Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 535 (27.3.1936)
- Date
- 1936-03-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 588 — 27. Mn im 0H 8T1MMI 8#tt# 9 SHIRLEY TEMPLE in Wuschelkopf mit lohn Boies - Rochelle Hudson OPERNu. VOTIVPARK-KINO ensl. Origfass. STAFA-KINO in deutscher Sprache - BIN .FOX-FILM ■ Raw Fisdimann propagiert den Sdiekel Am 23. März fand im Saale de« Restaurant Lustig im Prater eine von der Landeskommission einberufene Schekel-Propagandavorsammlung unter Vorsitz von Dr. A. Groß statt. Zu Beginn der Versammlung forderten die Vertreter der einzelnen Gruppen zu einer intensiven Schekelpropaganda auf und erklärten, geschlossen hinter der Zionistischen Exekutive zu stehen. Dann hielt das Mitglied der Zionistischen Exekutive, RawFischmann, das Haüptreferat in seiner unnachahmlichen Art, die das Publikum zu wiederholten Beifallskundgebungen hinriß. In origineller Weise schilderte Raw Fischmann, daß es das jüdische Volk in der Hand habe, durch entschlossenen Auifbauwillen und Disziplin alle Anschläge auf das jüdische Nationalheim zunichte zu machen. Das jüdische Volk habe die Möglichkeit und die Pflicht, durch den Erwerb dos Schekels seinen unerschütterlichen Willen zu dokumentieren, Erez Israel aufzubauen. Jeder Zionist in Österreich müsse zum Zeichen seines Protestes gegen das mandatswidrige Vorgehen Englands den Schekel erwerben und in seinem Kreise absetzen. Nach der Versammlung besuchte Raw Fischmann in der Begleitung von Dr. Grünbaum das Heim der Zionistischen Bezirkss'öktion Prater und das im Helm befindliche Betbaus „Petaoh Tikwah“. Die schönen und gepflegten Räume erregten die Bewunderung Ra.w Fischmanns, der noch eine Stunde gemütlichen Beisammenseins im Heime der Sektion verbrachte. (Das machen Sie letfen Abentl? „loh lasse mich mit Diana-Franzbranntwein massierenI“ — „Warum gerade mit Diana- Franzbranntwein?“— „Weil ich mich überzeugt habe, daB nur Massage mit DIANA- Franzbranntwein mit Menthol solohe Schmerze» lindert, welche von Überanstrengung und sohwerer Arbeit herrUhren. Eben darum kaufe Ich nur Dlana-Franzbranntweln und nichts anderes.“ Io jedem besseren Geschäfte erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana“ und nehmen Sie nur „Diana“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. Venizelos und die Juden Der kürzlich verstorbene griechische Staatsmann Venizolos hat lange Zeit hindurch eine antisemitische Politik betrieben. Solange seine Partei am Ruder war, hatten die Juden in Griechenland, insbesondere in Saloniki, viel zu leiden. Die Folge war eine starke Auswanderungsbewogung der 'griechischen Juden, hauptsächlich nach Palästina. Kuranstalt HELIA Ischias, Rheuma.Nerven Moderne Heilfaktoren. Vertrüge mit allen Krankenkassen, 9 I., Fleischmarkt 17 Insbesondere zur Zoit des vonizelistischen Umsturzversuches orlobten die griechischen Juden bange Tage. Dor Sieg der monarchistischen Richtung brachte die Erlösung und die Venizolos-Partoi gab ihr antisemitisches Programm auf. Bei den letzten Wahlen ins Parlament kandidierten sogar zwei Juden auf das venizelisiiscfre Programm, Vor einigen Wochen erklärte der ehemalige venizelistische Minister M. Zannas, er habe von Venizelos den Auftrag erhalton, gegenüber den Juden eine freundliche