Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 519 (31.1.1936)
- Date
- 1936-01-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 519 — 31. Jänner 1936 Oll STIMM« Seite 3 United Artists _ _ __ _ zeIgt CLARK GABLE in dem JACK LONDON-Großffllm DER WILDNIS Loretta Young und Jaek Oakle BURG-KINO I. ROTENTURM-KINOI. ■ Monopol: Dr. Hauser & Co. Des. m. b. H. Wauchopes Antwort an die Araber Auseinandersetzung Dr.Weizmann und Wauchope Aus Jerusalem meldet die JTA: Offiziell wird mitgeteilt, daß die Regierung Palästinas ein Gesetz vorbereitet, das den Verkauf von Boden durch Araber einschränkt. Bodentransaktionen werden nicht genehmigt, wenn der Teile seines Bodens verkaufende Araber nicht mindestens 120, beziehungsweise 85, beziehungsweise 50 Dunam Boden in seinem Besitz zurückbehält; der Umfang des minimalen Bodenbesitzes des Arabers ist abhängig von der Lage des Bodens, nämlich ob er in einem Hügelgelände oder in der Ebene gelegen und wie weit der Boden von einem Stadtzentrum entfernt ist. Das Gesetz soll für den Beer Sheba-Distrikt wegen seiner Wasserarmut und des Fehlens jüdischer Kolonien in demselben keine Geltung haben. Präsident W e i z m a n n stattete dem High Commissioner Wauchope einen Besuch ab und legte in der energischesten Weise Protest gegen das angekündigte Gesetz, welches als ein Schlag gegen den jüdischen landwirtschaftlichen Aufbau empfunden werden muß, ein. Es wird erzählt, daß Weizmann Sir Arthur Wauchope folgendes gesagt hat: „Sie zwingen uns, gegen Sie zu kämpfen, wie wir gegen Lord Paßfield gekämpft haben.“ C~ Geistige Arbeiter Zuckerkranke, Frauen, Hartleibige essen Im eigenen Interesse das dunkle Simonsbrot Re ch an Nährsalzen und Vitaminen. In dännen Scheiben mit Butter oder Käse oder Honig sehr nahrhaft. In den besseren Delikatessenhandlungen und Bäckereien zu haben. Simonsbrotfabrik, Wien, St/*. — Täglicher Versand. Aus Jerusalem, 29. Jänner, wird uns gemeldet: Sir Arthur Wauchope beantwortete heute ein Memorandum, das ihm von den arabischen politischen Parteien vorgelegt worden war. Dieses Memorandum enthielt drei Forderungen: 1. Eine demokratische Regierung für Palästina; 2. die Einstellung der jüdischen Einwanderung, und 3. ein Verbot des Landverkaufs an Juden. Der Oberkommi8sär antwortete: Zu Punkt 1: Die Forderung nach einer demokratischen Regierung ist bereits beantwortet durch den Vorschlag zur Errichtung eines Gesetzgebenden Rates. Zu Punkt 2: Eine vollkommene Unterbindung der jüdischen Einwanderung kommt nicht in Frage. Leitender Grundsatz für die Frage der Einwanderung muß die wirtschaftliche Aufnahmsfähigkeit Palästinas sein. Zu Punkt 3: Ein Grundbesitzer darf nur so viel von seinem Besitz verkaufen, daß er genügend übrig behält, um seine Familie ernähren zu können. * Angebliche Zusagen Die in Damaskus erscheinende arabische Zeitung „Aiif Ba“ veröffentlicht Einzelheiten aus einem Gespräch des High Commissioner Sir Arthur Wauchope mit arabischen Führern und auch mit dem E m i Abdullah von Transjordanien über die Frage des Legislative Council. Danach hätte der High Commissioner versucht, die Zustimmung der arabischen Kreise zum Council-Plan durch folgende Zusage zu erlangen: „Der heutige Zustand erlaubt es England nicht, mehr zu zedieren; ihr könnt aber sicher sein, daß der Legislativ Council den Boden bereite wird, auf daß ihr in der Zukunft weitere Rechte erhaltet. Ihr werdet auch eine nationale Regierung bekommen. Es wird sich euch lohnen, dem Beispiel der Staatsmänner des Irak zu folgen.