Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 513 (9.1.1936)
- Date
- 1936-01-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIB STIMME Nr 513 — 0. Jänner 1930 T&to- ilcuUo- tfcatnfnO-fxk&h. MUSIKHAUS EXCELSIOR Wien, I., Franz josefs-Kai Io, Ruf R-2f-4>46 Alleinvertrieb der gulen jüdischen Lukr'nphonschallplatten Das EMEK-Lied aus dem lonfilm , Das Land der Verheißung der gidßte Etfoig! Noch nie dage vesene moderne Tanzplatten mit Nebrä.schäm Ges ng Pnldstinensische HO RR As und neuhehrHische Kindmplatten. Schallplatten zur lernung der hebrttisclieu Sprache Obk. Josef Rosenblait v. S 4 50 | Ohl;. Slrota v. S 1*60 Äußerst gut sortiertes Lager nllergangbaren Schnllplntten,Radioapparate u, Orummophone, auch auf bequeme Teilzahlung 59.000 Einwanderer im Jahr 1935 Jerusalem, 3. Jänner. (2. T. A.) Wie vom Einwanderungsamt der Regierung mitgeteilt wird, sind während des Monats November 1935 4212 Juden als Einwanderer nach Palästina gekommen, von ihnen gehörten 562 zur Kategorie der sogenannten Kapitalisten, von denen sich jeder über ein Kapital von mindestens 1000 Pfund ausweisen mußte. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, sind im Verlauf des ganzen Jahres 1935 laut den offiziellen Ziffern rund 59.000 Juden nach Palästina gekommen. Ärzte-Quote ist Palästina verschoben? Jerusalem, 5. Jänner. (Z. T. A.) Entgegen aller Erwartung ist in der Neujahrsausgabe der „Offieial Gazette“ die Verlautbarung der Quote für praktizierende ausländische Ärzte, denen im Verlauf des Jahres 1936 die Niederlassung erlaubt werden sollte, nicht erschienen. In informierten Kreisen nimmt man an, daß die Regierung sich entschlossen habe, die Einführung des einschränkenden Quotengesetzes überhaupt auf ein Jahr zu verschieben. 970 Zertifikate für Polen Warschau, 5. Jänner. (Z. T. A.) Das zentrale Palästina-Amt für Polen wurde von der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem telegraphisch verständigt, daß 970 Zertifikate aus der neuen Schedule Polen zugewiesen wurden; davon seien die bereits im Vorschuß gegebenen Zertifikate abzuziehen. 560 Zertifikate sind für Chaluzim, 300 für Angehörige von Palästina-Einwohnern und 110 für Handwerker und Fachleute bestimmt. (Wieviel Zertifikate wird Österreich bekommen?) Das Edio unseres Protestes gegen den Council Auf das Telegramm der Zionistischen Organisation Österreichs, worin der Protest gegen die Einführung des Gesetzgebenden Rates für Palästina zum Ausdruck gebracht wurde, ist von der Jewish Agency beim Zionistischen Landeskomitee ein Brief eingelangt, der das Protesttelegramm bestätigt und folgende Mitteilung enthält: „Die Exekutive begrüßt die Einheitlichkeit der Stellungnahme, die in Ihrem Telegramm ausgedrückt wird, und wird alles unternehmen, was in ihrer Macht ist, damit die Auflehnung des gesamten jüdischen Volkes gegen die Einführung des Legislative Council zum Erfolg führe. In der Angelegenheit der gemeinsamen Protestkundgebung der verschiedenen Wiener Organisationen gegen den Council wird es Sie interessieren zu hören, daß die ,Times*, die gewöhnlich keine Nachrichten über Protestkundgebungen veröffentlichen, in ihrer Neujahrsnummer einen Bericht von Ihrer Kundgebung veröffentlicht haben/* Das Organ der Exekutive über den Gesetzgebenden Rat 1200 iiuviyHeter Wintersport — Höhensonne erstklassige Verpflegung u. Unterkunft in der streng Abteilung Oescharfsfer Scheer im Hole] Hocitalm Fahrpreisermäßigung Verringerung des palästinensischen Imports Jerusalem, 5. Jänner. (Z. T. A.) Der palästinensische Import hat in den letzten Monaten einen Rückgang zu verzeichnen, der zu einem bedeutenden Teil direkt oder indirekt auf die Sanktionen gegen Italien zurückgeführt wird. Die Einfuhr aus Italien stockt infolge der Sanktionen vollkommen. Aber auch die E i nfuhr aus Österreich und Ungarn ist sehr stark gesunken. Insgesamt ist der Wert der Einfuhr pro'Monat um rund 70.000 Pfund gesunken. Diese Erscheinung wirkt als Ansporn für die einheimische Produktion. So hat die Zementfabrik Nesher bei Haifa ihre Produktion bedeutend erhöht, so daß ausländischer Zement von dem Baumaterialienmarkt Palästinas fast völlig verschwunden ist. Dazu hat allerdings auch die Verringerung der Bautätigkeit, die insbesondere in Tel-Aviv und Haifa stark ins Gewicht fällt, beigetragen. In der Londoner Zeitschrift der Zionistischen Organisation ,,T h e New Jude a“ wird darauf hingewiesen, daß die bisherige Ablehnung eines Legislative Council durch die Araber auf ihre Weigerung zurückzuführen ist, die Bestimmungen des Paläetinamandates anzuerkemien. Von jüdischer Seite wurde die Bereitschaft zur Z usammenarbeit mit den Arabern immer wieder betont. Sogar nach dem Massaker des Jahree 1929 erklärte Dr. Welzmann auf dem Züricher Kongreß: „Die Araber müssen fühlen und müssen überzeugt werden durch Tat und durch Wort, daß, welches immer das künftige numerische Verhältnis der beiden Völker in Palästina sein mag, wir für unseren Teil keine politische Beherrschung planen; aber sie müsßen auch dessen eingedenk sein, daß wir unsererseits uns niemals einer politischen Herrschaft unterwerfen werden. Unter der selbstverständlichen Voraussetzung der Geltung und Anerkennung des Mandats wünschen wir eine Verständigung zwischen zwei alten, miteinander verwandten Rassen auf dem Grunde politischer Parität.“ Aber jeder Appell der Juden zu besserer Verständigung sei von den arabischen Politikern nicht nur zurückgewiesen, sondern auch mit Verhöhnung,. Entstellung und „von. Zeit, zu, Zeit mit, Blutvergießen beantwortet wprde^ Was seit ,den Unruhen, von 1929, .geschehen sei, so wird in dem Artikel ausgeführt, könne kaum den Glauben an eine Sinnesänderung der Araber erwecken. Vor über zwölf Jahren hätten die Juden trotz der schon damals erlittenen Enttäuschungen und unter schwersten Besorgnissen ihre Zustimmung zur Mitarbeit an einem dem heutigen ähnlichen Plane gegeben. Dieser Beweis der Selbstverleugnung und des guten Willens wurde von den Arabern kategorisch zuriiekgewie-sen. Seit damals hatten die Juden eine Unmenge von Enttäuschungen und Desillusionierungen erfahren: Kommissionen, Experten, Untersuchungen, falsche Voraussetzungen und falsche Schlußfolgerungen. Ein dauern- Nach Palästina zu Purim Billige Gesellschaftsreise mit oder ohne Verpflegung, Ausflüge im Lande, nach Ägypten und Syilen linier newflhrter Führung Mäßige Preise ab S 550.