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Die Stimme · 1936-04-03 · Heft 537 (3.4.1936) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 537 (3.4.1936)
Date
1936-04-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 537 - 3. April 1936 Dü STIMM! Seit© 5 Warum verlangen Alle Schmidl-Mazzoth well Dfe Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugt I Seit vielen Jahren genieSen die »Schmidl>Mazzotha das beste Re« nommee und werden von allen bevorzugt I Auf die Extraqualität meiner Fabrikate „Marke Sdimidl N. B." auf Mazzoth, Grieß und Farvei wird besondes aufmerksam gemacht. Auch beim Kauf von Mazzoth-Grieß wahren Sie Ihr eigenes Interesse und verlangen Sie ausschließlich Schmidl-Mazzoth-Grieß. Sdimidl-Mazzoth in Geschmack und Qualität unübertroffen sind! Sdunidl-Mazzoth werden unter streng orthodoxer Aufsicht des ran dud aronn trm *pv am hergestellt Zentrale: N. Brodetzky llllllBillllllllillllllllll II., Leopoldsgasse 43, und in allen besseren einschlägigen Geschäften erhältlich Telephon A 40-0-90, A 60-2-63 u. A 48-4-40 Aktion: Rettet die Jugend! Unsere Aktion entwickelt sich vielversprechend. Wir veröffentlichen folgende weitere Spendenketten: Herr Dr. Paul Berger eröffnet eine neue. Spendenkette mit S 10.-— und lädt zu Spenden ein: 1. Dr. Moritz Tischler, IX., Maria- Theresien-Straße 3, 2. Dr. Max Rosenzweig, IX., Maria-Theresien-Straße 3, 3. Professor Dr. Max Meißner, IX., Porzellangasse, 4. Dr. Otto G eT s o n i, IX., Hörigasse 7, 5. Dozent Dr. ^Albert Blau, IX., Ferstelgasse 4, 6. Dozent Dr. Georg Stein, I., Morzinplatz 5, 7. Dozent Dr. M. Strisowe r, VI., Mariahilferstraße 49, 8. Ing. Hugo W e r t h e i m, XIX., Eroicagasse 10, 9. Ing. Gustav Lederer, XIX., Lannerstraße 12, 10. Dozent Dr. Felix M a n d e 1,1., Schottenring 14, 11. Siegmund R i n t e 1, XVHL, Weimarerstraße 44, 12. Dr. Felix Aberdam, I., Wipplingerstraße Nr. 30, Compaß, 13. Primararzt Dr. Kurt Tschiassny, IV., Wiedner Hauptstraße Nr. 15, 14. Dr. Hugo Groß, I., Schellinggasse 1. Herr Dr. Sanel Beer antwortet auf die Aufforderung Dr. Grünbaums mit S 10.— und lädt zu weiteren Spenden ein: 1. Hermann Schwarz, VH., Schottenfeldgasse 58, 2. Oskar Buriam, VH., Richtergasse 4, 3. Max Weidenfeld, VIH., Alserstraße 47, 4. Dr. Sigmund B e i t s c h, VH., Zollergasse 6, 5. Isidor Sinnreich, VH., Mariahilferstraße 105, 6. Friedrich Sinnreich, VH., Schottenfeldgasse 89, 7. Frau Dr. Melitta Erber, XVII., Sandleitengasse 14, 8. Firma Brüder Hausmann, VII., Westbahnstraße 27, 9. Firma Brüder Haber, VII., Neubaugasse 25, 10. Viktor Adlersberg, VI., Mariahilferstraße 27, 11. Frau Dr. Lampel, VI., Köstlergasse 8, 12. Karl M e n c z e r, VII., Gumpendorferstraße 145, 13. Oskar M e n z d 1, VH., Mariahilferstraße 105, 14. Dr. Ernst Schubert, VI., Münzwardeingasse 8, 15. Alexander Basony, IX., Ferstelgasse 5. Der richtige Trotteurschuh \ braun — blau — grün — schwarz a) exklusiv« Bally-Modelle S 21“ IggpBHIl S 24” i-taborstr-8 Von Lessing zu Lothar Im Josefstädter-Theater wird seit einiger Zeit „Nathan der Weise“ gegeben. Regie und Darstellung sind gleich hervorragend. Das Theater ist täglich hauptsächlich von Juden gut besucht. Für Theaterbesuch wird ja kein Numerus clausus verlangt, für Steuorzaklen und Fremdenverkehr auch nicht. Im Gegenteil. Es gibt in Wien Kreise, die es