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Die Stimme · 1936-04-21 · Heft 541 (21.4.1936) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 541 (21.4.1936)
Date
1936-04-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 Oll STIMM! Nr. 541 — 21. April 1936 Oesterreichischer religiöser Kibbuz in Erez-Israel Bei dem Kampf um die neue Lebensform in Erez-Israel nimmt die Form des Kibbuzlebens. des Gemeinschaftslebens im vollsten Sinne des Wortes einen großen Platz ein. In den Anfangstagen des Zionismus, des Aufbaues in Erez-Israel, war Chaluziuth, Allijah gleichbedeutend mit dem sich Einordnen im Kibbuz. Es war für den jungen Chalnz selbstverständlich, gerade diese Form des Lebens zu wählen, denn er sah in ihr den vollkommenen Verwirklicher seines Str.ebens, die alten Formen und Eigenschaften des Galuth von sich zu werfen und ein neue«, in allen Beziehungen gesundes Leben zu beginnen. Doch heute ist die Zahl solcher Menschen ganz klein geworden. Palästina als Land jüdischer Konzentration ist ungeheuer gewachsen, aber Palästina als Land zionistischer Verwirklichung ist kleiner geworden. Die Erfüllung unserer Hoffnungen sieht anders aus, als wir es je gedacht haben und gerade in dieser Zeit ist es dem Haschomer Hadati in Wien gelungen, den ersten österreichischen religiösen Kibbuz in Erez-Israel zu schaffen. Menschen strömen. Autos rasen. Geschrei, Lärm. Es ist die erste jüdische Stadt Tel- Aviv. Wir eilen zum Auto, das uns nach Mischmar Hascharon bringen soll. Doch mit der Pünktlichkeit wird es in Erez-Israel nicht so genau genommen und wir haben noch Zeit, ein Glas „Miz“, das ist reiner Orangensaft, zu trinken. Es steigen noch schnell einige Araber mit ihrer eigenartigen Kraft ein und hinaus geht es auf der Straße nach Petach-Tikwa. Mit unserem Chauffeur brauchen wir uns nicht zu schämen. Mit großer Geschwindigkeit saust er haarscharf an allem vorbei, was ihm ent.gegenkommt. Eamat-Gan. An beiden Seiten wunderschöne Fabriksgebäude, mitten durch Pardessim, Sanatorien, ganz neue Siedlungen. Petach- Tikwah. „Tor der Hoffnung“, war es vielleicht einmal gewesen. Heute werden in den Pardessim tausende arabische Arbeiter beschäftigt, während man jüdische Arbeiter auf den Straßen herumstehen sieht. Am Rande der Moschawah liegt die Siedlung der religiösen Jugend Deutschlands, der Kibbuz „Rodges“. Sie besitzen bereits eine ganz große Wirtschaft wie Kuhstall, Hühnerzucht, eigene Brutmaschinen, eine große Schlosserei, Tischlerei, Schusterei, Pferde und Wagen. Außerdem fünf zweistöckige Wohnhäuser und einen großen Speisesaal, der erst in letzterer Zeit neu gebaut wurde. In den letzten zwei Jahren hat der Kibbuz auch etwa siebzig Leute der religiösen Jugend- Allijah Deutschlands aufgenommen, die in allen Zweigen der Wirtschaft arbeiten. Wir kommen nun links an die deutsche Hühnerzuchtsiedlung „Ramat-Haschawim“ vorbei zur neuen Straße, die Jehuda“ führt. Tel-Mond Nachtmahl vorzubereiten. Tn der rechten Ecke des Saales steht der Aron Hakodeseh, es wird hier jeden Tag gebetet und an den gewissen Tagen auch „geleint“. Während wir ums so alles arischen, hat uns eine Chawern Essen hergerichtet und lädt uns appetitwünschend dazu ein. Nun machen wir einen kleinen Ausflug in die umliegenden Pardessim, um unsere Oh. und Ch. zu besuchen. Die