- Nähere Auskünfte bei Dr. S. Tocker im Reisebüro „Jn die Welt“ (W. M. Renner), Wien, IX., Licehtensleinslraße 2, Tel. A 1 t->0l schließen, so beweist das nur, wie sehr alle Teile des j ü d i s c h e n V o 1 k e s in dieser Stunde v o n Sorge e r f il 11 t sind angesichts des Planes, den Legislative Council in Palästina in dieser Form zu errichten. Wir hoffen aufrlchtigst, daß d u r c h geduldige A r b o i t doch noch eine Kooperation zwischen dem arabischen und dem jüdischen Volke zum Segen des gemeinsamen Heimatlandes Palästina zustande kommen wird. GUMMI des Ringen um Rechte, die klar und elementar sein sollten, ein Anwachsen unnötiger dauernder Behinderungen. Trotz alledem hat das Jüdische Nationalheim Fortschritte gemacht. Die Juden haben ein Maximum an Einkünften geschalten und em Minimum Jerusalemer Bürgermeister als Gegenleistung erhalten; sie » & ARTIKEL stets Neuheiten, auch modernste Frauenhygiene! Umsonst groß, reich illuslr. inlerea. Ka- Iulog mit Aufklärung, Hygfen. Insi. St. P0T0KY, WIEN, VI., Stiegsng. 15. Seif 30 Jahren. haben große Entwicklungen eingeleitet, ohne irgend jemand anderem Schaden zu bringen, aber sie werden daran gehindert, die Früchte der eigenen Arbeit zu genießen. Die Juden begegnen bei der Errichtung des Nationalheims mehr O bstruktion als tatsächlicher Hilfe. Aber es gibt eine Grenze. Sicherlich ist es zu viel verlangt, wenn man von den Juden fordert, daß sie bei der Schaffung eines Apparates mithelfen, der dazu bestimmt ist, sie zu vernichten. Die gegenwärtige Lage der Judenheit, die Zukunft des jüdischen Volkes erfordern eine gerade, ehrenhafte Antwort. Und diese Antwort müsse eine verneinende sein. Dies werde von den Juden um so mehr bedauert, als man in dieser Stellungnahme eine Gegnerschaft zu demokratischen Einrichtungen erblickein könnte. Dieser Plan aber, wie immer sein äußerer Anschein sein möge, lasse nicht die Förderung eines demokratischen Regimes, erwarten, sondern die Zuspitzung von Gegensätzen, die ■ Schaffung einer Plattform für gefährliche Propaganda' und die Erschwerung der Verständigung zwischen Juden und Arabern, die letzten Endes erzielt werden muß. Die Weigerung der Juden, im Legislative Council mitzuarbeiten, werde nur von denjenigen mißverstanden werden, die mißverstehen wollen. In dem absoluten Glauben an die Gerechtigkeit dies Gedankens des Jüdischem Nationalheims und wohl wissend, daß beim Aufbau ihrer nationalen Zukunft niemanden schädigen und gegen niemand böse Absichten hegen, sondern mit den anderen in Frieden und Harmonie leben wollen, würden die Juden ihre große nationale Aufgabe unablässig fortführen. für Legislative Council Jerusalem, 4. Jänner. (2. T. A.) Die Partei des Jerusalemer Bürgermeisters Dr. K h a 1 i d i hat sich in einer Entschließung für die Beteiligung an dem geplanten Legislative Council ausgesprochen. Die arabische Verteidigungspartei des früheren Bürgermeisters Nashashibi will, bevor sie ihre Entscheidung trifft, die Antwort des Großmufti von Jerusalem abwarten. Agudas Jisroel gegen den Legislative Council London, 3. Jänner (2. T. A.). Die Zentralexekutive der Weltorganisation der Agudas Jisroel hat auf ihrer soeben in London abgehaltenen Tagung beschlössen, den Weltkongreß der Aguda-b (Knessio Gedaulo) für Anfang 1937 (jüdisches Jahr 5697) nach Jerusalem emzuberufen. In der dem geplanten Legislative Council geltenden Beratung bekräftigte Präsident Jacob Rosenheira die vom Leiter deT Agudah in Jerusalem, Rabbi M. Blau, gegenüber dem High Commiissioner abgegebene Erklärung, daß