Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 495 (1.11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Kr. ms* l!)n aas« 1. November 1035 DIB STIMME Satt© % Die Juden in Wien Tn W i o n loben. wie <lie letzte Volks- Zählung vom 22. März 1034 ergab. 176.034 Juden, das sind 01.0 Prozent aller in Österreich lebenden .Juden und 0.4 Prozent der W icner Bevölkerung. Die aus. dein Judentum Ausgetretenen — ihre Zahl betrug in den letzten 15 Jahren 14.500 — sind in diesen Ziffern nicht enthalten. Auf die einzelnen Geineindobezirke verteilen (sich die 176.034 Juden wie folgt: Innere St a d t: 30.036 Einwohner. davon 0621 Juden (24.07 Prozent); Leopold sta clt: 140.861 Einwohner, davon 50.022 (33.08 Prozent) Juden; Landstraße: 141.810 Einwohner, davon 12.047 (8.75 Prozent) Juden; Wieden: 53.063 Einwohner, davon 5125 (0.67 Prozent) Juden; M arg a r e t, c n: 87.767 Einwohner, -davon 3837 .Juden; M a r i a. h i 1 f: 49.785 Einwohner, davon 7520 (15.1 Prozent) Juden: Neubau: 58.571 Einwohner, davon 8670 (14.82 Prozent) Juden; Josefs t a d t: 44.321 Einwohner, davon 5841 (13.17 Prozent) Juden: Alsergrund: 83.407 Einwohner, davon 19.421 (23.29 Prozent) Juden; Favorit e n: 157.533 Einwohner, davon 3642 Juden; Simmering: 52.280 Einwohner, davon 515, das ist nicht ganz 1 Prozent, Juden; Meidling: 109.499 Einwohner, davon 2489 Juden; Hietzing: 141.207 Einwohner, davon 5564 Juden; R u d o 1 f 6 h c i m: 69.470 Einwohner, davon 3000 Juden; F ü n f h a u «: 54.440 Einwohner, davon 2575 Juden; Ottakring: Jo0.379 Einwohner, davon 4112 Juden: Hernals: 84.407 Einwohner, davon 3020 Juden; Währing 81.901 Einwohner, davon 5051 Juden; Döbling: 58.641 Einwohner, davon 5282 (9 Prozent) Juden; Brigittenau: 98.021 Einwohner, davon 15.014 (15.3 Prozent) Juden; Floridsdorf: 107.804 Einwohner, davon 1857 Juden. Warner Bros. First National bringen, 20.000 JAHRE IN SING SING mt Der aufregendste und eindrucksvollste Film. Ein erschütterndes Dokument menschlicher Leidenschaften Heute Im Kreuz-Kino und Lux-Ton-Palast Palästina meldet: Der Kronprinz von Schweden begrüßt das Palästina-Werh Keren H a j u s s o d seinen Dank und «eine Glückwünsche zum fünfzehnjährigen Bei Hämorrhoidalleiden, Verstopfung, Darmrissen, Abszessen, Harndrang, Stauungsleber, Kreuzschmerzen, Brustibekommenheit, Herzpocken, Schwindelanfällen bringt der Gebrauch des alterprobten „Franz-Jose?“-Bitterwassers immer angenehme Erleichterung. Ärztl. best. empf. Warnung vor den hebrä Ischen Kursen der „Schwedfr sehen Gesellschaft für lsraelu Die „Schwedische Gesellschaft für Israel“ hat ihre auf B e k e h r u n g von Juden gerichteten Bestrebungen in ihrem Missionshaus, IX., Seegasse 16, und zwar diesmal durch die Abhaltung von h eb r ä i s c h e n K u r s e n wieder aufgenom- ■men, lim ihre lauf den Abfall vom Judentum gerichtete Tätigkeit durch diese T a r n ung ausüben zu können. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sind entsprechende Warnungen in weitestem Umfange ergangen, und es wird besonders die Aufgabe der jüdischen Seelsorger sein, die Bestrebungen der Missionäre abzuwehren. Ane Jerusalem wird gemeldet: Die Jewifvh Agency ließ dem s c h w c d is e li e n K r o n p r i n z e n Gustav A d o 1 f, welcher vorige« Jahr Palästina besucht hat mul für das jüdische Aufbauwerk großes Interesse bekundete, ein Album mit Ansichten der von ihm besuchten Örtlichkeiten überreichen. Bei dieser Gelegenheit berichtete