Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 501 (22.11.1935)
- Date
- 1935-11-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 du summ! Nr. 501 — 22. November 1035 lüiBERGMINILLi RABENSTEIG3 HIMMELPFORTö. 5 KOLLHERHOFG. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA - HEMDEN (von S 680 aufw.) Satisfaktion für Oberrabbiner Niemirower Bukarest, 18. November (Z. T. A.). Landesrabbiner Senator Dr. N i e m i r ow e r, der. wie mitgeteilt. anläßlich der Installierung de< Metropoliten Visarion in C z e r n o w i t z vom antisemitischen Abgeordneten R o b u beschimpft, und am Betreten des erzbischöflichen Palais verhindert wurde, erhielt vom Metropoliten Visarion das folgende Telegramm: ..Aufrichtigsten Dank für Ihre Teilnahme an den Installierungsfeierlichkeiten in der Cernautier Metropolic. Ich b c d a u r e zutiefst den Zwischenfall. d e r s i c h gelegentlich d e r F e i e r 1 i c h k ei t e n in Ce r n a u t i ereignet li a t. u nd verurteile d a s Benehmen desjenigen, der Sie tiberfallen hat. — Metropolit Dr. Visarion Puiu.“ Im Aufträge des Metropoliten erschien Konsistorialrat S a n d r u beim Präsidenten der Czernowitzer Jüdischen Gemeinde Dr. M e nc z e r und beim Oberrahbiner Dr. M a r k. um ihnen für die Teilnahme an den Installierungsfeierlichkeiten zu danken. Konsistorialrat Sandru erklärte, der VIetropolit habe ihn ersucht, bei dieser Gelegenheit s e i n t i e f e s Bedauern über den peinlichen Zwischenfall. von welchem Oberrabbiner Senator Dr. Niemirower betroffen wurde, auszusprechen. Metropoliten der Bukowina cingeladcn war, hinausgejagt angesichts Tausender Menschen, ohne daß die Behörden eingeschritten wären. Indem wir gegen diese Beleidigung des mosaischen Kultus und gegen die Passivität der Behörden protestieren, ersuchen wir Sie, die Bestrafung der Schuldigen anzuordnen und unserem schwer beleidigten Kultus v o.l 1 e G e n u g t. u u n g zu verschaffen. — Der Präsident: Dr. W. Fildermann.“ Die Jüdische R e i c h s p a r t e i sandte an den Ministerpräsidenten und den Kultusminister Telegramme, in denen es heißt: ..Die jüdischi' Bevölkerung verlangt vom rechtsgerichtete Organisationen gezeigt hat, und wir hoffen, daß wenigstens angesichts dieser nicht nur für dio jüdische Bevölkerung. sondern auch für die Ordnung gefährlichen Manifestation die Regierung u nvorz ü g I i c h die von den Umständen diktierten Maßnahmen ergreifen wird. — Der Präsident: Dr. Theodor Fischer. Im Namen des 0 b e r s t e n Zionist is e h e n R a t e s von Rumänien protestierte der Präsident Philippe R o s e n s t e i n in einem Telegramm an den Ministerpräsidenten gegen die Beleidigung Dr. Niemirowcrs unter Duldung der Behörden und forderte Wiedergutmachung der der ganzen jüdischen Ministerpräsidenten des Landes Maßnahmen < Bevölkerung zugefügten Instiltierung. Im Namen des Zionistischen Z e nt r a 1 r a t e s Alt r u m ä n i e n s sprach der Präsident Mischu W e i ß m a n n die Fm pürung über die Dr. Niemirower zugefiigte Beleidigung und das Ersuchen um Wiedcrmitmachiimr aus. gegen diese Gewalttat und Satisfaktion für den mosaischen Kultus. Die Tat ist zweifellos eine Iv o n s e q u e n z der e x z e s s iv e n T o 1 e r a n z, die die Regierung bisher gegenüber der verbrecherischen Haltung und Bedrohung durch einige fortwährenden Brief aus ie&z pscad Neu