das traditionellreligiöse Judentum den jetzigen Zeitpunkt als nicht opportun für Errichtung eines Legislative Council erachtet; di*a A g u d a h, sagte Rosenheim, identifiziert sich hierin mit der gesamten jüdischen Meinung. Zu unserem tiefen Bedauern, erklärte er, i&t es weder der Regierung noch den Juden bisher gelungen, unsere arabischen Nachbarn von den Vorteilen,' die die jüdische Arbeit auch ihnen bringt, zu überzeugen. Immer wieder wird unter ihnen Haß gesät. Zweifellos wird diese böse Saat im Legislative Council Früchte tragen. Statt dem Wohle des ganzen Landes zu dienen, wird die Mehrheit des Council versuchen, Gesetze zu schaffen, die den Fortschritt der jüdischen Arbeit hindern und dem jüdischen Wiederaufbau Steine in den Weg legen; eine solche Tendenz könne doch nicht im Sinne der Regierung sein. Die Agudas Jisroel hat gemäß ihrer religiösen Haltung stets den Willen jeder Regierung respektiert, unter deren Schutz die Juden leben. Wenn bIo sich trotzdem jetzt gezwungen sieht, sich der Opposition der übrigen jüdischen Bevölkerung Palästinas gegen den Legislative Council anzu- Araber verlangen den Baden des König Georg-Jubiläumswaldes Jerusalem, 3. Jänner. (2. T. A.) Araber aus dem Dorfe Mahlul haben Ansprüche auf den Boden des König Georg- Jubiläumswaldes erhoben, dessen Pflanzung vor kurzem unter Beteiligung des High Commißsioner feierlich begonnen wurde. Der High Commissioner hat es abgelehnt, eine Abordnung der Araber des Dorfes Mahlul in dieser Angelegenheit zu empfangen; dagegen haben die Araber eine Denkschrift durch Vermittlung des Distriktskommißsars Major Koith R o a c h eingereicht. Der Boden befindet sich jetzt bekanntlich im Besitz des Jüdischen Nationalfonds. Wegen derselben Angelegenheit beabsichtigt die Mufti-Partei eine Petition an den englischen König zu richten. „Land der Verheißung** in Graz. „Das _ Land der Verheißung“ wird am Sonntag, den 19. Jänner, in Graz im Rahmen einer Sondervorstellung, die von der dortigen zionistischen Bezirksgruppe veranstaltet wird, vorgeftihrt werden. An diesem Tage findet also in Wien keine Vorführung des Films statt, worauf besonders hingewiesen sei. DEN PRIVATANGESTELLTEN DIE VORSORGE-VERSICHERUNG MON ATLICHI mnHHMWBRIH PRÄMIE BHIWI E5SS!Qi DIR LEISTUNO S 300-— ' :RENTE;'€vä'^^: S 15*-» S 300*— IHVALItyT^T S 300*— S 5*— OPERATION'* S 100*— I LEBENS YERS.-GES. PHÖNIX 1 wi e N, 1., R 1 EMER C | B IALIK-K LUB, WIEN, BRÄUNERSTRASSE 7-10 Spricht als Gast des Biaiik-KlubB. Samstag, den 25. Jänner 1936, um 8 Uhr iv abds? imQr> Konzerthaussaal, Wien, III., L<" * DER BERÜHMTE DICHTER iothringerBtr.20, Uber das Thema „Pie geistigen Bestrebungen der Juden und tes Judentums11 Karten erhältlich von S 1 —6: Keren Kajemoth, I., Marc Aurelstr. ß, Tel. U 29-1-29, Zionistischer Landesverband, I., Marc Aurelstr. 5, Tel, U 22-2-11, „Wizo“, 1., ^ohottenring 25, Tel. A 11-0-20, Jü’discho Kunststelle, I., Franz losefs-Kai 3, Tel. R 28-2-86, BUcheratubo Rath, II., Taborstr. 20 a, Tel. R 45-305, Bücherstube Lanyi, I„ Kärntnorst. 44, B 25-0-75, Kartonluiro , Gronner,I.,Graben28, Toi IJ22-1-45, Bücherstube Lowit J., WollzeiluO, Toi. I Präsident des Jüdischen Pen-Klubs und Ehrenmitglied des Welt-Pen-KIubs lt 21-2-45, und am Vortragsabend b. u. Kunzertkassc 111., Lothringerstr. 20 SCHALOM ASCH