Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 517 (24.1.1936)
- Date
- 1936-01-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3054243-3054273--5622-3061377- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sc'ta 2 DIB STIMM! Nr. 517 — 24. Jänner 1030 und faulen Juden-1 imstande sind. Hat man Ang.-t vor dem. was wir noch imstande ■und? Will mau uns darum fcrnhalten von Frrz Israel? Empfindet man es peinlich. daß wir etwas, was viePeieht nur eine Geste 'ein sollte, was man sieh nur als unverbind dolle Äußerung von Edelmut vorgestellt hat so bitter ernst genommen haben? K> hat keinen Sinn. Erez Israel zu sabo Mern. Es ist alles schon viel zu weit ge liehen. Wir sind dort und bleiben dort und legen alle Widerstände wird Erez Israel da :ii ii-che Land werden. Das müßte man in Genf zur Kenntnis nehmen und darnach müßte man sich richten, auch in der Behau Uung der deutschen Judenfrage. Ee wäre laklügste, wenn man so täte, als ob man Eivz Israel wirklich wolle. Die Dynamik der zionistischen Bewegung und die Dynamik der Sehnsucht der Juden nach Erez Israel ist eine Tatsache, eine historische Tatsache, um die man doch nicht, herumkommt. Ee hat keinen Sinn, sich zu sträuben. Es sind noch nicht viel Juden in Erez Israel, kaum ein Drittel der Bevölkerung des Landes ist indisch. Aber Dynamik läßt sich nicht in Prozenten ausdrücken. Alan kann allen Juden, die in Not sind, und man kann vor allem den deutschen Juden helfen. Man müßte nur wollen. Es hat keinen Sinn, nicht zu wollen, denn schließlich wird man doch müssen. ’s Tänze u. Lieder Sftir Ha-Emek, Volkslißd ans de.n Tontim Land der Verheißung © Hora Kumah Acha, Volkstanz, Musik von S. Postolsky © Oley Reqel, Paiästin. Lied von Seira, gesungen von Ch. uipnis © Hora Al-tirah, Volkstanz von Seira, gesungen von Cb. Kipnis. Neu! vier paiästin. Kinderplatten Neu! Ma Jafii, Wie schön bist du, der ers c Tango mit neuhebrfiischem Text 9 Altira awdi, Fürchte dich nicht, Slow Fox mit neuhebräischem Text, Ja/.z-Orch. Sid Kays Fellows, Gesang von Ferris Gondosch Jüdische und kantorale Schallplatten in großer Auswahl MUSIKHAUS EXCELSIOR WIEN, l„ FRANZ-JOSEFS-KAI 15 Radio u. Grammophonapparate zu günst Zahlungsbeding. nassen auf Halbmast in Palästina Jerusalem, 22. Jänner. (Z. T. A.) Im jüdischen Jischuw Palästinas herrscht tiefe Trauer über den Tod des Königs Georg V. von England. Auf allen öffentlichen Gebäuden der Palästina-Administration, der Stadtverwaltungen und der jüdischen Körperschaften wurden die englischen und jüdischen Flaggen auf Halbmast gesetzt. Auch die Konsulate haben Halbmast geflaggt. Die Palästina-Exekutive der Jewish Agency, der Waad Leumi, die Direktorien des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod, das palästinensische Oberrabbinat, die Agudat Jisrael und andere jüdische Verbände und Institutionen haben dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope Trauer kundgebungen anläßlich des Todes des Königs übermittelt. König Georg V« Al.