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Die Stimme · 1936-05-08 · Heft 546 (8.5.1936) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 546 (8.5.1936)
Date
1936-05-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite S DIE STIMME Nt. 546 — 8. Mal 1986 Bilder von den Unru Tten in Palästina Oben: Polizeireserve kommt an. — Militärverstärkungen. — Die Straßen zwischen Jaffa und Tel-Aviv sind militärisch gesperrt. — Unten: liier sind sieben Häuser gestanden. Alles ist verbrannt. — Auf dem Rathaus wird die blau-weiße Palme mit dem Trauerflor gehißt. — Ein jüdisches Opfer der Unruhen wird zu Grabe getragen. (Photo Karl Schlesinger, Tel-Aviv.) illis m 'V iS1' | B« ■Mw; Kiruiii« r » i mm •Ä- Weizmann bei Wandiope Jerusalem, 6. Mai. Über den Verlauf des Besuchs des Präsidenten der Jewish Agency Dr. Chaim Weizmann beim High Commissioner Sir Arthur Wauchope erfährt die Jüdische Telegraphen-Agentur: Doktor Weizmann hat energisdi gegen die schwächliche Haltung der Regierung protestiert und darauf aufmerksam gemacht, daß es Pflicht jeder Regierung sei, für Ruhe und Ordnung zu sorgen und gegen Unruhestifter ohne Ansehen der Person vorzugehen. Im Verlauf der weiteren Unterredung wurde auch die Frage der neuen Einwanderungsschedule erörtert. Dr. Weiztnann gedenkt, am 10. Mai eine Reise nach London anzutreten. Wie es heißt, soll noch vor seiner Abreise die Einwanderungsschedule für das Halbjahr April bas September 1936 bekanntgegeben werden. Im Aufträge der Exekutive der Jewish Agency wird sich auch das Mitglied des Tel- Aviver Stadtrats Dov Hos im Flugzeug nach London begeben. Jaffaer Gericht nach Tel Aviv verlegt Die Regiierung hat, einer jüdischen Forderung naohgebeoid, das Gericht in Jaffa nach Tel-Aviv verlegt. Das Gericht führt seine Verhandlungen in hebräischer Sprache. Arabische Entschuldigungen Aus Tel-Aviv wird gemeldet: Eine Abordnung des arabischen Stammes im Tiberias-Distrikt unter Führung des Direktors der arabischen Bank in Tiberias, eines Sohnes des Mufti von Tiberias, und anderer arabischer Notabein, besuchte die jüdische Kolonie Migdal bei Tiberias und entschuldigte sich in aller Form bei den Kolonisten wegen des Überfalls von Stammesangehörigen auf die Kolonie, bei dem vier jüdische Arbeiter verletzt wurden. Der Überfall erfolgte bekanntlich, als Agitatoren das Gerücht verbreiteten, die Juden von Migdal hätten zwei arabische Kinder umgebracht. Die Kinder fanden sich später bei ihren Eltern ein. Die Araber erklärten, sie wollen von nun an mit ihren jüdischen Nachbarn in Frieden leben und arabischen Hetzern keinen Glauben mehr schenken. Der Bürgermeister von Jerusalem Jerusalem, 6. Mai (JTA.). Die jüdischen Mitglieder des Stadfcrats von Jerusalem fordern energisch den Rücktritt des arabischen Bürgermeisters von Jerusalem Doktor Khaüdi, der eine führende Rolle in der arabischen Streikbewegung spielt •und dem Streikkomitee angehört. In jüdischen Kreisen hält man diese Ralle mit dem zua* Neutralität verpflichtendem Amt eines Bürgermeisters nicht für vereinbar. Die arabischen Kaufleute in Jerusialem beschlossen die Gründung einer besonderen arabischen Handelskammer, um damit eine Trenniumig der arabischen und der jüdischem Wirtschafbsinfceressen herbeizuführen. Hakenkreuzspitzel London, 6. April. (Priiv.) Die beiden jüdischen Depeschenbüroß — die Palästina-Korrespondenz und die JTA. — melden übereinstimmend aus Tel-Aviv, daß dort die Verhaftung eines vor etwa zwei Jahren eomgewänderten Ehepaares, Dr. Paul S u z a k und seine Gattin Margarete, gelb. Tormann, großes Aufsehen gemacht hat. Die Verhaftung erfolgte nach einer mohrstünddgon Hausdurchsuchung, bed der belastendes