Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 546 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ke. m - 8. üfaif im Die STIMME Seite 7 Bescheidenes Fräulein (Frau) mit einigen Hundert Schilling Vermögen von 48jährigem Intelligenzler zwecks Ehe gesucht. Unter „Nettes Gartenheim in Wien“ Neigungen, dessen Worte und Taten nicht Immer mit dieser rationalistischen Richtung seiner Lehren in Einklang zu bringen sind, erfüllt von Visionen und Träumen, als Wundertäter berühmt. Dieser seltsame Zwiespalt seines Wesen* stempelt R. Simon zu einer der interessantesten, aber psychologisch rätselhaftesten Persönlichkeiten unserer Geschichte, Begreiflich •wenden die Widersprüche vielleicht, wenn man die Lebensgeschichte des Menschen Simon ben 'Jockai betrachtet. Seine Familie war Rom gegenüber keineswegs feindlich eingestellt und sein Vator scheint sich sogar eines großen Ansehens bei den römischen Machthabern erfreut zu haben. Auch R. Simon beteiligte sich ursprünglich nicht an dem von R. Akiba geleiteten Aufstand und änderte erst später unter dem Eindruck der Grausamkeiten Roms, besonders auch des Martertodes seines Lehrers Akiba, seine Meinung. Eines Tages, als mehrere Gelehrte beisammen saßen, lobte der eine von ihnen die Maßnahmen der Römer, sie hätten Märkte errichtet, Brücken und Badehäuser gebaut. Darauf erwiderte R. Simon: „Was immer sie getan haben, sie haben es nicht für uns getan, sondern zu ihrem eigenen Nutzen; die Märkte dienen der Unzucht, die Badehäuser haben säe errichtet um sich zu schmücken, die Brücken um Abgaben einzuheben.“ Dieses abfällige Urteil kam durch Verrat zu Ohren der römischen Behörden und Simon wurde zum Tode verurteilt. Um dem Tode zu entgehen, flüchtete er und verbarg sich in einer Höhle. Hier blieb er einsam und fern den Menschen, nur in Gesellschaft seines Sohnes Elasar, der ihm gefolgt war, dreizehn Jahre. Sie nährten sich von den Früchten eines Johannisbrotbausnes und stillten ihren Durst aus einer Quelle, die auf wunderbare Weise vor ihrer Höhle entstanden war. Durch diesen Aufenthalt in der Höhle wird R. Simon zu einem Mystiker und Wundertäter. Er, der schon immer mit aller Begeisterung für das Studium der - Torah eingetreten war, vertieft sich während der vielen Jahre seiner Verbannung immer mehr in diiie Lehre und ihnen verborgenen Sinn. Es wird berichtet, daß er in dieser Zeit 40 Tage lang, Moses gleich, gefastet und Gott um die Erlösung Israels angefleht habe. Da habe ihm der Engel Metatron die Ereignisse der Zukunft und die Tage des Messias enthüllt. — Endlich, nach 13 Jahren, erschien der Prophet Elijahu und verkündete ihm, daß Kaiser Hadrian tot sei und somit das gegen Simon erlassene Todesurteil seine Gültigkeit verloren habe. Nach einer änderen taimudiseben Erzählung beobachtete R. Simon eines Tages, wie ein Vogel mehrere Male den gegen ihn aufgelegten Netzen ^entging und nahm dies als Zeichen seiner eigenen Errettung. Er verließ mit seinem Sohne die Höhle, um zu den Menschen zuriiekzukehren. Da hörte er eine Bath-Kol, die ihm zurief, daß er frei