« im Vorjahre König Georg V. sein füufuiulzwanzigjähriges Regierungs jubiläum feierte, befand sich unter den zahllosen Gra tu hinten auch die Zionistische Exekutiv e. Die Zionisten Englands beschlossen damals, das Rogierungsjubiläum des Königs durch ein bleibendes Denkmal zu ehren. Das jüdische Volk ist nicht in der Lage, Ordensausz.eic.hnu.ngen zu verleihen. Es ehrt die Namen seiner Besten, indem es in Palästina jüdische Siedlungen nach ihnen benannt und Wälder auf ihren Namen pflanzt. Das jüdische Volk, das gequälteete und bedrücktoste auf Gottes weiter Erde, kennt nichts heiligeres als das Land seiner Väter. Wenn es Stücken dieses heiligen Bodens den Namen von Männern gibt, die sich um die Wiedergeburt des Volkes und den Aufbau seines Landes verdient gemacht haben, dann ehrt es sie für die Ewigkeit. Mohr als briilantenbesäte Großkreuze hoher Orden bedeutet ein Wald oder ein Dorf, das den Namen eines verdienten Mannes als nachahmenswertes Beispiel künftigen Geschlechtern erhält. Das ist der jüdische OrdenPourle merite. Als König Georg V. sein silbernes Regierungsjubiläum beging, da pflanzten die Juden Englands in Erez Israel den König- G e o r g - J u b i 1 ä u m s w a 1 d. Man mag zur englischen Regierung, die uns gerade jetzt -wieder mit der Einführung eines Gesetzgebenden Rates Unrecht tun will, wie immer stehen. Wir Juden werden nie daran vergessen, daß es England war, das uns durch B a 1 f o u r unter der Regierungszeit König Georg V. unser Recht auf die iedererrichtung der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zugesichert hat. Ohne den hochherzigen Beschluß der englischen Regierung gäbe es heute kaum ein jüdisches Palästina, das Trost und Hoffnung ist für hunderttausende Juden, die sonst verzweifeln müßten. Trost und Hoffnung für Millionen Juden, die erkannt haben, daß das jüdische Volk nur auf eigener Scholle einer glücklichen Zukunft entgegengehen kann. Wer auf der heiligen Scholle des jüdischen Volkes verewigt wird, lobt im dankbaren Herzen des jüdischen Volkes weiter: H o r z 1, C h a j e s, B a1 f o u r, Masaryk, K ö n i g Peter von Jugoslawien, König Leopold von Belgien iuui nun auch König Georg von England. Dankbar neigt sich jeder Ohaluz im Rhythmus der Arbeit, wenn er die Bäumchen pflanzt, dankbar neigt sich jeder Besucher Erez Israels vor den Wäldern, die die Namen der Männer trugen, die uns in unserer Not beigestanden sind. Auch der König-Georg-Wald ist ein ewig grünendes Denkmal jüdischer Dankbarkeit. Das jüdische Volk hat ihn schon zu seinen Lobzeiten geehrt, weil unter seiner Regierung die Balfour-Dekiaration erlassen wurde und weil er unserem Aufbauwerk freundlich gogemibergesfanden ist. Jetzt, da der König gestorben ist, vereinigt sich das jüdische Volk mit dem englischen Volk in Trauer. Das englische Volk und das jüdische Volk trauern um den „King G e n 11 em a n<;, der dem jüdischen Volk in seiner Not. gentlemanlike beigestanden ist. Ein reiches Volk wie. das englische kann Freundschaften annehmen oder ablehnen Wenn das englißohe Volk der Gesinnung treu bleibt, von der die Regierung König Georg V. beseelt war, als sie die Balfour-Deklaration erließ, und dem jüdischen Volk seine freundschaftliche Gesinnung weiter bewahrt, dann ehrt England damit am besten das Andenken an seinen toten König. Es sei dem wie immer: Im Herzen des jüdischen Volkes wird König Georg V. weiterleben. Nach Palästina zu Purim Billige Gesellschaftsreise mit oder nlme Verpflegung, Ausflüge im Lunde, mich Ägypten und Sytien unter bowfllirter Führung Mäßige Preise ab S 550.