erschienen: B.Kiar:B Leben für ein Volk Einmalige umfangreiche Darstellung des Lebens und Schaffens unseres größten nationalen Dichters und seiner Epoche. — Mit vielen bisher unveröffenll. Bildern, Leinen S 5'25 Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Verlag Josef Rabensteig Belf, Wien, I. Standardwerk der Jüdischen Literatur „Ostjüdische Zeitung“ gemaßregelt Dr. Mayer Ebner teilt in der „Ostjüdischen Zeitung“ mit, daß sein dem Fall Robu-Niemirower gewidmet gewesener Leitartikel zu einem wesentlichen Teile dem Rotstift des Zensors verfiel, obwohl der Artikel nichts enthielt, was gegen die Gesetze verstieß. Dr. Ebner hatte die Haltung der Polizei einer Kritik unterzogen, weil sie Robu gütlich zuredete, statt den Ruhestörer anzufassen und den Senator Dr. Niemirower unter ihren Schutz zu nehmen. Dr. Ebner fragt, warum man gegen die antisemitische Presse des Ouza nicht einschreitet, die, ungehindert von der Zensur, unablässig gegen die Juden hetzt. Die regierende liberale Part e i spielt gern die Cuza-Goga-Front gegen die konkurrierende riationalzaranistLsche Partei aus, deswegen glauben die staatlichen Funktionäre, die Regierung wolle es sich mit der Cuza-Goga-Front nicht verderben. Proteste der rumänischen Juden Die Union rumänischer Juden telegraphierte an den Ministerpräsidenten und den Kultusminister: „Senator Dr. Niemirower, Chefrabbiner und Vertreter des mosaischen Kultus im Senat, wurde insultiert unrl aus der heiligen Metropolie in Cernauti, wohin er von dem Restaurant Billet wd Bestrenommierte Küche -w: Reichhaltige Menüs a S 1a90 u.2‘60 II., Hammerpu; jMaf gasse 3 (r ijehst Saiztorbülda\ Jerusalem, 15. November. Der H i g h C o m m i s s i o n e r ist von seinem Urlaub aus England zurückgekehrt. In Jerusalem, Jaffa und Haifa hielten eine kleinere Anzahl arabischer Geschäftsleute zum Zeichen des Protestes gegen die zionisienfreundlichen Erklärungen Sir Wauciiopes im Londoner Anglo-Palästmemsischen Club ihre Geschäfte geschlossen; in Tulkarem, Na'T<s, Gazba und Nazareth war die Zahl der Streikenden größer. Im ganzen war lic Kundgebung' weit schwächer als die vom 2. November, dem Tage dir Balfour-Deklaration. John P h i 1 b y, der w mig zionistenfreundliche englische Fo'sdi-euni Ratgeber am Hofe Ibn Sauds, de^ sich dieser Tage auf der Rückreise \on London nach dem Hedjas in Jerusalem auf hielt, hat den Arabern vom Proteststreik abgeraten, da er ihn ftir unwirksam halte. Er empfahl ihnen vielmehr eine enge Zusammenarbeit mit der englischen Regierung — trotz ihrer nach Philbys Meinung zu projüdischen Poitik. Der Jerusalemer Unterhaltungsrundfunk wird vermutlich erst im neuen Jahre Programme aussenden. Die von der Regierung eingesetzte Kommission, in der drei Regierungsbeamte, ein Araber und als Vertreter der jüdischen Bevölkerung Dr. Abraham Kazenelson sitzen, ist mit den Pro grammvorbereitungen beschäftigt. Vorläufig wird die Radiostation drei Stunden am Tag allgemeine und palästinensische Nachrichten, Regierungsmitteilungen und musikalische Darbietungen senden, eine Stunde steht speziell den Juden, eine weitere tägliche Stunde den Arabern zur Verfügung. Ferner sind Kinderprogramme vorgesehen und spezielle Darbietungen an den Feiertagen der einzelnen religiösen Gemeinschaften. * Die Universität erölfnete ihr neues Semester — mit Unzufriedenheit bei den Studenten, die gegen die Erhöhung der Studiengebühren protestierten und mit einer feierlichen Zeremonie im Lesesaal der Nationalbibliothek, bei der Kanzler M a g n e s, der neugewählte Rektor Prof. Hugo Bergmann und Schatzmeister Schocken sprachen. Kanzler Magnes teilte mit, daß bisher 58 Studenten der Hebräischen Universität den Grad M. A. (Magister artium) erworben hatten uncl acht Kandidaten im Laufe des Wintersemesters vermutlich das gleiche Ziel erreichen werden. 