, die jüdische Felder an zünden wollten. Der Anschlag wunde abgewohnt, es gab keime Verletztem. Bei Jenin haben Araber von der Regierung gepflanzte Bäume ausgerodet. Die Regierung hat zugestinmmit, daß die aus Juden zusammengesetzten P o 1 i z e ip osten im Emek Josreel verstärkt werden. Jerusalem, 12. Mai. (JTA.) Die militärischen Vorkehrungen in Palästina zur Aufrechterhaltung der Ordnung werden weiter fortgesetzt. Nachdem vor wenigen Tagen der Verkehr zwischen Jaffa und Tel-Aviv neuerdings polizeilich gesperrt wurde, hat nun die Regierung am Montag, den 11. Mai, abends, wiederum den Ausnahmezustand in Jaffa verkündet. Am Abend darf sich niemand in den Straßen von Jaffa mehr sehen lassen. Die Verkündung des Ausnahmezustandes erfolgte nach einer Demonstration der arabischen Jugend, bei der es zu einem Zusammenstoß mit der Polizei kam. Beim Zusammenstoß wurden fünf Schüler verletzt. Normales Leben in Tel-Aviv In Tel-Aviv und auf dem Gelände der Mustermesse geht das Leben weiter seinen normalen Gang. Der Strand von Tel-Aviv bietet ein sehr lebhaftes Bild. In den Straßen und Kaffeehäusern bilden nicht mehr die letzten Unruhen, sondern die letzten politischen Entwicklungen, unter anderem auch die Ankunft des Neg;u:^ von Abessinien in Palästina, 'das Tagesgespräch. Die tiefgehende Erregung der vergangenen Wochen ist einer ruhigeren Stimmung gewichen. Loslösung von Jaffa Tel-Aviv, 11. Mai. (JTA.) Die Stadtverwaltung von Tel-Aviiv und die hebräsiche Presse fordern immer energischer von der Regierung, daß sie Anstalten treffe, daß die. jüdische Stadt Tel- Aviv und ihr Hinterland mit einer jüdischem Bevölkerung von 200.000 Seelen vollkommen von dem arabischen Jaffa unabhängig werden, nachdem die Jaffaer ’ Araber deutlich kundgetan haben, daß ihnen am einem friedlichen Zusammenleben mit den jüdischen Mitbürgern nichts gelegen sei. Vor allem wird die beschleunigte Schaffung eines eigenen Hafens in Tel-Aviv gefordert. Die Errichtung einer provüsoriseben Ausladungsötation an der Mündung des Jarkon, wozu die Pläne bereits fertiggestellt sind, wird energisch betrieben. Die Stadt Tel-Aviv hat sich bereit erklärt, die Kosten des Baues zu tragen. Die Stadtverwaltung .windM dieser Angelegenheit iim Verlauf der Woche mit- Sir Waücbope «eine Beratung aJohaften.’ Der MüSti hetzt weiter Jerusalem, 11. Mai. (JTA.) Wie jetzt bekannt wird, hat der Großmufti von Jerusalem Haj Amin el Hussein i die Landeskonferenz der arabischen Streikkomitees am Donnerstag mit einer in sehr erregtem Ton gehaltenen Ansprache eröffnet, in der er erklärte, es sei das Ziel der Juden, die Araber-aus. Palästina zu vertreiben und an der Stelle der Omar- Moschee dem Tempel wieder aufzubauen. Der Mufti rechtfertigte sich sodann gegen Angriffe aus dem arabischen Lager in seine Person und versicherte, er gebe d i e Hälfte seiner Einkünfte für die arabische nationale Bewegung. Der Sekretär des Arabischen Nationalen Komitees Auni Bey Abdul Hadi unterbreitete sodann die Resolutionen über Steuerboykott gegen die Regierung und Wirtschaftsboykott gegen die Juden. Während der Tagung des Streikkomitees Ln Jerusalem passierte die Demonstration der arabischen Frauen, an der im ganzen 300 Frauen und Schulmädchen teilnahmen, das Haue des Führers des Nationalen Komitees Auni Bey Abdul Hadi. Der Mufti erschien an der Tür und hielt eine aufreizende Ansprache an die Frauen. Aus Jerusalem, Haifa, Jaffa und anderen Städten liegen Meldungen vor, daß sich unter den arabischen Kaufleuten und Handwerkern eine scharfe Bewegung gegen den Streik geltend macht. Das Vorgehen der arabischen Führer wird als „abenteuerlich und unvorantw er t il i c h“ erklärt. Es wird darauf hingewiesen, daß zahlreiche irabische Kamfleute infolge des Streike bereits ruiniert worden sind. * Oberkommissär Sir Arthur Wauchope, der den Beduinendistrikt ira Süden und den Distrikt Al-Arisoh besucht hat, kehrte soeben nach Jerusalem zurück. Infolge der Lage hat er den beabsichtigten Beuch der Sinai-Halbinsel aufgegeben. Ebenso wie der Freitag verliefen auch der Samstag uiwl der Sonntag ruhig. Es passierten einige Zwischenfälle, die nicht von großer Bedeutung sind. In Bat-Sohlomo bei Sichren-Jakob würfle ein j ü d i s c h o s Feld a u g e z ü u d e t, der Brand konnte von den Kolonisten sofort gelöscht werden. In Tiberias wurde gegen einen jüdischen Laden eine Bombe geschleudert, die aber keimen- Schaden verusachte. In Bet AI p-.h a kam - es zu einem TCugelwecihsel FERIENHEIM S für 3- bis 14-jährige Schloß Ginseiberg, Neustift b. Scheibbs, N.