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Die Stimme · 1935-12-31 · Heft 511 (31.12.1935) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 511 (31.12.1935)
Date
1935-12-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. Bll — 31. Dezember 1936 ME STIMM» Seit« 7 Voraus muß man denken/ sidi sichern — versichern Phonix Allgemeine Versicherung*« Oes./ Wien, IX.« Alserplatz 3 Chefarzt Dr. Samuel Gold* stern - ein Siebziger Man will es kaum glauben, daß dieser jugendlichste und agilste Chefarzt, der springlebendige, lebhafte Doktor Samuel Goldstern, in das patriachalische Alter eingetreten ist. Dr. Samuel Goldstern, der Chefarzt der über Österreichs Grenzen hinaus bekannten Fangoheilanstalt, begeht heute, am 31. Dezember, seinen 70. Geburtstag. Eine Zierde seines Standes, ist Dr. Goldsitern ein Arzt von hervorragendem Fachwissen, die personifizierte Güte, als Jude und Mensch von gleich hohen Qualitäten. An Dr. Goldstern bewahrheitet sich der bekannte Satz: „Nur ein guter Mensch kann ein guter Arzt s e i n!“ Hilfsbereit und gütig steht er, der vor einem halben Jahrhundert aus Rußland nach Wien gekommen ist, seit Jahrzehnten an der Spitze des „Vereines der russischen Juden in Wie n“, für den er auf charitativem Gebiete, aber auch auf kulturellem ganz Außerordentliches geleistet hat. Dr. Samuel Goldstern ist selbstverständlich ein begeisterter Zionist. Als Siebziger hat er in diesem Frühling die erste Fahrt nach Erez Israel gemacht und ich erinnere mich noch an die rührende Szene, als ich diesem herrlichen Menschen eines Tages am Ufer des Toten Meeres begegnete. Die folgenden Stunden und Tage konnten nicht ausreichen für die Schilderung seiner tiefen Erlebnisse und Eindrücke vom jüdischen Palästina. Mit jugendlichem Elan und hinreißender Begeisterung, einer Begeisterung, die man heute selbst bei ganz jungen Menschen selten antrifft, hat Dr. Goldstern sich nach dieser Palästinareise erneut zionistischer Arbeit zugetan. Dr. Goldstern hat für seine zionistische Arbeit den Rahmen in der Zion. Bezirkssektion VIII/IX, deren Vorstandsmitglied er ist, gefunden. Die Sektion bereitet denn auch aus Anlaß seines 70. Geburtstages Ehrungen für den Jubilar vor. Den zahlreichen Gratulationen und Wünschen schließen auch wir uns mit dem Wunsche an: sehanach“ , A d meah weesrim Dr. J. R. Gedenkfeier für Oberrabbiner Prof. Chafes in TeUAviv Die „Hithachduth Oleh Austria“, die Organisation der Österreicher in Palästina, veranstaltete am 17. Dezember in Tel-Aviv eine große Ohajes-Gedenkfeier, anläßlich der achten Wiederkehr seines Todestages. Eine große Menschenmenge füllte schon vor Beginn der Gedenkfeier den Saal des „Casinos“ und die Anwesenheit der Vertreter des Major von Tel-Aviv, der Stadtvertretung Tel-Aviv, der Kehillah Tel-Aviv-Jaffa, der palästinensischen und ausländischen Presse, gaben der Veranstaltung ein besonderes Gepräge. Ing. 0 r n s t e i n, der Vorsitzende der Hithachduth Oleh Austria, eröffnete mit einer kurzen hebräischen Ansprache, begrüßte di« erschienenen Gäste. Dir. David P i n k a s, Stadtrat von Tel- Aviv, der an Stelle des im letzten Augenblick verhinderten Professors Torczyner die Gedenkrede hielt, bedauerte, sich der deutschen Sprache bedienen zu müssen, um von allen Anwesenden verstanden zu werden. Er sprach von den Bemühungen de« Verstorbenen, die hebräische Sprache