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Die Stimme · 1935-12-20 · Heft 509 (20.12.1935) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 509 (20.12.1935)
Date
1935-12-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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809 — 30. Dezember 1935 DTI «tIMMI Seite 7 Dieii§€c(uUumfy dev (fetäi*&7Jne<Ml(&Ue&zfo n-acU pscdfatiMi Da«n Bahrtuch für dlo Überführung der Gebeine Theodor Herzls, das nach einem Entwurf des inzwischen verstorbenen Professors Sfcrnad in Arbeit gegeben wurde, ist fertiggestellt und nach Äußerungen von Künstlern ein Kunstwerk ersten Ranges. Da nach einora Beschluß des Luzernor Kongresses die Überführung der Gebeine Herzls im Jahre 1986 stattfinden muß, wird es unsere Leser interessieren, einen authentischen Bericht zur Frage der Überführung der Gebeine Theodor Herzls zu erhalten. (Die Redaktion.) Am 14. Kongreß in Wien im Jahre 1925 wurde beschlossen, die Überführung der Gebeine Dr. Theodor Herzls so bald als möglich zu veranlassen. Es ergab sich damals eine Reihe von Hindernissen mit den damals lebenden Erben. Am 16. Kongreß in Zürich im Jahre 1929 waren die Schwierigkeiten größtenteils beseitigt Vom Jahre 1929 ruhte diese Angelegenheit bis zum 18. Kongreß in Prag im Jahre 1933. In Prag wurde ein Komitee gewählt, dem folgende Herren angehörten: M. Ussischkin, Dr. Ringel, Leo Motzkin, Johann Kremenezky, Adolf Böhm, I. de Haas und später durch Kooptierung der Testaments-Exekutor Dir. Reichenfeld. Mittlerweile entstand unter den drei Städten: Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa eine Rivalität in der Bewerbung um die letzte Ruhestätte Herzls. Das in Wien gebildete Komitee versammelte sich im September 1933 und Ussischkin sprach in überzeugenden Worten dafür, daß nur Jerusalem als Ort der Grabstätte in Betracht käme. Tel-Aviv habe zu Lebzeiten Herzls nicht existiert, besitze auch keine jüdische Tradition. Haifa sei eine arabisch-jüdische Hafenstadt, hingegen Jerusalem sei Zion. Unter dem Eindruck dieser Rede und der vorgebrachten Argumente stimmten die Mitglieder der Kommission mit Ausnahme von Johann Kremenezky Ussischkin zu. Es wurde vollkom inen übersehen, daß Haifa und der Karmel nicht identisch sind. Über den Wunsch Herzls, auf diesem begraben zu werden, lagen dem Komitee damals nur vage Andeutungen, jedoch keine bestimmten Zeugnisse vor. Es wurde beschlössen, die Meinung der Exekutive einzuholen. Im Oktober 1933 kam der damalige Präsident der Zionistischen Organisation, N. Sokolow, nach Wien und erklärte auf das bestimmteste, daß es Herzls Wunsch war, auf dem Karmel bestattet zu werden. Sokolow empfiehlt dem Komitee, dies bezüglich Recherchen anzustellen. Das Wiener Komitee, stets bestrebt, den Willen Herzls zu erfahren und zu erforschen, setzt sich mit einer Reihe von Zeitgenossen Herzls in Verbindung. Das Resultat war, daß eine Reihe von Erklärungen und Äußerungen Herzls bekannt wurden, die hier folgen: chungen in dieser Angelegenheit ist Herr Dr. Itzkovich von mir informiert worden. Sie werden auch erfahren haben, daß ich persönlich unbedingt für eine Bestattung auf dem Karmel bin. loh hoffe, daß ee Ihnen persönlich sehr gut geht und verbleibe mit den besten Grüßen Ihr ergebener Joh. Kremenezky. Brief Dr. Th. Zlocistis an H. Struck vom 26. März 1935. Ich habe zweimal aus Wolfsohn« Mund, neben ihm sitzend und privat, klar und deutlich gehört, daß Herzl ihm wiederholt den Wunsch geäußert hat, auf dem Karmel beerdigt zu sein. Ich habe die äußeren Umstände und die Situationen