sei. Durch den langen Aufenthalt in der Höhle aber waren seine Kleider zerrissen und sein Körper mit Geschwüren bedeckt, so daß sein Anblick mitloiderregend war. Er begab sich nun nach Tiberlas und fand hier in den warmen Quellen HieLlung und Genesung. Zum Dank dafür befreite er durch ein Wunder die Stadt Tiberias von der auf ihr lastenden Unreinheit. Von anderen Wundertaten R. Simons sei nur erwähnt, daß er an späterer Zeit eine Reise nach Rom unternahm, um dort die Zurückziehung judenfeindlicher Gosetz© zu erwirken. Auch dies gelang ihm nur durch das Eingreifen übernatürlicher Kräfte. Der Geist Ben Temalion, der R. Simon seine Hilfe versprochen hatte, trat in die Tochter des Kaisers. Doch R. Simon gelang ©s, den Geist auszutreiben. Zum Lohn für diese Tat wurde ihm die Möglichkeit geboten, das gegen die Juden erlassene Dekret zu vernichten. Vor seinem Tode verkündete R. Simon seinen Schülern jene geheimen Lehren, die später im Schar ihren Ausdruck finden sollten. Durch diese Erkenntnis wurde bei seinem Tode die Welt von Licht erfüllt und dies ist auch das Motiv, R. Simons Todestag mit Freudenfeuern und Festbeleuchtung als „HMlula de Rabbi Schimeon ben Joohai“, das heißt als Hoebzeitsfest Rabbi Simons zu begehen. So wird denn an 'dem anscheinend recht bescheidenen Lag-Beomer-Tage, das in den Ländern der Gaiuth uns hauptsächlich als ein Fest der Kinder zum Bewußtsein kommt, an dem diese sich hn Freien am Spiel erfreuen, im Grunde ein tief mystisches, geheimnisumwittertes Symbol der Verbundenheit der menschlichen Seele mit den Urgehoimniaaen der Natur, darüber hinaus aber auch der Sehnsucht des Judentums nach Befreiung und Erlösung gefeiert. Die Feuersäule an dem Grabmal In Meron, der Bogen in den Händen der spielenden Knaben ln Polen, sie beide weisen auf das Erlebnis eines Mannes, der um der Liebe zu seinem Volke willen die Gemeinschaft der Menschen fliehen mußte und in der Einsamkeit die Vision des Übernatürlichen erlebte. Und doch sollte auch dies Übernatürliche dem Monschen nutzbar gemacht werden. Die Reinigung i Tiberias, die politische Mission in Rom, deren Erfolg des Rabbis Macht über geheime Gewalten zu verdanken war, sie dienten der menschlichen Gemeinschaft, der jüdischen Gemeinschaft, für die R. Simon leiden und wirken durfte. R. Akiba, der den Aufstand gegen Rom leitete, der als Gefangener Roms den Martertod ertrug, ist der Krieger unter den Weisen, R. Simon — ihr Diplomat. Beide aber stehen im Vordergrund des Kampfe« gegen Rom, des Kampfes für das Judentum. In diesem Sinne ist Lag Beomer auch ein politischnationales Fest, ein Fest des ewig wachen jüdischen Willens, sein Volkstum und seine Eigenart, kämpfend und leidend, bauend und schaffend, zu währen. PENSION ECKSTEIN-MI tag* b'Omer-Tag der rellglös-chaluzischen Jugend unter dem Protektorat Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwan g, Samstag, 9. Mai 1. J., halb 9 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Continental, II., Taborstraße 2—4. Festprogramm: Gcsangsohor: Halleiu. — Festrede: Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. M. Rosenmaim. — Sprechdior. Bialik: Du Seher, geh' flieh*... Unter Leitung von Erich Mann. — Jüdische Dichtungen des Ostens: Erich Mann. — Prof. Dr. Israel Weinstock: Wie erziehen wir unsere Kinder zu wahren Juden? — Oberkantor Josef Feuer: Neue palästinensische Volkslieder. — „Wir von Mdschmar Hascharon.