einen ackern, die andern bewässern, andere wieder machen Gruben um die Bäume, damit das Wasser stehenbleiben soll. Die Mädchen arbeiten bei der Baumpflege. Wir gehen langsam nach Hause und ich zeige meinem Begleiter unseren Gemüsegarten, den wir in der letzten Zeit viel vergrößert haben. Die Chawerim kommen von der Arbeit. Die einen zu Fuß, die andern mit dem Wagen, doch alle mit dem Universalwerkzeug Erez Israels, mit der „Turia“. Jetzt wird es lebendig im Lager. Jeder will der Erste im Bad sein. Das Glockengeläute erinnert uns daran, unsere Unterhaltung, die wir in einem Zelt mit einigen Chawerim begannen, zu unterbrechen. Es ist Zeit zum Maariwgebet und Essen. Der Speisesaal ist hell beleuchtet und die Chawerim und Chawerot, die jetzt umgezogen sind, sehen ganz anders aus. Post ist da! Alles stürzt darauf los. „Schon wieder nichts für mich.“ Doch Zeitungen sind gekommen. Nach einer halben Stunde ist es wieder still im Lager. Hier wird Tnacli gelernt, dorten Misehnajoth, da Hebräisch und viele lesen die Zeitung, das einzige Bindeorgan mit der Außenwelt. Die Mädchen arbeiten noch immer in der Küche, denn morgen ist Freitag. Gerade jetzt ist. es angenehm, mit den Chawerim zu sprechen und spazieren zu gehen. Besser gesagt „batcln“. Der eine erzählt, ganz begeistert vom Ackern, der zweite von der Baumpflege, und alle wollen wissen, was es eigentlich in Wien gibt. Der neue Chawer erzählt ihnen über unseren Bund, unsere Hachscharah. Der Schomer, der gerade seine Runde begonnen hat, hört uns und schließt sich uns an. Diese Menschen haben das Märchen zunichte gemacht, da« den religiösen Juden gleichgestellt hat mit. „Batlen“, der zu keiner physischen Arbeit fällig ist, dessen religiöses Leben verfault ist. Auf einem einsamen, verlassenen Platz, inmitten arabischer Gegend, haben gerade diese jungen, religiösen Menschen ihr Können und Wollen bewiesen. Zu allen Schwierigkenten — und gerade an diesem Orte gibt es außergewöhnlich viele — haben es noch diese jungen Menschen auf sich genommen, ihr Leben auf religiöser Grundlage einzurichten, ihr Leben auf Basis der Thora zu gestalten. Die Thora zu neuem Leben zu erwecken. Zionistische Beiirkisekfron Innere Stadt, I.» Marc-AureUStraße Nr. 5 Donnerstag, 23. April 1936, halb 9 Uhr abends: Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich, Vizepräsident der Kultusgemeinde: »Aus der Kultusgemeinde« Dr. Hugo Groß: »Siluationsberidit aus Palästina« Die Mäd(henha(hs(harah der österreldiisdien WIZO den Namen Sir Alfred Monds, war bis vor kurzem schwer zu erreichen, und nun läuft diese Straße „vorbei“. Die Araber steigen langsam aus und nun sind wir unter uns. Der Chauffeur singt mit ganzer Begeisterung das neue Emck-Lied und im allgemeinen wird's lebendig. Von beiden Seiten der Straße sind nunmehr keine Häuser, sondern Pardessim oder kahler Boden zu sehen. Wir sind vor Tel-Mond. Eine alte Kiste, die sich Auto nennt, steht schon bereit, uns nach Tel-Mond und den umliegenden Moschawim zu bringen. Pakete werden herauf- und hinuntergeschleppt, wir ßteigen um. Bald versteht man den Zweck dieses Autos. Der Weg ist holprig und das Auto springt buchstäblich. Jeder Ruck geht einem durch Mark und Bein. Tel-Mond^ Soweit das Auge nur sehen kann, Pardessim, deren rote und gelbe Früchte in der brennenden Mittagssonne