klar vor mir, als Wolfsohn diese Äußerung zu mir machte. Das eine Mal war ich mit ihm und seiner Frau zusammen in Köln in seiner Wohnung; das zweitemal war es in Berlin, in einem Restaurant des Kurfürstendammes in Gegenwart von Adolf Friedemann. Von dor Konversation beim zweitenmal erinnere ich mich genau, daß sich das Gespräch auf Begraben und Friedhöfe, und so auf Herzls Begräbnisplatz entwickelte. Herzljcbst Ihr Th. Zlocieti. Erklärung Nahum Sokölows, London, vom 20. Juni 1935. Während meines Aufenthaltes in Köln seit Frühjahr 1906 bis Ende Dezember 1909 habe ich mit dem seligen Präsidenten David Wolfsohn nicht nur zionistisch eng zusammen- WmWMmmmmm&m I 1. Einen Tag vor Eröffnung des 4. Kongresses in London fühlte sich Herzl, der aus Paris gekommen war, sehr unwohl und ersuchte mich, ihm einen Arzt — womöglich einen Wiener Arzt — zu verschaffen. Ich brachte ihm Dr. Liebster, der. in Wien in der Kadimah war, und er verschrieb Herzl — soweit ich mich erinnere — ein Herzmittel. Am nächsten Tage war ich frühzeitig bei Doktor Herzl, der »ich unterdes ganz erholt hatte, und er sagte mir wörtlich: Ich habe geglaubt, mit mir ist es zu Ende; wenn ee aus sein wird, dann will ich am Karmel begraben werden. 2. Am 9. Juni 1902 ist Herzls Vater in Wien gestorben. Herzl, der gerade in London weilte, gab mir telegraphisch den Auftrag, die Todesmaske abnenmen zu lassen und für die Bestattung in einem provisorischen Grabe auf dem Döblinger Friedhofe Sorge zu tragen, was auch geschah Im Jahre 1903 hatte Herzl selbst einen Platz für die ständige Ruhestätte seines Vaters ausgesucht und mich beauftragt, die Exhumierung durchzuführen, respektive bei derselben zugegen zu sein. Bei der Exhumierung selbst war Herzl nicht anwesend, da ich ihn — mit Hinweis auf sein Herz — darum gebeten habe. Er gab mir Recht. Als der Sarg aber in die Gruft hinabgelaseen wurde, kam Herzl doch. Nach seiner Angabe hat es ihn nicht ruhen lassen. Er war tief bewegt und schwankte einige Maie, als er in die Graft hinabsab. Dann sagte er mir plötzlich: „Bald, bald werde ich auch da unten liegen, mich wird aber mein Volk nach Palästina bringen und ich werde am Karmel begraben eein.“ Nach der Bestattung machte Brief Heinrich York-Steiners an Dr. Peley vom 20. Mai 1932. Die Frage der Überführung des sterblichen Teiles von Theodor Herzl nach dem Karmel scheint s'eh günstig zu entwickeln; ce wird von seiten der Familie kein Einspruch erhoben werden, auch bestätigt Herr Kremenezky, daß Dr. Herzl wiederholt den Wunsch geäußert hat — auf dem Karmel zu ruhen. Die Konkurrenz von Tel-Aviv, besonders von Jerusalem, müssen wir bekämpfen — denn beide bewerben eich. Da Sio in Jerusalem Fühlung nehmen müssen, wie man sich dazu stellt, können Sio anl'iihren, daß Jerusalem vermieden werden soll, gerade wegen der mohammedanischen und der ch’-istlichen Heiligtümer. Es ist nun an der Zo:t, das Komitoo zu gründen, dein ich gerne angohöron will; auch hier wird man dazu schreiten. ff H. Yorlc-Steiner. Brief Johann Kremenezkys an Dr. Itzkovich vom 30. November 1932. Der Zweck meines heutigen Briefes ist, Sie zu b;tten, genaue Informationen über entsj'i'echenido Terrains, die für die Schaffung einen würdigen Ruheplatzes für unseren Führer Herzl auf dem Karmel in Betracht kämen, ganz diskret oinzuholen. Ihr ganz orgebener Johann Kremenezky. Brief Johann Kremenezkys an Herrn. Struck vom 26. April 1933. Wie Ihnen seitens des Herrn Dr. Itzkovich bekannt sein dürfte, hat sieh in Wien ein Komitee gebildet, das sich gleichfalls mit der Überführung der