Material über dio politische Tätigkeit des Paares gefunden wurde, namentlich Berichte über die Verhältnisse der nach Palästina edngewamdcrton deutschen Flüchtlinge, sowie Über die politischen Verhältnisse und diie Divergenzen zwischen den Arabern und den Juden. Das Ehepaar, das früher selbst dem jüdischen Glauben angehörte, ist nach seinen Personaldokumenten früher i auch in Wien gewesen und betrieb nach außen hin die Vertretung einer ausländischen Filmgesellschaft. Dr Suzak hatte sich zunächst in Nazareth niedergelassen, einem der Mittelpunkte der arabischen Bewegung, und war dann nach Tel-Aviv gekommen. Die Polizei legt ihm Aufreizung eines Teiles der Bevölkerung vor, sowie die Organisation einer nationalsozialistischen Zeile, was der Verhaftete leugnet. Ein Arzt gefallen Wie aus Haifa gemeldet wird, ist dort der aus Deutschland emigrierte Arzt Doktor Karl Feldberg d6n Verwundungen erlegen, die er durch Steinwürfe auf sein Auto bei der Fahrt zu einem Patienten erlitten hatte. Dr. Feldberg hatte in der kurzen Zeit seiner Anwesenheit in Palästina eine angesehene Position erlangt. Am Leichenbegängnis nahmen an 5000 Personen teil. Gegenboykott Die Korporation der jüdischen Kaufleute hat beschlossen, den Hafen von Jaffa zu boykottieren und dauernd ihre Waren übor Haifa zu beziehen. Das Arabische Nationalkomitee hat einen Steuerboykott gegenüber der Mandatsregierung beschlossen, und Aufrufo an die Kaufmannschaft verbreitet, alle öffentlichen Zahlungen zu verweigern. Ebonso fordert das Streikkomitee die Regierungsboamton arabischer Nationalität auf, sich an den Steuoreinhobungen in keiner Weise zu beteiligen. Histadruth Ivrith, IL, Kloine Mohrengaßse 3. Samstag, den 9. Mai, 8.15 Uhr abends, Vortrag des Horm M. Ungerfold über das Thema: „Sclhmonim sohana lcjozer torat Napsyohoanaliso.“ 3772 Einwanderer im März Jerusalem, 6. Mai. (JTA.) Im Monat März sind in Palästina 3772 Juden eingewandert. Außerdem erhielten 267 jüdische Touristen die ständige Aufenthaltserlaubnis. Unter den Einwanderern befinden sich 461 Kapitalisten mit minde^eus je 1000 Pfund Eigenkapital. Haifa, 6. Mai. Im Verlaufe der letzten Tage sind wiederum 500 jüdische Einwanderer und Touristen im Hafen vorn Haifa gelandet. Warschau, 6. Mai. (JTA.) Am 5. Mai ging ein weiterer Transport von 450 Auswanderern aus Polen nach Palästina ab. Wie bereits bei den Auswanderungstransporten zu Beginn der Unruhen wollte auch jetzt nicht ein einziger der vorgemerktGi; Olim von der Alija zurückstehen. Die WIZO in den Tagen der Unruhen Wir bringen in der nächsten Nummer einen interessanten Originalbericht über die Tätigkeit der WIZO in Erez Israel während der Unruhen. „Glückstelle Stein hat Uber Nacht — Tausenden in Österreich Glück gebracht!“ Beachten Sie das Inserat auf Seite 3 des heutigen Blattes. „CMickstelle Stein“, Wiien, I., Wipp lingorstraßo 21, an der „Hohen Brileko“. Filialen: VI., Marlahllfersbraße 105, H., Taborstraße 20, X., Favoritenstraße 101. Trauung. Sonntag, den 10. Mai, 2 Uhr nachmittags findet im Tempel, I., Sei t-e ns Lotto ngasse die Trauung des Fräuleins Eleo R o i o h. Tochter des Horrn Hermann Reich, Sänger des StadttempoLs und der Staatsoper, mit Herrn David Fischer statt. Jubiläumsfeier zu Ehren des Rabbiners Dr. Kamlnka. Samstag, den 16. Mai, 7.15 Ulu abends, findet im Ilehno dor Histadruth, II.. Kloine Mohrongasso 3, eino Jubiläumsfeier zu Dhron dos Herrn Rabbiners Dr. A. Kaminl«’ statt. Festredner: Der Präsident dor Histadruth Dr. D. Rothblnm und Rabbiner Dr. M. Zucker Jeder Jude ehrt seine MUTTER zum MUTTERTAGE durch SCHOLLENSPENDEN UND BAUMSPENDEN DES KEREN kAJENETH!

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