Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1935-11-08 · Heft 497 (8.11.1935) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 497 (8.11.1935)
Date
1935-11-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3054243-3054253--5442-3061177
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Saft« 4 eit STIMM« Nr. 397 — 8. November 1935 3ibergmahn.l; RABENSTEIG^ .HIMMELPFORT05 KOLLNERHOFO. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA - HEMDEN (von S 680 aufw.) Der Mufti hetzt in China [Der Araberstreik in Palästina TMe in Schanghai erscheinende jüdische Zeitung ..Israels M e 8 s e n g e r“ berichtet, daß unter den Mohammedanern in China antizionistische Broschüren in arabischer Sprache verbreitet werden, die vom Großmufti von Jerusalem herausgegeben wurden. Unter anderem enthalten die Broschüren Bilder der Omar-Moschee in Jerusalem, über der die blau-weiße Fahne mit der Inschrift flattert: „Vergesse ich dein 'Jerusalem, so verdorre meine Rechte“, weiters einen gefälschten Brief eines gewiesen „Abraham Muschisch Rosenbach, Großrabbiner von Cernauti, Str. Sf. Treinili Nr. 20, Bukowina, Rumänin“, worin der „Großrabbiner“ die Araber auffordert, die Omar-Moschee den Juden zu tibergehen. Der Inhalt dieser Broschüren wird natürlich von den Mohammedanern in China, die keine Ahnung von den Verhältnissen in Palästina haben, für bare Münze genommen. ..Israels Messenger“ erinnert daran, daß diese vom Mufti herausgegebenen Broschüren in Palästina konfisziert wurden und daß der Mufti von der Pallistinaregierung von einer weiteren Verbreitung diia«er Hetzschriften gewarnt wurde. Wie man sieht, schert sich der Mufti nicht um die Anordnungen der Palästinaregierung. obwohl er von ihr seinen Gehalt bekommt. Wo bleibt da die Energie der Mandatarmacht? Eine epochale Erfindung der Wärmetechnik Ein sehr, sehr alter Traum aller Hausfrauen, die bisher des Segens eines Leuchtgasherdes nicht teilhaftig werden konnten, ist nach jahrelangen Erfahrungen und Erprobungen zur Erfüllung gebracht worden. Der neue, patentierte „AZUPd'-Petrolgaskocher darf tatsächlich als ein vollwertiger Ersatz des Leuchtgasrechands, dem er nicht nur in seiner äußeren Form, sondern auch in seiner Leistung gleichkommt, bezeichnet werden. Hunderttausende von Familien werden daher jetzt dank dieser Erfindung der Mühe und Unbequemlichkeit der Holz- und Kohlenfeuerung zu Kochzwecken enthoben ßein und trotz des mangelnden Anschlusses an ein Gasnetz auf Gas kochen können. Freilich nicht auf Leuchtgas, sondern auf Petroleumga3, was jedoch keine Nachteile, sondern im Gegenteil z-wel ganz eminente Vorteile bietet, denn erstens verbrennt Petrolgas mit viel intensiverer Hitzeentwicklung als Leuchtgas, so daß das Kochen um so rascher vor sich geht, und zweitens entbehrt es der furchtbaren Gefährlichkeit des Leuchtgases, gegen die bis heute die Technik vergeblich ankämpft. Der .,AZUR“-Petrolgaskocher ist in allen Kulturstaaten patentiert, was wohl zur Genüge beweist, daß es sich hier um eine sehr interessante und gemeinnützige Sache handelt. Einer seiner vielen Vorteile ist die wunderbar durchkonstruierte Nebenkochstelle, die ohne jede Betriebsunterbrechung, durch bloßes Abdecken der Flammen das Fortkochen, beziehungsweise Warmhalten und Dünsten ermöglicht, ein besonderer Reiz des Apparates die kuppelförmige, au« einer Spezial-Steinmasse hergestellte Brennerkappe, die durch die Hitze der Petrolgasverbrennung zum Glühen gebracht wird, und aus deren seitlichen, schlitzartigen Öffnungen in zentrischer Anordnung die blauen Flammen herausleuchten, um sieb über der Kappe zur segen-, das heißt wärmespendenden Krone zu vereinigen. Die Brennerkappe hält jedem Überkochen von Speisen stand, die niedrige Bauart des Apparates verhindert