Gebeine Herzls nach Erez- Ißrael befaßt. Über die verschiedenen Bespre- Alfred Werner: Nicht dich besing ich, venezianisches Gerät, getriebenes Silber, reich an Tier- und Blumenspiel, noch dich, einst leuchtend sinnvergess’nem Freudenfest auf span’schen Tischen tieferer Bedeutung bar — doch dich, achtarmigen Leuchter, ärmlich wie das Volk, das wieder heimgekehrt zu seinem Rächergott, der einst Makkabi Sieg verlieh, dem Hämmerer, und xoieder furchtbar sein wird, wenn die Zeit gereift. Unscheinbar du, gleich Ästen eines kahlen Baums, der friert. Doch einmal hebt ein Blühen an, von jeder Spitze schwillt ein Lichtlein, jeden Tag, bis alle acht erstrahlen, für die Wunder Dank: daß jenes Häuflein überwand der Feinde Macht, und jenes Krüglein öl acht Tage hat gereicht, daß herrlicher denn je ein Tempel wird erstehn — wenn wifs nur wollen, wenn wir rein sind wie dein Licht! wmmmmm gearbeitet, sondern auch gesellschaftlich viel verkehrt, und wir haben während unserer Unterhaltungen sehr oft unsere Erinnerungen an unseren unvergeßlichen Führer Dr. Theodor Herzl ausgetausebt. Hiermit möchte ich nur wiederholen, was ich bereits vor dem in Wien im Jahre 1925 stattgefundenen 14. Zionistenkongreß erklärt habe, nämlich, daß mir der selige David Wolfsohn unzählige Male gesagt hat, daß es der Wuösoh Dr. Herzle war, auf dom Karmel bestattet zu werden. Nahum Sokolow. Erklärung Abraham Avadios, London, vom 26. Juni 1935. Als ich in meiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Vereinigten Palästina-Gesellschaften im März 1910 für einige Tage nach Köln fuhr, um die Geschäfte des Herzl-Waldes (Verein ölbaumspende) dem damaligen Kölner Hauptbureau des Jüdisohen Nationa.lfonds zu übergeben, war ich Gast des seligen David Wolfsohn in seiner Villa am Sachsenring 26. Als wir uns in seinem „Herzl-Zimmer“ befanden und er mir Verschiedenes aus dem Leben unseres unvergeßlichen Führers erzählte, berührten wir in unserer recht langen Unterhaltung auch die Frage der Überführung der Gebeine Theodor Herzls nach Erez-Israel. Ich kann mit aller Bestimmtheit erklären, daß bei dieser Gelegenheit dor Karmel als letzte Ruhestätte für unseren toten Führer ausdrücklich erwähnt wurde. Der selige David Wolfsohn gehörte übrigens auch zu den ersten Kunden der lmmobilien-Gesellschaft „Palästina“, die bei ihr seinerzeit Bauparzellen auf;onem Terrain erwarben, auf dem sioh heute das jüdische Stadtviertel „Hadar Hacarmel“ befindet. Abraham Avadio. Erklärung vou A. H. Reich, Wien, vom 19. Juli 1935. Ich war Sekretär des 2. bis 6. Kongresses, Sekretär des Bureaus des Zionistischen Kongresses in Wien und Sekretär Dr. Herzls und erinnere mich an folgende Begebenheiten mit aller Deutlichkeit: <, MMMM ich mit Herzl einen längeren Spaziergang, um ihn von seinen trüben Gedanken abzulenken, und da wiederholte er nochmals, daß er am Karmel begraben sein wolle. 3. Im Jahre 1902 und 1903 war die Frau Dr. Herzls erkrankt und Herzl mit ihr deshalb in Edlach; zu derselben Zeit sollte Mr. Greenberg aus London, der in Kairo im Aufträge Herzls wegen EI-Arisch unterhandelte, nach Wien zur Berichterstattung kommen. Ich hatte den Auftrag, Mr. Greenberg in Gloggnitz aus dem Zuga zu holen und nach Edlach zu bringen. Damals hat Herzl, als wir im Kurhaus einen Imbiß nahmen, in Gegenwart Mr. Greenbergs eine Äußerung gemacht, an deren Wortlaut ich mich wohl nicht mehr erinnere, die aber seinen Wunsch — am Karmel begraben zu sein — zum Gegenstand hatte. Über Ersuchen Dr. Emil Krasuys habe ich diese meine Erinnerungen vorstehend festgelegt und