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Die Stimme · 1936-02-07 · Heft 521 (7.2.1936) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 521 (7.2.1936)
Date
1936-02-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seit« 0 DIB IT1MMI Nr. 521 — 7. Februar 1936 VERBILLIGTE PALÄSTiMREISEH Constantia—Constantia S 236.— Triest-Triest.S351-— Rumän. Visum pratis / Große Bahnermäßigung I., Weihburgg. 27 / Wr. Rtisaklub Austro Lloyd / Tel. R 28-0-69 Warum der Council-Plan vertagt wurde Jerusalem, 6. Februar. Die arabische Presse meldete dieser Tage, daß der Hochkommissar geäußert haben soll, daß die englische Regierung, falls sie gezwungen würde, den Plan einer Gesetzgebenden Versammlung fallen zu lassen, sich einer neuen Politik in Palästina bedienen müßte. Diese Äußerung sei, ganz ähnlich der gleichen Äußerung des britischen Hochkommissärs in Ägypten, als Drohung a u fzufassen. Die arabische Presse weiß auch schon die Gründe einer Vertagung des Projektes zu melden. Und zwar folgende: Nichtvorhandensein eines Postens für das Parlament im Budgetvoranschlag für 1936, die englischen Schwierigkeiten in Ägypten, die Vorbereitungen zu einer Änderung des Vertrages mit Transjordanien und schließlich die unbeugsame Gegnerschaft der Juden gegen das Projekt. Auf alle Fälle werde die Gesetzgebende Versammlung nicht vor April 1937 zusammentreten. Die Landwirtschaftsausstellung auf der Levante-Messe Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: j Der Direktor des Land- und Forstwirt-; Schafts-Departements der Palästina-Regierung. M. T. Dawe, hat den Vorsitz im Hauptausschuß für die Landwirtschaftsausstellung übernommen, die im Rahmen der kommenden Levante -Messe stattfinden wird. In einer Sitzung des Ausschusses referierte Agronom A. E 11 i n g e r als organisatorischer Leiter der Landwirtschaftsausstellung über Zweck und Umfang der Veranstaltung. Die Ausstellung soll nicht nur Rechenschaft über die Fortschritte ablegen, die schon bis jetzt in der Bodenkultur Palästinas und seiner Nachbarländer erzielt worden sind, sondern vor allem auch Richtlinien für die künftige Entwicklung aufzeigen. Die Ausstellung wird in der Hauptsache eine allgemeine Landwirts c h a f t s s c h a u, ferner eine 1 a n d wirtschaftliche Maschinenschau mit praktischen Vorführungen und Gebrauchsprüfungen sowie ein- bis zweitägige Sondervera nstaltungen zur Darstellung der verschiedenen Erzeugnisse der landwirtschaftlichen Produktion (Viehschau, Gemüseschau, Blumenschau usw.) umfassen. Die Ausstellung wird somit zum erstenmal Gelegenheit geben, ein lückenloses Bild von dem bisherigen Stand der palästinensischen und orientalischen Landwirtschaft und von den weiteren Zielen zu erhalten. Im Ausland macht sich starkes Interesse für die Ausstellung bemerkbar, namentlich für die Fachabteilungen der Viehzucht und der landwirtschaftlichen Maschinen; Rumänien, die Schweiz, Bulgarien und Jugoslawien werden Zuchtvieh und andere landwirtschaftliche Objekte ausstellen. Bibliothek zum Andenken an Professor Haber Aus Jerusalem wird uns gemeldet: In Anwesenheit vieler Gäste, besonders aus der Gelehrtenwelt, eröffnete Prof. Weizmann die dem Andenken Prof. Habers, der, aus Deutschland vertrieben, in der Schweiz starb, gewidmete große chemische Fachbibliothek. Ausgrabungen In Athiit Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Siebenundachtzig arabische Familien in Athiit wurden ihres Bodens enteignet, weil dort archäologische Grabungen vorgenommen werden sollen. Sie werden auf anderem Boden angesiedelt werden. 35 Jahre Keren Kajemeth A m 19. T ew et h wurde der K KL. 35 J ahr e alt. Seine Wurzeln liegen im alten Erdreich — in der Bodengesetzgebung der Bibel. Auch sein Sammelmittel: die blau-weiße Büchse ist die Nachfolgerin ,/ler Meier Baal-Nejss"- Biichse, mit deren Hilfe die „Chalukkagelder“ gesammelt wurden. Die Sammelarbeit begann mit Marken, die so minutiös verrechnet wurden, als wären sie wertvolle Aktien. Heute vermachte J. L. Goldberg die Hälfte seines Vermögens (zirka 100.000 Pfund Sterling) dem KKL. Anfangs bearbeiteten Araber seinen Boden, heute ist der KKL.