“ Erstmalige Vorführung des Fdlmberichtes vom Leben und Schaffen der religiösen Ghaiuzim in Erez-Jisrael und in der Golah. Begleitworte Oh. Josef Hochberger, Delegierter der österreichischen religiösen Siedlung in Erez- Jisrael. „Mtfsohmar Hascharon.“ — Oeeangschor: Schir Haboker. Axis „Land der Verheißung“. Karten sind au halben: Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20ia. — Jüdische Kulturstolle, I., Franz-Josefs-Kai 3. — Keren Kajemeth, I., Marc-Anrel-Straße 5. — Buchhandlung J. Belf, I., Rabensteig, und im Heime des Haschomor Hadati, H., Kleine Mahrengasse 6—8. Ludwig Hardt rezitiert im Jüdischen Kultur* theatcr (?., Kai 3) Freitag, den 8. Mai, „Aus der Bibel und biblische Gestalten in Dichtungen von Goethe, Claudius, Heine, Rilke, Thomas 'Mann"; Montag, den 11. Mai: Heinrioh Heine (Einzige Wiederholung). Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, R 28-2-38. Jüdisch - Akademischer Techniker-Verband. Donnerstag, den 14. Mai, 8 Uhr abends, Vortragsabend. Es sprechen: Ing. Robert Motz: „Jüdische Erfinder“, und Richard Müller: „Die Ereignisse in Palästina“. Lese- und Redehalle jüdischer HochschUler. Am Samstag, den 9. d., liest im Rahmen unseres Konventes ln unserem Heime, IX., Türkengasse 9, Herr Markus Günsberg aus eigenen Schriften. Beginn 8.15 Uhr. Gäste willkommen! Mit der „Orbis“ nach Polen. Das offizielle polnische Reisebüro „Orbis“ veranstaltet am 10. und 24. Mai billige und bequeme Polen- Reisen. Anmeldungen: „Orbis“, L, Kärntnerstraße 41. Telephon R 21-5-78. österreichisches Verkehrs-Büro, I., Friedrichstraß© 7, B 27-500, und I. Graben 20, U 29-0-85. Für sämtliche Sehbehelfe empfiehlt sich den geschätzten Lesern die bestbekaxmte Optiker- Irma Rudolf Haas & Comp., H., Praterstraße 32. — Daselbst können Sie auf Ihre Brillenreparaturen, die in eigener modernster Werkstätte erfolgen, warten. — Haas & Comp, bieten Ihnen bei billigsten Preisen nur erstklassige Ware. Es ist schon lange bekannt, daß Mund und Rachen am leichtesten Infektionen aiusgesetzt sind und geradezu die Eingangspforte für Krankheiten verschiedener Art bilden. 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Kreuzworträtsel 1 2 8 4 ö ■ 6 l 7 18 9 10 11 ■ 12 IS ■ 14 l 16 H 16 17 J“ ■ 1» 20 21 ■ RH ■* F ■ 24 ■ 25 26 27 | ■r HIHI ■ 29 SO ■ 31 ■ 82 | 88 34 96 ■ 36 |S7 [ 38 89 r| 40 Waagrecht: 1. Selbstsüchtiger. 6. An Türfesten jüdischer Häuser zu sehe®. 11. Tderaut. 12. Raubvogel. 14. Fluß in Sibirien. 15. Fluidum. 16. Hauptstadt des Reiches Israel. 19. Franz. Artikel. 20. Waffe. 22. Geologische Formation. 24. Röm. Zahl für „2“. 25. Herrenkleidungsstück. 28. Abk. für Nachmittag. 29. Zelt (hebr.). 31. Metall 82. Sauber. 34. Wüstenungeheuer (hebr.), später Engelwesen. 