38 Studenten bereiten sich gegenwärtig aufs Doktorat vor. Die Zahl der Studenten im neuen Semester beträgt 600. Viele von ihnen werden allerdings enttäuscht sein, weil — nach einer weiteren Mitteilung Magnes’ — es in nächster Zeit immer noch nicht möglich sein wird, die Landwirtschaftliche F ak u 11 ä t, die das Land so dringend braucht, zu schaffen. Sobald die hieftir notwendige Summe von LP. 30.000 gespendet worden sein wird (Magnes und auch die anderen Redner ließen clurchblicken, daß sie mit der Gebefreudigkeit der palästinensischen Juden unzufrieden seien ...), soll eine Landwirt schaftliche Hochschule in Rechoboth ge schaffen werden, wo sie mit der dortigen Versuchsstation Zusammenarbeiten wird Die Naturwissenschaftliche Fakultät selbst wird Professor Weizmann für die nächsten zwei Jahre leiten. Pro fessor Brutzkus liest an ihr über Agrarwissenschaften. In einem sehr weitem Maße sind naturgemäß die allgemein-philosophischen und speziellen jüdischen Fächer ausgebaut. Endlich empfahl Kanzler Magnes noch die Schaffung einer Jüdischen Akademie an der Hebräischen Universität, um der in aller Welt wirkenden jüdischen Wissenschaft einen weiteren Konzenrtrationspunkt zu schaffen. * Das Archäologische Institut der Hebräischen Universität, das unter Leitung von Dr. Siikeinik steht, verzeichnet einen neuen Ausgrabungserfolg: In einer Reihe von Höhlen, die man im Kidrohtal bei Jerusalem entdeckte, fanden sich außer in interessanten alten Inschriften in Hebräisch Aramäisch und Griechisch eine große Zahl von Töpfereien und Utensilien. Zur Zeit des zweiten Tempels dienten die Höhlen als Grabstätten. Eine weit unangenehmere Höhlenent deckung machten dieser Tage neun Kinder aus Kfar Witkin im Ernek Chefer. Sio kletterten in einem unterirdischen Gang herum, Empfangsabend der WIZO Prater, Straße 8 eineD Samstag, den 23. November I. J., 8 Uhr abends, veranstaltet die Wizo Prater Empfangsabend mit Akademie im WIZO-Heime, I., Schottenring 23. Es wirken unter anderem mit: Frl. Grete Holm, Klavier: Frau Dr. Morgenstern, Geige; Heinz Zablotowsky, Jüdische Lieder: Dr. Max König und der bekannte Schauspieler Fostel aus den Jüdischen Künstlerspielen. — Gäste willkommen. Zionistische Bezirkssektion und WIZO IV/V veranstaltet Samstag, den 23. November 1935, um ‘/,9 Uhr abends, Im großen Saale des Frontsoldatenhelmes, Wien, IV., Hauslabgasse 2, eine Akademie mit jüdischer Kunst. Mitwirkend: Konzertsängerin Emmy Hauser, preisgekrönte Pianistin l^rra Stuckarf, Schauspieler Curl Bry, Tänzerin Hilde Molgar, Konzertsünger Dr. Max Hönig. — Die Elite-Truppe der Sektion bringt Black Outs-Wltse. Eintrittskarten von S 2 bis 80 g erhältlich Im Helm «ml bei (len Aussehufiiult0lledern. den seit dom Weltkrieg kein Mensch mehl* betreten hat, der aher — wie sieh jetzt herausstellte — das große Heerlager einer seltsamen Ameisenart zu sein