glänzen. Wir fahren noch in den nächsten Moschaw und von dort geht's dann zu Fuß nach „Mischmar-Hascharom“. Von weitem schon sieht man das Haus, die Zelte, den grünen Hügel der Pardessim, die wie Teppiche ausgebreitet daliegen. Der Boden ist sandig. Da« Gehen fällt ziemlich schwer, und oft sinkt man ein wie im Schnee. Am Weg begegnen wir Karawannen, die Meeressand zum Bau bringen. Die Araber begrüßen uns wie alte Bekannte. Nun werden schon die ersten Häuschen der Siedlung sichtbar. Der Ort liegt -wunderschön — im Hintergrund das Ephraimgebirge —, doch einsam und still. Nach diesem schrecklichen Lärm in Tel-Aviv wirkt dies direkt beruhigend. „Hier war das alte Lager.“ Ein altes, kleines Holzhäuschen oben am Hügel. Doch weiter unten am Rande der Siedlung erhebt sich das neue Lager. Ein zweistöckiges Betonhaus, ein 18 Meter langes Holzhaus, in dem sich der Speise- und Lesesaal, die Küche und die Vorratskammern befinden. Ein neues Brausebad, eine Wäscherei, Klosetts mit Wasserspülung. Wir betreten den Speisesaal. Es ist bereits Nachmittag, alles ist zur Arbeit gegangen. Nur die Mädchen in der Küche suä daanü beschäftigt, das Am 8. April 1935 wurde die Hachscharah- Stelle für Mädchen der österreichischen WIZO in Lainz eingeweiht. Eine kleine Schar Mädchen zog unter der Führung von Frau Berta Berger hinaus, um eich dort in Gärtnerei und Hauswirtschaft auszubilden, ohne daß vorerst die Anerkennung dieser Arbeit als vollgültige Hachscharah oder irgend eine Sicherheit für die Möglichkeit einer weiteren Ausbildung in der Zukunft gegeben gewesen wäre. Heute, nach einem Jahr, ist diese Ausbildungsstelle sowohl vom Hechaluz als auch vom Wiener Paläetina-Amt als v o 11 g ü 11 i g e Hachscharah anerkannt. Diese Tatsache zeugt davon, auf welcher Höhe die Leistungen dieser Plugah stehen und welche Bedeutung ihr zukommt. Vor allem verdient hervor- bis nach „Ewen- gehoben zu werden, daß durch die Schaffung Diese Siedlung auf i der Mädchenplugah auch solche Mädchen, die früher wegen häuslicher Schwierigkeiten in keinen der vorhandenen Kibbuzim ein treten konnten, nunmehr ihre kibbuzisebe Hachscharah im Rahmen dieser Plugah genießen können. Im Winter 1935/36 wurde für die Mädchen ein Stadtkibbuz errichtet. Die WIZO nahm sich mit dem ihr eigenen selbstverständlichen Verantwortungsbewußtsein auch während dee Winters der Mädchen an und sorgte dafür, daß sie in Großküchenbetrieben ihre Ausbildung ergänzen und praktisch verwerten konnten. Ein Teil der Mädchen fand ein Arbeitsfeld in privaten Haushalten, wo sie sich in jeder Beziehung glänzend bewährten. Die Hausfrauen sind voll des Lobes über diese Mädchen, die zum Teile aus bürgerlichen Familien stammen und nun so vorbildliche physische Arbeit leisten. Daß neben der physischen Hachscharah auch die geistige zu ihrem Rechte komme, daß jüdische und zionistische Geschichte, Hebräisch usw. eifrige Pflege finden, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Einige Chaweroth haben bereits ihre A 1 i j a b durchgeführt und werden in Erez das hier Gelernte in die Tat umsetzen und so auch weiterhin im Sinne der WIZO wirken. Nach den Peseach-Feiertagen wird die Arbeit in Lainz wieder aufgenommen. Die Mädchen werden im Sommer Garten- und Gemüsebau treiben, auch an Hühnerzucht wird gedacht. Dem Kibbuz