der schwedische Großrabbiner Dr. E h r e n p r e i« dem Kronprinzen über die Fünfzehnjahrfeier des K e r e n II a j e s s o d und über dessen weitere« Arbeitsprogramm. Der Kronprinz nahm das Geschenk mit sichtlicher Freude entgegen und erklärte gegenüber Dr. E li r c n p r e i s, seine Besuche an verschiedenen Plätzen Palästinas, in Städten, Kwuzoth und Institutionen de« Keren Hajeseod hätten auf ihn einen u nvergeßlichen Eindruck gemacht. Der Kronprinz bat Dr. Ehrenpreis, dem Bestellen auszudriiekon. Er schätze überaus die jüdische Aufbauarbeit in Palästina und die Arbeit des Keren II a j e s « o d, während der fünfzehn Jahre «eines Bestehens, von der er sich mit eigenen Augen überzeugt habe. Er wünsche dem Keren Hajessod und dem jüdischen Jischuw eine erfolgreiche Entwicklung in der Aufbauarbeit zum Wöhle cler jüdischen Gemeinschaft und aller Einwohner des Lande«, für welches er eine rege Sympathie empfinde, und er werde «ich auch in Zukunft freuen, von der Entwicklung des Landes zu hören. Schließlich bat der Kronprinz Doktor Ehrenpreis, allen Menschen im Lande, die er kennengelernt habe, und dem . ganzen Jißohuw «eine Grüße und Glückwünsche zu übermitteln. CAFE IX. PORZELLANGASSE 39 NEUERÖFFNET! Aus dem Hedschas Der Finunzminister und dm* Außen*» minister des Hedschas weiifen vor kur*» zem in Syrien und machten bei dieser Gelegenheit, der dortigen Presse einige inter*» essantc Mitteilungen über die Situation im Hedschas. Sie erklärten, daß Hedschas jetzt an Stelle der ..Kamel - Bataillone“. di(3 früher die einzigen militärischen Streitkräfte waren, reguläres Militär eingeführt hat, das ständig vergrößert werden werde. Die finanzielle Situation des Landes, so erklärten die Minister weiter, ist gut und. die Zukunftsaussichteil groß. Vor kurzem seien nämlich im Hedschas Petroleumu li d G o l d g r u 1) e n ent deckt worden. In El-Ohassa (im Osten von Hedschas), wo die PetroleuiiKjuolIen entdeckt worden seien, habe eine amerikanische Gesellschaft, die* die Konzession zur Ausbeutung der Gruben für drei Jahre erhalten habe, bereits die Arbeit aufgenoimnen und einen Schacht von 1880 Meter Tiefe gegraben. Vermutlich befänden sich große Petroleumquellcn auch in der Umgegend. Die Nachforschungen im Osten des Hedschas. nicht weit von M edina, wo Gold entdeckt, worden sei, hätten gezeigt, daß man aus jeder Tonne Sand reines Gold im Werte von 3 bis 5 Pfund gewinnen könne. Durch die englisch-amerikanische Gesellschaft, die die Konzession' irhalten habe, seien bereits Maschinen be-» stellt worden, die imstande sein würden* täglich 500 Tonnen Sand zu reinigen* Hedschas — so erklärten die Minister —t stehe jetzt im Zusammenhang mit dem Bail einer großen Chaussee nach Bag-* d a d, die große Handelsmöglichkeiten zwi-s sehen den beiden Ländern eröffnen werde* vor einer besonders großen Entwicklung* (Palcor.) RESTAURANT HOTEL STEFANIE ü. (vorm. Operur) Taborstraße 12 Telephon R 46-6-57 ■mm»* Ausgiebige Braten-MenUs S 1*60 *■»*&«* „ Geflügel- „ S 2*20 sowie & la Carte, Speisen am Rost Großer Saal mit Bühne für Veranstaltungen und Hochzeiten abzugebeu. Die ffNeue Freie Presse“ steilt fest Wir haben gemeldet, daß die „Neue Freie Presse“ ein Protektionskind des Goebbels zu ihrem Berliner Vertreter an »Stelle (Je« verstorbenen Dr. Paul G o 1 dm a n n (den Goebbels vor zwei Jahren hat verhaften lassen) bestellt hat. Die „Noue Freie Presse“ teilt mm mit: Gegenüber unzutreffenden Gerüchten