Politik zu führen. Zannas bildete auch in Saloniki ein griechisch-jüdisches Komitee mit dem Zwecke der Herbeiführung freundlicher Be- Ziehungen zwischen Griechen und Juden mu' der Bekämpfung des Antisemitismus, Das Beste vom Guten sind die in Geschmack und Qualität unübertroffenen, erstklassigaltrenommierten SCHMIDL-MAZZOTH welche unter streng orthod. Aufsicht des "OlO JTlfl 01P3 onmn 3T3PI hergestellt werden. Die Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugtl Seit vielen Jahren genießen die ,.S c h m i d I - M a z z o t h,f das beste Renommee und werden von allen bevorzugt Auf die Extraqualität meiner Fabrikate „Marke Schmidt N. B." auf Mazzoth, Grieß und Farvel wird besonders aufmerksam gemacht. Auch beim Kauf von Mazzoth-GrieB wahren Sie Ihr eigenes Interesse und verlangen Sie ausschließlich Schmidl-Mazzoth-Grieß. ZENTRALE: N. BRODETZKY, II. LEOPOLPSG. A3 Telephon Nr.: A 40-0-90, A 60-2-63 und A 48-4-48 Rettet die Jugend! Jahrzehntelang haben die Allgemeinen Zionisten ln selbstloser Weise für die chaluzische Jugend in der Galuth und in Erez Israel gesorgt. Heute, wo die Allgemeinen Zionisten ihre eigene chaluzische Jugend haben, die bestrebt ist, die allgemein-zionistischen Ideale in Erez Israel zu verwirklichen, wäre es doch selbstverständlich, daß sie alles daran setzen würden, um ihre eigene Jugend zu fördern. Leider trifft das nicht zu. Es ist der groteske Fall eingetreten, daß die Allgemeinen Zionisten, die immer und immer wieder die chaluzische Bewegung gefördert haben, der Chaluziut ihrer eigenen Kinder gewöhnlich wenig Interesse entgegenbringen. So kommt es, daß die allgemein-chaluzische Jugend, auf sich allein gestellt, in der Galuth und in Erez Israel oft bittere Not leidet und in ihrem Existenzkampf einsam dasteht. Die allgemein-zionistische Öffentlichkeit muß wachgerüttelt werden. Es muß ihr zur Ehrenpflicht gemacht werden, endlich einmal für ihre eigene Jugend zu sorgen. Es gilt, hungernde Jugendliche zu verpflegen und zu bekleiden, ihnen Hachscharah-Plätze zu verschaffen und sie kulturell heranzubilden. Es muß ein Fonds aufgebracht werden, um die Reisekosten der Olim nach Erez Israel sicherzustellen und ihre wirtschaftliche Einordnung in Erez Israel zu erleichtern. Der Wiener allgemein-zionistische Kibbuz bei Haifa befindet sich in bedrängter Lage. Es ist die Ehrenpflicht der Wiener Allgemeinen Zionisten, ihren eigenen Kindern beizustehen und für den Keren Awodah, den Fonds der aufstrebenden allgemein-zionistischen Arbeiterbewegung zu spenden. Die Not der allgemein-zionistischen Jugend ist groß. Doppelt gibt, wer rasch gibt. Wir beginnen hiemit unsere Aktion „Rettet die Jugend!“. Die „Stimme“ wird alle Spenden veröffentlichen. Die Einzahlung' erfolgt ausschließlich auf das Postsparkassenkonto des Zionistischen Landesverbandes für Österreich, Wien, I., Marc Aurel- Straße 5, Nr. 118.447. Erlagscheine werden den zu Spenden Aufgerufenen zugesendet. Über telephonische Aufforderung (U 22-2-11) stehen weitere Erlagscheine zur Verfügung. Zur Intensivierung unserer Aktion beginnen wir in unserer heutigen Nummer mit einer Spendenkette und fordern alle diesmal aufgerufenen Gesinnungsgenossen auf, mit Spenden (mindestens S 1.