jede" Umfallen oder Umstürzen, die Anlage des Petroleumtanks und des Vergasung3rohres schließt jede Explosionsgefahr au3. Die Flamme ist groß, und kleinstellbar, und durch den Kloinsteller erfolgt die Diisenreinigung automatisch von. innen her, was gegenüber älteren Erzeugnissen einen weiteren ganz unschätzbaren Vorteil bedeutet. Die Vergasung, beziehungsweis-e Verbrennung des FVroleurns erfolgt ohne Docht vollkommen geruchlos. Die Standard-Feueremaillierung macht '•en Apparat zum Schmuckstück für jede Küche und ermöglicht außerdem die allerleichteste Sauberhaltung. Die Kochplatte ist aus erstklassigem Gußeisen, da3 Gestell aus beetem Stahlblech hergestellt. Wir haben es also mit einem soliden ur.d schönen Gerät von geradezu erstaunlicher Leistungsfähigkeit zu tun, was wohl am besten die Tatsache beweist, daß es auch von sehr vielen Hausfrauen, die über Gas verfügen, nicht bloß aus Gründen der Sparsamkeit — das Kochen stellt sich hier wesentlich billiger als auf Gas — verwendet wird, sondern wegen der Freude, die jede Hausfrau an diesem prächtigen Gerät hat. Hunderte von Eisenwaren- und KUcbenwarenhändler befassen sich heute, nachdem der Apparat erst vor wenigen Monaten auf den Markt gebracht wurde, bereits mit seinem Verkaufe, Jerusalem (Palcor). Der arabische Proteststreik, der ira Zusammenhang mit dar Waffenschmuggel* affäre ausgerufon wurde, ist im ganzen Lande mit unbedeutenden Ausnahmen völlig ruhig verlaufen. Wie gewöhnlich, erfaßte der Streik u u r die Städte. Auf dem Lande und an den Plätzen, an denen arabische Arbeiter am Sabbath in dor jüdischen Landwirtschaft arbeiten, war er nicht zu spüren. In den Städten erfaßte der Streik vor allem d a Geschäftslebon. Die Araber, die bei öffentlichen städtischen Arbeiten sowie bei anderen Arbeiten in der Stadt beschäftigt sind, haben größtenteils am Streiktage normal gearbeitet. Der Eindruck des Streiks wurde in den Städten mit gemischter jüdisch-arabischer Bevölkerung besondere dadurch verstärkt, daß er am S a b b a t h durchgeführt wurde, an dem alle jüdischen Geschäfte geschlossen sind, der Geschäftsverkehr auch in den arabischen Geschäften auf ein Minimum reduziert und der Verkehr auch normal viel geringer als an Wochentagen ist. Ein Teil der arabischen Geschäfte war in den frühen Morgenstunden wie gewöhnlich geöffnet. Später jedoch sandten die Organisatoren des Streiks durch die Straßen JugendgTUppen, die die Geschäfte durch Drohung zwangen, zu schließen. D i e Hafenarbeiterin Jaffa arbeiteten nicht, obwohl ein Teil von ihnen, der im ,,Verband der palästinensischen Arbeiter“ (der Organisation der arabischen Arbeiter, die in Verbindung mit der Histädruth steht) organisiert ißt, sich bereit erklärte, zu arbeiten. Um Zusammenstöße und Provokationen zu vermeiden, taten sie es jedoch nicht. Der Verkehr im Jaffaer Hafen ist am Sabbath gewöhnlich sehr gering; im Hafen kamen an diesem Tage sowieso keine Schiffe an. Dagegen arbeiteten die arabischen Arbeiter im Haifaer Hafen wie an jedem Sabbath. Die Polizei war den ganzen Tag auf dem Posten und hat keine Zwischenfälle zugelassen. Nur in S i o h e m und in T u 1 - K a r e m versuchten kleine Gruppen arabischer junger Leute, vor dem Regierungsge bäude zu demonstrieren; der Vorsuch wurde jedoch durch die Polizei rasch voreitelt. Zu etwas ernsteren Vorfällen kam ee nur in Sichern, alß sich einige hundert junge Leute beim Wohnviertel der Samaritaner (in Sichern wohnen keine Juden) versammelten und ln deren Häuser Steine zu werfen begannen. Auf Intervention eines der angesehenen arabischen Nachbarn des Viertels löste eich die Menge auf und clor Zwischenfall fand ohne ernste Folgen sein Ende. Die Kommunisten versuchten, den Streik für ihre Agitation zu benutzen. In Jaffa sowie in einigen anderen Orten