Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 535 (27.3.1936)
- Date
- 1936-03-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIS STIMME Nr. 536 — 27. März 1930 SONDERZUGE zu Ostern Polen und Czernowiftz Abfahrt 31. März und 5. April „ORBIS", I., KHrntnerstraße 41, Tel. R 21-5-78 OESTERR. VERKEHRSBOüO, I., Frledriehstr. 7, Tel. B 27-500 u. OESTSRR. VERKEHRS8ÜR0, I., Graben *20, Tel. U 20-0-35 I Neue Fahrpreisermäßigungen! neue Schächtgesetz in Polen Aus Warschau wird gemeldet: Der polnische Sejm hat am 20. d. nachts ein Gesetz über das Schlachten von Tieren in zweiter und dritter Lesung „durchgepeitscht“, welches zwar nicht so weit geht, wie der Antrag der Frau Prystor und Genossen, der auf ein totales Schächtverbot abzielte, aber — in Anlehnung an die Vor läge der Regierung — das betäubungslose Schlachten auf dem ganzen Gebiet der pol nischen Republik verbietet und hiervon lediglich ein engbegrenztes Kon tingent von Schlachtvieh für die ausschließlichen Bedürfnisse der jüdischen karäischen und mohammedanischen Be völkerung ausnimmt. Die Schächtgegner haben aber eine Reihe Abänderungen des Regierungsentwurfes durchgesetzt, die eine Reihe weiterer Härten für die Juden bedeu WARUM sind die bekannten Strum-Mazzoth so ausgezeichnet vor allen anderen? Tausende 'S runde Strum-Mazzoth die sie jeder anderen Marke vorxiehen? “r.“”; w«/ Die Hausfrau hebt lobend hervor .• Der Sohn spricht: Ich will deshalb nur STRUM-MÄZI0TI1 unter strengster Einhaltung aller orthodoxen Kaschruth-Vorschriften erzeugt werden . . . und weU sie besonders delikat schmecken! Besonders praktisch b. Kochen u. Backen, sehr wohlschmeckend sind STRUM-MAZZOTH Das beste österreichische Bneugnis OrleO und Farve! — und überdies frische Ware 1038 STBUM-MAZZOTH essen, weil sie mir sehr gut munden und vor allem, weil sie sehr hygienisch und mir von indischen Arbeitern erzeugt werden! DARUM sollen auch Sie das Pessach- Fest 1038 nur mit den bei Allen beliebten, vorzüglichen STRUM- MAZZOTH UeberaU erhältlich! Wenn nicht in Ihrer Nähe — bestellen Sie direkt bei Mazzoth- U CTm Ifefl Bäckerei H. 5TRUM leiem und beim Einkauf auf die Stampiglie nll. STftlJlfl“ achten, die jedes Paket trägt I!! II.t Rotensterngasse 11 Telephon Nr. R41-8-71 OSTER-SONDERFAHRT mit der l7,erno\vlt/er Allßem. Zeitung NACH POLEN UNI) (ZERNOWITZ Abfahrt am 51. März und 5. April Anmeldungen ausschließlich Reisebüro „Mnrlenbrüekc“, i.Ho^nnturmslr. Zti/I el. R24-?-Rfi 87 Ostjude, mit S 32.000 Barverraögen sucht zwecks Einheirat in nachweisbar gutes Unternehmen, fesche Jüdin pas senden Alters. Nur ebenso wahrheitsgetreue und ausführliche Zuschriften werden beantwortet. Unter „Diskretion Ehrensache“ an die Adm. des Blatte ten. Das Schächten von Geflügel wurde ebenfalls kontingentiert und die Kontrolle des Verkaufes von geschachtetem Fleisch so umgrenzt, daß der jüdische Fleischhandel in eine fast untragbare Lage kommt, ganz abgesehen davon, daß die Mehrheit der Fleischhändler überhaupt aus dem Fleischhandel ausgeschlossen wird. In der Debatte erklärte der Deputierte Morawski, ein Gutsbesitzer aus dem Kreis Sanok in Galizien, daß auf die Deputierten seitens des Kreises um Frau Prystor ein starker Druck, für ein totales Schächtverbot zu stimmen, a u s g e ü b t wird; heute sehe man, daß es sich in der Hauptsache darum handele, das „jüdische Fleischmono- S. Rubinstein Buchhandlung Antiquariat II., AspernbrOckengasse 3, Tel. R 41-0-57 Moderne Literatur, Hebralea, Judalca pol“ zii brechen. Wenn man aber gegen Kartellierung ist, so darf man keinen Unterschied nach dem Glaubensbekenntnis machen. Rücksicht auf die Armut der Bevölkerung sollte aber jede Maßnahme