Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 497 (8.11.1935)
- Date
- 1935-11-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 497 — 8. November 1935 0» STIMME Seife 3 König Victor Emanuel über Herzl | Jewish Agency verhandelt über die Legalisierung der Illegalen und der Zionismus Auf der vor kurzem geschlossenen internationalen Ausstellung in Bari befand sich bekanntlich ein besonderer Palästina- Pa v i 1 1 o n, der von der italienischpalä etinensischen Handelskammer errichtet war und bei allen Ausstellungksbesuohern gi Interesse hervorriof. Einige Tage vor Schluß der Ausstellung wurde diese vom italienischen König besucht, der sich im Palästina-Pavillon länger als in den übrigen Pavillons aufhielt und großes Interosse für die ausgestellten Gegenstände an den Tag legte, die die schnelle, erfolg Teiche Entwicklung Palästinas in den letzten Jahren demonstrierten. Bei dieser Gelegenheit unterhielt sich der König mit dem Leiter des Palästina-Pavil Ions, der zugleich der Leiter der palästinensisch-italienischen Handelskammer ist Herrn M a r e 1 i. Der König befragte diesen über verschiedene Einzelheiten des jü disohen Aufbauwerkes in Palästina und betonte dabei, daß er sich fitr Palästina sehr interessiere und alle Nachrichten über die Entwicklung dieses Landes mit großem Interesse verfolge. Der König erklärte hier bei, daß er die Entwicklung der zionistischen Bewegung seit ihrem Entstehen in der Zeit Theodor H e r z 1 s verfolge, mit dem er persönlich zusammengetroffen sei. Er habe den Besuch Herzls bei ihm in Rom, kurze Zeit vor seinem Tode, gut in Erinnerung. Herzl habe aiuf ihn — so sagte der König — als eine große Persönlichkeit und ein ungewöhnlicher Idealist einen außerordentlichen Eindruck gemacht. Als Herzl ihm vom Zionismus berichtete, schwebte auf seinem Antlitz eine Art messiani s c h e r G1 a n z. Er sei eine Persönlichkeit gewesen, die ganz von ihrer Idee er füllt gewesen sei. Sein Tod sei ein ungeheurer Verlust für den Zionismus gewesen Der König fügte hinzu, daß er auch Gelegenheit gehabt habe, mit den gegenwärtigen Führern des Zionismus zußammenzutreffen, die ihn von Zeit z-u Zeit bei ihrer Durchreise in Rom besucht hatten Besonderes Interesse bekundete der König für die Diagramme von der Entwicklung Palästinas und die Bilder, die das alte und das neue Palästina im Vergleich zeigen. Er drückte dabei seine tiefe Bewunde t u n g für die großen Erfolge der zionistischen Bewegung in Palästina aus. (Palcor.) Jerusalem, 4. November. (Palcor.) Eine Delegation Illegaler jüdischer Einwohner in Palästina sprach gestern bei der Jewish Agency mit dem Ersuchen an die Exekutive vor, bei der Regierung entsprechende Schritte zwecks Legalisierung ihres Aufenthaltes im Lande zu unternehmen. im Zusammenhang damit veröffentlicht die Jewish Agency in der heutigen Palästina-Presse eine Erklärung, in welcher gesagt wird, daß die Exekutive mit der Regierung in Unterhandlungen stehe, die die Lösung dieses schwierigen Problems der Regulierung der juristischen Situation von Tausenden Illegalen bezwecken. Zahlreiche dieser Juden wohnen bereits seit vielen Jahren in Palästina, ohne bisher das offizielle Wohnrecht erlangt zu haben. (Der Gedanke, diese Juden von der Qual und Angst einer Ausweisung als Illegale, die wie ein schwerer Alpdruck auf tausende, seit Jahren in Palästina ansässige Juden lastet, zu befreien, hat unserer Ansicht nach im gegenwärtigen Augenblick mehr Realisierungsmöglichkeit, denn je. Mit Rücksicht darauf, daß die Jewish Agency von einer Zertiflkatforderung für die laufende Schedule abgesehen hat, wäre es vielleicht gerade jetzt möglich, zumindest diesen Juden das ihnen so lange vorenthaltene Aufenthaltsrecht im Lande endlich zu sichern. Die Red.) _ WARNER BROTHERS BRINGEN Gin ^Tommernammraum 4M SCHWEDE! Italien und die Juden Es geht jeden an denn jeder Ist den Unbilden einer Verkilblung ausgeaetzt, die von verhängnisvollen Folgen begleitet sein kann. Der beste Schutz gegen Verkühlung ist die Abhärtung und die Stählung des Körpers, die am besten durch ständigen Gebrauch des DIANA- Franzbranntwein mit