wurden aufreizende kommunistische Aufrufe verteilt. Die Polizei verhaftete einige der Kommunisten. Die hobräißebe Presse betont bei ihrer Beurteilung des Streikverlaufs, daß, obwohl der Streik nur in der Stadt spürbar war und auch dort vor allem dadurch, daß die arabischen Parteien den Sabbath gewählt hatten, wo das Tempo des wirtschaftlichen Lebeus sowieso fast eingestellt ist, es ihnen doch dank der Losung der sogenannten jü diflohen Bewaffnung gelungen ist, den Ein druck einer einheitlichen Aktion nach außen zu erwecken. Die Haltung der jüdi sehen Bevölkerung war völlig ruhig und es lag auch kein Grund vor, für die Ruhe und Sicherheit im Lande zu fürchten. Die hebräischen Zeitungen eind der Meinung, daß die politische Aktion der arabischen Parteien wahrscheinlich mit dem Streik nicht beendet ist und daß diesem Streik weitere folgen werden, um den Waf* fenschmuggel zur Ausübung eines Druckes auf die Regierung in der Richtung einer Erfüllung der arabischen Forderungen zu benutzen. Landeskonferenz des Ungarischen Zionisten• Verbandes Restaurant Billet Bestrenommlerte Küche ■w: Reichhaltige Menüs ä $ 1*90 u.2'60 H.jHammerpurgstal gasse3 (nächst Sa'ztorbrücke) Entschließungen der englischen WIZO Die 16. Jahreskonferenz der Zionistischen Frauenorganisation Englands wurde im Hause der Präsidentin der Organisation Frau I. M. Sieff, abgehalten, die die Konferenz mit einer Ansprache eröffnete, in der sie eingehend die Situation in Deutschland schilderte. Die Luden dorff-Ideologie, sagte sie, deren letzter Weisheit Schluß es sei, daß die Deutschen nur leben, um zu töten, wurde vom Dritten Reich adoptiert. Die Rednerin berichtete über das Werk der Überführung jüdischer Jugendlicher zwischen 15 und 17 Jahren aus Deutschland nach Palästina und kündigte eine intensive Aktion der Mitglieds Werbung für die WIZO in England, deren Mitgliederstand beute das zweite Tausend bereits überschritten hat, an. Von den angenommenen Resolutionen sind zu erwähnen: Die englische WIZO beteiligt sich weiter am Womens Appeal Committee zugunsten deutsch-jüdisch er Frauen und Kinder, wogegen das Committee die Garantie übernommen hat, die Verpflichtungen der englischen WIZO an die Welt- WIZO für Palästina-Arbeit in Höhe von ”000 Pfund zu decken. Es wurde eine Jabresquote von 7000 Pfund für die Welt- WIZO beschlossen. 600 Pfund sollen in diesem Jahre für Palästina-Kindergärten, 1200 Pfund für den Keren Kajemeth als Teil der von der Welt-WIZO übernommenen Quote von 15.000 Pfund aufgebracht werden. Eine intensive Propaganda- und Erziehung3karnpagiio wird eingeleitet. An den High Commissioner in Palästina wurde um Erhöhung des Zuschusses für das jüdische Unterrichtswesen appelliert. Zur Präsidentin wurde Frau I. M. Sieff, Vorsitzenden Frau R. B. Solomon zur wiedergewählt. Vizepräsidentinnen sind die Damen L. Liebster, H. Irwell und Lady Fitzgerald. Wiedergewählt wurden auch Mrs. M. D. Eder als Ehrenbeirat, Mrs. H o d e s s als Ehrensekretärin und Mrs. W a r s h a w als Ehrenschatzmeisterin. Steigerung der Nationalfonds• eingänge in Polen Warschau, 5. November. (2. T. A.) Wie die Landessnmmelstelle des Keren Kajemeth in Kongreßpolen mitteilt, sind die Eingänge des Nationalfonds in diesem Gebiet im Jahre 5695 um 30 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr gestiegen, nämlich von 575.753 auf 740.109 Zloty. Dieses Ergebnis wird im Hinblick auf die außerordentliche Verschärfung der jüdischen Wifischaftsnot in Polen und auf die innerzionistischen Parteikämpfe, die sich insbesondere bis zum 19. Kongreß schädigend auf die Sainmolarbeit ausgewirkt haben, als besonders günstig bezeichnet. Im laufenden Jahr soll für den Nationalfonds in Kongreßpolen eine Million Zloty aufgebracht werden. Bei katarrhalischen Erkrankungen der