Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 498 (12.11.1935)
- Date
- 1935-11-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite X OIE StIMME Nr. 498 — 12. November 1935 eigene Sekte im deutschen Volk. Sie haben seihst aus T_renem nichts geleistet Aber sie setzen sich gerne an den von Juden ge deckten Tisch. Sie sind alle durch die Bank Leute, die nichts erreichen konnten. Es sind geschlagene Generäle, durchgefallene Politiker. abgelehnte Literaten und Kirnst ler. minderwertige Anwälte ohne Klienten Ärzte ohne Patienten. Kaufleute und Wirt schattier. Im besten Falle (geistig gesehen) Dutzendmenschen. Kein einziger von ihnen bek'ütet etwas, keiner tritt irgendwie her vor. Und so benützen sie die Macht, die sie mit Hilfe des Hep Hep und der jüdischen Erfindungen erreicht haben, dazu, dem jüdischen Kaufmann die Kundschaft, dem Anwalt die Klienten, dem Arzt die Patienten, dem Bankier die Bank zu nehmen und an sieh zu bringen. Das geht seit fast zwei Jahren so. Judenrein ist die Parole und damit ist erreicht, daß Deutschland von der stolzen geistigen Höhe gerabgesehleudert worden ist. daß seine Wirtschaft, die von Bankrotteuren ist, daß „deutsch“ und „unsolid“ heute in weiten Kreisen kongruente Begriffe geworden sind. Das Dritte Reich hat mit dem Nichtzahlen im weitesten Sinn des Wortes begonnen, hat das Volksvermögen verschleudert. Im Dritten Reich gibt es eine geheime Rationierung der Lebensmittel; 20 Jahre nach dem Krieg stehen die Frauen um Butter und Fleisch vor den Läden. Das ist die Wirtschaft. Aber sie immer auf die Juden Judenhaß nun einmal Teil des deutschen Wesens ist, der einzige, auf dem Deutschland heute noch neues schafft. Es macht mit Gesetzlichkeit das Ungesetzliche. Nirgends kann Deutschland mehr „voran“ sein, aber auf dem Gebiet dieses stillen Schlachtfeldes, auf dem 60 Mil lionen gegen eine halbe Million angesetzt sind, erringt es noch die Vormacht. nationalsozialistische lassen sich noch ablenken, weil der ein integrierender Zu Tode gemartert Ein tschechoslowakischer Staatsbürger, der viele Jahre in Deutschland lebte, wurde im März 1985 auf Grund einer Denunziation in das Konzentrationslager in Sachse n b u r g gebracht. Ende Oktober wurde er von dort entlassen und aus Deutschland ausgewiesen, über seine Erlebnisse im Lager Sachsenburg hatt er einen Bericht abgefaßt, dem die folgenden Stellen zu entnehmen sind: Nürnberger Gesetze gelten nicht in Oberschlesien Aus autoritativer Quelle wird dem Sonderberichterstatter der JTA in Berlin erklärt, daß die Nürnberger Gesetze auf die -im deutsch-polnischen Vertrag als nationale Minderheit anerkannte jüdische Bevölkerung Deutsch-Oberschlesiens keine Anwendung finden. Wohl ist in Grottkau der Jude Egon Gabiei wegen „Rassenschande“ verurteilt worden, aber Grottkau gehört nicht zu dem im polnisch-deutschen Abkommen fixierten Gebiet. Der polnische Generalkonsul in Hamburg teilt dem JTA-Vertreter mit, daß der Jude Leo Simchow, der in Altona wegen Rassenschande abgeurteilt wurde, kein polnischer Staatsbürger, sondern Staatenloser sei und aus Rußland stamme, so daß die polnische Regierung keinen Anlaß hat, hier zu intervenieren. Das Vereinigte Komitee zur Bekämpfung der Judenverfolgungen in Deutschland teilt der JTA mit, daß es eine Reihe Meldungen von Angehörigen polnischer Bürger iD Deutschland erhalten hat, wonach polnische Bürger wegen „Rassenschande“ auf Grund der Nürnberger Gesetze abgeurteilt wurden. So wurde