gehören zirka 20 Mädchen an, die ein wohnlich eingerichtetes, hübsches Haus bewohnen. An den Kibbuz schließt sich eine Vorhaclischarah für Mädchen von 14 bis 17 Jahren an. Diese Vorhachscharah steht gleichfalls unter Weitung von Frau Berger und soll den Mädchen neben der Betätigung in Garten und Haus auch eine gründliche jüdische Ausbildung und Hebräischunterricht vermitteln und darüber hinaus jenen Jugendlichen, die nicht in der Lage sind, während des Sommers die Stadt zu verlassen, Aufenthalt ini Freien, in der Natur ermöglichen. Auf diesem Wege bemüht sich die österreichische WIZO, die Voraussetzungen für eine vollkommen ausgebildete C h a 1 u z a h zu schaffen, die fähig ist, in Erez ihren Platz auszufüllen. Dr. Hermy Lichtenstein. Raubzug mit Transfer Berlin, 18. April. (J. T. A.) Der neue Runderlaß der Reichsstelle für . Devisenbewirtschaftung sieht in den Bestimmungen für die Palästina- Auswanderung u. a. vor. Bei der Stellung eines Antrages auf Transfer nach Palästina hat der Antragsteller zu versichern, daß er Jude im Sinne des Nürnberger Reichsbürgergesetzes ist und sich zur jüdischen Volksgemeinschaft rechnet. Alle Transferierungen nach Palästina, auch die des Vorzeigegeldes, sind von der Höhe der Ausfuhr deutscher Waren nach Palästina abhängig. Die Transferstellen müssen zur Transferierung aller Beträge den palästinensischen Importeuren Preis Vergütungen gewähren, um den Preis der deutschen Waren dem der Waren von Ländern mit abgewerteter Währung anzüglichen. Die hiedurch entstehenden Verluste muß natürlich der Transferent tragen. Infolgedessen entsteht jetzt auch bei der Transferierung des Vorzeigegoldos nach, Palästina ein .Verlust von etwa das heißt zum Erwerb des von 1000 Pfund Sterling 28 Prozent, Vorzeigegeldes muß der Auswanderer etwas mehr als 17.000 RM. aufwenden. Auch nach diesem neuen Transferverfahren werden im Moment etwa nur 60 Vorzeigegelder im Monat zugeteilt werden können. Da augenblicklich etwa die Nummer 980 zugotoilt wird und Vormerkungen bereits bis zur Nummer 4600 erteilt worden sind, so dürften die letzten jetzt eingetragenen Vormorkor erst etwa in 4% bis 5 Jahren zum Erwerb des Vorzeigegeldes kommen. Laut weiteren Bestiimmiungon soll es gestattet solli, einen Betrag bis zu 200 RM. monatlich an Ln Palästina studierende jüdische Studenten aus Deutschland zu überweisen. Unterstützungen an in Palästina lebende deutsche Juden dürfen in der Höhe bis zu 500 RM. monatlich geleistet werden. Deutsche Juden, die bei Mitnahme einer verhältnismäßig kleinen Summe, die zur Gründung einer unabhängigen wirtschaftlichen Existenz nicht ausmuht, nach Palästina bereits ausgewandert sind, können nachträglich Teile ihres Kapitals transferieren lassen, wenn sic eine Bestätigung ihrer Angaben vom deutschen Konsul in Palästina boibringen. Bewerbungen zu einer Transferierung Über 10.000 RM. müssen jedoch vom R eich« wällnmgsamt genehmigt werden. Besondere Begünstigung erhalten jüdische Organisationen, die sieb die Ansiedlung von Juden in Palästina zur Aufgabe gemacht haben, um die in Deutschland für diesen Zweck gesammelten Gelder transferieren zu können. Durchaus gesetzlich Berlin, 17. April. Ein Schulbeispiel für die Art und Weise, wie das deutsche Judentum aus den Handelszweigen restlos auRgcmerzt wird, stellt der Eiergroß