scheint. Über und über zerstochen krochen die Kinder wieder ans Tageslicht und bald darauf — mit 42 Grad Fieber zu Bett. Es geht den Kindern jetzt wieder besser; ein paar Musterrxcinplare ihrer Angreifer werden in den Laboratorien der Hebräischen Universität untersucht. •i' Den verschiedenen Mitteilungsblättern der Regierung hissen sich stets recht aufschlußreiche Ziffern entnehmen. So ist aus einer neuen Statistik über die palästinensische Polizei zu ersehen, daß in der palästinensischen P o l i z e i gegenwärtig 2300 Polizisten unter 140 Offizieren Dienst tun. Unter den Polizisten bilden Araber die Mehrheit, unter den Offizieren die Engländer. Nur etwa ein Z e h n t c l d e r P o l iz e i b e a m ton sin d Juden. Das kt in keiner Weise ausreichend miid die Anstrengungen der Jewish Agency und der Histadruth, die um die Eroberung von Arbeitsplätzen in staatlichen Institutionen gemacht, wird, erstreckt sich daher auch auf die Polizei.;J; Eine andere Regierungsstatistik liefert Ziffern über die Bautätigkeit in den rein arabischen Städten Palästinas. Sie zeigen eine besonders starke Bauentwicklung in denjenigen Städten, die die Nachbanschaft einer jüdischen Stadt oder zumindest die wirtschaftlichen Vorteile eines jüdischen Hinterlandes genießen. Stärker läßt sich die ständige Behauptung des arabischen Nationalismus, daß die Errichtung des Jüdischen Nationalheims der arabischen Bevölkerung schade, kaum widerlegen. Man weiß, wie viel Neben industriell gerade vom Baugewerbe abhängen; und man weiß auch, daß bei den arabischen Bauten fast ausschließlich Araber beschäftigt werden. * Zwischen der Kwuzzah Rainath Jochanan (sie hat ihren Namen nach dem zionistenfreundlichen südafrikanischen Justizminister Sniuts) und dem Arabordorf Husha wurde feierlich der F rieden gefeiert, der seit etwa einem Jahr zwischen den beiden Gemeinschaften zerstört worden war: der Wächter der Kwuzzah hatte einen Ilusehah- Araber durch einen unglücklichen Abwehrschuß getötet. Die Versöhnung, die A. H. Cohen vom Politischen Departement der Jewisli Agency eingeleitet hatte, fand in Anwesenheit von Vertretern der Regierung, der Jewish Agency, der Polizei statt; ebenso hatten die arabischen Nachbardörfer ihre MuehtJiare und Scheichs delegiert. Die Siedler von Ramath Jochanan zogen geschlossen bis zum Orte Kasseir, der auf halbem Wege nach Husha liegt, und dort kamen ihnen die Eltern, Brüder und anderen Verwandten des Getöteten entgegen. Mail tauschte Händedrücke, der Scheich Machmud Al Sherif hielt eine versöhnliche Rede, Herr Cohen erwiderte, dann wurde getrunken. gegessen, gesungen, gefeiert... Erich G o 11 g o t r e u. Die Festnummer der „Stimme11 Die anläßlich der 500. Ausgabe der „Stimme“ erschienene reichillustrierte Festnummer, die eine Fülle von Beiträgen und Bilderreproduktionen enthält, hat einen reißenden Absatz gefunden. Wenige restliche Exemplare sind zum normalen Preis von 20 Groschen in unserer Administration, Wien, I., Marc Aurelstraße 5, er* hältlicb. GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHL ZENTRALE, IX., BERGGASSE NUMMER 19 TELEPHONNUMMER: A 17-3-99 und A 18-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen f. -v^a-Fleisch unter Aufsloht des Ehrwürdigen Rabblnats der Israelitischen Kultusgemelnde Wien AutozusteCung .co&tonlor. IX.,Beigyasse 15, XVIII,.Währingeratraöe 71