Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 505 (6.12.1935)
- Date
- 1935-12-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 D» »TIMME 505 — 6. Dezember 1935 3iBERGHINN,U RABENSTEIG 3 HIMM LPFORlö. 5 KOLLNERHOFC. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA - HEMDEN (von S 680 aufw.) MocUeu&euM aus PcrtäsUua Jerusalem, 29. November. Nachdem die arabische Terroristenverschwörung bekannt geworden war, batten die Führer der arabischen Parteien (wie schon berichtet. Die Red.), den Wunsch, sich beim High Commissioner zu beschweren — über die Juden, die heimlich Waffen ins Land schmuggeln. Die Regierung hat über den Verlauf der gerade im gegenwärtigen Moment als besonders wichtig zu erachtenden Unterredung nur ein sehr kurzes Comm u n i q u e h e r a u s g e g e b e n. Die Araber erklären, daß der High Commissioner ihnen die Einführung des Gesetzgebenden Rates für diesen "Winter in Aussicht gestellt habe. Doch habe er sich geweigert, sich zur Beantwortung des arabischen Memorandums in der Waffenaffäre eine Frist setzen zu lassen; die Araber verlangten die Rüokäußerung der Regierung innerhalb vier Wochen... Die arabischen Führer sollen dann noch erklärt haben, daJß ihnen die Massen, enttäuscht von deT englischen Politik, nicht mehr gehorchen würden und daß eine Spannung herrsche wie im Jahre 1929 ... * Der Vergleich mit 1929 verpflichtet zu einer anderen Feststellung. Damals waren urteilslose Massen mit Hilfe religiöser Verleumdungen von unverantwortlichen Elementen aufgepeitscht worden und machten sich dann pogromartiger Verbrechen schuldig. Hinterher aber wollte es niemand gewesen sein ... Diesmal ist das Treiben einer organisierten, mit Geld und Waffen reichlich ausgestatteten Terroristenbande aufgedeckt worden, die nicht nur Blutschuld vorsätzlich auf sich lud, sondern allem Anschein nach des Mordens Festsetzung in der Ordnung einer „Schwarzen Liste" weiter betreiben wollte. Aber diesmal wollen es alle gewesen sein, die Terroristen werden heilig gesprochen, in den Moscheen wird für ihre Seelen gebetet, und in Djennin will man ihnen ein Denkmal setzen. * Man darf sich durch die rhetorische Behauptung der arabischen Parteiführer, daß sie für spontane Aktionen der Massen keine Verantwortung tragen können, nicht einschüchtern lassen. Wie schon öfters betont, besteht überall zwischen Juden und Arabern gutes Einvernehmen, wo man beieinander wohnt und miteinander arbeitet. Aber auch sonst kam es in der letzten Zeit nirgends zu einem Zusammenstoß der beiden Gruppen. Nur ein Arbeitskonflikt ist zu verzeichnen. Provoziert hat ihn ein Pflanzer, der seinen in Raanana gelegenen Orangenpardeß von arabischen Arbeitern abernten lassen wollte. Da aber gerade in dieser Kolonie das Prinzip der jüdischen Arbeit bisher hochgehalten worden war, ist es nicht wei- DEH PRIVATANGESTELLTEN DIE VORSORGE-VERSICHERUNG MONATLICH* PRÄMIE SCHILLING' 3*60 STERBEGELDlg .REIHE UNFALL-TOD- UNFALL- 'v- INVALIDITÄT KOSTEN- - , BEITRÄGE: SPITAL - OPERATION Dl* LEISTUNG S 300*— s w— S 300*- S 300*— ter erstaunlich, daß bereits nach kurzer Zeit zwei Trupps von je vierzig jüdischen Arbeitern erschienen, die an Stelle der Araber beschäftigt zu werden verlangten. Nun war aber die Frucht von einem arabischen Händler „vom Baum“' gekauft worden, und da er befürchtete, daß er für die Ware einen höheren Preis bezahlen müsse, wenn sie von jüdischen Arbeitern gepflückt werden würde und nicht von den arabischen, die er sich gleich mitgobracht hatte, rief er die Polizei herbei. Sie verhaftete die achtzig jüdischen Demonstranten, ließ sie jedoch später gegen Kaution wieder frei. Der Orangenverkäufer verpflichtete »ich dann nach längeren Verhandlungen, die Pflückarbeit den Juden zu übertragen. Er und nicht der Araber wird die Differenz zwischen den jüdischen und arabischen Löhnen tragen. * Es ist heute noch von einem anderen interessanten Kampf zum Schutze der jüdischen Arbeit zu berichten. Er spielte sich in der Eisengießerei Kremenez in Haifa ab, die in der Produktion von Badewannen eine ganz ansehnliche Kapazität erreicht hat. Es gibt jedoch einen internationalen Badewannen-Trust, der das palästinensische Unternehmen mit Dumpingpreisen