-Boden der Eckpfeiler unseres Volkswerkes: der eigenen Arb e i t, d e r j ii di sehen Arb e i t. Einst der einzige Fonds, heute eine)’ von mehreren, und doch der Volksfonds. Früher der Gegenstand der Liebe der Jugend, heute immer mehr auch das Sorgenkind der Erwachsenen. ln den ersten Jahren der Fonds für alles, heute der Spezialfonds für Erwerb des Bodens, Melioration, Wasserversorgung und Aufforstung. Bodenbesitz: 1914 21.000 Dunam — 1935 350.000 Dunam. Seelen auf KKL.-Boden: 1914 100 Familien — 1935 23.000 Seelen. Voraussetzung des Vollerfolges: Mitarbeit aller — Selbstkontingentierung. Sdialotn Asch In der Zionistischen Bezirkssektion und WIZO-Prater Montag, den 3. Februar 1936 sprach Schalom Asch im Heime der Zionistischen Bezirkssektion und WIZO-Prater (IL, Stuwerstraße 1) vor einem geistig interessierten Publikum (über 600 Personen) über „U nsere Not und unsere Hilfe". Nicht nur die Zuhörer waren von den Ausführungen des Vortragenden begeistert, auch der Vortragende war mit dem Publikum, dem er aus der Seele sprach, zufrieden. Er schien den richtigen Kontakt mit der Zuhörerschaft gefunden zu haben. An diesem Abend haben wir Asch, als den trostspendenden Dichter seines Volkes und als den Verfechter der Zionistischen Idee kennengelernt. Asch führte, aus, daß die gegenwärtige Lage der Juden nicht so hoffnungslos ist als es den Anschein habe. Er bewies, daß die Lage der Juden im Vergleich zu den 1880erjahren viel besser sei. Er befaßte sich zuerst mit der antisemitischen Bewegung und zeigte an Hand von geschichtlichen Beispielen, daß der Antisemitismus sich stets mit mathematischer Exaktheit an seinen Verfechtern bitter rächte. Diese Bewegung sei ein billiges Ablenkungsmanöver der Massen in den Zeiten der Krise, aber um so grausamer wird dann den Initiatoren dieser Bewegung heimgezahlt. Auch der fetzige „Haman" wird dem Antisemitismus, der in sich selber todbringende Keime trägt, zum Opfer fallen. Die jetzige antijüdische Welle bemüht sich krampfhaft in Wort und Schrift den Juden darzustellen, wie er nach den Wünschen unserer Gegner sein soll. Die Antisemiten wollen künstlich einen Juden, mit allen negativen Eigenschaften ausgestattet erzeugen. Ihr Bemühen sei im vorhinein zum Scheitern verurteilt. Nur in einem Punkte haben unsere Feinde riecht: das Zusammengehörigkeitsgefühl sämtlicher Juden, der Welt ist,! allerdings erst als Folge des Nationalsozialismus, stark ausgeprägt. Während bisnun die gemeinsamen Leiden das Weltjudentum einigte, erfolgt zur Zeit — das erstemal seit dem Verlust des eigenen £1,000.000 Per Keren Kajemeth iteht und fällt mit seinen Mitarbeitern I ■■■■■■■■■■■■■■■■■ Werdet daher Selbstkontingentler des Keren Kajemeth 1 bleibenden Ereignisse und Handlungen“, von welchen das Regime Herodes „des Großen“ bis an den Rand angefüllt ist: die Hinrichtungen der Mitglieder des Synhedrions, vor dem er, um sich wegen der Ermordung des aufständischen Ezechias zu verantworten, im Purpur, umgeben von Bewaffneten, erschienen war, das ihn jedoch nach der mutigen Rede des Pharisäers Schema ja dennoch „hatte fühlen lassen, daß er ein dem Gesetz Unterworfener war“, den feigen Mord an dem jungen Hohepriester Aristobul, das Sterben des edelsten Opfers, das die Raserei des Herodes forderte, Mariamnes, die „schön, stolz und gelassen, respekteinflößend und scheinbar von keinem Gefühl bewegt“ den letzten Gang anfcritt, die Ausrottung der hasmonäischen Dynastie, den Mord an seinen eigenen Söhnen, endlosen Frevel und Mord, dessen Straflosigkeit er sieh durch skrupellose Politik und hinterhältiges Lavieren zwischen