verbieten, die ökonomische Zerrüttung verursachen könnte. Auch die außenpolitische Atmosphäre ist nicht einem Projekt günstig, das die religiöse Überzeugung von 10% der Bevölkerung außer acht läßt. Man darf sich nicht in Antisemitismus überbieten, denn die Leidtragenden sind am Ende der polnische Polizist und gerade der ärmste Jude. Wir müssen wiederum Brücken bauen für gemeinsame Arbeit zugunsten des Staates. Der jüdische Deputierte Dr. Sommerstein führte aus: Um die Humanität der Schächtgegner sei es sehr schlecht bestellt. Warum treten sie nicht gegen das Kattowitzer Schlachthaus auf, wo 71.000 Schweine jährlich ohne vorherige Betäubung geschlachtet werden, weil das Exportinteresse eine Betäubung nicht zuläßt. Auch das von 53c! BHeten* erfnrofungen ober (stüjünbungen bes DcierenbecfcnS $rebloner der Regierung unterbreitete Gesetz enthält furchtbare Härten für die jüdische Bevölkerung. Es herrscht die Tendenz vor, ein wirtschaftliches Ghetto zu schaffen, in welchem dio jüdische Bevölkerung vollständig verarmen wird. Dies würde sich aber auf das ganze Wirtschaftsleben des Landes fatal auswirken. Es ist kein Zufall, daß der Schächtverbotsantrag zu einer Zeit kommt, in der der Antisemitismus in Polen seine höchste Spannung erreicht hat. Es ist jetzt eine Epoche der Erniedrigung und Beleidigung für die jüdische Bevölkerung, man will dein alten Volke dio Etikette der Barbarei aufkieben. Wir Juden werden gegen die Regierungsvorlage stimmen. Bei namentlicher Abstimmung wurdo die Regierungsvorlage mit 97 gegen 75 Stimmen, bei zahlreichen Stimmenthaltungen. angenommen. Mit gleicher Mehrheit wurde der Antrag auf Sonderbesteuerung des Koscherfleisches abgelehnt. Dagegen wurde der Regierungsvorschlag, daß nur in Orten mit weniger als 3% das Schächten überhaupt verboten werden soll, mit 84 gegen 77 Stimmen angenommen; diese 77 waren für ein Schächtverbot in allen Orten, wo die Juden nicht 15% der Bevölkerung ausmachen. Wieder ein Jüdisches Ehepaar ermordet In der Stadt S w i e r n i k (Kreis Opoczno) kam es in der Nacht auf den 23. d. zu antijiidischen Unruhen, wobei der Judo Chaim Gralicer und seine Frau getötet und mehrere Juden verletzt wurden. Eine Erklärung des Außenministers Der polnische Außenminister Oberst Beck hat in London eine Abordnung des Weltverbandes der polnischen Juden im Ausland empfangen und mit ihr über die judenfeindlichen Unruhen in Polen und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Gesetzes gegen das Schächten gesprochen. Der Minister gab seinem Bedauern über die judenfeindliche Propaganda und die Ausschreitungen Ausdruck und erklärte, die Regierung treffe energische Maßnahmen zur Unterdrückung dieser Erscheinungen. Außer dem gab der Minister bekannt, daß von der Regierung Pläne zur Unterstützun jener jüdischen Gemeinden erwogen werden die infolge des teilweisen Verbotes der Sfhechita eine Kürzung ihres Ein k o m m e n s durch Ausfall der Schächt gebühren erleiden. Petition an den Völkerbund Der Verband der polnisch-jüdischen Ge Seilschaften in Paris beschloß, dem Völkerbund eine Petition gegen die anti jüdischen Unruhen in Polen zu überreichen Herr Msx Rcchtschsfcn hat die Geschäftsführung des bekannten Cafe-Restaurant Fetzer an der Schwedenbrikke übernor immeri Aus der Jüdischen Gemeinde Verschiedene antisemitische Aktionen gaben dem Präsidium und der Amtsdirektion in den letzten Wochen Anlaß zu Interventionen, welche zum Teile von Erfolg begleitet waren. Vor einigen Wochen wurden in mehreren Bezirken Wiens Flugzettel verstreut mit dem Inhalt: „Juden, kauft uur bei Glaubensgenossen!