der polnische Jude Moritz Risa zu 1H Jahren Zuchthaus wegen Rassenschande verurteilt. Das Komitee hat der p o 1 n i- In Sachsenburg befand sich unter anderen auch Dr. Sachs aus Dresden, ein leitender Funktionär der „Dresdner Volkszeitung“. Dieser Mann wurde viehisch behandelt. Sofort nach seiner Einlieferung kam er in den „Bunker“. Tagsüber verwendete man ihn mit Vorliebe zum Steineklopfen, wobei er unerhört schikaniert wurde. Mitte Oktober wurde er wieder einmal bestialisch verprü gelt, und zwar von vier Schutzhäftlingen ehemaligen Kommunisten, die dazu beauftragt waren, und sich durch besondere- Roheit einer „J u d e n s a u“ gegenüber oben“ beliebt machen wollten. Die Bur sehen schlugen Dr. Sachs so lange mit Stecken und Bürsten, bis die Haut teilweise nur noch in Fetzen herunterhingt. Am nächsten Tage wurde Sachs „gebadet“. Dabei starb er. Beim Appell wurden alle Lagerinsassen verpflichtet, über den Vorfall strengstes Stillschweigen zu bewah ren. Mitte August wurde der Häftling Wertheim, ein Jude aus Leipzig, schwer miß handelt und dann gezwungen, auf einer frisch geschotterten und ungewalzten Straße stundenlang herumzukriechen. Seine Glieder, vor allem die Knie, waren nach dieser Prozedur schrecklich vereitert. Man schaffte ihn ins Chemnitzer Krankenhaus, wo er zwei Tage später verschied. Den Juden Boas aus Krimitschau ließ man stundenlang Laufschritt machen und nachher auf frisch geschotterter Straße barfuß Steine fahren. Hierbei mußte er sich bei jedem Posten mit den Worten melden: „Dr. Boas aus Krimitschau Judensa u.“ ist eine große wird gemeldet: bei M.-Gladbach der Viehhändler sehen geteilt. Regierung die Fälle mit- Ein Flugblatt In einer Menge von Betrieben in Wien Ist in der Vorwoche ein mit dem Krukenkreuz versehenes Flugblatt angebracht, das angeblich von der Vaterländischen Front stammt und sich mit den Rechten des Arbeiters beschäftigt. In dem Flugblatt heißt es unter anderem: „Die Feinde des neuen Staates und die Nutznießer der versunkenen PaTteienwirtschaft, darunter auch die jüdischen „Arbeiterführer“, die sich nach Brünn in Sicherheit begaben, als in Wien geschossen wurde, beute aber von Brünn aus weiterhetzen, -als ob nichts geschehen wäre...“ Die Hervorhebung der „jüdischen“ Arbeiterführer hat einen bestimmten Zweck. Es soll der Diskussion unter den Arbeitern die antijüdische Richtung gewiesen und so vertuscht werden, daß die Behörden die Rechte der Arbeiter zumeist gegen gut arische Unternehmer zu sichern haben. Stammt das Flugblatt wirklich von der Vaterländischen Front? Dem „Neuen Vorwärts“ In dem Flecken Jüchen lebte seit vielen Jahren Karl Fränkel. Er war in der gan:f?n Umgegend hochgeachtet. Aus dem Kriege war er mit hohen Auszeichnungen zurückgekehrt, hatte eT doch nachweislich eine deutsche Batterie vor der Gefangenschaft gerettet. Der inzwischen 50 Jahre alt gewordene Mann, ein Junggeselle, hatte einige Jahre ein allgemein bekanntes Verhältnis mit einem Mädchen aus dem Orte. Schließlich heiratete das arische Mädchen einen Arier, der das Vorleben seiner Frau genau kannte. Er suchte Nutzen daraus zu schlagen und richtete entrüstete Briefe an Karl Fränkel, ließ allerdings mit seiner rassisch-nordischen Überlegenheit reden, indem er sich zur Annahme von Geldentschädigungen bereit erklärte. Mehr noch: gegen einen Betrag von 3000 Reichsmark stellte er seine christlich angetraute Ehefrau dem Juden sogar zur Rassenschande zur Verfügung. Fränkel schwieg und zahlte natürlich nichts. Nun schrieb der Kerl an den „Stürmer“. Der Brief eines Unbekannten genügte dem „Stürmer“, um ihn ungeprüft mit entsprechenden Kommentaren abzudrucken. Dann wurden Exemplare des „Stürmer“ in Jüchen plakatiert, um die Volksseele zum Kochen zu bringen. In Jüchen aber wußte man ganz genau, daß nicht der Jude, sondern der Nazi der Lump ist, und man beachtete Streichers Schweinereien nicht. Nun griff die Kriminalpolizei von M.