wahrscheinlich sogar gerne sähen, wenn alle Wiener Juden in den „Nathan“ in Lothars Aufmachung gingen. Da gibt es nämlich eine frappierende Schlußszene im letzten Akt. Man hört den Muzzin zum Gebet rufen und eine Kirchenglocke läuten. Sultan Saladdin mimt kurz ein Gebet,, der Tempelherr bekreuzigt sich, und Recha, die eben erst gehört hat, daß sie .Christin ist und nicht die Tochter Nathans, beginnt ebenfalls das Kreuz zu schlagen. Erst über der Stirn. Dann stutzt sie plötzlich und sieht fragend ihren jüdischen Ex-Vater Nathan an. Aber siehe, der nickt ihr aufmunternd zu und da schlägt sie formgerecht das Kreuz über der Brust: der Vorhang fällt. Dieser Schluß ist nicht von Lessing. Vielleicht ist er von Lothar, und vielleicht wäre es richtiger, stünde auf dem Theaterzettel: „Nathan der Weise“, ein Missionsspiel von Ernst Lothar. Und man wundert sich geradezu beim Verlassen des Theaters, daß die Türsteher nicht Probenummern von Pater Bichlmaiers Missionszeitung „Erfüllung“ verteilen. Aber nichts dergleichen geschieht. Es würde auch nichts nützen. Man hat die Absicht gemerkt und verläßt — trotz der prächtigen Aufführung — verstimmt das Haus. Das „Vorarlberger Tagblatt“ vom 18. März enthüllt einen jüdischen Anschlag auf Bregenz. „Wenn sich die Juden scharenweise gerade vier Kilometer von der Reichsgrenze an der Leiblach in der Landeshauptstadt niederlassen, will uns die Sache gar nicht gefallen.“ Man sollte glauben, daß mindestens eine Million Juden aus dem Dritten Reich die Vorarlberger Grenze überschritten hat. Aber es stimmt nicht so ganz. Das „Vorarlberger Tagblatt“ zählt diese jüdische Vorhut präzise mit Namen und Adresse auf. (Woher wohl diese genauen Angaben stammen mögen?) Es sind also — hört, o hört! — 17 Namen von Juden, davon zwei Ehefrauen und drei Kinder im Alter von 10, 12 und 13 Jahren. Unter deal Männern sind zwei aus Hohenems, also aus Vorarlberg; einer von diesen ist mit Frau und Kind aufgezählt. Es müssen also von dieser 17köpfigen Invasion gleich vier Personen abgerechnet werden. In ganz Vorarlberg, das 155.000 Einwohner zählt, leben laut Volkszählung vom Jahre 1934 ganze 42 Juden. Bregenz zählt 15.000 Einwohner. Welche Gefahr für sämtliche deutschen Belange von diesen 17 (weniger 4) Juden droht, das stellt* das „Vorarlberger Tagblatt“ anschaulich seinen Lesern vor Augen: „Da sich die Juden viel stärker bemerkbar machen als die Arier,'hat man in Bregenz bald das Gefühl, als ob hier allein 500 Juden wären. Wenn es so weit ergeht, wird man die unbenutzte Synagoge in Hohenems demnächst nach Bregenz übertragen müsse«, denn die Zahl der hiesigen Juden dürfte heute schon doppelt so groß sein als in Hohenems. Ein Rabbiner wird schon des Schäohtens wegen notwendig sein. Wie sagte Staats rat Kunschak? ,Ftir den gesunden Fortschritt auf kulturellem, politischem und wirtschaftlichem Gebiete ist es von wesentlicher Bedeutung, daß der zersetzende Einfluß des Judentums aus dem Geistes- und Wirtschaftsleben des deutschen Volkes verdrängt werde.1 Die obige Liste der neuen Bewohner vou Bregenz sieht nicht nach einer Beherzigung der Forderung Kunschaks aus. Es wird sicher nicht lange dauern, bis sich auch bei uns der Antisemitismus regt. Vorarlberg hat an den 42 bei der Volkszählung 1934 verzeichneten Juden gerade genug. Die alteingesessenen Alomannen werden gut