Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 529 (6.3.1936)
- Date
- 1936-03-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nt- 599 — 6. März 1936 Dil STIMMI Sette 3 Vor lUtigwt Vor* flrbungofl oehOtft OOOL-Zohnpaota Ihr* ZWina. ODOt* Zahnpasta rolnlgt grOndlich, O 0 O L* Zahnpasta macht Zlhno wio Perlon I Klein» Tuba 8 —80 GroOe Tuba 8 1/40 verwirklichen. Aber eines muß zugegeben werden: in dieser krisenhaften Situation der Gegenwart beruht ein solcher Glaube ausschließlich auf der jüdischen Jugend, auf der Überzeugung, daß eine junge Generation von Menschen fähig sein muß, eine neue Parole zu begreifen, die Parole vom K i b b u s c h h e h a r i m, von der Eroberung der Berge. Es mag sein, daß der Ausbau unserer Positionen eine Angelegenheit der reifen und der alten Menschen ist. Aber der Aufbau des Grundes erfordert eine Jugend. Wenn wir dann noch eine zionistische Leitung schaffen, die alle Anstrengungen auf diesen einen Punkt vereinigt, alle Mittel hier einsetzt, und sei es auch nur zehn Jahre lang, um das billige Brachland der Berge zu kaufen, Terrassen zu bauen, Staubecken für die Bewässerung zu errichten, und wenn ein zielbewußter Gedanke den Überschuß der palästinensischen Stadtarbeiter und den Überschuß der Galuthjugend dahin leitet: dann bekämen wir eine Basis, von der wir nicht mehr vertrieben werden können. Dann könnten wir auch den Versuch machen,, die im Prinzip bankrotte Gemeinschaftsidee von den Bergen her neu zu untermauern. Um für ein solches Ziel den Gnmd zu legen, brauchen wir eine besondere Vorbereitung, eine ganz andere Art der Hachscharah als bisher, eine geistige Hachse h a r a h, die sich auf die Galutli in ihrer Gesamtheit erstreckt. Ich kenne von vornherein den Ein wand derjenigen, die sich Fachleute nennen und die als solche dazu verpflichtet scheinen, jede konstruktive Idee zu Tode zu denken. Ich kenne ihr Urteil über dieses kibbusch hebarim: es sei eine verrückte Idee. Sie haben vollkommen recht. Es ist wirklich verrückt. Aber sie vergessen, daß es in der Geschichte der jüdischen Koilanisation immer nur die Verrückten gewesen sind, diie das Produktive gemacht haben. W i,r b ejähen unsere Wirklichkeit wie sie ist, aber wir wollen diese Wirklichkeit nicht sich selber überlassen, wir wollen ein Werk, das so verheißungsvoll begonnen, nicht der Engstirnigkeit politischer Parteien und nicht dem Gesohäftshunger von Spekulanten preiisgehen. Wir wollen nicht, daß die Wirklichkeit, die dort über Nacht entstanden ist, die Idee zerstöre. Den Geist der Galuth kann man nur dort beenden, wo wir unser Leben angefangen haben, in den Bergen. Es gilt das Prophetenwort: Ich hebe meine Augen zu den Bergen auf, von denen mir die Hilfe kommen wird! denn jeder ist den Unbilden einer Verkühlung ausgesetzt, die von verhängnisvollen Folgen begleitet sein kann. Der beste Schutz gegen Verkühlung ist die Abhärtung und die Stählung des Körpers, die am besten erzielt wird durch ständigen Gebrauch von Ulk« Verein der Buczaczer In Wien. In den sieben Jahren seines Bestandes hat dieser Voroin auf dem Gebiet humanitärer Fürsorgo Außerordentliches geleistet und stets, so oft es not tat, den Buczaczer Landsleuten Förderung zuteil werden lassen. So konnte der Verein unter Leitung des Ch. Ederer zahlreichen Juden in ihrem Existenzkampf und in bedrängten Situationen Hilfe und Unterstützung bieten. Heuer veranstaltet der Verein im Vei'bandsheim, L, Werdertorgasse 14, am 7. März einen Heiteren Purim-Abend, dessen Reinertrag für den UntorstUtzungsfonds des Vereines bostimmt ist. Es ißt Ehrenpflicht sämtlicher Buczaczer, mit allen ihren Bekannte« bei diesem Abend zu erscheinen und dadurch das odle Hilfewerk zu unterstützen, Warum verlangen Alle Sdimidl-Mazzoth weil Die Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugt I Seit vielen Jahren genießen die »Sdimidl-Mazzoth« das beste Renommee und werden von allen bevorzugt I Auf die Extraqualität meiner Fabrikate „Marke Schmidl N. B." auf Mazzoth, Grieß und Farvel wird besondes aufmerksam gemacht. Auch beim Kauf von Mazzoth-Grieß wahren Sie Ihr eigenes Interesse und verlangen Sie ausschließlich Schmidl-Mazzoth-Grieß. Sdimidl-Mazzoth in Geschmack und Qualität unübertroffen sind! Sdimidl-Mazzoth werden unter streng orthodoxer Aufsicht des ran cm ornnn nxaa vpv ann hergestellt Zentrale: N. Brodetzky «• <" einschlägigen Geschäften erhältlich Telephon A 40-0-90, A 60-2-63 u. A 48-4-48 Weizmann nach London abgereist Aus Jerusalem meldet Palcor: i Dr. Weizmann ist am Montag nach London abgereist In einem der Palcor gewährten J Interview erklärte er, er sei trotz, der ernsten politischen Lage, optimistisch; er schätze sehr den' moralischen Wert der Debatte im Oberhaus; es sei seine Absicht, weiterhin bestrebt zu sein, die vereinigte zionistische Front, die auch nach außen hin einen wichtigen Faktor darstellt, aufrecht zu erhalten. Sein Aufenthalt in London wird sich auf zirka drei Wochen erstrecken; er habe bereits Arrangements für wichtige Besprechungen getroffen. Am 15. März wird er in London in einer Versammlung über die Rettung der deutschen Juden sprechen und einen Bericht über die Lage in Palästina geben. Er wird die Forderung stellen, daß mindestens die Hälfte der durch die Samuel-Delegation in den Vereinigten Staaten aufgebrachten Gelder für Projekte in Palästina verwendet werden soll. Ein Council unter Vorsitz von Samuel für die verschiedenen Projekte ist bereits gebildet worden. Er besteht aus vier Zionisten und vier Nichtzionisten. Vor seiner Abreise empfing Weizmann in Rehovoth Vertreter der Landwirte, unter anderem Smilansky. Gegenstand der Verhandlungen war der Anschluß der Landwirte an die Vereinigte Palästinensische Judenheit. Es wurde ein Komitee bestimmt, das Weizmanns Bemühungen fortführen soli. Hallo - Hallo! .... Nicht vergessen, im HJ mdf Reichhaltige Auswahl in Mittag- und Abend-MenUs und kalte “ . hts. — .. Spelfcon bis 1 Uhr nacht das Nachtmahl zu essen Vis-a-vis dem Schweden-Kino Bier ^und Wein “vonTpIß! Inh. Rudolf Stephan, II., Taborstraße 4 Herbert Samuel über seine Aktion Aus London meldet Palcor: Über den Plan der Hilfe für die deutschen Juden erklärt Herbert Samuel: In Deutschland befinden sich gegenwärtig noch etwa eine halbe Million Juden. Die Auswanderungsaktion umfaßt nur Leute unter vierzig Jahren und nur jene, die nicht selbst die Mittel zur Auswanderung besitzen. Dazu kommt, daß schon jetzt durch die Mortalität und den Geburtenrückgang ihre Zahl sich jährlich um zehn Prozent und nach der Auswanderung der Jüngeren progressiv um noch viel mehr vermindern muß. Selbst wenn die Aktion nur 25.000 Wanderer jährlich umfassen wird, dürfte die Aufgabe in fünf Jahren vollendet und die Zahl der Juden in Deutschland nur noch eine ganz geringe sein. Die Leistungen der ICA Aus London wird gemeldet: In einer am 1. März abgehaltenen Sitzung der Anglo- Jewish Association befaßte sich der Vorsitzende, Leonard G. Montefiore, unter anderem mit der Kritik, die in letzter Zeit an der Ica wegen ihrer angeblichen Zurückhaltung bei den Hilfsaktionen geübt wurde, und gab bekannt, daß von der Ica bisher für Hilfe an Juden aus Deutschland über 200.000 Pfund ausgegeben worden sind. Nach den Bestimmungen, die Baron Hirsch für die Verwendung seiner Hinterlassenschaft getroffen hat, sei ein großer Teil der der Ica zur Verfügung stehenden Mittel für Juden aus dem Gebiet des ehemaligen Rußland festgelegt. Die Fürsorge für diese Menschen werde von den Verwaltern der Ica-Fonds in erster Reihe im Auge behalten. Auch diejenigen, die die Einwanderungszertifikate für Palästina verteilen, seien von den gleichen Erwägungen beherrscht. Man dürfe nicht vergessen, daß, so groß die Not der Juden aus Deutschland auch sei, die der Juden Polens noch viel größer ist. Es sei leicht, schloß Montefiore, durch billigen Großmut Ruhm zu erlangen; Die Legalisierung der „Illegalen" Aus Jerusalem meldet