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Die Stimme · 1936-04-17 · Heft 540 (17.4.1936) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 540 (17.4.1936)
Date
1936-04-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 540 — 17. April 1336 2x2=8 zwar nicht nach Adntn Kiese, aber nach iHflbel-lVintcr, VIII., Stadtbahn» Viadukt 2JI, bei Lfrchenfcldrrgtralie-Oilrtol, denn (oder Schilling hat bei uns den doppelten Wert. nicht ein bloßes Bekenntnis zu einer Idee Bein, es muß ein planmäßiges Handeln werden, das die Idee in die Wirklichkeit zwingt. Das planmäßige Handeln aber heißt: tmda.iiern.do und ansteigende Beiträge für den Keren Kajemeth. Das Bekenntnie zu neuem aufbauenden Judentum kann nicht besser gegeben werden als durch die Steuer für den Keren Kajemeth. Zohntausende von Juden auf der ganzen Welt arbeiten unermüdlich und selbstlots für den Keren Kajemeth, um die 0röschen zu sammeln, die schließlich 4,000.000 Pfund ergaben. Nun sollen alle Juden Bich eilen, es diesen ehrenamtlichen Helfern nachzutini, indem sic schnell und freiwillig Beiträge leisten. Erlösung heißt für vielo Erlösung vom Übel. Für uns heißt Erlösung, die Geulath ITaarez, die Erlösung des Bodens mm (inten. Er soll Friicbto und die neue Gemeinschaft tragen. Adolf Böhm hat das schöne Wort von der „Erlösung des Geldes“ gesprochen. Auch das Geld verliert seinen Fluch, wenn es für die Geulath Haares hingegeben wird. Dies sei unser Geleitwort für die bevorstehende HaussammUmg des Keren Kajemeth. Shit fdjlc tttc: tynMauer <3auctb?uttn AN DAS JÜDISCHE VOLK! Die jüngste Epoche des Aufbauwerkes, eine Zeit der Wirtseluiftsblüto und geistiger Einwanderung, hat in unser aller Herzen freudige, aber doch mit Sorge gemischte Gefühle erweckt: Freude über das schnelle T c m. p o der Einwanderung, über die Befreiung der in ihre heimatlichen Grenzen zurückkehrenden Söhne des Volkes — Sorge gegenüber dem sehr langsamen Tempo der Bodenerlösung. Auch in den Tagen der Blüte und des Überflusses galt unsere Aufmerksamkeit der ernsten Sorge um den wichtigsten zionistischen Faktor, ohne den es keinen wahren Aufbau unseres nationalen Heimes geben kann: dem Boden. Und jetzt, an der Schwelle einer mit schwerer Verantwortung belasteten , Epoche, da sich schon die Zeichen neuer politischer und wirtschaftlicher Erschwerungen bemerkter machen, müssen wir diesem Faktor verdoppelte Sorge zuwenden. Wir haben die schicksalsschwere Aufgabe,'mit all unserer Kraft das Tempo der Bodenerlösung zu beschleunigen. Heute versäumte Gelegenheiten zu neuen Bodenkäufen werden nicht wiederkehren, und solche Unterlassungssünden werden sich in Zukunft an unserem Werk schwer rächen. Der Keren Kajemeth’Leisrael, der im, Aufträge der Zionistischen Organisation nach besten Kräften für die Sicherung des Bodens als Grundlage unseres Kolonisationswerkes sorgen muß, hat neue Bodenkäufe von außerordentlicher Bedeutung abgeschlossen. Um aber diese neuen Käufe zu Ende zu führen, braucht der Keren Kajemeth über seine regulären Eingänge hinaus vermehrte Einnahmen. Und diese Gelder werden ohne eine besondere Anstrengung in Form einer großen Aktion, die anfangs Mai dieses Jahres eingeleitet werden soll, nicht aufgebracht [werden können. Diese Aktion, die von der jüdischen und speziell von der zionistischen Welt, eine besondere Gebefreudigkeit und ansehnliche Spenden für die Bodenerlösung verlangt, wird ohne die hingebende Hilfe aller zionistischen Mitarbeiter aus dem Lager einer jeden Partei nicht durchzuführen sein. Daher hat die Zionistische Organisation beschlossen, einen Monat der Zionistischen Organisation für die Erlösung des Bodens zu proklamieren, der in die Zeit der