“ Diese Worte sollen auf die Anwesenden einen starken Eindruc gemacht haben, die Mehrheit war geneigt, den Vorschlägen des High Commissioner zuzustimmen. Emir Abdullah gab ebenfalls der Meinung Ausdruck, daß man nach dem Beispiel des Irak nur stufenweise das Palästina- Problem lösen solle. „Alif Ba“ glaubt, daß in Palästina eine nationale arabisch Regierung mit dem Emir Abdulah an der Spitze gebildet werden wird. Es ist schwer, an die Wahrheit dieser Mitteilung zu glauben, und wir verzeichnen die Nachricht nur der Vollständigkeit halber. Vollständig neu renoviert, modernst ehemals Cafe Residenz I. Franz-Josef-Kai 29-31 Ecke Morzinplatz Nr. 5 \\\\\\\\\\\\m\\m\\m Preise Bridge-Saal o Schach-Zimmer o 4 Seifert-Billards o Klubräume o Asphaltierte Kegelbahn Kalte und warme Küche Erstklassige Weine Bier vom Faß Im Souterrain Klubraum mit Kegelbahn noch für einige Tage in der Woche zu vergeben Cafe foUaM* Steauß Palästina-Abkommen zwischen Irak und Saudien? Aus Jerusalem meldet die JTA: Das Organ des Mufti, „El L i w a a“, teilt mit, daß der soeben zwischen dem Irak und Saudien (Hedschas) abgeschlossene Vertrag eine Palästina betreffende Klausel enthält, die dahin lautet, daß beide Regierungen Schritte unternehmen wollen, um England dahin zu bringen, daß es das Palästina-Problem im Einklang mit den im Kriege seitens Englands den Arabern gegebenen Versprechungen löst. HQOEI DIE ANGENEHMSTE ÜBERFAHRT NACH PALÄSTINA MIT EINKLASSEN¬ LUXUSDAMPFER AUSKÜNFTE: „UNIVERSAL“, WIEN I., KÄRNTNERRING 3 - UND IN DEN ANDEREN REISEBÜROS Versammlung jüdischer Rechtsanwälte Die ,,Corresponckmz Herzog“ meldet: Die Sektion der im Bund Jüdischer Frontsoldaten vereinigten Rechtsanwälte bat am 27. Jänner eine Versammlung der jüdischen Anwälte abgehalton. Dr. Ernst Lamberg referierte über die letzthin stattgefundene Vorspracbo beim Justizminister Di. Winter s t e i n. Er berichtote, daß er selbst in den Vorstand des Frontringes der Rechtsanwälto berufen worden sei, wodurch die Zusammenarbeit mit dem Frontring der Rechtsanwälte! angebahnt E/urdö, Österreichs Anteil an der Palästina-Einwanderung >as Palästina-Amt in Wien veröffentlicht eine Statistik über die jüdische Auswanderung aus Österreich nach Palästina im Jahre 1935. Nicht weniger als 889 Personen sind im Jahre 1935 nach Palästina ausgewandert. Diese Zahl erfährt aber noch eine Erhöhung durch die Auswanderer der sogenannten Kapitalistenkategorie (1000 Pfund), da diese nicht die Hilfe des Palästina-Amtes in Anspruch nehmen. Wir lassen nun die Ziffern sprechen. Es wanderten aus: I. Nach Kategorien: Mit Zertifikaten der Jewish Agency for Palestine sind gereist .... Von Verwandten Angeforderte . . f Kapitalisten .. « Mit gesichertem Einkommen . » ■ Selbständige Handwerker. Rabbiner und Schüler. Personen 155 19 13 18 II. Nach dem Familienstand: Einzelne . Familien . Angehörige Personen 253 257 379 III. Nach dem Alter: Bis 16 Jahren . . . Von 16 bis 18 Jahren Von 18 bis 35 Jahren Von 35 bis 45 Jahren Über 45 Jahren . . 889 Personen 141 9 542 97 100 IV. Nach dem Geschlecht: Männer.. Frauen . Knaben bis 16 Jahren Mädchen ..... Personen 371 V. Nach der Staatszugehörigkeit: Personen Österreich . 430 Polen . i » i , ■ ■ . 260 Staatenlose . « ■ ■ ■ ■ ■ ■ . 124 Verschiedene 75 VI. Nach den Berufen: Personen 50 146 18 Landarbeiter »«■*■• Handwerker Kaufleute . » t ■ ■ a Schüler Freie Berufe.. « ■ 58 Verschiedene Berufe ...... 125 Umgeschichtete sowie Angehörige ohne Spezialberuf ...... . 463 (nach Kategorien) ist bemerkenswert, daß von den 889 Auswanderern nur 36 Personen, und zwar 19 Kapitalisten, 4 Auswanderer mit gesichertem Einkommen (Pensionisten) und 13 Handwerker mit der Aussicht auf eine mehr oder minder gesicherte Existenz mit Rücksicht auf ihren Kapitalsbesitz. beziehungsweise die ihnen zustehenden Renten nach Palästina gingen. Die übrigen 853 Auswanderer waren mittellos. Sie waren hier der öffentlichen Mildtätigkeit zur Last gefallen oder elend zugrundegegangen. Auch die Aufstellung HI ist in dieser Beziehung aufschlußreich. Von den 889 Auswanderern gehören 692 Altersstufen bis zum 35. Lebensjahr an und unter diesen 150 Auswanderern den Altersstufen bis zum 18. Lebensjahr. Die ganze Hoffnungslosigkeit der jüdischen Jugend