-ö., herrliche Lage, vorzügliche Kost. Arzt im Heim Mäßige Preise Leitung: dipl. Montessorilehrerin Lore REINIGER Telephon A 48-3-89, II., Große Schiffgasse 5 Bombe in Haifa Jerusalem, 11. Mai. (Palcot.) Vor dem Hause des arabischen Bürgermeisters von Haifa., Hassan Shonkry, wurde gestern abends eine Bombe geschleudert. Ein Zimmer wurde beschädigt; die Bewohner waren jedoch abwesend und sind nicht verletzt.. Man glaubt, daß die Bombe von einigen fanatischen Arabern geworfen wurde, die Shonkry des Verrats beschuldigen, weil er sich nicht der Streikbewegung ange schlossen hat. Die Untersuchungen ergaben, daß die Bombe nicht die sonst bei den arabischen Jugendgruppen übliche primitive Konstruktion aufweist; es ist ein tadelloses Modell, ähnlich der vor drei Jahren in Nahalal geschleuderten Bombe. Gestern abends fand eine Konferenz des Streikkomitees statt, auf der die Haltung Shoukrys zum Streik scharf kritisiert wurde. ainiiiiiniiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiniimmiiiimiiimmiiimiiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiinininmiiiiiiiiiiiiiD PRACHTVOLLE VILLA In Sauerbrunn, 6 Zimmer, Küche, Bad, Nebenräume, großer Garten, ganz oder einzelne Zimmer zu vermieten. Zuschriften: Dr, Grünberg, I.» Biberstraße 2. uniiiuiiniiimiiiiiiiniiimiiiiiiiiuiiiiiiiiiiHiiniiiuiHiuiiiiiiiiiiuiuiiuiiiinunnimiuiiiiiinuimiiiui Weizmann an die Juden Amerikas New York, 12. Mai. (JTA.) Bei einer Versammlung im Hotel Astor in New York, an der etwa tausend zionis tische Persönlichkeiten aller Richtungen teilnahmen, wurde nach Verlesung eines R a d i o t e 1 e g r a m m s des Präsidenten der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, eine Aktion zur Aufbringung eines 150.000- Doliar-Palästina-Notfonds. eingeleitet. Mehrere tausend Dollar wurden bei der Versammlung selbst, aufgebracht. Die Botschaft Dr. Weizmanns hat folgenden Wortlaut: „Die Juden in Palästina waren wieder barbarischen Angriffen ausgesetzt. Den Provokationsversuchen zum Trotz, hält sich der Jischuw bewunderungswürdig. Wir betrauern den Verlust von Opfern, sind aber entschlossen, unerschrocken und mit verdoppelter Energie die Aufgabe der Wiedererrichtung unseres Nationalheims, ln dem Juden kraft Rechts und ohne Furcht vor Behelligung leben können, fortzusetzen. Ich appelliere an die amerikanische Judenheit, die furchtlose Ruhe des Jischuw zu teilen und seine Bemühungen durch großzügige Beiträge für den United Palestine Appeal und durch Aufbringung von 150.000 Dollar für sofortige Bedürfnisse der Agency-Exekutive zu fördern. Nur durch Erweiterung der jüdischen Kolonisation und verstärkte Einwanderung können wir den Frieden in Palästina endgütig sichern.“ Die Exekutive der Jewish Agency hatte ein von Dr. Woizman n, David Ben Gurion und M. M. Ussischkin Unterzeichnetem Telegramm gesandt, in dem es heißt: Der Jischuw fühlt sich heute nicht mehr hilflos; er hat daß feste Vertrauen, daß keine feindliche Macht die festen Grundlagen der erneuerten Heimat erschüttern könne. Im Notfall ist er bereit, wie ein Mann zur Verteidigung seiner Stellung, seines Lebens und seiner Ehre sich zu erheben. Hie Falschmeldungen Ober Palästina Das Preß hü r o der Jewish Agency iir Palästina veröffentlicht eine mit Einzelheiten belegte Erklärung, aus der hervorgeht, daß die Ereignisse teils durch die Router-Berichterstattung, teils aber durch amtliche Stellen falsch dargestollt worden sind. Es wurde der Eindruck erweckt, daß es sich um Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern gehandelt hat, während in Wirklichkeit, insbesondere, in Jaffa, friedliche jüdische Passanten plötzlich überfallen und ermordet worden sind. Besonders gravierend ist die Fälschung der Tatsachen in einem von Reuter am 20. April ausgogebenen Bericht, der ausdrücklich als „offizielle Mitteilung aus Jerusalem“ bezeichnet' wird' und das folgende besagt: „Folgende offizielle Mitteilung wurde in Jerusalem bekanntgegeben: Am Mittwoch wurde in Nablus während eines allgemeinen Überfalles ein Jude getötet und zwei schwer verletzt. Am Freitag’ früh wurden zwei Araber dort in einer Hütte ermordet, und man glaubt allgemein, daß Juden für ihren Tod verantwortlich sind. Während des Begräbnisses der Araber demonstrierte eine jüdische Menschenmenge in Tel-Aviv und versuchte, sich den Weg nach Jaffa zu erzwingen. Sie wurde durch die Polizei zurückgetrioben und bewarf diese mit Steinen.' Am Samstag gab es in Tel-Aviv mehrere kleine Zwischenfälle, bei denen Juden Araber angriffon. Gegen diese Angriffe schritt die Polizei prompt ein. Sonntag früh wurden Gerüchte verbreitet,