Keren- Kajemeth-Leisrael-Aktion fällt. In diesem Monat sollen alle an der Spitze der zionistischen Öffentlichkeit stehenden Persönlichkeiten und alle Mitarbeiter der zionistischen Föderation und Parteien für die Geulath Haarez beitragen und für energische und ausgedehnte Sammelarbeit zugunsten des Keren Kajemeth Leisrael mobilisiert werden, damit die neuen Erwerbungen zu Ende geführt werden können. Die zionistische Exekutive ruft die jüdische. Öffentlichkeit in der ganzen Welt auf, Herz und Hand, der neuen Aktion zu öffnen, die der Keren Kajemeth cinzuleiten im Begriff steht, und sie gibt der festen Überzeugung Ausdruck, daß die Mitarbeiter der Zionistischen Organisation ihre zion i s t i s c li e P f I i c. h t dieser wichtigen Aktion gegenüber voll' und ganz erfüllen werden. Die Exekutive der Zionistischen Organisation: Präsident: Ch. Weizmann. Ehrenpräsident: N. Sokolow. Vorsitzender der Zionistischen Exekutive: D. Ben Gurion. Mitglieder der Exekutive: S. Brodetsky, J. Grünbaum, Rabbi J. L. Fischmann, E. Kaplan, P. Rottenstreich, M. Schertok. zum ersten Male (luivligefiihrfc. Wir hoffen, daß die Wiener Jmlenlieit. die neue Einführung würdigen und gleich beim ersten Male zu einem Erfolge führen wird. Gilt es doch der endlichen Errichtung einer österreichischen K o r n s i o d 1 u n g in E r o z- Israel. Die * meisten anderen Judenheiten haben schon in Erez-Israol landsmannschaftlicho Siedlungen. Österreich soll sio erst bekommen. Welche Bedeutung cino solcho Siedlung als Krisfallisationspunkt der Auswanderung jüdischer Jugend aus Österreich nach Erez-Isrnel haben wird, braucht wohl nicht erst begründet zu werden. Der Beitrag zur Pcssack-Haussammlung des Keren Kajemeth möge von allen Wiener Juden als das Bekenntnis zum neuen, trotz aller Schwierigkeiten neu :i u f b a u o nd o n J u d c n t. u in betrachtet werden. Der Beitrag möge nicht als Spende, vielmehr als Baustein für ein neues, eigenes, gemeinsames Haus Itiugegoben worden! Und so wünschen wir der Pcssach-Haussammlung des Kcrcn-Kajcmcth den besten Erfolg'! * Die'Sprcngclkomraifißioncn der P es s a ch- II au ss ao n ml urig amtieren an folgenden Stollen: 1. Bezirk: Marc-Aurel-Straße Nr. 5, Keren Kajemeth; 2. Bezirk: Praterstraße 11, Radikale Zionisten; Pratcrstraßo 13, Sektion; Untere Augartenstr. 38, Haowed; Stuwcnstraße 1, Sektion; Ausstellungsstraße 11, Klub „Adolf Stand“; 3. B czirk: Tempel, Stcingasso 18, und Löwengos'se 45, Margit lies; 4. und 5. Bezirk: Haiuslaibgaeeo 2, Sektion; G. u. 7. Bezirk: Loquaiplatz 11, Sektion; 8. u. 9. Bezirk: ALserstraße 26, Hochschulaussclmß; 10. Bezirk: Pernenstorferstraße 25, Sektion; 12. Bezirk: Schönbrunncrstraßc 249, Weininger; 13. Bezirk: Cafe Hietzingerhof, Sektion; 16. u. 17. Bezirk: Fraueng. 9, Sektion; 18. Bezirk: Weimarerstraße 7, Sektion; 19. Bozirk: SilbOfg. 23, Doktor Tartakower; 20. Bezirk: Jägerstraße 30, Sektion; Heinzelmannstraße 15, Haowed. BUUfyti: Itcäütev erstklassige Drogen, Chemikalien, Seifen, Rum, Gewürze, Parfüme« rien,V erbanclstoffe, Haushaltungs* artikel aller Art,Photoausarbeitung „Sana"-Drogerie (A. Schreiber) Wien, II., Karmellterplatz I Telephon A 49-3-50 TH ■'lichcr Poslversitnd. — Kostenlose neratung durch erfahrenen Magister der Pharmazie. ■ ■■ Bille ausschmtden und mifbewnhven. ■ ■ ■ ▼ KREDITE billigst FINKLER & SOHN Dorothöeigasaa ß Telephon R .23-2-30 Engländer und Juden Direktor George Bischoff hielt, in der Zionistischen Bezirkssektion Landstraße einen Vortrag unter dem Titel „Engländer lind Juden“. In der letzten Zeit, so führte er ans, hat die englische Politik lebhafte Protest© von soiten der Juden hervorgerufen, wobei sich der Unwillen der Juden nicht, nur auf