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Die Stimme · 1936-04-24 · Heft 542 (24.4.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 542 (24.4.1936)
Date
1936-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 Oft STIMME Nr. 542 — 34. April 1936 In Tei-Aviv zehn jüdische, drei arabische Tete Tel-Aviv, 20. April. Die Zahl der Toten hat sich auf zehn erhöht. Die Zahl der getöteten Araber beträgt drei. Das Präsidium der S t a d t v e r w a 1t-ung Tel-Aviv intervenierte beim Distrikt-Kommissar des Süd-Distrikts, Crosb i e, der die Erklärung abgab, daß die Regierung mit Polizei und Militärkräften die Situation völlig in der Hand habe. Er hoffe, daß keine weiteren Unruhen stattfinden werden. ünfeivßnnlßtBii^ni^ücrejnß für ständig und fallweisen Gebrauch I., Franz-Josefs-Kai 3 Jüdische Kulturstelle Mit- Zustimmung der Regierung hat die Stadtverwaltung eine spezielle Wachm a nnsc h a f t bestellt, die die Polizei in Tel-Aviv unterstützen soll. Bei einer von Vertretern aller zionistischen Parteien beschickten Konferenz, die Sonntag nachmittags in Jerusalem zusammentrat, um die Schaffung einer vereinigten zionistischen Organisation für Palästina zu beraten, gab Ben G u r i o n eine Darstellung der Ereignisse in Jaffa und forderte den Jischuw auf, sich von jeder Panik fernzuhalten und zuversichtlich zu bleiben. In demselben Sinne sprachen Ussischkin, Mossinson und Suprasky. Die Polizei hat den jüdischen Omnibusgesellschaften mitgeteilt, daß der Verkehr wieder aufgenommen werden kann. Im Jischuw herrscht vollkommene Ruhe. Weitere Zwischenfälle in Jaffa Montag früh kam es in Jaffa neuerlich zu Zwischenfällen. In der Carmeist r a ß e zwischen Jaffa und Tel-Aviv griffen um 7 Uhr früh mehrere Araber Juden an. Die Polizei kam sofort imd machte dem Zwischenfall ein Ende. Die Unruhen begannen mit Steinwürfen auf jüdische Omnibusse und Angriffe auf jüdische Passanten, wodurch ein Zusammenstoß zwischen arabischem Pöbel und der Polizei herbeigeführt wurde. Der Pöbel griff auch die Polizei an, die daraufhin Schüsse abgab. Zwei Araber wurden getötet, und zwar an derselben Stelle, an der bei dem Zusammenstoß in der Nähe der APAK zwei Juden getötet worden waren. Zahlreiche Juden sammelten sich an einem Ende derjaffa — Tel-Aviv-Chaussee an, während am anderen Ende eine arabische Menschenmenge sich ansammelte. Der Verkehr auf der Chaussee, sowie auch in Tel-Aviv, in den Kolonien und in Jerusalem, war polizeilich gesperrt. Jaffa ist nunmehr ruhig infolge der starken Position der Polizei. Auch in den Kolonien und in den übrigen Städten herrscht Ruhe bis auf kleinere Zwischenfälle, wie gelegent Mche Steinwürfe auf jüdische Omnibusse. AUSKUNFT OBER P1ST9AN erbeten von einem, der dort die Kur gebraucht hat. Telephon A 37-5 71 Brandstiftungen In der Nacht auf Montag steckten Araber aus Jaffa die seitwärts der Straße nach Tel- Aviv liegenden Holzbaracken der Jemeniten in Brand. Einige Hütten wurden eingeäschert. Menschenleben sind hier nicht zu beklagen. Die jüdische Bürgerwehr und englisches Militär trieben die Brandstifter zurück. Einige wurden verhaftet. Das Begräbnis der Opfer Tel-Aviv, 20. April. Heute früh hat hier das Leichenbegängnis von neun jüdischen Toten stattgefunden, von denen drei nicht angnosziert werden konnten. Eine Leiche weist ein vollständig verstümmeltes Gesicht auf. Die erschütternde Zeremonie, an der fast die gesamte Bevölkerung teilnahm, begann um 7 Uhr früh und dauerte über eine Stunde. Die Stadt war schwarz beflaggt. Der Leichenzug bewegte sich von dem Hadassah-Hospital, am Stadthause vorbei, zum Friedhof. Dizengoff sprach vom Balkon des Stadthauses zu der Menge. Große Polizei- und Malitärkräfte hielten die Ord nung aufrecht. Die Behörden hatten nur den offiziellen Vertretern der jüdischen Institutionen und den Angehörigen die