86. Vorläufer Spinozas. 88. Abk. für testamentum novum. 39. Selbsttätiger Apparat. 40. Initialen eines ber. deutschen Lyrikers jüdischer Abstammung. Senkrecht: 1. Prachitgewand des Hohepriesters. 2. Das heutige Merkwort. 3. Abk. f. oleum. 4. WeibJ. Vorname (Koseform). 5. Endsilbe. 6. Fluß in Steiermark. 7. österr. Schriftsteller f. 8. Vorwort. 9. Frauengestalt im Hohenlied Salomons. 10. Griech. Gott. 13. Beil. 17. Vorwort mit Artikel. 18. Ber. japam. Staatsmann +. 21. Krankhaftes Verlangen. 28. Span, weibl. Vorname. 26. Ziffer. 27. Gerümpel 29. Himmelsrichtung. 80. Stadt in N.-ö. an der Thaya. 82. Farbe. 88. Umstandswort des Ortes. 35. Abk. für „politisch unverläßlich“. 37. Abk. für circa. M. Kr. Die Serie umfaßt 19 Rätsel. In jedem Rätsel iet ein Merkwort enthalten. Liest man dio Merkwörter in der Reihenfolge des Erscheinens, so eigibt sieh eine markante Steile aus einem berühmten zionistischen Werk. Die Diagramme sind auszuftillen, auszuschneiden, aufzubewahren und am Schlüsse der Serie gesammelt an die Redaktion der „Stimme14 za senden. Die Zuteilung dar ausgeeetzten Preise erfolgt durch das Loa unter Ausschluß jedes Rgohiswegee, Näheres srsudi raefetzeitjg mitgeteilt. 8. bis 14. Mal 1936 . 16. bis 22. IJar 5696 Freitag (8.) Sabbath-Elngang.V° Uhr Samstag (9.) Sabbath-Ausgang.8°'“ Uhr Sonntag (10.).Lag b’aome? Wodienabsdtnftt: Emor Kinoprogramme vom 8. bis 11« Mai KREUZ-KINO feN'ÄÜZ Uraufführung CHESTER MORRIS In 20.000 Dollar Belohnung Beginn: 4, %6. 7,8. 7,10 Uhr Opern-Klno ÄV URAUFFÜHRUNG iean Harlow, William Powell, Frandiot Tone in Beginn: 4, 8/*6, 7,8, 9*° II,, Prator, Straße des 1. Mal Mn 40 Telephon R 48-2-75 Charlie Chaplin TV *7 *• in Die neue Zeit Wochentags: 5, 7,9 Uhr, Sonn- und Feiertags: 8/t4, VA 7*8, 7*10 Uhr Leopoldstädler Volksklno II., Rotenateragasse 7a Telephon R 49-0-23 Der große Wiener Sängerknaben-Film Der kleine StraBensänger (SINGENDE JUGEND) Wochentage j 7*6, V*8, V*10 Uhr. Sonnu. Feiertage ab 7,4 Uhr Schweden Kino URAUFFÜHRUNG Jan Klepura in Schenk uns die Nacht Beginn; '/,4, */,fl, V,8, y,10 übt KINO KERN im Prater Dir. Kern & Perlmann — Telcphfon R 40*0-49 AllelnauffUhrung — Ricardo Cortez in Wochentags: 5,7,0Dhr. Sonntags: 2, *44, 7,6, 7,8, *410 Uhr im Planetarium am Praterstern Tel. R 41-0-26 Erst- und AlteinauffOhrung ffir Prater und Leopoldstadt Eleanor Powell, Robert Taylor in Wochentage» 6, 7, 9 Uhr. Sonntags: 2,.*44, 7*6, V»8. 7,10 Uhr SCHAFFER-KINO Eleanor Powell« Robert Taylor in Beginn: 7*4, V*6, 7*8, 7*10 Uhr. *1 r. STAFA-KIHO ^’Tefeplfon1 Br33-(?68 URAUFFÜHRUNG Jean Harlow, William Powell, Frandiot Tone iti Zum Küssen fieberen Beginn: 7,4, 7*6, 7, 9 Uhr Uotlvpork-Klno KTe]ephoQngAri8-a£9612 URAUFFÜHRUNG Jean Harlow, William Powell, Frandiot Tone iti Beginn: 7,4, 7,6, l/A 935. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Ffir das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—> Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, Übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. 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