dio für die englische Politik verantwortliche Regierung entlud, sondern verallgemeinernd das gesamte englische Volk erfaßte. Bisehoff meinte nun, daß man wohl Akte der englischen Regierung kritisieren könne, daß man aber darum nicht die Sympathien für das englische Volk verlieren müsse. Wir haben in England viel Freunde, die unsere Sache unterstützen, und diieso Freunde würden in einer Kritik des gesamten englischen Volkes eine undankbare Aktion sehen. Um uns diese Freunde, die uns helfen wollen, zu erhalten, müssen wir tiefer blicken und dürfen uns nicht durch Handlungen gewisser Beamter oder selbst Minister unsere Verbundenheit mit dem englischen Volk nehmen lassen. Der Vortragende stellte einen interessanten Vergleich zwischen dem englischen und jüdischen Charakter an und meinte, eines könnten die Juden sicher von den Engländern lernen, und das wäre der Patriotismus und das Zusammenhalten in den Lebensprob 1 c m c n d c ß eigenen Volkes. Mit stärkstem’Nachdruck förderte Bisohoff, . daß die Juden ihre sämtlichen Kräfte im Interesse des Aufbaus und der Fortentwicklung des jüdischen Nationallieims vereinigen, bis es jene Größe orreidit habe, dio die Zukunft dos jüdischem Volkes für immer ’ sichere. Er schloß: Jeden Nerv, jeden Groschen und jede Minute für Erez Israel. Mehr Zertifikate für Österreich! An die luden Österreichs! Pessach 5696 — das jüdische Volk wieder in Bewegung! Auf die Zeit scheinbarer Ruhe und des Sicheinlebens in die umgebenden Völker hat eine noch kaum dagewesene Welle des Judenhasses in Ost und West eingesetzt. Wieder muß der Jude zum Wanderstabe greifen. Aber Gott „sandte dio Heilung vor dem Schlag“: Erez Israel ist bereit, den produktiven Teil der Judenwanderung — die Jugend und die Pioniere auf allen Gebieten schöpferischen Volkslebens — aufzunehmen. Erez Israel will d i e Heimat der Juden und dos Judentums werden, welch beiden der Vernichtungskampf »gilt. Erez Israel erlebt vorübergehend eine Krise, es werden ihr wohl noch manche Epochen von auf und ab folgen — aber eines ist sicher: dort hat das jüdische Volk in Gemäßheit seines nationalen Genius unermüdlich an seiner nationalen Heimat zu * * bauen und dort wird es sein Ziel schließlich erreichen. Der Keren Kajemeth schuf und schafft die dauernde Grundlage für das jüdische Heim. Zu Pessach dieses Jahres veranstaltet er mit behördlicher Genehmigung eine Haussammlung bei den jüdischen Familien Wiens, mit dem Ziel der endlichen Errichtung einer österreichischen Kern Siedlung in Erez Israel. Juden Wiens! Spendet freudig und reichlich den Sammlern des Keren Kajemeth* die am 19. und 20. April bei euch erscheinen werden. Binjan Haarez, Klub Adolf Stand, Misrachi-Landesverband, Partei der Judenstaatzionisten Österreichs, Verband Radikaler Zionisten, WIZO, Zionistischer Landesverband. % Die Zuteilung von Zertifikaten für Österreich hat bereits wiederholt Anlaß zu Beschwerden gegeben. Bei der letzten Schedule, die ohne Verschulden der Exekutive sehr gering war, kam Österreich besonders schlecht weg. In der Zwischenzeit hat sich die Zahl der Zertifikatwerber durch die Ungunst der Verhältnisse stark vermehrt. Für viele hunderte Chaluzim, Handwerker und Mittelständler bedeutet das Zertifikat die einzige Rettung. Wie wir erfahren, hat sich der Zionistische Landesverband unter Darlegung der besonderen Dringlichkeit an die Zionistische Exekutive mit dem Ersuchen gewendet, Österreich bei der nächsten Schedule bei der Zuteilung von Zertifikaten besonders zu bedenken. Wir wollen hoffen, daß die Exekutive im Rahmen der ihr gegebenen Möglichkeiten den Appell des Landesverbandes weitgehendst berücksichtigen wird. Chajesrealgymnasiura. Die Aufnahmen in daß jüdische Gymnasium (XX., StaucliingCTgasso 6) finden täglich zwischen 9 Uhr und 1 Uhr statt. Fahrräder 1936 Nähmaschinen gegen Teilzahlung IX., LfcchtenstelnstraBo 27 IV.