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Die Stimme · 1935-11-29 · Heft 503 (29.11.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 503 (29.11.1935)
Date
1935-11-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Otf STIMM! Nr. 503 — 29. November 1985 3iBER£MHIÜ: RABENSTEIG3 HIMM-LPfORTG. 5 KOLLNERHOFG. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! 'FÜHREND IN ETCRNA-HEMDEN (von S 6 80 aulw.) Palästina meldet: England und die arabischen Tetr orbanden Jerusalem, 25. November. (2. T. A.) In englischen und jüdischen K r e i s e u, ja sogar in den Kreisen der arabischen Kaufmannschaft ist man erstaunt darüber, daß die Regierung die offene politische Hetze der arabischen Presse anläßlich der Unschädlichmachung einer Räuberbande zuläßt. Man fragt sich auch, warum die Erlaubnis zur Abhaltung eines öffentlichen Begräbnisses für die getöteten Bandenmitglieder erteilt wurde. Dieses Entgegenkommen habe die großen antienglischen Kundgebungen und Unruhen in Haifa ermöglicht, denen englische Polizisten zum Opfer fielen. Während einerseits die arabische Tageszeitung „Felestin“ auf eine Verbindung des Bandenchefs Scheich Ezz Din mit kommunistischen Kreisen hinweist, setzt die arabische Presse anderseits ihre Kampagne zur Verherrlichung der Aufrührer fort und erklärt: „W enn die Getöteten Räuber •wat en, dann sind wir alle Räuber!“ Die Polizei hat sich an die Behörden der Nachbarländer telegraphisch mit dem Ersuchen gewandt, die dort möglicherweise sich verborgen haltenden restlichen Mitglieder der Bande festzunehmen. Alle unsere Bekannten und Freunde, deren Adresse uns unbekannt ist, laden wir auf diesem Wege zur Eröffnung des CAFE VATERLAND II., Praterstraße Nr. 11, höflichst ein. ADOLF NEUMANN u. LOUISE GOHL Der neue Kolonienminister Der zum Kolonienminister ernannte bisherige Dominion-Minister J. H. Thomas ist ein führendes Mitglied der Nationalen Arbeiterfraktion, die sich 1931 unter der Führung Ramsay MacDonalds von der Labour Party loslöste, um gemeinsam mit den Konservativen die nationale Regierung zu bilden. J. H. Thomas, der jetzt 60 Jahre alt ist, war von Jänner bis Dezember 1924 bereits Kolonienminister in der ersten Arbeiterregierung und ist seit 1930 Mitglied 3es Kabinetts als Lord-Gebeimsiegelbewahrer und als D o m i n i o n - M i n i s t e r. Seit 1910 gehört er dem Parlament an. Er stammt aus den unteren Volksschichten, mußte schon mit neun Jahren sich seinen Lebensunterhalt verdienen, arbeitete sich sum Bahningenieur empor und gelangte später zu großem Einfluß in der Arbeiter¬ und Gewerkschaftsbewegung. Restaurant Rillet Bestrenommieite Küche Reichhaltige Menüs a S V90 u.2"60 II., Hammerpurgstalgasse 3 (nächst Sa'ztorbrOcke) Aufschub der Übergabe der Ländereien von Kuskus Taboun Jerusalem, 25. November. (2. T. A.) Die Tageszeitung „El Jamea'el Islamia“ hat eine Zuschrift des High Commissioner veröffentlicht, in der erklärt wird, die Regierung habe veranlaßt, daß die Übergabe der Ländereien von Kuskus Taboun an die jüdischen Eigentümer zur Zeit nicht erfolge. Auf eine Anfrage der Jüdischen Telegraphen Agentur bestätigte die Regie-' rung diese Nachricht und erklärte, der High Commissioner habe auf die Gesellschaft Meschek dahin eingewirkt, daß sie nicht auf die Übergabe dränge. Der Streit um die Kuskus Taboun-Böden erstreckte sich über mehr als vier Jahre. Ein endgültiger Entscheid zugunsten der