bekräftige auf das Bestimmteste, daß meine Angaben vollständig und richtig sind. A. H. Reich. Brief Josef Kremenezkys, Wien, an Avadio, London, 20. Juli 1935. In höfl. Erledigung Ihres w. Schreibens vom 15. d. möchte ich Innen, in Angelegenheit der endgültigen Ruhestätte Herzls in Palästina, folgendes mitteilen: Es ist mir in bester Erinnerung, daß mein Vater anläßlich der Anwesenheit verschiedener Gäste in unserem Hause mit großem Stolz die Photographien Herzls Palästinareise mit Erläuterungen zu zeigen pflegte. Bei einer Aufnahme, die Haifa mit dem Karmel von der Seeseito wiedergab, pflegte mein Vater immer die Bemerkung binzuzufügen: „Da wird einmal Herzls letzte Ruhestätte sein.“ Ete erscheint mir undenkbar, daß mein Vater in Anbetracht seines freundschaftlichen, ja intimen Verhältnisses zu Herzl etwas geäußert hätte, was einem Wunsche oder auoh nur einem Gedanken Herzls widersprochen haben würde. Ich muß daher aus dieser Bemerkung meines Vaters die Folgerung ziehen, daß zwischen Herzl und meinem Vater auch darüber gesprochen wurde. Mein heutige« Sohrei-, diesmal schenkt man zu CkanüUkaU ADOLF BÖHM Die zionistische Bewegung Die beste Geschichte res Zionismus. 750 Seiten. Ganzleinen S 20*90. Das neueste Werk dos berühmten lüdischen Historikers JOSEF KASTEIN Herodes Die Geschichte eines fremden Königs. Ein Werk voll Spannung, Vertiefung und glanz /oller Diktion. Ganzleinen S 12*60. Der Dichter, den uns Franz Werfel entdeckte SAMUEL LEWIN Und er kehrte heim Roman. 350 Seiten. Leinen S 9*45. 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Als Herr Ussischkin, im Rahmen dieser Kommission, in der Plenarsitzung des;A. C. (ungefähr um zwei Uhr nachts) den Antrag stellte* über die Empfehlung der Subkommissioö sofort abzustimmen, protestierte das Mit-f glied der Exekutive, Herr B. Locker, gegen diesen Antrag mit dem Hinweis auf die späte Stunde und ganz besonders auf die Abwesenheit des Herrn Sokolow von der Sitzung. Am nächsten Tage gelang es dann der Intervention des Herrn Sokolow, das A. C. zu veranlassen, einen Beschluß dahingehend zu fassen, daß die weitere Entscheidung über diese Frage dem A. C« überlassen bleiben soll, das kurz vor dem Kongreß in Luzern zusammentreten muß. Das A. C., das in Luzern kurz vor dem Kongreß sich versammelte, hat jedoch diese Angelegenheit nicht behandelt, son-< dem auf Antrag des Herrn Ussischkin beschlossen, die weitere Entscheidung dem A. C. zu übertragen, das der Luzerner Kongreß neu zu wählen haben wird. Das Wiener Komitee, von diesem Entschluß peinlichst berührt, trat zu einer neuerlichen Beratung zusammen, ebenso das in Haifa konstituierte Komitee, dem einflußreiche, dort ansässige Persönlichkeiten angehören. Es kam zu einem lebhaften Briefwechsel zwischen Wien und Haifa, und das Ergebnis war nach einem Referat von Adolf Böhm das neuerliche Festhalten des Wiener Komitees an der Bestattung Herzls auf dem Karmel. Folgende Resoliffy tion Dr. Emil Krasnys gelangte einstimmig zur Annahme: Das Wiener Herzl-Komitee hat zu der wiederholt erörterten Frage der Überführung der Gebeine Herzls in den Sitzungen vom 16. und 31. Jänner 1935 grundsätzlich Stellung genommen und im wesentlichen zum Ausdruck gebracht: 1. daß die endliche Überführung erstrebenswert erscheint; Samstag, den 21. Dezember, präzise 7*9 Uhr abends In den Räumen des Sektionshelmes, I., Neutorgasse 6 Große Chonukkoh-Feier der Sektion I. Religiöse Feier, Akademie, Tanz, Karten im Sekretariat und an der Abendkassa zum Preise von S 1*50,

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