Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 510 (24.12.1935)
- Date
- 1935-12-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 510 — 24. Dezember 1935 Das Emek-Lied aus dem Tonfilm „Das Land der Verheißung“ Der palästinensische Horra (Tanzh herrlich gespielt und gesungen. Jüdische Künstler von Weltruf auf Schallplatten gehören in Jodes jtldisc h e Heim. Neuhebriiisclie Kinderplatten. (Kataloge Musikhaus 8'"'“ “• EXCELSIOR Wien, I., Franz-Josefs-Kai 15 hat es insbesondere zwischen Juden und Katholiken niemals auch nur die geringste Streitfrage gegeben. Aber es wird — der ,.Reichspost“ zufolge — „mit größter Entschiedenheit der Meinung Ausdruck gegeben, daß die palästinensischen Juden keine Neigung hätten, den Wünschen und Ansprüchen der Katholiken gerecht zu werden. Hiefiir werden entsprechende Beispiele, insbesondere ein Aufruf des Tel-Aviver Exekutivkomitees vom 22. Dezember 1934 angeführt. Die Bezeichnung des christlichen Jahres als ,.g r i ec h i s c h e S c h m a c h“. die Androhung. ..j e g 1 i c h e s Mitte 1“ geg*en die christliche Neujahrsfeier anzuwenden, kennzeichnen die in Palästina a 11 g einein bekannte Intoleranz der dortigen Juden. Aus dem S t a d t r a t von Jerusalem ist seit kurzem der katholische Vertreter ausgeschieden. Das das alles hätte die ..Reichspost“ und das Vertoidigungskomitee sehr ausführlich in den großen Londoner Blättern lesen können. Die arabische Beschuldigung, daß die Juden Waffen ins Land schmuggeln, hat der Stellvertreter des Oberkommissäns. Herr Hüll, einer arabischen Abordnung gegenüber sehr kräftig und eindeutig zurtickgewiesen, uni wir empfehlen den katholischen Kreisen, solchen Unsinn lieber nient zu verbreiten. Es ist auch unsinnig, nenn der Artikel der ..Reichspost” den inzwischen bereits wieder überwundenen R ti c kschlag in der palästinensischen Wirtschaft mit diesen oder anderen politischen Störungen in Palästina in Verbindung bringt. Der Rückschlag erklärt sich aus der allgemeinen Spannung im englischitalienischen Mittelmeerkonflikt. Das Wa eins tum der jüdischen Bevölkerung Palästinas ist eine Wirkung verschiedener Umstände, unter denen einem europäischen Beobachter vor allem der europäische Judenhaß verständlich sein muß. Den türksten Anteil an der Einwanderung stellen die Juden Deutschlands, die in dem von dem österreichischen Katholiken Hitler regierten Dritten Reich dem völligen Untergang preisgegeben sind. Daneben läuft in Deutschland eine an ti christliche Kampagne. Diese Erscheinung allein .sollte es verhindern. daß sieh die katholischen Kreise in die antijüdische Front einreihen und mit Hakenkrouzlern und arabischen S. A. an einem Strang ziehen. Das jüdische Aufbauwerk in Palästina hat eine solche Ausdehnung gewonnen, daß cs heute nicht mehr durch Intrigen von außen erschüttert werden kann. Aber wir wenden uns gegen jedon Versuch politisch-religiöser Inkorrektheit, unsere Arbeit durch Verbreitung von Erfindungen, durch bewußte Verkennung der tatsächlichen Zusammenhänge herabzusetzen und den von Europa verfolgten Juden den Weg zur Rettung zu verlegen. Den Christen steht die Welt offen, den Juden verschließt sie sich. Kein Recht der Christen in Palästina wird angetastet. Aber das jüdische Recht soll zertreten werden. Daß ist der Zweck der Übung. Weihnachten In Kaltenleutgeben POLEHU.CZERHOOITZ Abfahrt 2., 21. Jänner 1936. Rückfahrt 5. Jänner, 12. Februar 1936 mit D-Zug in geheizten Pullmannwagcii unter bewährter