stellen wir fest, daß die Berliner Redaktion der „Neuen Freien Presse“ aus Herrn Pr. Paul Wegner, dem langjährigen Mitarbeiter des veretorbenen Dr. Paul Gold,mann, und Herrn Otto v, H © y d e b r o o k besteht. Das Blatt bestätigt also unsere Mitteilung. Heydcbreck, der früher den Deutschnationalen angehörte, ist dann zu den Nationalsozialisten hinübergewechselt und dort trotz der Ermordung seines Bruders am 30. Juni geblieben, Jerusalemer Universität gibt ein arabisches Werh heraus Auf dem vor kurzem in Ro m abgehaltenen Orientalistenkongreß wurde besonders warm die Mitteilung aufgenommen, daß die Hebräische Universität Jerusalem die Werke des großen arabischen Historikers B aladhur i berausgibt. Dieser Gelehrter lebte vor länger als tau send Jahren in Bagdad, später auch in Ägypten und Palästina. Bis vor einigen Jahrzehnten war er nur als Verfasser eines kleinen Werkes über die Eroberungen der Araber im Orient bekannt. Erst von 35 Jah ren wurde in einer der Moscheen Konstatl nopels eine Handschrift seines großen Wer kes über die Geschichte der Araber von den ältesten Zeiten bis 150 Jahre nach der Entstehung des Islams entdeckt. Das Werk ist nicht in chronologischer Ordnung nach Jahren verfaßt, sondern bringt die Reihe der Stammbäume vom ersten Buch Mosis durch die ganze Bibel bis Mohammed Das Werk, das für die Erforschung der Ge schichte des Orients große Bedeutung hat war nur handschriftlich vorhanden Jetzt hat die Hebräische Universität den ersten Band des Werkes im Druck herausgegeben. Er enthält 500 Seiten und erschien unter der Redaktion des bekannten Orientalisten der Jerusalemer Universität Dr. I. G o i t e i n. Auch die übrigen Bände des Werkes werden durch die Hebräische Universität unter Mitarbeit einiger ausländischer Gelehrter herausgegeben werden. Die Herausgabe des Werkes stieß auf große Schwierigkeiten, besouders infolge des Mangels an jüdischen Setzern, die die arabische Sprache beherrschen. (Palcor.) Der letzte Teilnehmer der Kattowitzer Konferenz ge• storben 'Am 15. Oktober ist in Tel-Aviv im Alter von 93 Jahren Serach B e r e n t, der letzte Teilnehmer an der Kattowitzer Konferenz, der ersten Chowawe-Zion-Konferenz vom Jahre 1884, gestorben. Der Heimgegangene wurde in dor Gegend von Kowno im Jahre 184.8 geboren. Er kam zum erstenmal nach Palästina im Jahre 1872 und war seitdem 14mal im Lande. Er war einer der Gründer dos Jerusalemer Stadtviertels M e a S c h e a r i m sowie eiuer der ersten Siedler von P e t a c h - T i k w a. Im Jahro 1890 ließ er sich in Jaffa nieder und gründete dort das jüdische Viertel „Newe Schalom“. Er gründete ferner dort eine große Jeschiwa, die er bis zu seinem letzten, Lebenstag gefördert feat* Vor der Überführung seiner Leiche nach Jerusalem versammelten sich in Newe Schalom, wo der Verstorbene wohnte, zahlreiche Vertreter des alten und des neuen Jischuw. Die Leiche war in der Jeschiwa aufgebahrt, und es wurden vom Oberrabbiner von Tel-Aviv, Rabbi U z i e 1, und vom Bürgermeister Meir Dizengoff Nachrufe gehalten. Berent wurde nach Jerusalem übergeführt und auf dem ölberge beigeeetzt. (Palcor.) Südafrikanischer Zionistenführer in Palästina gestorben Im Alter von 51 Jahren verstarb in Tel- Aviv der Führer der zionistischen Bewegung Südafrikas, Chajim Joffe. Ein juristisches Wörterbuch in hebräischer Sprache Die Vereinigung jüdischer Rechtsanwälte in Jerusalem betraute eine Kulturkommission mit der Zusammenstellung