Meschek-Gesellschaft wurde erst vor wenigen Wochen durch das Bodengericht als Berufungsgericht getroffen. Der jetzige Aufschub der effektiven Übergabe des Bodens an Meschek scheint auf die unruhige Stimmung in Verbindung mit der arabischen B a n d e n t ä t i g k e i t zurückzuführen zu sein. Landeskonferenz der Allgemeinen Zionisten Palästinas Auf der kürzlich in Tel-Aviv abgehaltenen Landeskonferenz der Allgemeinen Zionisten Palästinas (Gruppe B) wurde eine Reihe von Resolutionen politischen und organisatorischen Charakters gefaßt. In einer der Resolutionen wird zur Verwirklichung der Koalition im Zionismus auf der Grundlage der in Luzern erzielten Verständigung aufgerufen. Dr. Rothenstreic.h wird zu seinem Eintritt in die Exekutive beglückwünscht. Als Hauptaufgabe' des palästinensischen Landeskomitees wird die organisatorische Erfassung der dem Allgemeinen Zionismus ideologisch nahestehenden Bevölkerungs- Preise bezeichnet. Das Landeskomitee wird aufgefordert, eine Wirtschaftskommission zur Behandlung aller wirtschaftlichen und kolonisatorischen Fragen zu bilden. Ferner solle die Leitung für die Unterstützung der verbandsangehörigen Arbeiter Sorge tragen. Die Konferenz forderte zur Mithilfe an der Entwicklung und Stärkung des allgemein-zionistischen Arbeiter-Irguns auf. Zu diesem Zweck wird an die Mitglieder des Weltverbandes der Appell gerichtet, den „Keren Haowed Hazioni“ zu fördern. Der Jugendverband „Akiba“ wird zur Alija seiner ersten Gruppe und ihrer Seßhaftmachung im Gebiet von Bet Schean beglückwünscht. Die Durchführung des „Miphal Ussischkin“ soll beschleunigt werden. Die Mitglieder des Weltverbandes werden zur Arbeit für die nationalen Fonds aufgerufen. Es wurden auch Beschlüsse internorganisatorischen Charakters gefaßt. Das Budget der Landesleitung wurde mit 1500 Pfund festgesetzt. Dizengoff kandidiert Tel-Aviv, 24. November. (JTA.) Bürgermeister Meir Dizengoff hat bekanntgegeben, daß er an seinem Vorsatz, bei den bevorstehenden Wahlen zum Stadtrat von Tel-Aviv am 15. Dezember nicht zu kandidieren, nicht mehr fee th alte. Mit der Ablehnung einer Kandidatur wollte Bürgermeister Dizengoff, wie er seinerzeit der Presse erklärte, gegen die unfreundliche Haltung der Palästina-Regierung gegenüber der Stadtverwaltung von Tel- Aviv protestieren. Es wird angenommen, daß Dizengoff sich durch den High Commis s 1 o n e r, der ihn vor kurzem besuchte, um stimmen ließ. Parteienvereinbarung in TebAvlv? Jerusalem, 25. November. (2. T. A.) Von zuverlässiger Seite wird mitgeteilt, daß Mitglieder der Zionistischen Exekutive den Vorschlag gemacht haben, im Hinblick auf die gegenwärtige Lage auf die Austragung eines Wahlkampfes anläßlich der für den 15. Dezember festgesetzten Neuwahl des Stadtrates von Tel-Aviv zu verzichten und eine Partoienvereinbarung über die Verteilung der Mandate horbeizuführen. Dem Beispiele des Bürgermeisters Dizengoffs folgend, hat nunmehr auch der Vizebürgenneister von Tel-Aviv, Israel Ko ko ach, erklärt, er werde bei den bevorstehenden Wahlen aus denselben Gründen wie Dizengoff (unfreundliche Haltung der Regierung gegenüber der Stadtverwaltung) nicht mehr kandidieren. Dr, Emit Szmoräk tn Palästina Jerusalem, 25. November. (2.T. A.) Der Präsident der Zionistischen Landesorganisation Ostgaliziens, Dr. Emil S z m or a k, ist in Jerusalem eingetroffen, um an I den Sitzungen des vom Zionistenkongreß in Luzern gewählten Rates der Banken teilzunehmon. I Besserung der Lage der jemenitischen Juden Jerusalem, 26. November. (2. T. A.) Wie aus dem Jemen gemeldet wird, hat sich die Lage der Juden in diesem südarabischen Staat gebessert, sieitdcui der Iman J a h i a wegen Alters und Kränklichkeit die Regierung seinem Sohne .