Führung. „Francopol“, Hl. Rennweg I, Tel. li I6-4-9G Zeitgemäße Fixarrnngemculs der Kurhäuser Kaltenleutgeben A. G. Chefarzt: Prof Dr. Alois Strasser. - Sämtl Kuron u. Diäten. Idealer Aufenthalt f. Kranke und Erhotunasbedlliftise. — Wintersport. Auskünfte: Kaltenleutgeben, Tel. Nr. 3 oder nachm. Stadlbüro Wien, Tel. ü 46-4-34 nisten und des Mi s rach i, während die Gruppe der Hausbesitzer 2 Mandate erhält; das 13. und 14. Mandat wurde der Liste Dizengoff, beziehungsweise Rosenblüth, zugesprochen. Das 15. Mandat ist noch strittig; es wird entweder an die Gruppe Dizengoff oder an die des Hapoel Hamisrachi oder an die des Sepharden Benvenisti fallen. Das 1§, Mandat im Tel-Aviver Stadtrat Tel-Aviv, 20. Dezember. (2. T. A.) Das 15. Mandat im Tel-Aviver Stadtrat ist dem Listenführer der Scphardim, Benvenisti, zuerkannt worden. Jabotinsky erhält kein Palästina-Visum Jerusalem, 22. Dezember. (2. T. A.) Wie aus London gemeldet wird, hat Wladimir Jabotinsky vor kurzem ein zweites Mal um ein Palästina-Visum angesucht. Das Gesuch ist auch dieses Mal a bgelehnt worden. Vortrittsrecht des lateinischen Patriarchen vor dem echisma tischen wird nicht mehr ane r k a n n t.“ Wir haben wörtlich zitiert, um die Gehässigkeit dieser Kritik auf zu zeigen. E s gibt kein Tel-Aviver Exekutivkomitee und es gäbt keinen Aufruf gegen daß christliche Jahr. Die Beschuldigung ist frei erfunden, also auch die Drohung. Es ist nur das wahr, daß im Vorjahr von jüdischer Seite dagegen Stellung genommen wurde, daß jüdische Einwanderer aus Deutschland in der jüdischen Stadt. Tel-Aviv eine Silvesterfeier veranstalten wollten. In Tel- Aviv gibt es keine Christen und so war die Ablehnung einer Geschmacklosigkeit eine selbstverständliche Sache. Aber die zitierte Stelle verbindet diese Erfindung mit dem Rücktritt des katholischen Vertreters im Jerusalemer Stadtrat und dem Rangstreit zwischen den christlichen Patriarchen. Mit beiden Dingen haben die Juden nicht das geringste zu schaffen. Jerusalem ist eine autonome Stadt mit einer arabisch-mohammedanischem Stadtrats-Mehrheit, auf die die Juden wenig Einfluß haben, und was das Vortrittsreoht der lateinischen Patriarchen vor dem schismatischen betrifft, so muß die „Reichspost“ oder das Verteidigungskomitee sich mit der Beschwerde an die zuständigen christlichen Stellen wenden. Nicht scharf genug kann aber die Bemerkung des Artikels zurückgewiesen werden, daß die Juden eifrig Bewaffnung betreiben. Es wird damit auf die jüngst in Haifa aufgedeckte Waffenschinuggelaffäre angespielt, über die die christliche Presse Europas nur sehr mangelhaft berichtet hat. Die Araber haben versucht, aus dieser Angelegenheit Kapital zu schlagen und die haben sogar mit einem Generalstreik gedroht. Der Lärm legte sich aber, als die polizeiliche Untersuchung immer näher an die koptisch-abessinische Kirche herankam und zugleich Zusammenhänge mit den Arabern in Syrien aufdeckte. Der Adressat der beschlagnahmten Patronenkisten konnte nicht eruiert werden, aber es wurden vier Araber, davon zwei Christen, in Haft genommen. Die behördlichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber sie haben nirgends e.in Anzeichen für eine ..jüdische Bewaffnung“ ergeben. Dagegen ist im Verfolg dieser Angelegenheit das Vorhandensein einer Bande arabisch er Terroristen festgeßtellt worden, die einen jüdischen Polizei- Sergeanten ermordeten und dann bei Jenin (Gilboa) der Polizei ein Feuergefecht lieferten, bei dem ein englischer Polizeioffizier