-G 1 a dbach ein. Fränkel wurde „zu seiner eigenen Sicherheit/', die aber in Jüchen niemand bedrohte, in Sch u t, z h a f t genommen. Beim Abschied tröstete er seine weinende Schwester, er werde ja bald wiederkommen. Einige Tage später jedoch war der Mann, der nie an Selbstmord gedacht hat und keinen Grund dazu hatte, tot. Im Gefängnis aus dem Fenster gestürzt. Niemand am Niederrhein glaubt an diesen „Sturz“. Alle Welt erzählt sich, daß Fränkel schwer mißhandelt worden sei. Die Beerdigung Fränkels war eine Demonstration. Von weit und breit kamen Bauern, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. * gung Bencbers steht zur Stunde noch aus. Beneber ist von der englischen Polizei wieder entlassen worden. Er teilte mit, daß er nach Spanien reisen werden, um dort ein neues Leben zu beginnen, ln Wirklichkeit aber ist er n a c h D e u t s o h 1 a n d z ur U c k g c k e h r t. Bi an Der Begriff „Memsch“ verschwindet Berlin, 8. November (Z. T. A.). Die „Ar beitssitzimg der Reichsfachgruppe Hock Schullehrer im Bund nationalsozialistischer deutscher Juristen“, die unter dem Vorsitz von Prof. Carl Schmitt tagte, stellte den folgenden Lehrsatz auf: „Der Begriff des ,M e n s c h e n‘ und der natürlichen Person4 ist a b z u 1 e h n e n. Er verdreht und verfälscht die Verschiedenheiten von Volksgenosse, Reichsbürger, Ausländer, Jude usw.“ Ein Jude im Dienst der Gestapo London, 10. November. „Jewish Chronicle“ in London gibt gern raue Einzelheiten über die Entlarvung eines jüdischen Spitzels der deutschen geheimen Polizei (Gestapo), namens Chaim Beneber, der unter verschiedenen Namen, wie Dr. Harry Beneber, Schwär zer, Stern, Dr. Neumann, Franhen usw. auf trat. Die Entlarvung Benebers ist dem Umstand zu verdanken, daß die englischen Behörden darauf aufmerksam wurden, daß Beneber monatlich 30 Pfund aus Deutschland erhielt, obzwar Summen in dieser Höhe infolge der Deviseneinschränkungen nicht überwiesen werden dürfen. Beneber wurde verhaftet und gestand schließlich, daß er schon lange in den Diensten der Gestapo stehe und im Aufträge der deutschen Behörden die Tätigkeit der führenden jüdischen Persönlichkeiten in Deutschland, sowie das Leben der deutschen Emi- 'granten in London und Paris beobachte. Er weilte als Spion auf dem Luzerner Zionisten-Kongreß, von wo er Berichte nach Berlin sandte. Schließlich beabsichtigte er nach Palästina zu reisen, u.m dort die Fra.ge des Boykotts zu verfolgen und die deutschen Emigranten zu beobachten. Beschuldigungen gegen Kareski Beneber verdächtigte auch zwei andere jüdische Persönlichkeiten der Mitarbeit hei der Gestapo. Eine dieser Persönlichkeiten soll das bekannte Mitglied der Berliner Jüdischen Gemeinde Georg Kareski sein, von dem Beneber behauptet, daß er die Gestapo über die Angelegenheiten des jüdischen Lebens informiert. Georg Kareski war vor sechs Jahren Präsident der Berliner Jüdischen Gemeinde und hat 6ich dann dem Revisionismus angeschlossen. Bei den letzten Reiclista.gswahlen in Deutschland, die noch vor der