zur Sprache des jüdischen Volkes zu machen, und erzählte von der Freude, die Professor Ohajes bei seinem Besuche in Palästina empfand, als er sah, daß da« Hebräische zu neuem Leben erwacht sei. Warm und tief empfunden waren die Worte, die der Redner fand, als er von der Größe des Verlustes sprach, den nicht nur die Juden Österreichs, sondern die ganze jüdische Welt durch den Tod Prof. Chajes erlitten hatten.. Nach den Ausführungen von Stadtrat PInkas erhoben sich alle Anwesenden, und der Wiener Oberkantor, Gereon Margolius, sang das „El malej raehamim“. Für die Kehillah Tel-Aviv-Jaffa sprach Rabbi Groß hebräisch über die Bedeutung Prof. Ohajes als Lehrer und Wissenschaftler und regte an, eine Aktion zu unternehmen, um die erschienenen Werke Prof. Chajes auch in Hebräisch erscheinen zu lassen, wodurch dessen jVorte zftiri Nutzen der jüdischen Welt erhalten blieben. Zum Schlüsse las Herr Kuno Trau einige Reden Prof. Ohajes’ vor. Oscar Herlinger In memortam Dr. Johann Hell* . mann Unter außerordentlich großer Beteiligung fand Donnerstag, den 26. Dezember a. c., da« Leichenbegängnis des plötzlich verschiedenen Direktors Dr. Johann Hellmann statt. Wie um den großen Schmerz dokumentieren zu wollen, millte sich dieser Tag in schaurig düstere Nebelschwaden, welche wie riesige Trauerschleier das Himmelsgewölbe umspannten. Ein wahrhaft’ Gerechter ist uns aus Gottes unerforschJichem Rat allzu früh entrissen worden. Im Zenit seines Lebens. Wir verlieren in ihm einen sanft-edlen, herzensguten und wohltätigen Menschen, einen stolz-bewußten Juden, dem unsere Renaissancobewegung Heiligtum, unsere Fonds „Kerem Kajemebh“ und „Hajessod“ oberstes Gebot bedeuteten. Die Sorge um unsere Lage in der Diaspora und Erez bildete eines unserer letzten unvergeßlichen Gespräche1.... . Nach ergreifenden Trauergesängen des Oberkantors Müller schilderte Rabbiner . Doktor Bach die großen Verdienste des Verblichenen als Mensch, Familienvater und seinen aus eigener Kraft erklommenen Rang im Dienste der Lebensversicherungs-Gesellschaft „Phönix“. Für die Couleur-Verbindung nahm Herr Dr. Sommer in rührenden Worten Abschied von dem so jung Daibingesehiedenen. Der schwergeprüften Gattin und der einzigen Tochter wendet sich die aufrichtige Teilnahme zu. Doch für uns, die wir in ihm einen lieben, führenden Freund verehrten, bleibt nur der Ausspruch unserer Weisen übrig: „Wehe um die Verlorenen, die nicht mehr zu finden sind!“ Ottilie G r ö b 1. ffnglisdien Spradiunterritht für Paläftina- J-s fahrer erteilt ftaatl. gepr. Sprach lehret in. Mäßiges Honorar. Näheres durdi die Administration dieses Blattes. Die Einweihung des neuen Heimes der Jüdischen Kultursteile Schülern Podzamcze, der Begründer und langjährige Direktor der jüdischen Bühne in Wien, feierte kürzlich in voller geistiger und körperlicher Frische das Jubiläum der Goldenen Hochzeit. Schülern Podzamczes Tätigkeit ist mit der Entwicklung des jiddischen Theaters in Wien aufs eugste verknüpft. Schon in Lemberg gründete er zusammen mit dem Nestor des jüdischen Theaters Jonah Reiß mann eine jüdische Theaterstätte. Seine Tätigkeit in Wien datiert aus der Zeit lange vor dem Kriege und brachte dem Jubilar sowohl als Schauspieler wie als Menschen beachtenswerte Erfolge. Anläßlich seines Jubiläums war Direkter Podzamcze seitens, der Schauspielerschaft und zahlreicher Freunde