Betretung des Friedhofs gestattet. Dort sprächen Ben Gurion und Ben Zwi. Der Zug löste sich dann, in voller Ruhe auf. 2v/ 7_Q zwar nieht nach Adam Riese, aber nach L 0 Möbel-Winter, VIII., Stadtbahnvladnkt 23, bei Lerchenfelderstraße-GUrtel, denn jeder Schilling bat bei uns den doppelten Wert Kein Araber von Juden erschossen Jerusalem, 22. April. (JTA.) Aus Haifa wird gemeldet, daß es dort zu keinen antijüdischen Unruhen gekommen war. Die von der Agentur Havas aus Kairo gebrachte Mitteilung, daß auch in Haifa vier Juden getötet wurden, hat keinerlei Grundlage. Die hebräische Presse weist darauf hin, daß nirgends Juden als Angreifer auftraten, daß auch während der arabischen Angriffe, die so viele jüdische Opfer erforderten, kein Araber durch Juden getötet worden sei, daß vielmehr amtlich festgestellt wurde, daß die zwei Araber, die am Sonntag während des Marsches arabischer Banden auf Tel-Aviv den Tod fanden, durch den englischen Polizeihauptmann Riggs vom Kriminaluntersuchungsdepartement in Notwehr erschossen wurden. Captain Riggs fuhr in seinem Auto von Jaffa nach Tel-Aviv und hatte einen schwerverletzten Juden im Wagen, den er in das Hadassah- Hospital bringen wollte. Er wurde von einer arabischen Menge angehalten, der Jude wurde aus dem Auto gezerrt und Captain Riggs wurde persönlich bedroht. In diesem Augenblick machte er von der Schußwaffe Gebrauch und tötete zwei Araber. Wie nachträglich festgesteüt wurde, wurde in Jaffa der Sohn des schwedischen Vizekonsuls, Theodore Larsson, durch Araber, die ihn für einen Juden hielten, schwer verletzt. Er befand sich in einem Auto, das von dem Engländer Kenneth Maude, Sohn eines Regierungsbeamten, gesteuert wurde. Das Auto wurde von den Arabern angehalten und beide Insassen wurden schwer mißhandelt. Auch Maude erlitt Verletzungen, die aber weniger schwerer Natur sind. Der Mord bei Kfar Saba Jerusalem, 19. April. Donnerstag war 1 n der Nähe von Kfar Saba ein Mordfall vorgekommen, über den Palcor wie folgt berichtet: In eine einsam gelegene Siedlung zwischen Raanana und Kfar Saba drangen zwei Unbekannte und Schüsse auf zwei Araber ab, von denen einer sofort getötet wurde, während der andere am nächsten Morgen im Krankenhaus starb. Dieser erklärte vor seinem Tode, die Angreifer hätten ein jüdisches Aussehen gehabt. Polizeihunde verfolgten Fußspuren, die zu einem der von arabischen Arbeitern bewohnten Häuser führten. Eine Belohnung von 200 Pfund ist für die gaben Ergreifung der Täter ausgesetzt worden. Dieser Mord scheint die Ursache zu den schweren Unruhen gewesen zu sein, die Sonntag in Jaffa sich ereigneten. am Keine Störung der Einwanderung Jaffa, 21. April. Bei den zwei Montag früh in Palästina eintreffenden Schiffen „Polonia*' und „Gerusalemme“ wurde die Ausschiffung der an Bord befindlichen 800 jüdischen Einwanderer nicht in Jaffa vorgenommen, sondern erst ln Haifa, von wo sie mit einem Sonderzug nach Tel-Aviv gebracht wurden. Die arabischen Arbeiter, die in den jüdischen PflanzungskuHuren arbeiten, sind Montag früh wie immer zur Arbeit erschienen. Im Haifaer Hafen verläuft die Arbeit normal. Die Landung von Emigranten verläuft störungslos, und Buhe herrscht sowohl in der Stadt, als auch im Emek und in Jerusalem, wo die arabischen Läden geöffnet sind. Der Verkehr wieder aufge« ncmmen Tel-Aviv, 23. April. Zwischen Rechoboth und Tel-Aviv, sowie zwischen Tel-Aviv und Jerusalem ist der normal*) Verkehr wieder aufgenommen worden. Boi Petach Tikwa.h und Arge Teil versuchten vorgestern bewaffnete Araber einen getrieben und sodann von der inzwischen erschienenen Polizei, auseinandergejagt. In Jerusalem sollen gestern zehn jüdische Kolonisten verhaftet worden sein. Konferenz in Jerusalem Jerusalem, 22. April. In einer ln Jerusalem abgehaltenen Konferenz der Führer aller zionistischen Parteien, die