Machtergreifung Hitlers stattfanden, kandidierte Kareski auf der Liste de® Zentrums. Eine Äußerung seinerseits zu der Beschuldiff Die Prager politischen Behörden haben die „Germania“, einen völkischen Studenfenverband, aufgelöst, nachdem ihre Tätigkeit schon im Vorjahr eingestellt worden war. Die „Germania“ hat sich sofort wieder unter anderem Namen konstituiert, und die politischen Behörden haben dies gestattet. Wozu die Kröte gegessen worden ist, weiß man nicht. Die „Germania“ ist vor allem ein antisemitischer Verband gewesen. Sic ist in den Achtzigerjahren durch Sezession der Deutschnationalen aus der „liberalen“ Rede- und Lesehalle der deutschen Studenten entstanden. An der Spitze der Bewegung stand Karl Hermann W o 1 f, der mit einer Gruppe von Gesinnungsgenossen versuchte, die Einführung des Arierparagraphen zu erzwingen und dann durch Majorisierung die Leitung der Halle in die Hand zu bekommen. Dies hatte auch materielle Gründe. Die Halle, von Juden gegründet, war im Besitz reicher Mittel, eines schönen Heims, einer wertvollen Bibliothek und verfügte Dank der Unterstützung durch das jüdische Assimilantentum über einen guten Stellenverm i tt.l un gs appa.ra t. Der Putsch des K. H. Wolf mißlang, sein Antrag wurde mit gfoßer Mehrheit abgelehnt. Die Gruppe Wolf trat aus und gründete die „Germania“, in der sich das antisemitische Couleurstudententum und die völkische Finkenschaft sammelte. Einige der Verbindungen standen auf dem W a i dhofener Prinzip, nach welchem „d e r Jude der Ehre bar“ ist. Freilich konnte sich dieser Standpunkt in Prag nicht so recht durchsetzen. Das Deutschtum konnte auf die politische Hilfe der Kasinojuden und ihrer Presse nicht verzichten und mußte deshalb derartige Exzesse ablehnen. Anderseits trat die j üdischnationale Studentenschaft allen derartigen Bestrebungen energisch entgegen und wenn so ein Germane Genugtuung mit der Waffe verweigerte, so trat der Holzkomment ein. Aus der „Germania“ sind diese deutschböhmischen Politiker gekommen, die schließlich zum Unglück Österreichs wurden. Sie haben mit ihrer Nachtwäohterpolitik, mit ihrem provinzialen Chauvinismus jede ehrliche Bestrebung der Dynastie und der Wiener Zentralregierung, den nationalen Frieden in Böhmen zu erreichen, sabotiert. Es war eine groteske Situation: die deutschböhmische Industrie — von Juden geschaffen und organisiert — konnte nur bei einer starken Zentralgewalt, bei innerem Frieden gedeihen, hatte ihr Absatzgebiet in Österreich; die Führung dieser Industrie lag aber in den Händen der alten Herren der „Germania“, war antiösterreichisch, antitschechisch orientiert, obzwar die Arbeiterschaft tschechisch war. Gegen diese Arbeiterschaft, die sich sozialdemokratisch organisierte, wurde aus dom Kreis der „Germania“ die deutsche nationalsozialistische Partei, der Vorläufer Hitlers, gegründet. Dort liegen eigentlich die Wurzeln der deutschen Katastrophe und heute ist die „Germania“ wieder eine Stoßtruppe der . Ilonleinschen Hitler-Tarnung. Zionistische Frauengruppe III. (Wizo III.) Dienstag, den 12. November, halb 6 Uhr abendB, findet im Wiener Ringcafö, 1., Stubenring 18, die diesjährige Gen e r a. 1 Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht, 2. Rechenschaftsberichte, 3. Neuwahlen, 4. Anfälliges. Ni oCavnfie MOTZT DURCH DOPPELWENDEL AUS PATENTGESCH. EDEL.KRISTALLDRAHT OEN STROM VIEL BESSER AUS ALS DIE BISHERIGEN GLQHLAMPENTYPEN. BESITZT OBERDIES GROSSERE WIDERSTANDSFÄHIGKEIT DAHER