und fünf Araber erschossen wurden. Es ergab sich bei näherem Zusehen, daß diese Baude zu einer höchstwahrscheinlich von deutschen Offizieren organisierten arabischen S. A. gehörte, die sich die E rrn o r d u n z all o r E n r o p ä e r und einen syrisch-paläßtincusisclieii Aufstand zum Ziele gepetzt hätte. Das ist der Sachverhalt und I Jerusalem, 21. Dezember. (2. T. A.) Die Palästina-Regierung teilt offiziell mit, daß der High Commissioner General Sir Arthur Wauchope den Präsidenten der Jewish Agency Prof. Dr. Chaim W e i zm a n n und die anderen Führer der zionistischen Bewegung und der jüdischen Gemeinschaft Palästinas für Sonntag, den 22. Dezember, in das Regierungshaus eingeladen hat, um ihnen die Schaffung des Legislative Council (Gesetzgebender Rat) für Palästina mitzuteilen. Die arabischen Führer waren vom High Commissioner zu dem gleichen Zw;eck für den 21. Dezember eingeladen worden! Die endgültige Zusammenetzung des Council wird erst nach dem Besuch der Führer der Landesbevölkerung beim High Commissioner bekanntgegeben werden. Zusammentritt schon im April? Jerusalem, 22. Dezember. (2. T. A.) Die arabische Presse weiß zu melden, daß er Legislative Council seine Tätiget im April aufnehmen wird. Er werde us einem Präsidenten und 26 Mitgliedern estehen, von denen 16 gewählt und 10 erannt werden sollen. Von den 16 gewähle n Mitgliedern würden acht Mohammeaner, drei christliche Araber und fünf u d e n sein. Unter den ernannten Mitglieern würden sich drei oder vier Bürgereister der großen Städte sowie die Leiter »r Regierungsdepartements befinden, die sgenwärtig dem Beirat des High Coramisoner angeboren. Präsident des Legislative ouncil soll diesen Meldungen zufolge ein ngländer, von den beiden Vizepräsidenten iner ein Araber und der andere in Jude sein. Die Tageszeitung „Al Dschamea el lamia“ erklärt, daß die Fragen der Einanderung und des Bodenkaufs cht in die Kompetenz des Legislative ouncil fallen werden. M rmrmm Jll Garantiert hilft tUS mein federloses ■ Uft> * DD I1IJ13.U4. Bruchband mit elast. Pelotte. Illustr. belehr. Gratisbroaehüren mit Mußbolle. ST. POTOKY, Wien, VI., Stiegeng. 15. seil 30 Jahren ine Warnung der „Times * London, 22. Dezember. (2. T. A.) )ie „Times“ verölYentllchen einen Bericht ss Jerusalemer Korrespondenten zur Lsre des Legislative Council, in dem erklärt wird: Die Haltung der Juden zur Frage des Legislative Council bleibt weiterhin hartnäckig; alle Teile der Gemeinschaft haben sich verpflichtet, einem Legislative Council fern zu bleiben, obwohl sie im übrigen die volle Kooperation mit .'der Regierung aufrecht erhalten. Die Haltung der Araber hat sich in den letzten Monaten geändert; es ist weniger wahr schein lieh als im vergangenen Sommer daß die Araber den Council akzeptieren. In jüngster Zeit ist die Führung der Araber i n die Hand der jungen Extrem! s t e n geglitten, die einen vor kurzem unter nommenen Versuch, von p r g a n i s i e r t e m Terrorismus mit lautem Beifall; begrüß ten und ausgesprochen für an ti-englische Methoden der Non-Cooperation eintreten. Offensichtlich würden daher die älteren Führer den Einfluß, den sie etwa noch haben, aufs Spiel setzen, wenn sie der Versuchung nachgäben, den geplanten Council oder irgend etwas, was weniger ist als volles parlamentarisches Re g i m e, zu unterstützen. * Mitteleuropareise Brodetskys verschoben Wie uns aus London telegraphiert wird wurde die für Anfang Jänner geplante Mitteleuropareise Prof. Brodetskys auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Verschiebung dieser Reise des Leiters des politischen Departements der zionistischen Exekutive steht zweifellos mit der bevorstehenden Verkündung des Legislative Councils im Zusammenhang. Die Wahlen in Tel-Aviv Tel-Aviv, 19. Dezember. (Z. T. A.) Die abgeschlossene Zählung der bei der Neuwahl dos Stadtrats von Tel-Aviv abgegebenen Stimmen zeigt folgendes Endergebnis: Es haben insgesamt 21.677 Wahlberechtigte teilgenommen. Die Arbeiterpartei 1 e r erhielten 8709, die „Z e n t r i s t e n“ 8651 Stimmen, auf die Liste des bisherigen Bürgermeisters Meir Dizengoff entfielen 2007, auf die verbundenen Listen der fortschrittlichen Zionisten und der Hitachdut Oie Germania (Liste Dr. Felix Rosenblüth) 1632 Stimmen. Von den zu vergebenden 15 Mandaten erhalten die Arbeiterparteiler und die Zentristen je 6 (die 6 Mandate der Zentristen werden folgendermaßen verteilt: je 1 Mandat fällt an die Gruppen des Vizebürgermoisters Rokeach, Shatzows, der Revisio¬ AUCH IM WIENER RATHAUSKEUER r\[S STOBERLPREISE Alt-Wien im Grinzinger Keller. Täglich Musik cler Kapelle Auerbach. Konzert, Jazz, Stimmung. Mitwirkend: Stimmungssänger Hans Blaschek und Violinvirtuose R. Ohlenschläger Jüdische Arbeit ln Trans- Jordanien zugelassen Jerusalem, 19. Dezember. (2. T. A.) Eine jüdische Gesellschaft hat von der Regierung Transjordaniens die Erlaubnis zur Errichtung von Fabriken in der Hafenstadt A k a b a zur Erzeugung von Eis und Konservierungvon Sardinen erhalten. Verhandlungen zwischen England und König Ibn Saud über den Hafen von Akaba, auf den sowohl Transjordanien als Hedschas Anspruch erheben, sind im Gange. Längs des Persischen Meerbusens werden Flughäfen errichtet. Neue Jaffa-Orangen und Grape-Fruits eingelangt; überdies sämtliche Palästina Produkte erhältlich bei S. HALPERN, Wien, II., Förstergasse 6 Telephon: A 46-4-12 Das neue Pro-Palästina- Komitee im englischen Parlament London, 20. Dezember. (2. T. A.) Bei Anwesenheit von über 40 Parlamentariern aller Parteien fand am 17. Dezember im Unterhaus unter dem Vorsitz des Abgeordneten Colonel Josiah Wedgwood die Konstituierung des Pro-Palästina-Komitees im englischen Parlament statt. Der politisch© Dezernent der Exekutive der Jewish Agency, Prof. Selig Brodetsky, legte der Versammlung die aktuellen Probleme Palästinas dar. Eine weitere Ansprache hielt der palästinensische Arbeiterführer I) o v H o s. Im Anschluß darar beantworteten die Referenten eine Reihe von Fragen, die die Abgeordneten an sie gerichtet hatten Es gab sich ein ungemein lebhaftes Interesse für die Lage in Palästina kund. Zum Schluß dor Sitzung wurde die Konstituierung des Komitees vorgenommen. Zum Vorsitzenden wurde der Abgeordnete Josiah Wedgwood gewählt. Lord Hartington und Sir Arehibald Sinclair sind stellvertretende Vorsitzende des Pro-Palästina-Komitees. Als Schriftführer wurden Lord Hartington und der frühere Abgeordnete Barnett J a nn o r eingesetzt. Es wurde ein Arbeitskomitee von 20 Mitgliedern gebildet. Für die Welhnachts- und Neujahrsfeiertage hat die Direktion des Rathauskellers wieder geschmackvolle G-esohenkkörbe, mit ausgesucht edlen Weinen, zum Preise von S 25.— und S 85.— »rra/ng;ert Diese, sowie unsere berühmten Flaschenweine werden raschest und kostenlos zugestollt. Bestellungen erbeten an Wiener Rathauskoller, I., Neues Rathaus, Tel. 48-508 und B 48-500, oder an Gaststätte für Jedermann (O. K.), l„ Bösumlorforstraße 2, Tek Ü«9Q mio\