—) zu antworten und ihrerseits selbst eine Spendenkette in der „Stimme“ zu verlautbaren. Spendenkette für die Aktion: „Rettet die Jugend \" Dr. Oskar Grünhaum spendet S 5.— und ladet zu Spenden und zum Beginn je einer neuen Kette in der „Stimme“ ein: Dr. Desider Friedmann, Dr. Jakob Ehrlich, Dr. J. H. Körner, Dr. J. Klaber, Kommerzialrat Arthur Albers, Börsenrat J. Waltuch, Dr. Sanel Beer, Dr. Michael Steinberg, Doktor D. Rybaczewsky, Dr. Alfred Loewy, Dr. Emil Krasny, Oberingenieur Otto Krasny, Dr. N. Frey, Dr. Philipp Rezek, Karl Schwarz, Graz, Elias Grünschlag, Graz, Isidor Weinreb, Klagenfurt, Karl Repham, Krems, Heinrich Ornstein, Salzburg, Doktor Egon Morgenstern, St. Pölten. tischen u. gichtischen Beschwerden aller Art sowie Erkältungs* Krankheiten wirkt Togal rasch und sicher. Wenn Tausende von Ärzten Togal verordnen, können auch Sie es vertrauensvoll kaufen. Ein Versuch überzeugt! fPreiS:S 2.4Ö [Inallen Apotheken Arabisches Blatt für Verhandlungen mitden Juden Das Jerusalemer gemäßigte arabische Blatt „Marat el-Soharak“ brachte in seiner letzten Nummer einen interessanten Artikel über das jüdisch-arabische Problem in Palästina, dem wir das Folgende entnehmen: Es ist eine Bestimmung des Himmels, daß Palästina auch für uie Juden ein heiliges Land ist. Auf den Bergen Palästinas wurde ihnen und der ganzen Welt die Lehre gegeben. Hier offenharte sich die Gottheit dem jüdischen Volke, hier lebten und wirkten seine Propheten. Können wir den Juden sagen, daß sie ihre Geschichte, ihre Helden, Propheten und Könige, ihre Sprache und ihre religiöse und nationale Verknüpfung mit diesem Lande vergessen und eine andere Zufluchtsstätte suchen sollen, die sie aus der Zerstreuung wieder vereinigen soll? Werden sie auf uns hören und unsere Forderung erfüllen, besonders nachdem sie in den zweitausend Jahren ihres Umherwanderns und ihrer Not keinen Augenblick ihre Verknüpfung mit dem Lande ihrer Väter vergessen haben. Genau so wie die Araber bereits 1300 Jahre mit dem Lande verbunden sind, und man von ihnen nicht fordern kann, daß sie die Verbindung mit dem Lunde aufgehen, kann man dies auch nicht von den Juden fordern. Es ist ferner eine Bestimmung des Himmels, daß England am Weltkriege teil genommen und eich des jüdischen Kapitale, des jüdischen Einflusses und der bekannten Entdeckung Weizmanns bedient hat. Eine dritte Bestimmung des Himmels ißt Englandß Verpflichtung, in Palästina ein jüdisches Nationalheim zu errichten. Ob wir wollen oder nicht, es ist eine Tatsache, mit der man rechnen muß; man muß eich der Wirklichkeit anpassen. Das Unglück ist, daß Gott dio palästinensischen Araber nicht mit ergebenen, weitblickenden Führern gesegnet hat. Unsere heutigen Führer sind in jeder Hinsicht eohwache Menschen; daher kommt ihr Extremismus. Unter ihrer Führerschaft sind zirka eine halbe Million Juden nach Palästina gekommen, und der größte Teil des fruchtbaren Bodens ist in ihren Besitz übergegangen. Die arabischen Führer glauben, daß sie durch Ablehnung jedes Übereinkommens mit den Juden und den Kampf gegen sie und dio Mandatarmacht ihre nationale Pflicht erfüllen; ihro Rechnung ist jedoch falsch. Durch ihro Politik geben sie den Juden die Möglichkeit, sieh im Lande festzusetzon und den Boden und das wirtschaft- WARHER BROS - FIRST NATIONAL bringen Errol Flynn