des jiddischen Theaters Gegenstand herzlicher Gratulationen. Möge er zusammen mit seiner Gattin, die mit ihm den schweren Weg des jüdischen Schauspielers in Treue, mitmacht, uns noch lange erhalten i bleiben. M. „Ohne Zertifikat nach Palästina“, Revue von A4 J4 e L s,eJ s in., Lodz. Wie wir erfahren, gelingt die' Revue „Ohne Zertifikat nach Palästina“ in’diesen Tag^ zur Erstaufführung. Dör Autor A.'M-ei s eis hat sich nach Lodz begeben, um der Aufführung seiner Relvue persönlich beizuwohnen. Frau Klara M e i s e 1 s wirkt ebenfalls mit. N\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\mm Kulturtheater, Kai 3, heute und morgen: „FvÖhUcJlß? AbfZTld Die Eröffnung des neuen Heimes der Jüdischen Kuturstelle wurde im Rahmen einer schlichten, eindrucksvollen Feier vor Vertre* tern der Behörden und jüdischer Korporationen festlioh begangen. Einleitend sang Kantor F e u e r den Psalm: Mismor schir chanukkath habajith, neuvertont von Josef M i 11 e t, der auch die Klavierbegleitung übernommen hatte. Ina Mare sprach den von Dr. Alfred Werner verfaßten, formschönen und gedankentiefen Prolog; ein meisterhafter Cellovortrag Prof. Joachim Stutschewskys, begleitet von Gideon M a y, bildete den Abschluß der künstlerischen Darbietungen, welche mit großem Beifall bedankt wurden. Der Vorsitzende David Nebenzahl konn wurden. Der Vorsitzende David Nebenzahl konnte in seiner Ansprache begrüßen: Oberrabbiner Dr. David Feuchtwan g; in Vertretung des Bürgermeisters der Stadt Wien Obermagistratsrat Bc/.irksvorsteher Dr. Eduard Sieg me th; in \'c; tvetung des erkrankten Volksbildungsreforenlen, Bundeskulturrat Prof. Dr. Lugmever. I)r. Korger und Dr. Frey tag: in Vertretung, der Israelitischen Kultusgemeinde Vizepräsidenten Dr. J. Löwenherz; in Vertretung des Kultusvorstandes Dr. M. S t i g- 1 i t z; in Vertretung des Schulamtes den Ob-« mann Dr. J. Kl ab er und Amtsleiter Forstel; in Vertretung des Zionistischen Landes-* verbände« Vizepräsidenten Dr. Paul Berger; den Präsidenten der Anwaltskammer Dr. Siegfried Kantor; für den Bund jüdischer Frontsoldaten Ing. Eugen Buchbinder; für die Legitimistischen jüdischen Frontkämpfer M. Roth; die Präsidentin der WIZO Frau Sophie Löwenhera u. v. ». In seiner Ansprache dankte der Vorsitzende zunächst allen, die an der Schaffung des neuen Heimes mitgearbeitet haben. Sodann umriß er Ziele und Tendenz der Jüdischen Kulturstelle, welche, fern von Politik und Parteihader, eine Stätte für jüdische Kulturarbeit auf allen Gebieten geistigen und künstlerischen Schaffens sein wolle. Es gelte, den jüdischen Menschen die Kenntnis jüdischer Kultur-werte zu vermitteln. Oberrabbiner Dr. Feuchtwang gab in einer großaagelegten Rede eine tiefgründige Erläuterung des Wesens wahrer jüdischer Kultur; er beglückwünschte die Jüdische Kulturstelle zu dem bisher Geleisteten und versicherte sie auch für die Zukunft seiner Förderung. Obermagistratsrat Bezirksvorsteher Dr. S i e gmeth überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Bürgermeisters der Stadt Wien. Hierauf wurde ein ausführliches Referat über die bisherige Tätigkeit der Kulturstelle und über das Programm für das Arbeitsjahr gehalten. Prof. Dr. M. P a p o, als Leiter der Jüdischen Volkshochschule, gab seiner Freud© Ausdruck, daß diese« nunmehr in eigenen' Sit* füdLsck&s HultuzwezU EIN ZENTRALMUSEUM IN NIKOLSBURG In aller