Menthol ermöglicht wird. ln Jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana“ uud nehmen Sie nur „Diana“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurttckzuweiseu. Der Pabst läßt sich über Palästina berichten Rom, 5. November. (Z. T. A.) Der Papst empfing den Erzbischof und vatikanischen Delegierten für Ägypten, Palästina und Transjordanien, Monsignore Testa, in längerer Audienz. Monsignore Testa, der seinen Hauptsitz in Jerusalem hat und sich in wenigen Tagen dorthin zurückbegibt, schildorte dem Papst eingehend die augenblickliche politische Lage in Palästina, die Gestaltung der jüdischarabischen Beziehungen und unterstrich d i e wach sende Bode u tun g, die die jüdische Gemeinschaft für Palästina gewinnt. Die Sanktionen Jerusalem, 5. Novomber. (2. T. A.) In einer Sonderausgabe der „Palestine Gazette“ gibt die Regierung die vom Völkerbund beschlossenen Sanktionen gegen Italien und deren Anwendung bekannt. Die Sanktionen treten, wie bekannt, am 18. November in Kraft. Rom, 5. November. Minister Piero Parini, der alle italienischen Organisationen, Schulen und Kulturanstalten in allen außeritalienischen Ländern leitet und ein naher Mitarbeiter des Regierungschefs Mussolini ist, gab in einem längeren Gespräch mit dem römischen JTA Vertreter die folgenden Erklärungen: ,Die vielen italienischen Schulen in den Mittelmeerländern, zum Beispiel in Tunis Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Syrien, Ägypten und Palästina, werden von einer großen Zahl jüdischer Schüler besucht. Die Juden dieser Länder sind — sei es durch Abstammung, sei es durch geistige Tradition mit Italien verbunden und sie pflegen diese Traditionen dadurch, daß sie ihre Kinder in unsere Schulen schicken. Wie bekannt, haben wir auf unsere Kosten einige Lehrer in die hebräischen Schulen in Palästina beordert, erst in den letzten Tagen haben wir einen weiteren Schullehrer, Prof. Gattegno, nach Tel- Aviv delegiert. Demnächst wird auch in Jerusalem ein Institut für italienische Kultur gegründet werden, die Leitung wird der jüdisch-italienische Schriftsteller und Literarhistoriker Professor Aldo S o r a n i innehaben. Es ist mir eine angenehme Pflicht, zu unterstreichen, daß sich zum Eintritt in die von mir geschaffene Freiwillige n- Legion viele italienische Juden aus allen Mittelmeerländern gemeldet haben, die Kinder oder Enkel jener Juden aus Livorno, Pisa und anderen italienischen Städten sind, die Italien sogar noch vor der Gründung des vereinigten Italien, das heißt vor 1870, verlassen haben. Das ist wirklich ein schönes Beispiel von Patriotismus und Ergebenheit, welches die italienischen Juden ihrem alten Vaterland entgegenbringen. In unserer Legion finden sich jüdische Freiwillige, die 1911 in Tripolitanien, und solche, die im Weltkrieg unter italienischer Fahne gekämpft haben. Es soll nur auf den jüdischen Patrioten Major Lionello A11 i a s aus Tunis hingewiesen werden, der sich mit seinem Sohn freiwillig gemeldet hat und dem die Führung eines Bataillons anvert.raut wurde.“ Minister Piero Parini unterstrich den Unterschied zwischen italienischem Faschismus und Hitlerismus, die in keiner Weise miteinander zu identifizieren sind. „Das Rassenprinzip“, sagte der Minister, „widerspricht jeder römischen und italienischen Auffassung. Bei uns gilt das Prinzip der loyalen Haltung zum Staat und des harmonischen Zusam menlebens der Bürger ohne Unterschied der religiösen Überzeugung und der ethnischen Abstammung.“ Minister Piero Parini wies zum Schluß noch darauf hin, daß in Ländern mit großer jüdischer und italienischer Massensiedlung wie zum Beispiel in Amerika, Argentinien usw., die Italiener und die Juden im besten Einvernehmen miteinander leben und gute politische imd soziale Beziehungen zuein ander pflegen. Juden am abessinischen Kriegsschauplatz Rom, 5. November. (Z. T. A.) Zum abessinischen Kriegsschauplatz Erythräa-Front, haben sich die beiden ersten jüdischen Feldrabbiner, Aldo S o n n i n o und Amadeo Terracina, begeben. Ein dritter Feldrabbiner, E. Catarivas, der ich freiwillig aus dem Ausland gemeldet hat, geht demnächst zur Erythräa-Front ab. Falaschas in Palästina einberufen An die in Jerusalem wohnenden Falaschas ist von der abessinischen Regierung die Aufforderung zum Eintritt in das abessinische Heer ergangen. Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL- Zahnpasta und Sie erhalten eich gesunde Zähne bis in» hohe Alter. M Klein« Tub« 8 —SO Grolle Tub« 8 1.40 Die Befestigungen in Haifa Die „Palästina-Korrespondenz“ (Jerusalem) stellt fest, daß in der letzten Zeit ira Haifaer Hafen weitere militärische Befestigungen vorgenommen wurden. Im Gelände des Hafens wurde ein Minen- 1 a g e r geschaffen, auf dem Karmel die erforderlichen Befestigungsarbeiten für die Aufstellung von Geschützen zur Verteidigung des Hafens durchgeführt. Diese Vorbereitungen der britischen Regierung können nicht als Beweis dafür angesehen werden, daß die Regierung der Meinung ist, die Entwicklung des italienisch-abessinischen Konflikts könne zu einem Zusammenstoß zwischen England und einer anderen Macht führen. Die Vorbereitungen stellen einen Teil der Vorsichtsmaßregeln dar, die von England im Mittelländischen Meer für jeden in der Zukunft möglichen Fall getroffen wurden. Diese Maßnahmen sind ein weiterer Beweis für die Bedeutung des Haifaer Hafens als Verteidigungsposition des britischen Imperiums im Osten des Mittelländischen Meeres. Offizielles polni- ADDIC^ als Generalrepräs. der sches Reisebüro p|VKDI9 Gdynia - Ameryka Line Wien» l.i Kärntnerstraße Nr. 41 :: Telephon-Nr. R 21-5-78 bietet auf Luxusdampfern sehr billige und bequeme Reisen. Ab Constantza nach dem Orient und ab Gdynia nach Nordamerika. Abfahrt jede Woche. Reichliche Verpflegung. Streng rituelle Küche. 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Im Hinblick auf die Gerüchte, denen zufolge die Beschäftigungarabischer Arbeiter in Raanana geplant sein soll, hat die Vereinigung der Pardeßbesitzer von Raanana eine Erklärung veröffentlicht, in der diese Gerüchte als unbegründet bezeichnet worden. Die Pardessanim seien für hundertprozentige jüdische Arbeit. Wer erhält die nächste Million? Vor kurzem berichteten die Tagesblätten über.die. Schlußziehung der Sommer-Klassenlotterie 1935, bei welcher, ebenso wie in der Sommerlotterie 1934, der große Millionenhaupttreffer von Kunden der „Glück-.- stelle Stein“ an der „Hohen Brücke“ gewonnen wurde, ferner wurden dort gewonnen: der zweitgrößte Haupttreffer S 200.000, sowie Treffer zu S 50.000, zwei zu 30.000, 20.000 usw. Mit Recht fragt nun jeder, wer wohl den Millionenhaupttreffer der nächsten Klassenlotterie gewinnen wird. Warum sollen Sie nächstens nicht die Million, oder einen der anderen großen Haupttreffer der Klassenlotterie gewinnen? Beachten Sie die in unserem heutigen Blatte enthaltene Beilage der „Glückstelle Stein“ an der „Hohen Brücke“ und bestellen Sie noch heute dort per Postkarte Ihre Glückslose. Es kostet Vs Los S 6, K S 12, % S 24, Vi S 48. Klassenlosbestellungen aus den Bundesländern sind direkt zu richten an die „Glückstelle Stein“, Wien, I., Wipplingerstraße 21, an der „Hohen Brücke“ (da in den Bundesländern keine Filialen). Wiener Filialen: II., Taborstraße 2, VI., Mariahilferstraße 105, X., Favoritenstraße 101. „Glückstelle Stein“ hat wieder über Nacht — Tausenden in Österreich Glück gebracht! Rabbi Amiel, Oberrabbiner von TebAviv Die jüdische Gemeinde Jaffa-Tel-Aviv hat in einer am 3. November abends abgehaltenen Sitzung den bekannten Misrachi- Führer Rabbi A m i e 1 (Antwerpen) als Nachfolger des im März dieses Jahres verstorbenen Oberrabbiners Aronson zum aschkenasischen Oberrabbiner von Tel-Aviv gewählt. Auswanderung und Touristen• verkehr aus Polen nach Palästina Im Monat Oktober wurde mit 4300 Auswanderern der bisherige Monatsrekord der jüdischen Auswanderung aus Polen nach Palästina erreicht. Dagegen ist im Touristenverkehr aus Polen nach Palästina ein starker Rückgang zu verzeichnen; dieser war im Oktober 1935 nur halb so groß wie im Oktober 1934. Mit einer umgekehrten Entwicklung rechnet mau für November, da sämtliche Zertifikate der letzten Schedule bereits ausgenutzt und neue Zertifikate noch nicht ausgegebes sind,