Palcor: Nachdem gestern illegale Einwanderer sich gewaltsam Eingang in das Gebäude der Jewish Agency verschafft hatten, was zu polizeilicher Intervention und zu verschiedenen Arretierungen führte, gibt die Exekutive bekannt, daß sie seit langer Zeit mit der Regierung Verhandlungen über Legalisierung führe, daß dieso Verhandlungen jedoch bisher resultatlos verlaufen seien. Diese Situation habe die Exekutive bereits mehrmals gegenüber Vertretern der illegalen Einwanderer auseinandergesetzt. Damals hatte die Exekutive davor gewarnt, daß unter dem Druck derartiger Vorfälle eine Weiterführung der Verhandlungen unmöglich gemacht würde. Ihre Ballkarte - eine Schiffskarte Sie fahren gratis nach Palästina, wenn Sie sich eine Eintrittskarte zum Purimball am 14. März im Sofiensaal besorgen. Die Eintrittskarte nimmt an der Verlosung der Freifahrt Triest-Halfa-Triest mit Lioyd-Trlestlno-Dampfer teil und kann schon am 15. März in eine Schiffskarte umgetauscht werden. Kartenvorverkauf und Logenreservierungen : Zionistischer Landesverband, I., Marc-Aurei-Straße 5 (Tel. U 22*2*11) und alle Sektionen und Klub »Erez Israel«, II., Praterstraße 13 (Tel. R 42*407). Plastik von Dr. Josef Kastein. Während seines Wiener Aufenthaltes vom Bildhauer Egon W einer modelliert. Ü5& MM Der Keren Haowed Der Weltverband der Allgemeinen Zionasten erläßt folgenden Aufruf: Die Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten hat den Beschluß gefaßt, die Gründung eines ArbeiterfonrLs (Keren Haowed) tatkräftigst zu unterstützen. Dieser Fonds soll eine finanzielle Stütze der Allgemein-Zionistischen Arbeiterorganisation in Palästina werden. Wir wenden uns an alle Organisationen und Landesverbände mit der Bitte, diese finanzielle Aktion in Angriff zu nehmen und vor allem wenden wir uns an die einzelnen Zionisten mit dem Ersuchen, zugunsten des „Keren Ha-owed“ Geldmittel aufzubringen. Die Organisation der Allgemein-Zionistischen Arbeiter in Erez Israel wurde als Fachorganisation ins Leben gerufen. Sie wird auf der ideologischen Basis des Programmes des Weltverbandes Allgemeiner Z-ionisten geführt und bemüht sich, eine größtmögliche Anzahl jüdischer Arbeiter für sich zu gewinnen, damit die Allgemein- Zionistischen Grundprinzipien im palästinen-. sischen Wirtschaftsleben durohgesetzt werden können. Die Allgemein-Zionistischen Arbeiter werden in der Wirtschaft mit anderen Fach Organisationen auf Grund der Abmachung des Hapoel bamisraohi und der Histadruth in Verbindung treten. Dieser Verband zählt zur Zeit 1500 Mit* glieder und seine Zweigstellen befinden sich an mehreren Punkten des Landes, so auch in Haifa. Er befindet sich im Anfangsstadium seiner Entwicklung, und muß vorläufig noch um seine Existenz kämpfen. Besonders hemmend für seine Entwicklung wirken sich die finanziellen Schwierigkeiten aus. Es ist daher unsere Pflicht, diesen Verband in seinem Kampfe zu unterstützen und ihm die Arbeit zu erleichtern. Die Frage dieser Arbeiterorganisation ist eine der wichtigsten Fragen beim Ausbau der Zionistischen Organisation. Der Allgemeine Zionismus muß seinen Einfluß in Erez Israel verstärken. Wir appellieren an euch! Beginnet unverzüglich mit der Arbeit für den „Keren Haowed“. Für die Leitung des Weltverbandes Allgemeiner Zionisten Dr. J. Sohwarzbart m. p. J. Suprasky m. p. * Der Zionistische Landesverband für Österreich und die Administration der „Stimme“ übernehmen Spenden für den „Keren Haowed“. Die Spendenausweise gelangen in der „Stimme“ zur Veröffentlichung. Attentäter auf Dr» Niemirower geisteskrank Bukarest, 4. März. (JTA.) Aurel Jonescu, der ein Revolverattontat auf den Bukarester Oberrabbiner und Senator Dr. I. Niemirower verübte und diesen dabei leicht verletzte, wurde von den Geriehtsärzten als geisteskrank und für seine Tat nicht verantwortlich erklärt; Jonescu wird in einer Heilanstalt für Geisteskranke interniert werden. Die Anstifter zu dem Mordattentat konnten 'bisher nicht ermittelt werden.