- Nttliere Auskünfte hui Dr. S. Touker im Reisebüro „In die Well“ (W. ,M. Renner), Wien, IX., LlechtensleinstrnBe 2, Tel. A 14-504 Der Bundeskanzler Ober die Minderheiten ©aG'ttj’tcini hflbungett begegne mitfiam butef) reget mäßigen töenuß tiou $reblaner Streik in polnischest jüdischen Gemeinden Warschau, 20. Jännor. (Z. T. A.) Wegen Niehtauszahlung rückständiger Gehälter sind die Angestellten der Warschauer jüdischen Gemeinde und die Lehrer der Gemein de.schulen in den Streik getreten. Die Gemeindeämter und -Schulen sind geechloesen. Nur die Friodhofsabteilung führt ihre Tätigkeit fort. Seit einigen Wochen stehen auch die Angestellten der Wilnaer jüdischen Gemeinde im Streik. An dio Mitglieder der Chewra Kadiseha wurde die Aufforderung gerichtet, die Toten nicht zu bestatten, da dies als Streikbruch angesehen worden würde. Die Chewra Kadiseha antwortete, die Betätigung ihrer Mitglieder sei nicht als eino Arbeit aufzufußisen, auf die Streikparolen angewandt werden können, sondern als Erfüllung einer M i z w a. Der Friedhof wurde zwecks Hintanhaltung von Zusammenstößen unter polizeiliche Bewachung gestellt. Im Großen Musikvereinseaal fand der erste Amtswalterappell der „Vaterländischen Front“ statt, an welchem Bundeskanzler Schuschnigg und Vizekanzler Starhemberg ihr politisches Programm entwickelten. Bundeskanzler Schuschnigg erklärte unter anderem: „Sie wissen, auch unser Staat beherbergt, wenn auch zahlenmäßig nicht sehr bedeutende, fremde Volksgruppen innerhalb seiner Grenzen. Die Staatsführung hat allen Anlaß, auch diesen, soferne sie treue Österreicher sind, herzliche Heimatgrüße zu entbieten. Gerade die besondere Art der deutschen Sendung Österreichs und ein Stück Erbe aus früherer Zeit bringt es mit sich, daß man in dieser Frage in Österreich einen Fehler ganz gewiß nicht begeht: Wir werden niemandem, der sich zum Staate bekennt, sein Volkstum rauben. Wir sehen es vielmehr als die Aufgabe des deutschen Österreich an, national versöhnend zu wirken und dafür zu sorgen, daß die fremden Volkstumssplitter das Bewußtsein haben, daß ihr Volkstum im deutschen Österreich geborgen ist, und daß Österreich es als Kardinalfehler ansehen würde, jemandem sein Volkstum zu nehmen. Dazu haben wir zu schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht. Daher ist nationale Gerechtigkeit der absolute Inhalt unserer Auffassung von der deutschen Sendung unseres Staates." Die englische Judenheit gegen den Gesetzgebenden Rat London, 21. Jänner. (2. T. A.) Unter dem Vorsitz von Lord M e 1 c h e 11 wurde eine Konferenz von 300 Delegierten jüdischer Verbände und Gemeinden Englands abgehalten. Die Delegierten vertrafen die britische Sektion der Jewish Agency, den Board of Deputies (Vertreterschaft der englisch-jüdischen Gemeinden), die Zionist Federation von England und Irland und verschiedene andere Richtungen, Institutionen und Verbände. Nach Ansprachen des Ehrenpräsidenten der Jewish Agency Nahum S o k o 1 o w, des Präsidenten des Board of Deputies Neville L a 8 k 1, J. K. G o 1 d b 1 o o m, Prof. Doktor Selig Brodetsky und viele andere, wurde einmütig eine Resolution gefaßt, ln der die tiefe Beunruhigung der englischen Judenheit über das Regierungsprojekt betreffend Schaffung eines Legislative Council in Palästina zum Ausdruck gebracht wird. [ Es wird die feste Überzeugung ausgesprochen, daß jeder zukünftige Vorschlag, der auf die Entwicklung von Selbstverwaltungsj Institutionen in Palästina hinausgeht, auf dem Prinzip basieren wird, welches die Grundlage des Mandats und der Entwicklung des Jüdischen Nationalheims in Palästina ist; das Prinzip nämlich, daß das Jüdische Nationalheim gemäß der Balfour-Deklaration und dem Mandat für das ganze jüdische Volk und nicht allein für die jetzige jüdische Bevölkerung ln Palästina aufgebaut wird. Jeder irgendwie wesentliche Schritt in der Richtung der Schaffung von Selbstverwaltungsinstitutionen kann erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle Telle der Bevölkerung Palästinas sich auf den Boden des Mandates gestellt haben werden. Die gegenwärtigen Vorschläge der Regierung basieren darauf, daß die Juden in Palästina eine Minderheit sind; diese Auffassung steht im diametralen Gegensatz zum Wortlaut und zum Geist des Mandats und bedeutet eine Degradierung des rechtlichen Status der Juden in Palästina. Die Konferenz der englischen Judenheit stellt fest, daß die Verwirklichung der Vorschläge der Regierung betreffend Legislative Council unvermeidlich zu einer Verschärfung der Beziehungen zwischen den einzelnen Teilen der Bevölkerung und zur Entfesselung der Leidenschaften führen müsse. Die Konferenz kommt deswegen zu dem Beschluß, daß die Bildung eines Legislative Council unter den jetzigen Bedingungen unzeitgemäß sei und nur dazu angetan wäre, die Verwirklichung der Hauptaufgabe des Mandats, nämlich Ermutigung der Schaffung des Jüdischen Nationalheims, zu stören. Die Schaffung eines Legislative Council werde auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, die allen Teilen der Bevölkerung so viel Segen bringt, unterbinden. Die Konferenz ersucht die maßgebenden Faktoren, alle nach der Richtung der Schaffung eines Legislative Council unternommenen Schritte rückgängig zu machen. In einer weiteren Entschließung bevollmächtigte die Konferenz die britische Sektion der Jewish Agency, eine Abordnung an den Kolonienminister zu entsenden, um ihm die Haltung der gesamten englischen Judenheit in der Frage des Legislative Council darzulegen. Billige Reisen - (JEDE 14 TAGE) nächste Abfahrten 3.10. u. 23. Feb. 1936 Auskunftei und Anmeldungen: Offiz. Polnisches - Reisebüro 0R.W1S», I. Kiinitnerstruüo 41, Tel. K 21-5-78 © Österr. Verhehrsbüro, I., Fried richutr. 7. Tel. B 27-500 0 ÖsIuit. Vo! kohrsliUro,'l., Grnbon 20, Tel. V 29-0-85 © Int. liolsö-' btlro ,, RUT“, I., Kurlsplatz 1, Tel. U 41-5-79 © Int. Reisebfiru „UNIVKRSAL“, I., Kiinitnerrnifr 5. Tel. R 27-1*14 Die Stellung der Araber Jerusalem, 21. Jänner. (ZI. T. A.) In seiner Antwort auf die Vorschläge des High Cornmisioner Sir Arthur W a uc h o p e betreffend Schaffung des Legislative Council weist der Großmufti von Jerusalem die Vorschläge an sich nicht zurück, erklärt aber, daß die Araber au« dem Council keinen Nutzen ziehen werden. Der Führer der Partei der Nationalen Verteidigung und frühere Bürgermeister von Jerusalem Raghob Bey N a s h a s h i b i erklärte seine Zustimmungzu den Vorschlägen des High Commissioner, stellte aber zwei Bedingungen: 1, Der Council soll im Verhältnis zu der Zahl der einzelnen Bevölkerungßteälo zusammengesetzt soin. 2. Dem Council sollen auch die Fragen der Einwanderung und der Bodentransaktionen unterstellt sein. , Haarez“ meldet: Die Mehrheit der arabischen Parteien hat in den Antworten an den High Commissioner eine positive Haltungin der Frage des Legislative Council eingenommen, aber Erhöhung der Autorität und Ausdehnung der Kompetonzon des Council auf Fragen der Einwanderung und dos Bo den kauf es verlangt. Der neue Oberrabbiner von Tel-Aviv In Tol-Aviv fand die feierliche Amtseinführung des nongewählten Oberrabbiners Amiel, früher Antwerpen, statt. Zu 'lern Festakt waren über hundert Rabbiner aus Tel-Aviv und den Kolonien der Umgebung erschienon. Dio Rabbiner der jüdischen Gemeinde JafTa-Tol-Aviv Übergaben dem neuen Oberrabbiner dio E r n o n n u n g ßu r k unde und ein Manifest, das die Aufgaben seines neuen Wirkungskreises umreißt. 14. MÄRZ 1936 SOPH I EN-SÄLE 14. MÄRZ 1936