Stille wurde in der altöhrwürdigen jüdischen Gemeinde Nikolsburg ein Zentralmuseum für Mähren und Schlesien geschaffen. Ein Museum in unserer Zeit? Erscheint das nicht als ein Anachronismus? Haben wir nicht andere Sorgen, als alte, lithurgisohe Geräte anzusammeln, Alt Väter Hausrat aufzustapeln? Doch wer als Jude unsere Zeit versteht, Wird es mit Wehmut beklagen, daß ein jüdisches Kulturgut nach dem andern schwindet. Wo einst jüdische Gemeinwesen blühten, stehen die Tempel verwaist, sind die Gemäuer dem Verderben proisgegeben, vermodern die Memorbüclier, die Matrikcn und andere wertvolle Aufzeichnungen. Friedhöfe gleichen Trümmerstätton, und die verwahrlosten Sandstein-Mazewoth sind derart vom Zahn der Zeit angenagt, daß die Inschriften kaum zu lesen sind. Welche Schätze entgehen der Familienforschung, welche Fülle von Quellen dem Gesohichtßsohreiber! Da heißt es retten, was noch zu retten Ist, den künftigen Geschlechtern den Weg zum Rückblick offen lassen. An der Geschichte unserer Judengemoin* den soll das Gefühl für Judentum gestärkt worden, und ein solches Stück lebendiger Geschichte ist ein richtig verwaltetes und eingerichtetes Museum. Mähren entbehrte bisher eines solchen Kulturlnstitutes und vieles ging zugrunde oder geriet in Privathände, war also für die Allgemeinheit so gut wie verloren. Eb sind wenige Jahre her, da besuchte ich einen der stimmungsvollsten Gottesäcker unserer Heimat. Ich ging von Grabstein zu Grabstein, violfaoh waren die Inschrifteft unlesbar, der abbröckelnde 1 Stein hatte die Buchstaben mit fort geschwemmt. Hie und da blitzte ein Name auf, zeigte eine Verzierung Beruf und Stand des Verblichenen. Ich suchte den Rabbiner der Gemeinde auf und bat ihn, die Inschriften soweit als möglich zu entziffern, um Forschern die Möglichkeit zu geben, aus der Sprache der Steine die Geschichte der Gemeinde zu enträtseln. Vergeblich. Der fromme Mann hielt mein An suchen für eine, lächerliche Sentimentalität. Keine andere Sorgen! So drohen unsere Kulturgüter zu entschwinden, und es ist höchste Zeit, das der Verwesung zu entreißen, was noch aufbewahrt werden kann. Darum war es geradezu eine Notwendigkeit für Mähren und Schlesien ein zentrales Museum zu schaffen. Es wird in Nikolsburg errichtet. Diese Gemeinde war ehedem Sitz einer berühmten Schule und des Landesrabbiners und eine der angesehendsten Keliilla Mährens. Wo sind die Zeiten, da noch der legendenumwobene hohe Rabbi Löw, Rabbi Ben Bezalel, Rabbi Gabriel Ben Jehuda, Rabbi David Ben Abraham, die Großen in Israel, hier wirkten? Erloschen ist der Glanz, der Nikolsburg als Stätte jüdischer Gelehrsamkeit umwob. Aber, zeigen auch nur Spuren von längst entschwundener Pracht, so sind auch diese dem rückschauenden Geist Verehrung*«würdig und heilig. Noch ist der an einer Httgellehno gebettete Friedhof da, mit seinem Rabbommplatz, der die Gebeine Rabbi Jelnida Lübs, Rabbi Menaohem Mendls, Rabbi Samuel Schmelka Hrowitz’, Rabbi Mordeohei Beneths birgt. Säulen jüdischer Gelehrsamkeit, deren K.;hm weithin über die Lande strahlte, wo Juden wohnten und eich der Lehre hingäben. Noch stehen die Gotteshäuser da, wie die um das Jahr 1450 erbaute alte Synagoge nächst dem Schloßtempel mit dem herrlichen Almemor, noch sind Reste des alten Ghettos zu sehen, das sich an die Rückseite des Schlosses anlehnt; mancher andere Zeuge einer mehr