kommt in diesen Ziffern zum Ausdruck und zugleich der Segen, den Palästina für die jüdische Jugend bedeutet. Die starke, seit dem Ende des Weltkriegs andauernde Abwanderung von jüdischen Ausländern und Staatenlosen ergibt sich aus der Aufstellung V. Von den 889 Auswanderern waren nur 430 österreichische Staatsbürger, während 559 Ausländer und Staatenlose waren. Auch die Kategorie VI ist hochinteressant Die Öffentlichkeit würdigt viel zu wenig die zionistische Umschichtungsarbeit. Nicht weniger als 463 Personen wurden umgeschichtet und erhalten so die Möglichkeit, in Palästina einen neuen Beruf als Arbeiter zu ergreifen. In dieser Beziehung ist auch die Tatsache von Interesse, daß 50 jüdische Landarbeiter und 146 Handwerker ausgewandert sind. Die in der Statistik angeführten 29 Schüler wurden von ihren Eltern in palästinensische Schulen, hauptsächlich landwirtschaftliche Schulen, gesendet. Man muß dem Palästina-Amte für diese Statistik dankbar sein. Diese nüchternen Ziffern sprechen Bände. Für die zionistische Aufbauarbeit und gegen die sterile und bösartige Kritik der Assimilation. Diese Statistik ist aus mehr als Grunde interessant. Aus der Aufstellung I Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL- Zahnpasta und Sie erhalten sich gesunde Zähne bis ins hohe Alter Kleine Tube 3 -39 Große Tube 8 1.40 Kastein-Vortrag und Herzl-Feicr Der Vortrag Josef Kasteins im Großen Musikvereinssaal über „das Geschichtserlebnis des jüdischen Menschen“, der am 11. Februar stattfindet, begegnet dem regsten Interesse der jüdischen Bevölkerung Wiens. Der Vortrag ist mit einer Herzl-Feier verbunden. Die Nachfrage nach Karten ist außerordentlich groß. Kartenverkauf: Zionistisches Landeskomitee, I., Marc-Aurel-Straße 5, Tel« U 22-2-11; sämtliche zionistischen Bezirkssektionen: WIZO, I., Schottenring Nr. 25, A 11-6-26; Jüdische Kulturstelle^ I., Franz-Josefs-Kai 3, R 28-2-36; Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20 a, R 45-3-05; Bücherstube Länyi, I., Kärntnerstraße 44, B 25-6-75, und Bücherstube Löwit, I., Wollzeile 6, R 25-4-53. Helft den jemenitischen Juden! Wir haben in einem ausführlichen Bericht die tragische Lage der jemenistisehen Juden dargestellt, die von einer Katastrophe bedroht sind. Hilfe für diese unsere Brüder muß kommen, denn wir könnten die Verantwortung für ihren Untergang nicht ertragen. An alle Juden sei darum nochmals die Bitte um Spenden gerichtet. Die Administration der „Stimme“, I., Marc-Aurel-Straße 5, nimmt sie entgegen, weist sie aus und leitet sie an die zuständige Stelle weiter. Neues Wiener Konservatorium I.. BösenderferstraBe 12 (Musikvereiusgebäude) II. Semester (Beginn 3. Februar) Unterricht in allen musikalischen Fächern von den ersten Anfängen bis zur letzten Ausbildung. Klavier, Violine, Gesang und alle Orchesterinstrumente. Oper Schauspiel Operette Tonfilm Jazz Staatsprfllnngskurs Eigene Ktnderabteilg. Neueröffnete Abteilung für Klavier, Violine und Theorie in Floridsdorf (in der Hilfsschule Ecke Schloßhofer- und Schöpfleutbnerstrabe). Anmeldungen täglich in der Schulkanzlei I., Bösendorferstraße 12 (Tel. U 46-4-37) Die Einbürgerung von Juden in Transjordanien Bas Pressebureau der Regierung- Transjordaniens dementiert die in einigen palästinensischen Blättern erschienene Nachricht, daß die Regierung einen Bürgerschafts-Gesetzentwurf vorbereitet habe, auf Grund dessen Juden in Transjordanien nicht die Staatsbürgerschaft erwerben könnten. DEN PRIVATANGESTELLTEN DIE VORSORGE-VERSICHERUNG MONATLICHE PRÄMIE SCHILLING! 3-60 STERBEGELD RENTE UNFALL-TOD UNFALL-' INVALIDITÄT DIE LEISTUNG S 300*— $ 300*— 5*— KOSTEN- BEITRAG! SPITAL. OPERATION . LEBENSVER&-&i|^BP$ WIEN, I., RIEME RGA S'S*E'T\2 i 1,000.000 Ä xraaiiaazci^ mSBSEESmSBEEEm Per Keren Kalemeth steht und füll* mit seinen Mitarbeitern! ■■■■■■■■■■■■■■■ Wcrdat dah«r Selbstkontlngentler des Keren Kajemethj