tun, nach dem Rechten zu sehen, wenn sie sich nicht von den. jüdischen Einwanderern yer- Pflanzengeographische Probleme In Palästina Dr. I. Re i c h e r t, der Leiter der pflanzenpathologischen Abteilung der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Rechoboth hielt am 27. März auf Einladung der Z o o 1 o g i s c h-B otanischen Gesellschaft in Wien einen Vortrag über die pflanzengeographischen Probleme Palästinas. Der Vortragende berichtete über die Ergebnisse seiner langjährigen Untersuchungen in den Steppen und Wüsten Südpalästinas, der Umgebung des Toten Meeres und Ägyptens. Während bisher die Wüsten von den Botanikern als völlig pflanzenlos angesehen wurden, konnte jetzt gezeigt werden, daß in allen diesen untersuchten Wüsten eine reiche Flora — von allerdings winzig kleinen — Pflanzen existiert. Es handelt sich dabei um Flechten, eine Lebensgemeinschaft von Algen und Pilzen, die den ganzen Boden der Wüste bedecken. Dr. Reichert zeigte an Hand eines reichen Lichtbildermaterials, wie man diese mikroskopische Flora für die pflanzengeographische Einteilung der Erde verwenden und mit der geographischen Verteilung der höheren Pflanzen in Zusammenhang bringen kann. Der pflanzengeographische Zusammenhang Nordafrikas, Ägyptens und Palästinas konnte auf diesem Wege einwandfrei nachgewiesen werden. Besonderes Interesse erweckten die Ausführungen des Vortragenden über die älteste bekannte Weizensorte, den sogenannten Urweizen, mit dem auch in der unter der Leitung Dr. Reicherts stehenden Versuchsstation verschiedene Versuche angestellt werden, die nicht nur für die praktische Landwirtschaft Palästinas, sondern auch anderer Länder mit ähnlichen klimatischen Bedingungen von Interesse sind. Reicher Beifall lohnte den hochinteressanten Vortrag Dr. Reicherts. Der Abend bewies, daß die wissenschaftlichen Leistungen Palästinas vor einem so berufenen Forum größte Beachtung finden. Dr. S. Kann. drängen lassen wollen. Hier gilt der Satz: Wehret den Anfängen! In der Judenfrage darf es keine Vogel-Strauß-Politik geben. Wir sind froh, daß wir der Guggenheim, Menz, Reichenbach, Rosenthal, Sulzer, Steinach usw. losgeworden sind und haben nicht das geringste Verlangen nach ihrem Ersatz durch Bloch, Weiner, Wachsmann, Feigelschein, Ehrenzweig usw Wir haben heute über 6000 unterstützte Arbeitslose, zahlreiche Bezieher der Notstandsaushilfe und viele Ausgesteuerte im Lande. Da ist für eine jüdische Kolonie kein Bedarf und kein Platz vorhanden. Aber selbst wenn es keine Arbeitslosigkeit gäbe, /selbst wenn es uns glänzend ginge, würden wir die jüdische Masseneinwanderung ablehnen und mit allen Mitteln zu verhindern suchen, denn für uns gilt der Ruf: Vorarlberg den Vorarlbergern!“ Das Blatt, dem wir diese Naturlaute entnehmen, erscheint in Österreich, untersteht Der Wiener Hutspezialist ln der Taborstraße 39 bringt die neuen Modelle . 9.80, 12.— aus Haarfilz.16.—, 20.— und in Biber.26.— Silber-, Stahl-, Panzergrau, Schwarz, Ambra, Kubabraun und Graugrün ln Modefarben für Siel demnach den österreichischen Gesetzen. Über dem Kopf des Blattes ist zu lesen: „Unter verschärfter Vorlagep f 1 i o h t!