“ Das Präsidium erstattete sofort die Anzeige bei der Polizeidirektion. und bei der Staatsanwaltschaft und lenkte die Aufmerksamkeit der Behörden darauf, daß diese Flugzettel nur von antisemitischer Seite stammen können. Auf Grund der Erhebungen der behördlichen Organe konnte auch fe-stgestellt werden, daß diese Flu-gzettel .im Aufträge nationalistischer Parteigänger hergestel.lt und durch Parteigenossen gestreut wurden. ▼ KREDITE W bllUgat Jm FINKLER & SOHN Doi otheergaaae H Telephon R 23-2-30 Wiederholte Interventionen waren bei den Behörden und beim Erzbiscböfichen Ordinariat aus dem Grunde erforderlich, weil in mehreren Aushängekasten, so am Stephansdom, in einem Haus am Kohlmarkt und am Schulgebäude in der Aiserbachstraße, Publikationen antisemitischen Inhalts des „Katholischen Jugendbundes“ affigiert waren. Diese Publikationen sind zum Teile entfernt worden. ■* Gottesdienste für Gohörloso am Possach. Zum vtr.sten.mal werden über Ersuchen des Zionistischen Vereines Gehörloser eigene Gottesdienste für dio Angehörigen dieses Vereines veranstaltet. Die Gottesdienste werden mit Zustimmung des Präsidiums der Kultusgemeindo im kleinen Tempel der Leopoldstadt abgehalten worden. * Für jene Schulkinder, dio keine Gelegenheit haben, an einer Sodorfoier teilzunehmon, verunstaltet die Kultusgemeindo eigene Feiern für zirka 700 Kinder. Ferner ist auch beabsichtigt, separate Sederabonde für Deutschland- Emigranton zu veranstalten. * Die Aktion „F1 ü o h 11 i n g s h i 1 f e“ (für Emigranten aus Deutschland) ergab bis zum heutigen Tage den Betrag von S 39.000.—, in welcher Summe der Beitrag der Kultusgemcinde und der Allianz von jo S 10.000.— bereits enthalten ist. Über die Verwendung der Gelder aus diesem Konto entscheidet ein Komitee, welches aus Mitgliedern der Kultusgememde und der Israel. Allianz besteht. Von besonderer Bedeutung ist ein Abkommen, 5volches von der Fürsorgezentrale der Kultusgemeinde mit der Leitung des Ledigenheimes im 16. Be z„ W u r 1 i t z <o r gas so, getroffen wurde, laut welchem deutschen Flüchtlingen Unterkunft dortselbst unter besonders günstigen Bedingungen geboten werden wird. Das Heim ist mo dern ausgestattet, so daß die deutschen Emigranten gegen ein kleines Entgelt Zimmer mit fließendem Wasser zur Verfügung haben werden. Für die Verköstigung der deutschen Flüchtlinge in diesem Heimo ist ebenfalls Vorsorge getroffen worden. * Die Winterhilfsaktion der Kul tusgomeinde wird heuer bis 31. März 1936 in vollem Umfange fortgesetzt. — Das Mebrerfordemis findet Bedeckung in den Eingängen aus dem Freiwilligen Zuschlag zur Kultusstouer. Von den Spenden ist besonders der Beitrag des Herrn Max Delfiner im Betrage von S 12.000 hervorzubeben. *<• An den Purim-Gottes dionston für die Jugend haben zirka 8000 Kindor teil genommen. Weiters wurden-in den Gemeinde bibelschulen und an einer Anzahl öffentlicher Schulen P u r i m s p i e 1 o von den Kindern abgehalten, bei welchen dio Kinder sich vielfach gegenseitig beschenkten. — Um auch den armen Kindern die Teilnahme an diesen Festen zu ermöglichen, hat dio Kultusgemeindo don Lehrkräften kleino Beiträge zur Verfügung gestellt. Für Pessach-Aktionen sind im Voranschläge S 65.250 vorgesehen. — Es worden zirka 30.000 kg Mazzoth zur Verteilung gelangen; das Erfordernis für Mazzotii allein beträgt S 45.000, Außordom golangon 2800 Tabens mittelpakote zur Verteilung. Dio Ausspeisungen werden Ln den 10 im Rahmon der Winterhilfe geführten Aussneisungen im vollen Umfango während der Pessachfoiertage weitorgoführt. Neu sind heuer die Pessach-Ausspeisungcn im 9. und 10. Bezirk, für welche ein Mehraufwand von S. 8000 notwendig ist. ' * In den Monaten Jänner imd Feber hat die Zahl der Trauungen 132 betragen, der Schcidungon 02, der Geburten 