dazu einberufen worden war, um die Frage der Schaffung einer einheitlichen jüdischen Organisation inPaläs t i n a zu erörtern, erstattete das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency David Ben Gurion Bericht über die Lage und appellierte an den Jischuw, in aufrechtem Geist und Mut die Arbeit fortzuführen. Die von arabischen Kreisen ausgegebene Generalstreikparole wird vorläufig nur in Jaffa und Nablus befolgt, in Jerusalem und in Haifa geht die Arbeit normal vor sich, die arabischen Geschäfte und Werkstätten sind geöffnet. In den jüdischen Kolonien gehen die arabischen Arbeiter ihren normalen Beschäftigungen nach. Tel-Avlver Pressestimmen Tel-Aviv, 19. April. Dio Sonntagsblätter der Tel-Aviver Zeitungen, die vor den Unruhen in Jaffa erschienen sind nehmen zu den Demonstrationen vom Frei t. a g in scharf ablehnender Weise Stellung, „Haare z“ schreibt u. a.: „Niemals hätte der wahre Ausdruck der Gefühle des jiidi sehen Volkes und der Bevölkerung Tel Avivs in unbedachte und unverantwortliche Ausschreitungen ausarten dürfen, die die Wohlfahrt des ganzen Jischuws bedrohen.“ Die rechtsbürgerliche Zeitung „H a b o k e r1 erklärt, die Jugendgruppe habe durch die Demonstration, die zu dem Zusammenstoß mit der Polizei geführt hatte, die Ruhe und die Ehre der Stadt Tel-Aviv gefährdet „Dawa r“ fordert alle verantwortlichen Kräfte des Jischuw auf, sich der wilden Taktik einer kleinen Gruppe entgegen zustellen. Das Blatt verurteilt auch die Überfälle auf arabische Kutscher und Schuhputzer. KURHÄUSER RfllTEHtEUTGEBEH fl. C. CHEFARZT PROF. DR. ALOIS 8TUASSER Sämtliche Kuren und Diäten. Idealer Aufenthalt Hlr Kranke und Erholungsbedürftige. Auskünfte: Knltenleutgeben, Tel. Nr. 3, nachmittags: Stndtbliro, Tel. Nr. IJ 45-4-34 KREDITE billigst FINKLER & SOHN /., Dorotheergasse 0 Telephon R 23-2-36 Dizengoff gegen Gewaltmethoden JTA meldet aus Tel-Aviv, 17. April: Mit Rücksicht darauf, daß in der letzten Zeit verschiiedentlioh im Kampf um die Durchsetzung des Prinzips von Tozeret Haarez, der hebräischen Sprache und der Heiligung des Sabbat in Tel-Aviv gewisse terroristische Methoden angewandt wurden, veröffentlicht der Bürgermeister von Tel- Aviv, MeiT D i z e n g o f f, in der hebräischen Presse eine Kundgebung, in der er diese Methoden auf das schärfste verurteilt und ausführt, solche Methoden würden, wenn sie zum System werden sollten, Tel-Aviv in ein zweites Chikago verwandeln. Es würde sich die Notwendigkeit ergeben, gegen ein solches „Gangstertum“, das Unglück über die ganze Stadt bringen könne, die schärfsten Mittel a/nzuwenden. Palcor meldet: Zum Protest gegen die letzten Vorkommnisse erklärte Herr Dizengoff seinen Austritt aus dem Komitee für Tozeret-Haarez. Jewish Agency verlangt 11.000 Zertifikate Jerusalem, 20. April. (JTA.) Die Exekutive der Jewish Agency hat, wie hier verlautet, an die Regierung das Ersuchen gestellt, ihr 11.000 Einwanderer- Zertifikate für die Schodule des Halbjahres April bis September 1936 zu bewilligen. Wen öle» toenn @tc SaucTl)turnt auf bic JDtiölnalflafdie bedangen Überfall. Sie jyurden von den Juden zurück-sind. Der überfall bei Tulkarem Jerusalem, 20. April. (JTA.) Es steht nun fest, daß der arabische Überfall auf die jüdische Gesellschaft zwischen Tulkarem und Nablus, der zwei jüdische Todesopfer erforderte, keinen rein räuberischen, sondern einen antijtidischonCharakter trug. Man weiß, daß sich die arabischen Nationalisten der Banditentrupps zu ihren Zwecken bedienen. Die Polizei verfolgt dio Spuren der Banditen, ohne daßesbis j et ztzu einer Vorhaftung kam. Sie stellte nur fest, daß die Spuren zu den Zolten einer Gruppe arabischer Arbeiter führen, die nur 60 Meter von der Überfallstelle entfernt aufgeschlagen Neue Arbeiten isn Emek- Sebulon Aus Jerusalem meldet Palcor: Kürzlich begann im Emek-Sebulon (Haifa-Bay) die Erweiterung des Baugeländes im Arbeiterviertel Kirjüt-Chaim um weitere 1200 Duuam und die Schaffung eines Badestrandes, und zwar nicht nur für die Bevölkerung der Haifa-Bay, sondern auch für die Bewohner Haifas, die mit der Haifa-Bay eine gute Bahn- und Autobusverbindung haben. Zu diesem Zwecke werden die Dünen abgetragen und die Sümpfe im westlichen Teil von Kirjat-Chaiim trockenigelegt werden. Ferner wird eine neue Chaussee gebaut werden, die die Küste mit der Hauptchauss’öo Haifa- Akko verbinden wird. In den Wohnvierteln Kirjat-Chaim, Kirjat-Bialik und Kirjat-Motzkin in der Haifa- Bay wohnen bereits über 1000 Seelen, und diese Bevölkerung wächst rasch. Allein in Kirjat-Chaim werden in diesem Jahre 250 neue Häuser errichtet werden, aber auch in den anderen Siedlungen schreitet die Baubewegung sehr schnell vorwärts. Bei der Abtragung der Dünen und der Trockenlegung der Sümpfe sind heute 200 Arbeiter beschäftigt. 600 Dunam Sumpfgelände werden trockengelegt und für den Bau neuer Häuser vorbereitet werden. Ferner wird eine Fläche von 300 Dunam applaniert werden. Jüdischer Weltkongreß Genf oder in Prag in Brüssel, 22. April. (JTA.) Der Sekretär der Exekutive zur Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses, Dr. L. K u b o w i t z k i, der von einer Informationsreise durch Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Österreich und andere Länder nach Brüssel znrückgekehrt ist, teilte dem JTA-Vertreter mit, daß die Kongreßddee überall Fortschritte macht. Er ist überzeugt, daß sich die breiten Massen der polnischen Judenheit an den demokratischen Wahlen zura Weltkongreß auch dann beteiligen werden, wenn die offiziellen Instanzen abseits stehen sollten. Abgesehen von einigen Ländern, wo mit Rücksicht auf die bestehenden Zustände die Delegierten nominiert werden würden, wird überall die Wahl demokratisch vor sich gehen; alle Juden von 18 Jahren aufwärts haben aktives, von 24 Jahren aufwärts auch passives Wahlrecht. Die Zweige des Unabhängigen Ordens Bne Brith in Osteuropa werden sich am Kongreß beteiligen. Auch in Österreich stehen alle Richtungen der jüdischen Bevölkerung mit Ausnahme der Union österreichischer Juden der Kongreßidee positiv gegenüber. Der Weltkongreß wird höchstwahrscheinlich im Monat August 1936 in Genf, möglicherweise in Prag, stattfinden. Für alle Fälle ist das Zustandekommen des Kongresses definitiv gesichert. t Paris, 21. April. Das Executive-Comitö des Comiteö des Delegations juives und dos jüdischen Weltkongresses hat in seiner Sitzung, die am 20. April in Paris stattfand, beschlossen, an die Komitees für den jüdischen Weltkongreß in den verschiedenen Ländern die Instruktion zu erteilen, daß die Wählerlisten am 15. Juni 1936 abgeschlossen und dio Wahlen spätestens bis zum 5. Juli stattgefunden haben müssen, da der Weltkongreß in der ersten Hälfte des Monates August stattfinden wird. Das Administrative Committee der Zionistischen Organisation Amerikas faßto den Beschluß, sich an den Wahlen von Delegierten zum jüdischen Weltkongreß zu beteiligen. Vor den Wahlen in die Kultusgemeinde Der Ring der Alte Herren-Vcrbände der zionistischen Verbindungen, hielt am 20. d. einen Sprechabend ab, bei welchem der Präsident der Kultußgemeinde Staatsrat Dr. Friedmann und Stadtrat Dr. Jakob Ehrlich über die Fragen der Gemeinde im Zusammenhang mit den kommenden Wahlen ausführlich referierten. Dio Versammlung war überfüllt und nahm dio Berichto mit stürmischem Beifall zur Kenntnis. Der Präsident des Ringes Dr. Felix sprach in seinem Schlußwort den Referenten und dem gesamten Klub der zionitischen Kultusmandatare Dank undVertrauender Alte Herrenschaft aus. Eingeleitet wurde der Abend mit einer Trauerkundgebung für die Opfer der Ereignisse in Palästina,

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