zu vernichten drohte, die um 30 bis 50 Prozent niedriger als die palästinensischen und als die palästinamöglichen waren. Daraufhin teilten die Haifaer Installationsarbeiter und -handwerker den Bauunternehmern mit, daß sie sich von einem bestimmten Termin an weigern würden, Badewannen einzumonticren, die ausländischer Herkunft seien. Die Bauunternehmer fügten sich; in einzelnen Fällen kam es tatsächlich zum Streik ... Inzwischen ist es nun zu einem Abkommen zwischen der Haifaer Gießerei und ihren ausländischen Konkurrenten gekommen, das die Interessen der einheimischen Produktion schützt, ohne daß es in Zukunft nötig sein wird, zu solchen Zwangsmaßnahmen zu •greifen. Die Haifaer Fabrik konnte ihre Arbeiterzahl bereits verdoppeln und wird sie in kurzer Zeit bereits vervierfacht haben. * Um die Ansiedlung von Arbeitern auf dem Lande zu fördern, wird ihnen der Keren Kajemeth mehrere große Grundstücke bei Chederah, Petach-Tikwah, Kfar Saba und Gan Jawneh in der üblichen Form der unentgeltlichen Erbpacht zur Verfügung stellen. Mit Hilfe der Jewish Agency werden hier mehrere hundert Wohnhäuser für Arbeiter errichtet werden, die in den benachbarten Kolonien beschäftigt sind. Jede Familie bekommt noch genügend Boden für eine kleine Gemüsezucht für den Hausbedarf zur Verfügung gestellt. Die Anpflanzung des König-Georg- Waldes bei Nahalal, für den gegenwärtig unter den englischen Juden gesammelt wird, wird gleichfalls auf ihre Weise zur Verländlichung der jüdischen Bevölkerung Palästinas beitragen. Die Söhne der Farmer der Mosohawah Nahalal haben beschlossen, sich zu einer Gruppe zusammenzuschlicßen, um dic-en Wald auf dem Boden, den ihnen der Keren Kajemeth a,nwei.st, anzupflanze.n. Diese Arbeit, wird die jungen Farmersöhne mehrere Jahro hindurch Zusammenhalten. Gleichzeitig wollen sie sich in der Nähe „ihres“ Waldes ansiedeln. Das ist in der Geschichte der palästinensischen Kolonisation der orste Fall, daß „die zweito Generation“ eines Dorfes geschlossen auszieht und trotzdem geschlossen bleibt. " * Am 21. Dezember wird Miß Henrictta Szold, die Leiterin der Einwanderung deutscher Jugendlicher im Alter von 15 bis 17 Jahren nach Palästina, ihrem filnfundsiebzigsten Geburtstag feiern. Es soll ein Jugonddorf gegründet werden, das ihren Namen trägt. Diese Form der Ehrung Lat sinnvoll. Denn durch die von Miß Szold Wir gratulieren herzlichst unserem Bruder u. Schwager Arje BergCF zu seiner Promotion zum Doktor der Philosophie an der Berner Universität Berta und Isser Habermann LEBENS VERS-GES. PHONIX W I E N, I . R I E M E R GASSE I geleitet© Jugend Alijuh-Abteilung der Jewish Agency sind bisher bereits 870 Kinder aus Deutschland nach Palästina gekommen und in die einzelnen Kwuzzoth verteilt worden, wo sie für zunächst zwei Jahre bleiben, theoretisch und praktisch landwirtschaftlich und handwerklich ausgebildet und gleichzeitig in der Kenntnis des Hebräischen und anderer palästinawichtiger Disziplinen geschult werden. Von den 870 Jugendlichen leben 128 im Landschulheim Ben Schemen. Die nächstgroßen Jugend-Alijah-Siedlungen sind die religiöse Kibbuz Rodges (64 Jugendliche), Ain Charod und Givath Brennor (je 60). Demnächst, werden aber auch Moschawoth (private Siedlungen, die keinen Lohnarbeiter beschäftigen) Jugendliche aus Deutschland aufnehnven; so kommen zum Beispiel nach Nahalal, Kfar Jecheskel und Kfar Joschuah je 50. Außerdem soll in Kfar Chassiflim bei Haifa ein von etwa 80 Kindern bewohntes religiöses Jugenddorf geschaffen werden, da es für Kinder, die auf Wunsch ihrer Eltern eine orthodoxe Erziehung erhalten sollen, an Überbringungsmöglichkeiten fehlt. Es ist das vorläufige Ziel der Jugend-Allijah, jährlich wenigstens tausend Kinder aus Deutschland nach Palästina zu verpflanzen, um sie hier einem neuen, gesunden, jüdischen Leben der Arbeit einzuordnen. Eine Vergleichsziffer: 6000 Jugendliche verlassen alljährlich in Deutschland die Schule. Die Jugend-Alijah zahlt an jede Kwuzzah, die Jugendliche aufnimmt, im ersten Jahr LP. 36, im zweiten Jahr LP. 30 pro Kopf. Werber fahren in alle Länder der Erde, um für den schönen Zweck zu sammeln. Eben kam einer aus Ägypten nach Jerusalem zurück, während gleichzeitig ein anderer