u. Olivia de Havilland in (apitain Blood Die Geschichte des größten Freibeuters aller Meere und aller Zeiten Uraufführung: SCHWEDEN-KINO liehe und politische Leben des Landes immer mehr zu beherrschen. Sie zwingen durch ihren Extremismus ferner England, die Juden zu fördern. Das Blatt wirft den arabischen Führern Strebertum und die Absicht vor, auf Kosten der arabischen Gesamtheit persönlichen Besitz zu erwerben. Was wird aus den Arabern in den nächsten zehn Jahren werden, wenn es nicht zu einer baldigen Änderung in der Führung der Araber und in ihrer Stellung zur zionistischen Bewegung kommt? Die Zahl der Juden im Lande wird sich verdoppeln, der Boden wird in ihren Besitz übergeben, sie werden alle Regierungsämter, alle Stellen in der Leitung der Städte, in den Gerichten und in den gesetzgebenden Körperschaften des Landes übernehmen und dann werden sie uns ihren Willen aufzwingen. Der Verfasser des .Artikels erinnert an das bekannte Projekt Kasts Uber die Einteilung Palästinas in Kantone und betont, daß, obwohl diese Lösung praktisch nicht durchführbar sei, der Vorschlag doch beweise, daß die Engländer angestrengt nach einer Lösung des palästinensischen Problems suchen. Das muß die Araber dazu führen, die Gelegenheit zu benutzen und Verhandlungen mit der Regierung und dem zweiten Faktor des Landes, den Juden, über die Lösung des Palästina-Problems zu beginnen. Die Vorbedingung für den Erfolg solcher Verhandlungen ist jedoch, daß die Araber ihren Extremismus aufgeben. Wenn die arabischen Führer so handeln werden, werden sie ihrem Vaterlande treu dienen. Erlösung von der täglichen Qual Ist die sanft-scharfe Zwei Ausgaben der „Neuen Freien Presse" Ein Freund unseres Blattes legt uns das Abendblatt der „Neuen Freien Presse“ von Donnerstag, den 12. März, in zwei Ausfertigungen vor. In der einen befindet sich auf Seite 7, in der ersten Spalte linke oben, ein Bericht „Die Weltmeisterschaften im Tisch-Tenn i s“. Da wird mitgeteilt, daß die österreichische Mannschaft Deutschland 5 :0 geschlagen hat. Aus den E inzelergehnis se n geht hervor, daß die österreichischen Sieger Kohn, Liebster und Bergmann heißen. Allo drei sind Juden. Da es nun für einen richtigen Deutschen untragbar ist, von einem Juden besiegt zu werden, hat. die „Neue Freie Presse“ eine zweite Ausgabe gemacht, in der der Bericht über den Sieg der Juden verschwur den und durch eine Nachricht über die Fußballmeisterschaft im Wien ersetzt ist. Es gibt also eine österreichische und eine für Deutschland bestimmte Ausgabe der „Neuen Freien Presse“. Die österreichische ist für die israelitischen Bezieher berechnet und nimmt sogar Stellung zu Bichimair und Genossen. Für das Dritte Reich arbeitet eine sorgliche Redaktion, indem sie einen jüdischen Sportsieg verschweigt. GRABSTEINE in würdiger r Oft M AUS 0 I N WERKSTATT EM WUIKAN u NEUBRUNN HLREMNWIC 110' $1. MARX ' SEIT I&gz Die Ermordung Galuthmanns Aus T e 1 - A v i v meldet Palcor: Die Erhebungen der Polizei in der Affäre der Ermordung Galuthmaims haben zu einer neuerlichen Verhaftung geführt. In der Nähe von Kalkilisch wurde ein Dorfbewohner festgenommen, der sich verdächtiggemacht hatte. In seinem Besitz wurde e i n d o u t s c h e s G o w e h r mit den dazugehörigen Patronen gefunden. »mumm