übertragen hat, dessen energisches Regime sich auch gegen die Judenverfolgung richtet. Juden dürfen jetzt nach Palästina auswandern, wenn sie ein Zehntel ihres Besitzes dem Staate überlassen, doch hat sich die Zahl der Emigranten vermindert. Die Industrie Palästinas Jerusalem, 25. November. (2, T. A.) Ungeachtet der mit der Gestaltung der internationalen Lage zusammenhängenden Schwierigkeiten schreitet die Entwicklung derPalästina-Industrie unaufhaltsam fort. Bis zum Ende des Jahres wird in einer Reihe neuer größerer Industriebetriebe ein Kapital von einer h a 1ben Million Pfund investiert werden. Berücksichtigt man die von Anfang des Jahres an in vielen Großimternehmungen („Nesher“, Electric Corporation usw.) sowie in der Mittel- und Kleinindustrie investierten Kapitalien, so gelangt man zu einer Summe von etwa 2'A Millionen Pfund, die in diesem Jahre in der Industrie neu angelegt wurde. Von den neugegründeten größeren Unternehmungen sind zu erwähnen eine Zementfabrik mit einem Kapital von 250.000 Pfund, die Bierbrauerei in Rischon le Zion (50.000 Pfund), eine Silikat-Ziegelfabrik in Nachalat Jehucla (38.000 Pfund), eine Reismühle in Haifa (35.000 Pfund), die Glashütte Phönicia (30.000 Pfund) und eine Papierfabrik. NEUERÖFFNUNG H. M o r 11 z W EIS Z aus Sauerbrunn hat am I. November In Wien, II., Kl. Sperlgasse I iw RESTAURANT mw berühmt gute Küohe, eröffnet. § Zeitgemäße Preise bei bester Bedienung, f Die Baubewegung. In J e r u s a 1 e m ist in diesem Jahre eine besonders starke Bautätigkeit zu verzeichnen. Unter den größeren Bauwerken, die demnächst in Angriff genommeu werden, sind zu nennen die Universitätsklinik auf dem Skopus-Berg (Baukosten 100.000 Pfund), das Gebäude des Judaistischen Instituts (18.000 Pfund), ein Gebäude für die Zweigstelle der Anglo-Palestine- Bank (30.000 Pfund), ein Säuglingsheim auf dem Skopus-Berg (10.000 Pfund), Handwerkerhäuser in Talpiot und in der Siedlung des Hapoel Hamisrachi (15.000 Pfund). Einschließlich zahlreicher Privathäuser wurden in Jerusalem 275.000 Pfund in Bauten investiert. An Regierungsgebäuden werden errichtet ein Haus für den Stellve-treter des High Commissioner, ein Haus für den Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes, ein Gebäude für die Polizeischub; ferner wird das Hauptpostgebäude erweitert, Kasernen, ein Krankenhaus für Geisteskranke usw. wurden errichtet. Bis Jahresende werden 400 Häuser für die Irgunim C. und D. in der Haifaer Vorstadt Kirjat Chajim gebaut. Im Laufe der Wintormonato werden 120 Einfamilienhäuser und 100 Wohnungen in Gemeinschaftshäusern für den Irgun E. orrichtet. Die Baukosten werden auf 70.000 Pfund veranschlagt. I Die arabischen Proteste vom Mufti angeoidnet Über die Aussprache zwischen dem Mufti und dem Vertreter des High Comissionar Hüll, die in Anwesenheit des Distriktskommissars Jerusalems, Major Campbell, stattgefunden hat, wird liier das folgende bekannt: Der Mufti beklagte sich, daß die Juden die heiligen Plätze der Muselmanen in Palästina beherrschen wollen, wobei er sich auf den Zwischenfall mit dem „Gerer Rebbe“ beim