liandel dar. In der „Deutschen Volkswirtschaft“, die die Tatsache erwähnt, daß in diesem Jahr die Ostereier auf ihrem Weg zum Verbraucher nur noch durch arische Hände gegangen seien, wird ein Bericht veröffentlicht, wie in den Jahren 1934 und 1935 nach und nach die jüdischen Kaufleute ausgeschaltet wurden. Ein Teil der jüdischen Eierhändler hätte gegen die Marktordnung verstoßen und sei in dieser Zeit wegen Vergehens gegen die Devisengesetze und Nahrungsmittelvorschriften bestraft worden. Aus dieser Vorbestrafung hätte sich die wirtschaftliche Unverläßlichkeit ergeben und damit praktisch die Ausschaltung von der weiteren wirtschaftlichen Betätigung. Zurzeit sei kein einziger Nichtarier im Eiergroßhandel tätig. Dieser ist nunmehr völlig in arische Hände übergegangen. Der Großhandel hat von sich aus jetzt beschlossen, an Nichtarier in der zweiten und dritten Hand keine Ware mehr abzugeben. Alles dies hätte sich, so versichert die „Deutsche Volkswirtschaft“, auf durchaus gesetzlichem Wege abgespielt. Niemand könne einen arischen Importeur zwingen, an jüdische Finnen zu verkaufen. Die „Deutsche Volkswirtschaft“ kündigt bereits eine ähnliche Regelung f ii r den Geflügclhandel an. Das Palästina-Amt Wien teilt mit: Der Parteien verkehr findet bis auf weiteres von Montag bis Freitag a u fisch 1 i e ß 1 i c h zwischen 10 Uhr und 12 Uhr vormittags statt. Nach 12 Uhr bleibt das Palästina-Amt wegen dringender Arbeiten für jeden Parteienverkehr ausnahmslos geschlossen. Es wird ersucht, auch von telephonischen Anrufen am Nachmittag Abstand au nehmen. Die Sprechstunde des Amtsleiters, Herrn Dr. Rothenberg, findet Freitag van Hl biß Vs2 Uhr nachmittags statt. Ethik des Judentums und Individualpsydiologie Über dieses Thema sprach Dr. Alexander Neuer am 2. April in der Zionistischen Bezirkssektion Hietzing und führte im wesentlichen aus: So wiie die Grundlage des Rechtes von den Römern, der Kunst, Philosophie und Wissenschaft von den Griechen, so stammen die Grundlagen der monotheistischen Religionen vom Judentum her... Andere Religionen suchen alle« aus natürlichen Prinzipien zu erklären. Mit den Juden trat zum erstenmal in der Welt ein Volk auf, dessen Religion nicht naturalistisch, nicht ontologisch ist, sondern doontologisch; das beißt, e« begreift die Welt, wie sie sein soll. Überall sonst, wo der Begriff Gottes vorkommt, ist er ein Naturprinzip. So ist der Gott der Griechen ein Ordner; er schafft nichts, er ordnet, er macht den Kosmos aus Vorhandenem. Nur bei den Juden ist Gott ein Schaffender aus dem Nichte und das „Du sollst“ ist das Prinzip seiner Ethik. Die Go setze der Ethik sind bei koinem anderen Volke so rein, wie bei den Juden; ihre höchste Idee ist die der Gerechtigkeit! Aber nicht die Macht ißt es, die dom Roohto Gewalt verleiht, wio bei allen anderen Völkern. Dort steht Gewalt vor Recht, bei den Juden dominiert das Recht. Der Jude Alfred Adler hat mit der Individualpsychologie eine Lehre geschaffen, die im Kern absolut jüdisch ist. Ihr Ziel ist, die menschliche Gesellschaft zum Gemeinschaftsgefühl zu führen, ebenso wie Kants „Kategorischer Imperativ“ und wie das jüdische „Du solls t“. Wor diese Idee realisiert, foJgt der Norm, ist normal; wor sich davon entfernt, abnormal,

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