Luftwege, Erkrankungen des Magms und DarmeB (Sodbrennen), der Leber und Gallenblase, Entzündung der Nioren, dos Nierenbeckens, der Harnblase, Steinbildungon, Gicht, Zuckerkrankheit uhw. vor allem „Preblauer Sauerbrunn“, das rein natürliche österreichische Mineralwasser, Die neunte Landeskonferenz de« Ungarischen Zionistenverbandos wurde am 27. Oktober d. J. bei roger Beteiligung abgehalten. Präsident Dr. Julius M i k 1 6 s bedauerte es in seiner Eröffnungsrede, daß in Ungarn noch immer dio bodauorlicho Auffassung herrsche, daß dio Arbeit der Zioniston bloß die Sache der Zionisten ist. In Ungarn wollen dio Assimilanten bloß die Vorteile Palästinas genießen, enthalten sich aber jeder Unterstützung der zionistischen Arbeit. Insbesondere die ungarländisohon jüdischen Kultiißgemoindon stehen weit vom Zionismus. Er erklärte, daß dio Zionisten im ganzen Lande den Kampf um die E ro b e r u n g der K u 11 u s g o rn e i n d e n aufnehmen werden. An den in naher Zukunft abzuhaltenden Wahlen der Peeter Israelitischen Kultusgemeinde werden dio Zionisten teilnehmen. Das zionistische Programm sei, die Kultusgomeinden zu Volksgemeinden umzugeetalten. Dr. Miklö« hielt dann den Nachruf für dio Toten de,s ungarischen Zionismus. Er federte zunächst Dr. Josef Schön f e 1 d, den gewesenen Chefredakteur der „Jüdischen Rundschau“ (Zeidö Szemle), der eine der markantesten Persönlichkeiten des ungarischen Zionismus war. Mit pietätvollen Worten erwähnte er dann Josef Engel, Alfred Vajda und Kornel Pap. Nach der Wahl des Präsidiums der Konferenz hielt der Generalsekretär des Tschechoslowakischen Zionisten-Verbände« Doktor Fritz U 11 ni a n n einen beifällig aufgenommenen Vortrag über „Die Weltlage des Zionismu s“. Dr. U Umarm betonte, daß der Umstand, daß derzeit 50 bis 60.000 Juden nach Palästina einwandern, nicht nur dem äußeren Drucke zu verdanken ist, sondern es spielen dio inneren Motive eine wichtige Rolle dabei. Heute, sagte er, stehen wir an der Schwelle das Großzionismus. Mit scharfen Worten übte er dann Kritik am Vorgehen der Revisionisten. Er besprach dann das Verhältnis der Judenheit zur Mandatarmacht und die Ergebnisse des Luzerner Kongresses. Das ganze jüdische Volk müsse in der Zionistischen Organisation unter der bewährten Leitung Weizmanns vereinigt werden. Nachher hielt Dr. Ludwig F o d o r (Hatvan) sein Referat: „Das Kultusgemeinde-Programm der Zionist e n“, und forderte das geheime Listenwahl recht für die Pester Israelitische Kultusgemeinde. Er forderte, daß die ungarische Judenheit sich mit der Gesamt judenheit in Verbindung setze, doch nicht so, wie bisher, durch die veralteten Verbände, sondern im Wege der von der ganzen Kulturwelt geschätzten, von den Mitgliedsstaaten des Völkerbundes, darunter auch Ungarn, international anerkannten J e w i s h Agency. Er forderte ferner Unterstützung der Fonds Keren Kajemeth und Keren Hajossod sowie die systematische Unterstützung Haohscharah und Alijah. Nachmittags folgten die Komiteesitzungen und die zweite Plenarsitzung mit einer lebhaften Debatte. Die Landeskonferenz orklärte «odann den Ausdruck lebhafter Freude über das Zustandekommen der Koalitionsexekutive, und gab ihrer Freude auch in oiner diesbezüglichen Resolution Ausdruck. Mit besonderer Wärmo begrüßte dio Landeskonferenz den Präsidenten der Weltorganisation, Chaim Weizmann, und gab der Erwartung Ausdruck, ihn bald in Budapest begrüßen zu können. Die Landeskonferenz übte weitere scharfe Kritik an dem Austritt der Revisionisten aus der Weltorganisation. Die Ortsgruppen wurden durch eine Resolution zu einer intensiveren hebräischen Arbeit verpflichtet. Dio Landeskonferenz der ungarischen Zionisten wurde in den späten Abends tun-i den beendet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.