« IVIeilner HauntstraBc 8 Die Haussamiftlung des Keren Kajemeth bei den jüdischen Familien Wiens findet am Sonntag, den 19., und Montag, den 20. April, statt, über das Grundßät'dicho dieser Aktion berichten wir an anderer Stelle. Zum technischen Teil ist folgendes zu sagen: die Sammlung wird von etwa 1200 ehremmtliehen jugendlichen und erwachsenen Sammlern durohgeführt. Die Sammler sind durch fortlaufend numerierte auf den Namen dos Sammlers lautende Sammclbogon legitimiert. Die Sammjej; xoisLea pm Spenden bitten2 und weiters in jonon Familien, dio noch keine blaue Büchse des Koren-Kajemeth haben um die Erlaubniö bitten, eine solcho nachträglich aufzustellen. In jedem Gemoinrlobezirk sind oino oder mehrere Sprongelkominiösionen am »Sonntag uud Montag in Tätigkeit, welche die Tätigkeit der Sammler leiten und die gesammelten Beträge übernehmen. Während in anderen Ländern gToße »Sammelaktionen, besonders zu Pessach, seit jeher Brauch sind, wird in Österreich die diesjährige. PosßachakitioA „Stiller und geleiteter Antisemitismus“ Direktor Gustav Spiegler gestorben Das „N o u i g k e i t ß w o 11 b 1 a 11“ behandelt in eimein Artikel „Vernünftige Abwehr jüdischen Ungeistes“ die Phönix- Affäre und zitiert das „Linzer Volkßblatt“ mit folgenden Ausführungen: Unn den jüdischen Ungeist zu bekämpfen, gebe es zwei Wege: 1. sich gegen ihn immun zu machen; 2. Festigung des christlichen Geistes, um don jüdischen einzudümmeii. Judenverfolgungen seien tinchirißtlieh. Der Numerus clausus ist gerecht, ßoll aber besser durch Förderung der katholischen Schüler als durch das Gesetz durchgefiihrt werden. Ferner zitiert es das „VoTarlbergor Volksblatt“ mit der Ansicht, der Antisemitismus sei keine nationalsozialistische Erfindung. Wir brauchen einen stillen, vom Staate ge leitoten Antisemitismus, dor die Grundlagen der Rechts- und Wirhschaiftsordnung nicht» zenstört. Das „Weltblatt“ sagt zu diesen beiden Stimmen, daß dies nichts mit der nationalsozial iß tischen Politik zu tun habe, und daß ein friedvolles Z u s a m in o n 1 o b e n möglich sei. Nach Polen billig — fährt inan mit D o k t o r S. T ocker. Billige Arrangements. Reservierte Plätze D-Zug,. öftere Abfallrtstormino. Alles Nähere und Auskünfte Reisebüro „Tn dio Welt“, IX., Liechtenstoinstraßo 2 (W, M. Renner), Tel. A 14-501, , Der österreichische Makkaibi ist von einem schweren Verbißt hoinigcsucht worden. Am 11. April ist sein Präsident Direktor Gustav Spiegler in einem Wionor Sanatorium gestorben. Spiegler war in früheren Jahren Vorstandsmitglied des Wiener Fußballvorbandes und Vizepräsident der Hakoali, er erwarb sieh besonders um dio Förderung de« Jugendsports Verdienste. Das Begräbnis Direktor Gustav Spiegler« fand am 15. April statt. Die Zeremonionhalle war dicht gefüllt. Rabbiner Doiktor Bach würdigte die großen Verdienste des Verstorbenen um die Makkaibi-Bcwegiing und seinen ausgezeichneten Charakter. Namens des Makkaibi nahm Ing. Wasservogel, namens des Zionistischen Landesverbandes Dr. G r ü n b a u m, namens der Ilakoah Aintslciter R o »s e n f e 1 d und namens des Bunde« jüdischer Frontsoldaten Herr A. M a y Abschied von dem Toten. Mit Gustav Spiegler verliert der Zionistische Landesverband einen in jeder Beziehung nu.sgozoioh.netou Mitarbeiter. LIEFERSCHEINBÜCHER Lagersorlo: 30/50,3x30,100/100,3x100 Auflführg.erBtkl.,billig, sowie Drucksortej Jeder Art. Di uokerol: A. Kraus, XVI., Larchcnf.ldergUrtel 45, A 20-0-1

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