eines hebräischen Lexikons juristischer Fachausdrücke. Die Kulturkommission wird ferner Vorlesungen und Diskussionen über palästinensisches Recht und juristisch bedeutsame Entscheidungen veranstalten. Die italienische Propaganda in Palästina Die halboffizielle Zeitschrift für Kolonial** fragen „Great Britain and the East“ (frühen „Near East and India“) befaßt sich in ihrer letzten Nummer mit der italienischen Propaganda in Palästina und gibt der Ansicht Ausdruck, daß diese Propaganda] wenig Aussicht auf Erfolg habe* „Gerüchten zufolge“, heißt es in dem Arw likel, „richtet Italien die Augen auf Paw lästina. Die hierzu verwendeten Mittel sind,1 mechanisch dieselben, wie sie von den russ siechen Agenten und — in geringerem Aus** maß — von Deutschland in der Ver-s gangenheit angewandt wurden; die Versprechungen sind ebenso grundsätzlich die-( eiben, nämlich die vollständige Unab-f hängigkeit von europäischer Oberherrschaft* Die Bevölkerung weiß jedoch sehr wohl, fension Eckstein - mmJ Semmering Pensionspreis bei JVlindestaufenthalt von 3 Tagen S TO*— inklusive Abgaben EUems Bank — Einwanderer- Carantiebanh Die E11 e r n’s Bank Ltd. ist von der Palästina-Regierung verständigt worden, daß sie in die Liste derjenigen Banken eingereiht wurde, die zur Ausstellung von Bestätigungen über den Kapitalsbesitz voii Einwanderern der Kategorie A zugelassen «ei. 21 „Illegale** im Libanon verhaftet Einer Meldung der arabischen Tageszeitung „Felestin“ zufolge wurden im Libanon 21 jüdische junge Leute bei dem Versuch, die palästinensische Grenze ohne Erlaubnis zu überschreiten, verhaftet. Neue große Zementfabrlh in Artuf In A r t u f, an der Eisenbahnlinie Jcrusalem—Jaffa, wird in Kürze eine neue große Zementfabrik errichtet werden. Die Fabrik erhält ein besonderes Anschlußgleis, das sie mit der Eisenbahn verbinden wird. Ferner wird eine besondere Straße die Fabrik mit dor Chaussee Jerusalem—Tel-Aviv verbinden. Endlich werden Bohrungon durchgeftlhrt, um für den Bedarf des Unternehmens und der in ihm beschäftigten Arbeiter W a se r zu finden. Neben der Fabrik werden in Kürze für die Ingenieure und Arbeiter »Wohnhäuser errichtet werden. ^Palcor.) I daß die Ersetzung eines politischen Systems* sei es auch das einer vormundschaftlichen' Regierung, durch ein anderes, angeblich' demokratisches, nichts als eine Bekräftigung durch eine bloß äußerlich verschiedene Aus-* drucksweise darstellt.“ „Die italienische Propaganda“, heißt es! m dem Aufsatz weiter, „hat bisher den' Orient, und insbesondere Palästina, nicht bis zu einem merklichen Grad der Beeinfluss sung durchdrungen. Einige k 1 e i n e r ei Kundgebungen da und dort, die Ge*» winnung eines gewissen Maßes individueller. Unterstützung aus Gründen, die entschieden nicht mit Sympathie für italienische Ziele' im Zusammenhang stehen, können kaum als volkstümliche Antwort auf so ehrgeizige propagandistische Pläne gewertet werden* Nach dem Mißerfolg zu urteilen, den die Betätigung anderer Theoretiker hatte* besteht wenig Wahrscheinlichkeit, daß diese Bemühungen irgendwelche konkrete Ern folge erzielen werden. Es muß jedoch als Tatsache in den menschlichen Beziehungen von heute verzeichnet werden, daß die Autokratien Europas ihre A n*i g e 1 n im Orient a u sworfo n.“ mit längerer Keehlsanwultspraxis, in allen HUroai in iten bewandert, sucht Stelle, eventl. für halbe Tape. Gefällige Zuschriften unter „Verläßlich* an die Adminietiath n, 5