als fünfhiundertjährigen Geschichte erzählt uns von verklungenem Leid, aber auch von dem rührend schlichten Leben unserer Vorfahren. Das sind Musealstücke, die an den Ort gebahnt sind, die sich nicht in eine andere Stadt überführen lassen. Darum ist Nikolsburg nicht allein der richtige, sondern der einzig mögliche Ort für ein zentrales Museum in Mähren. Man muß es den Gründern danken, daß sie in einer außerordentlich kurzen Spanne Zeit ein Werk geschaffen haben — auf das die Schöpfer stolz sein können. Im Jahre 1922 konnte der damalige Kulfcusvonsteher der Israelitengemeinde in Nikolsburg, Richard Tel'tscher, als Delegierter des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinde in Mähren berichten, daß seine Gemeinde an die Schaffung eines Museums denke, daß sie Über große Sehenswürdigkeiten verfüge. Bald darauf fand schon die konstituierende Versammlung des Vereines Jüdisches Zentralmuseum für Mähren und Schlesien in Nikolsburg statt. Nebst den vielen hunderten kostbaren und sehenswerten Musealstücken, wurden bereits 2000 Faszikel aus dem Fürst Dittrichstein- Sohlosse erworben, die, wie Professor Dokfcor Alfred Engel (Brünn), der neben Dr. Richard T e 11 s c h e r sich um das Museum unvergängliche Verdienste erworben hat, sagt, Nikolsburg in die erste Reihe der beurkundeten jüdischen Geschichte rücken läßt. Engel, einer der führenden Archäologen Mitteleuropas, wird diese Schätze sichten, und verarbeiten, der Rabbiner Dr. W i 11 m a n n geht daran, die Inschriften der Grabsteine zu entziffern und zu veröffentlichen, der Architekt Blum aus Brünn hat es unternommen, die Geschichte der Altschule zu schreiben und Oberlehrer H e 11 m a n n führt eine übersichtliche Zusammenstellung der Brunner jüdischen Drucke durch. So sind heute schon viele Kräfte am Werk, um das Museum vor Erstarrung zu hüten, es wissenschaftlich zu durchpflügen und es so für die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Auch eine Musealzeitsohxift soll erscheinen. Unter anderem will Engel die schwierige Aufgabe der Wiedererneuerung des Bethhamidrasch durchführen, damit diese wertvollste jüdische Bücherei Mährens, mit ihren schönen Venezianer, Amsterdamer und Konstantinopler Drucken, ein würdiges und sicheres Heim erhalte. Das Museum kann sich heute schon mit seinen vielen Herrlichkeiten sehen lassen, aber für alle Zukunft könnte es seine Mission nur dann wahrhaft erfüllen, wenn es von der gesamten Judenschaft Mährens und Schlesiens gehegt und gefördert würde. Wo immer in einer jüdischen Gemeinde sich Musealgegenstände befinden, mögen s.ie — sei es als Geschenk oder als Leihgabe — im Nikolsburger Museum Platz finden. Hier ist der rechte Ort für derlei Schätze. Aber auch materiell muß das Unternehmen unterstützt werden. Alle jüdischen Körperschaften haben die Pflicht, diesem Kulturinstitut opfervoll beizustehen, sei es, daß sie dem Museumverein als gründende oder als stiftende Mitglieder beitreten. Der einzelne kann wirkliches Mitglied werden, was mit dem geringeren Opfer von zwanzig Tschechokronen jährlich verknüpft ist. Erst wenn alle Kräfte sich in den Dienst dieser jüdischen Aufgabe stellen, kann das Museum seinen Zweck erfüllen zum Ruhme der Judensohaft in Mähren und Schlesien und zum Segen der gesamten Judenheit, Da 73448107 499999 5890173058

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