den um die Weltherrschaft ringenden Römern Antonius und Oktavian sichert. Greil hebt sich von der grauenvollen Düsternis dieses Geschehen* das monumentale Bild der gewaltigen Bautätigkeit ab, durch weicho Herodes das Antlitz der judäischen Landschaft verwandelt. Erschütternd erzählt Kastein die Geschichte vom Neubau des Tempels, der einzigen Leistung des fremden Königs, um deren willen „das Volk wohl geneigt war, vieles andere zu vergessen“, aber auch von dem tiefen Unwillen, den die Anbringung des römischen Adlers über dem Haupttor des Tempels, die Errichtung von Theatern und anderen! griechisch-römischen Bauwerken im Volke auslö&fce. Diese Haltung des Volkes, das, von schwersten Gefahren einer hemmungslosen Tyrannis bedroht, inmitten der Versuchungen einer pompösen, sinnenfreudigen Kultur, angesichts des blutigen Untergangs des Geschlechtes, an das sich seine rauschvollsten Erinnerungen und Hoffnungen knüpften, seinen Glauben an die Gerechtigkeit Gottes bewahrte, das mutige Bekenntnis dieser Gesinnung durch den Mut Schamajas und Terons, der sich dem gegen Mariamnes Kinder wütenden Herodes entgegengestellt — diese Treue zu dem mit Gott geschlossenen Bund ist das einzige Licht, das durch Kasteins düster-großartige Darstellung hindurchleucbtet. Zur Verherrlichung dieser Treue, mehr noch: um sie als Beispiel „für eine schwankende, in der Gewißheit ohnmächtige Zeit noch einmal sichtbar zu machen“, ist nach Kasteins eigenem Bekenntnis das Buch von Herodes geschrieben worden. Diese Absicht bat Kastein vorbildlich verwirklicht. Daß er hiebei allo historischen und legendären Motive einer um die Zeit des Herodes auf dem Boden Judäa* an brechenden Entwicklung, die für das Schicksal des Judentums mitbestimmend werden sollte, schweigend überging, mag wohl aus der straffen Einhoit seines Vorwurfs zu erklären »ein. Seine Ge- «chiehto eines fremden Königs ist, obwohl ihre Vorgänge zweitausend Jahre zuriiekliegen, voll unmittelbarer Beziehung zur bewegten Gegenwart, in ihr ißt in Wahrheit das erschütternde Vorspiel der Galutli fostgehalten, die ihre beängstigenden Schatten ins Reich des Herode« vorauswirft: die Fremde war im eigenen Land Uber das jüdische Volk hereingebrochen, bevor dieses in sie hineinge trieben wurde.., Wieder ist es der Gestaltungskraft Kasteins geglückt, ein meisterhaftes Sinnbild für die Größe der jüdischen Aufgabe zu schaffen. Dieser Aufgabe gilt das Schlußkapitol „Von der Untreue“. Hier fügt Kasteln die Gestell des Herode« in den Gang der jüdischen Gesamtgeschichte ein, hier unternimmt er es, am Schicksal diese* unheimlichen Mannes die Problematik der jüdischenn Gegenwart, die Auseinandersetzung zwischen dem „Eigenen und dem Fremden“ aufzuzeigen. Scharf faßt Kaste in seine Forderung in den Satz: „Das Judentum der Gegenwart hat — wie seine Vergangenheiten es taten — diese Verschiedenheit nicht nur zu bekennen, sondern zu bestätigen.“ Nicht jeder, der sich mit Kastein eins weiß im Glauben an einen besonderen, dem jüdischen Volke innewohnenden geistigen Wert, wird für die dem heutigen Judentum auferlegte Pflicht zur Bewährung der Treue eine gleiche Formel wählen. Mancher wird aus dießem Glauben, aus dem von Kasteln als Wesen des jüdischen Mythos erkannten Drang nach Einheit neben der Verantwortung für das eigene Wesen auch den Auftrag ableiten zu oinem aktiven, gestaltenden, mit innerer Wachsamkeit und Standhaftigkeit zutieft vereinbarten Aufnehmen verwandter Umweltswerte. Da« wahrhaft Fremde jedoch, da* Reich gottverlassener Gewalt, das Gegenroich der Propheten, bleibt uuaufnelimbar. An keiner Gestalt der jüdischen Geschichte wird dies ho offenbar wie an Herodes, dem Würger der Hasmonäer. Darum wird das jüdische Volk Kastein Dank dafür wissen, daß er die Geschichte vom fremden König als Warnung und Lehre für jot/hee und künftige G< rclih-lil m mit glühenden Worten nufgezciclinet hat. PUKIMFEST WIEN — HAIFA — WIEN Schiff li. Klasse S 395.