Grabe der Patriarchen berief. Hüll antwortete dem Mufti: „Vor kurzem reiste ich durch das Land und hatte Gelegenheit mit zahlreichen arabischen Führern in der Stadt und auf dem Lande zusammenzutreffen. Alle gaben der Meinung Ausdruck, daß die Regierung die heiligen muselmanischen Plätze schützen werde. Alle bestätigten auch, daß sie gegen die angeblichen .jüdischen Anmaßungen1 protestiert haben, aber nur deshalb, weilsie solch eWeisungon bekommen haben. Ich erfuhr, daß diese Weisungen vom Mufti Hebrons aiisgingen. Ich möchte wissen, ob nicht Sie den Mufti von Hebron zu diesem Vorgehen angestiftet haben.“ Der Mufti bestritt dies nicht. Er behauptete nur, daß or den ihm unterstellten Geistlichen in dioser Richtung beeinflussen mußte, da er davon überzeugt sei, daß die Juden, wenn die Muselmanen nicht protestieren würden, alle muselmanischen heiligen Plätze an sich reißen würden, „Die Gefahr“, erklärte der Mufti, „ist um so größer, als in Kürze in Jerusalem einre neuzeitliche Wasserleitung eingeführt werden wird, was eine Einwanderung! von neuen 100.000 Juden in die Heilige Stadt zur Folge haben wird. Dann bes/teht die Befürchtung, daß die Juden die Omar- Moschee an sich reißen werden.“ Die jüdische Auswanderung nach Palästina über Italien Der „Lloyd Triestino“ schreibt uns: „In den interessierten Kreisen ist vielfach die unbegründete Meinung verbreitet, daß infolge der politischen Ereignisse und vor allein der Sanktionen, die Regelmäßigkeit des italienischen Schiffs verkehr es gelitten und die Benützung italienischer Schiffe mit Gefahren verbunden sei. Es wurde bereits wiederholt von den italienischen Sohiffahrtsi gesellschaften festgestellt, daß alle Linien im uneingeschränkten Betriebe stehen und | die Landung, auch in englischen Häfen ohne I die geringsten Erschwernisse vor sich geht. Nunmehr sind wir in der Lage, eine bemerkenswerte Erklärung eines hervorragenden Mitgliedes der Exekutive der Jewisli Agency, die die berufenste Stelle ist, sich hierüber zu äußern und in erster Linie darf Wohl der jüdischen Auswanderer im Auge behält, zu veröffentlichen. Dieses Mitglied, Herr Professor Dr. Selig B r o d e t. s k y, gab Journalisten gegenüber folgende Erklärung ab: ,Es muß allen klar werden: Wir (die Jewisli Agency) haben uns in dieser Sache an die englische Regierung gewandt iund erhielten die Antwort, daß die Frage der jüdischen Auswanderung nach Palästina über Italien durch die Sanktionen, die auf Grund eines Beschlusses des Völkerbundes am 18. d. M. in Kraft traten, in keiner Weise berührt wird. Die Juden können also auch in der Folge wie bisher auf i t a i ’ e n ischon Schiffen über Italien reisen und ihr Gepäck und ihre Habe kr;-importieren lassen. Die« habo ich bereit« in London erklärt und wiederhole es noch einmal, damit os allen klar werde.4“ Die sorgsame Erhaltung der Milchzähne ist auch im intorosso der Zähno dringend erforderlich. Die hevanwaehsendo Jugend schützt ihre Zähne am besten durch tägliche mehrmalige IMlego mit O D 0 L - Mundwasser. Odol- Mundwasser ist antiseptiseh, wohlschmeckend, aromatisch und bildet, noch stundenlang nach Gebrauch einen Schutz f(lr Zähno, Mund und Mandeln. Außerdem enthält Odof-Mundwas-ser uohen dem Odol-Antisoplikum den Myrrhoextrakt, der gegen Lockerung der Zähno und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet wird.

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