nach Indien und China abfuhr. * Die „Habimah“ bemühte sich, die G eschichte der deutschen Emanzipation auf die Bühne zu bringen. L. I. Cohen van Delft schrieb ihr ein von J. H u r w i t z ins Hebräische übertragenes Szenarium des Titels „Vier Generationen“, das die Zuschauer in dio deutsch-jüdischen SOEBEN ERSCHIENEN: "DTDiTlÜH II (DER FORTGESCHRITTENE) VON BEN-CHAVIV Das Interessante, moderne Lehrbuch zum Selbstunterricht für Fortgeschrittene; enthält Gespräche aus dem täglichen Leben, Ausschnitte aus dem palästinensischen Zeitungswesen, politische und wirtschaftliche Berichte, Reden und Vorträge, Interessanten Unterhaltungsstoff, praktische Grammatik. Benutzet dieses Lehrbuch! Et führt Euch zum Zlull VERLAG: JOSEF SCHLESINGER, WIEN, I., SEITENSTETTENG. 6 Erhältlich In allen einschlägigen Buchhandlungen I ■SnamSBHnnMIMHSHMMNIIIUlIR. ,11 Der Vorstand des human. Vereines„Horodenka'‘ in Wien spricht hiemit seinem verdienstvollen Vorstandsmitglied, Herrn Jofef Sonncnblmn samt Familie anläßlich des Ablebens seiner liebevollen Gattin und Mutter FANNY S. A., dieein vorbildliches Mitglied unseresVereines war, im Namen aller Mitglieder das innigsteBeilehlau», Jahre 1815, 1882, 1914 und 1033 führt. Der Leser kann «ich ungefähr vorstellen, was sich in diesem Stück ereignet, und er wird sich auch denken können, daß sich die „Habimah“ hier au einem mehr als problematischen Stück Theatorbrot die Zähne ausbiß. Es ist gewiß zu verstehen, daß ihr Versuch, di-o Eman/.ipationiiepochen des Judentums dramatisch zu charakterisieren, narb Feuohtwangors „Jucl Süß“ und WolTs Professor Mannheim“, eine zusaminenf'assende und abschließende Darstellung erfahren sollte, aber die Bühne verlangt nach konzentrierter Handlung und nicht nach einer, die sieh Uber tmndertzwanzhg Jahre hinzieht. Leasing hat recht gehabt und nicht der Hab im ah-Regisseur Zwi Friedland oder sein Dramaturg, und es ist kein Zufall, daß die großem literarischen Gemälde, die das Werden und Sterben der Generationen erzählen, von Thomas Mann und Galsworthy, von Balzac und Zola in Romanforrn geschrieben wurden. Denn nur der Roman erlaubt die Breite und Tiefe, die dieses Thema verlangt. * Die Telephonverbindung Jerusalem — Bagdad wurde offiziell eingeweiht. Sie ist zwölfhundert Meter lang. Das Eröffnungsgespräch zwischen dom Chefsekretär der palästinensischen Retrierung und dem irakischen Premier war indessen sehr kurz. Der „Palestine Post“ zufolge erklärte Yassin Pascha Al-Haschimi, daß er „außerordentlich beschäftig t“ sei. Es ist angeblich eine Kreuzung zwischen Mandarine und Grapefrucht gezüchtet worden. Leider sind die auf dem englischen Markt bisher verkauften Grapefriichte dieser Saison ziemlich niedrig bezahlt wordon. In Raanana fand die Gründungskonferenz der Fraktion der Allgemeinzionistischen Arbeiter statt, die in der Hista- Restaurant Rillet Bestrenommlevte Küche Reichhaltige Menüs ä S 1*90 u. 2*60 ll.,Hammerpurgsta! gasse3 (nächst Sa'ztorbrücke) drut organisiert sind. Es erschienen 550 Interessenten, viele von ihnen sind Landarbeiter. Franktionsvorsitzender ist der Arbeiterführer Elieser Joffe, der ehemals zum Hapoel Hazair gehörte. Im April 1936, zur Zeit der Levantemesse, soll in Tel-Aviv eine Weltkonferenz jüdischer Ärzte stattfinden. Auf dem Programm steht außeT einer Reihe wissenschaftlicher Vorträge die Erörterung der Schaffung einer Weltorganisation jüdischer Ärzte. Die palästinensische Regierung will d i e Muchtare der arabischen Dörfer, dio als Verbindungsmann zwischen Dörfern und Behörden dienen und ihre Tätigkeit bisher ehrenamtlich ausübten, in Zukunft besolden. Bisher wurden nur in Ausnahm ©fällen besondere Dienste entlohnt, wofür clor Regierung ein Budget von 7000 Pfund pro Jahr zur Verfügung stand. Das muchtarische Gehaltsbudget wird sich vorerst auf 40.000 Pfund belaufen. Das „Ohel“ spielte unter der Regie von Friedrich Lobe „Stempelbrüder“ von Duschinsky und bereitet ein Sabatai-Zwi-Stück von Nathan Bestritzky vor. Die Galerio M a s k i t in Tel-Aviv stellte Aquarelle der aus Wien immigrierten Malerin Margarete Siobenschein aus und Steimatsky in Jerusalem Bilder von Spendet alli i D eze mber-BQcMenleerung reichLchst i h Keren Kalemeth!