122, und zwar: 75 männliche und 47 weibliche, und die Zahl der 8 t e r b e f ii 11 c 409. Von don magistratischen Bezirksämtern sind 48 Anzeigen über Aust r i 11 o aus der israelitischen Religionsgosollschaft cingelangt, während im Rabhinal-o der Kultiesgemeinde 40 Personen ihren Eintritt ins Juden t. u m, beziehungsweise ihre Rückkehr zum mosaischen Glauben vollzogen haben. Einnahmen des Keren Kajemeth in Palästina Der Keren Kajemeth hat im Februar ln Palästina ein Sammelergebnis von 3163 Pfund erzielt. Seit Anfang 5696 wurden in Palästina 14.301 Pfund aufgebracht. Die Einnahmen in demselben Zeitabschnitt des vorangegangenen Jahres betrugen 12.507 Pfund. NMIMNM i Decken Sie ihren Bedarf an ncs bv -»ipa PEssACH-Weme zu billigsten Preisen in den Weinkellereien SAMUEL MARKUS SILBER II., Rotensterngasse 22 (Tel. R 47-2-26) UnterAufslcht des Gemeinderabbiners Mayersohn — Waad Leismi erweitert seine Kulturelle Tätigkeit Der Waad Leumi hat beschlossen, seine kulturelle Tätigkeit auszudehnen und zu diesem Zweck eine eigene Kulturabteflung zu schaffen, zu deren Leitung der bekannte hebräische Schriftsteller und Denker Dr. Jehuda Kaufmann berufen wurde. Wasserleitung für Tel-Aviv und Jaffa Der Jaffaer Korrespondent der arabischen Tageszeitung „El Liwaa“ will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß dio Palästina- Regierung einen großzügigen Plan zum Bau einer W a s s e r 1 e i t u n g von Ras el Ajin tiach. Tel-Aviv und. Jaffa ausarbeitet. Für den Bäu werden über eine Million Pfund erforr derließ sein.. Der vor kurzem aus London eingetroffene Ingenieur Major Humlirys soll sich angeblich mit diesen Plänen befassen. „Dawar“ bezweifelt die Richtigkeit dieser Meldung, da die Ergiebigkeit der Quellen von Ras el Ajin nicht ausroiche, um Jerusalem und Tel-Aviv gleichzeitig mit Wasser zu versorgon. Richtig sei bloß, daß die Stadtverwaltung von Tel-Aviv der Palästina- Regierung verschiedene Pläne für den Bau einer. Wasserleitung seinerzeit vorgelegt habe. In einem dieser Pläne waren auch die Quellen von Ras el Ajin in Betracht gezogen worden. Neu renoviert Restaurant „zum Braten" •)tT3 streng orthodox Reichhaltige Menüs S 1*30» 1*50 KrrÄij'S II., Negerlegosse 2 Das Budget von Tel-Aviv Palcor meldet: Nach 17 Sitzungen hat cüe Stadtverwaltung von Tel-Aviv die Diskussionen über das Budget abgeschlossen. Die Gesamteinnahmen betragen 566.000 Pfund, die Ausgaben 526.000 Pfund; die Steuern sind um 1 Prozent erhöht worden. Der Purimball in den Sophlen-Sälen. Der akademische Bildhauer Egon W o i no r war in hervorragendem Maßo an der künstlerischen Herstellung der Wandbilder beteiligt. Er hat zu diesem Zwecke 14 Tage sein Atolior in uneigennütziger Weise der Sache zur Verfügung gestellt und selbst einen Löwenanteil an dem Golingen dieser Dekorationen. Namentlich gebührt ihm für das große Bild Tel-Aviv, daß an der Stirnseite dos Saales angebracht war, der Löwenanteil. Tozeret Haarez. Zu den Foiertagen ist jedem Juden die Möglichkeit gegeben, den Aufbau Palästinas durch Einkauf von Palästina-Produkto zu fördern. Wir machen auf das Inserat unsores Gg. Samuel Halpern, Wien, II., Förstorgasso 6, Tel. A 46-412, besonders aufmerksam. Herr Max Rechtschafen, früherer Besitzer des Thoator-Cafö, II., Praterstraße, hat dio Geschäftsführung des bekannten Cafö-Restaurant II., Praterstraße 8 übernommen. Herr Recht* chafen, als langjähriger Fachmann bekannt, erfreut »ich überall größter Beliebtheit. Shemen-OUvenöl, Shemon-Salat-, Koch- und Spoisoöl, Bhomeu-Tollette- und Haushalbselfen, .sowie -Zahnpaste, kann nur dann der Absatz mit Erfolg gekrönt werden, wenn jedermann bei soinor Einkaufsquelle diese Ware verlangt und kauft.