“ Das Blatt muß — oder müßte — vor der Drucklegung von der Behörde überprüft werden. Trotzdem ist es möglich, daß das Blatt nicht nur zum Haß aufreizt, sondern auch eine Proskriptionslisto publizieren darf. Ist also die Ausgabe vom 18. März vorgelegt worden? * Hiezu wird uns aus Bregenz geschrieben: Von den 17 in der Liste Genannten sind nur fünf (davon drei Frauen) in der letzten Zeit aus Deutschland eingewandert. Die meisten der Proskribierton haben ihren Verdienst ausschließlich iu der Schweiz und geben in Bregenz; nur ihr Geld aus, Einet1 Hallo - Hallo I Nicht vergessen, im H.K. das Nachtmahl zu essen Vis-ä-vis dem Schweden-Kino ReichhaltigeAuswahlin Mittag-und Abend-MonUa und kalte T < - , u n , Speisen bis 1 Uhr nachis» — Bier und Wein vom Faß. «ln* Klidolf Stcp<Mf IIV Taborstraße 4 „Unter verschärfter Vorlagepflicht“; lACHIELX ■■..-V-T UND 40 WELTATTRAKTIONEN von ihnen ist ein Reisender einer Firma, die trotz wiederholter Bemühungen in VorarL berg keinen anderen branchekundigen Vertreter gefunden hat. Das „Vorarlberger Tagblatt“ wird für gewöhnlich von einem Regierungsrat bei der Landesregierung zensuriert, außerdem muß ein Exemplar der Staatsanwaltschaft in Feldkirch vorgelegt werden. Wieso die Liste in den Besitz des Blattes gelangt ist, konnte noch nicht genügend aufgeklärt werden. Kuranstalt Ischias, Rheuma,Nerven. Moderne Heilfaktoren. HELM* Verträge mit allen Krankenkaxen. I-, Fleischmarkt 17 W ahlausschreibung Die Kultusgemeinde teilt amtlich mit: Gemäß § 7, Abs. 2, des Statuts der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wurde vom Kultusvorstande als Tag der Neuwahl von 36 Mitgliedern des Kultusvörstandes und von 120 Vertrauensmännern der Kultusgemeinde der Sonntag, den 8. November 1936, festgesetzt. Der Tag der Wahlausschreibung ist der 2. April 1936. Die nach der Wahlordnung zu verlautbarenden Kundmachungen werden fristgerecht erfolgen. Der -Tod der Frau Gronemantt Wie die „Stimme“ aus Tel-Aviv erfährt, verunglückte Frau Gronemann dadurch tödlich, daß sie von einem rückwärts fahrenden Auto niedergestoßen und überfahren wurde. Sie wurde sofort ins Hadassah-Spital gebracht und starb dort eine Stunde später an innerlicher Verblutung. seit Jahrzehnten in hunderttausenden Familien bewährt, als bestes Einreibungsmittel bekannt, hervorragend zur Mund-, Zahn* und Rachenpflege und zu mannigfachen anderen Zwecken, das ist FRANZBRANNTWEIN mit M ENTHO L Bar-Mizwah Die Bar-Mizwah des Sohnes des Rates der Stadt Wien, Dr. Jakob Ehrlich, findet Samstag, den 4. April, vormittags im Stadt- Tempel (Seitenstettengasse) statt. Wie reist der Chaluz nach Palästina? Wie uns die Palestine Shipping Co. Ltd., Haifa, mitteilt, werden von nun an mit dem Dampfer „Tel-Aviv“ mit jeder Abfahrt von Triest eine beschränkte Anzahl von Chaluzim befördert. Die Kosten dieser Beförderung sind die gleichen wie sie an alle anderen Linien bezahlt werden, trotz der wesentlich günstigeren Beförderungsbedingungen. Die einzelnen Palästina-Ämter können die Einteilung im eigenen Wirkungskreis vor» nehpien, so daß es sich empfiehlt, daß dio anspruchsberechtigten Chaluzim vor ihrer Einteilung das Ersuclien stellen, mit dem Dampfer „Tel-Aviv“ befördert zu werden. Am Sonntag, den 5* April, findet Im Innsbrucker ZentraUdno um 10*30 Uhr vormittags eine Sondervorführung des Palästina Tonfilms „Land der Verheißung“ statt. Den Einführungsvortrag hält Herr Landesrabbiner für Tirol und Vorarlberg Dr« E« S« Rimtlfe

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