— „Universal", I., Kärntnerring 3 Staatswesens — eine Einigung durch gemeinsame Freude, durch Erez Israel. Palästina, das mit jüdischen Händen und jüdischem Geiste neu auferstehende Staatswesen, wird heute zum Bindeglied aller Juden. Der Chaluztsmus spricht allen Beschimpfungen unserer Gegner Hohn, ln Erez entsteht uns ein jüdisches Gemeinwesen, wo der Jude mit der Scholle verwächst, und wo alle Berufstände in einem gesunden Verhältnis vertreten sein werden. Lang andauernder Beifall dankte d'em Dichter für seine Ausführungen. Dr. N. F r e y eröffnete den Abend und begrüßte den Vertreter des Landeskomitees, die Vertreter der Sektionen und WlZO, die Vertreter des Bialikklubs (Dr. D. Rothblum. und Ungerfeld) sowie die Vertreter beinahe aller jüdischen Körperschaften und Vereinigungen Wiens, und gab der Freude Ausdruck, daß der berühmte Dichter der Einladung der Sektion und WIZO-Prater Folge geleistet habe, wofür er ihm herzlich dankte. Anschließend an den Vortrag wurde ein Festbankett zu Ehren des Gastes veranstaltet, das einen schönen und würdigen Verlauf nahm. Nach den Ansprachen der Vertreter der Vereinigungen ergriff Schalom Asch wieder das Wort. Er dankte für die ihm erwiesene Ehrung und fügte hinzu, daß keine Veranstaltung in Wien ihm so große Freude bereitet, habe, wie diese. Der Tenor Se gal-Hose nbach, begleitet, von Frl. Lilly Riegler, fand mit seinen jüdischen und hebräischen Liedern Anerkennung sowohl des Gastes als auch des Publikums. Man muß dem Ausschuß der Sektion und WIZO-Prater, insbesondere den Initiatoren dieser Veranstaltung Herrn und Frau Doktor N. F r e y und Jehuda Schmidt für diesen schönen Abend danken. Dr. F. P i c 1: holz. Restaurant Rillet mw Bestrenommierte Küche ^5 Reichhaltige Menüs ä S V90 u. 2*60 II., Hammerpurgstal’gasse 3 (nächst SaJztorbrucke) Religionslehrer Wilhelm Neumann gestorben Am Montag wurde ein Mann zu Grabe getragen, der Jahrzehnte hindurch im Dienste der Wiener Kultuegemeinde als Religionslehrer wirkte. Er verstand es, seine Schüler für das Judentum zu begeistern, und wenn er auch schon längere Zeit im Ruhestand lebte, blieb er doch im Kreise der Gemeinde unvergessen. Zu seinem Leichenbegängnis hatten sich zahlreiche Schüler und Verehrer eingefundon. Namens der Kultusgemeindo und des Sehulinspektorats hat Herr Inspektor Ohler Worte des Gedenkens und des Dankes gesprochen. Die Zion. Bezirkssektion u. „WIZO“ Meidling gratulieren ihrem Präsidenten Herrn Dr. Ritbard und hau Dr. Gisa Pohorny anläßlich der am Samstag, den 8. Februar vormittags im Turnertempol stattfindenden Bar-Mizwah-Feier ihres Sohnes Peter aufs herzlichste. Vereinigung jüdischer Ärzte. Dr. Brutzkus, Paris (Ose), spricht Montag, 10. Februar, um 8 Uhr abends, im Saal der Zionistischen Bezirksorganisation VIII/IX, Wion, IX., Ilörlgasso 2, Uber das Thoma: „Der Weltkongreß jüdischer Ärzte in Tol-Aviv und seine Bedeutung“. Hue Akademi Ivri, IX., Alserstraßo 26. Freitag, den 7. d., um 20.80 Uhr, Zusammenkunft mit einem Referat des Koll. Glon über Pernz Smolenski. Ort: Zentralheim der „Judäa“, IX., Alserstraßo 20. Gäste willkommen! Mit dem Dampfer „Tel-Aviv“ der Palestine Shipping Co., Abfahrt 81. Jänner von Triest, haben unter andern folgende Passagiere ihre Reise nach Palästina angetreten: Fräulein Henriette »Szold, Mitglied der Exekutive und Präsidentin lies Komitees für die .lugend Aiijah, Herr V 0 i I e h 0 n f e 1 d, Syndikus der Hawara in Palästina. Odol-Mundwasser enthält neben dem wirksamen Odol-Antiseptikum noch den aus der. Myrrhe gewonnenen Extrakt, der eich gegen Lockerung der Zähne und Blutung de» Zahnfleisches als ..••inz I.i'simmIim-. wirksam erwiesen hat. IMe .M\ rh ■ iwnl für dh >‘i 1 Zweck schon seit tausend -Jahren verwendet.

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