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Die Stimme · 1935-10-22 · Heft 492 (22.10.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 492 (22.10.1935)
Date
1935-10-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Dil STIMMI 22. Oktober 1^’ konnte bisher iiiv ht in Erfahrung gebracht werden. E< ist da.s erstemal. \lnli dio Pallis t i n a -1 {e g i o r i u ig der T r a i h j o rd a ni e n - Regierung fine direkte Subvention gewährt. Die Sanktionen gegen Italien Jerusalem, IS. nkiuber. (2. T. A.) An den vom Völkerbund im Zusammenhang mit drin ifnb’rni'tdi-nbrssdiiMdii’u Krieg g-egen Haben beschlossenen Sanktionen wir-| sieh aueli PaliHtina beteiligen. .Pie Palä'tina-IJe^'ii.'nm^ erwartet noeli geil a u e I n ,> t r n k t i o n e n an- London über Art und Umfang dieser Sanktionen. Per p a 1 ii s t i ti e n s i s e h e I m p o r t fl. ii s 11 a 1 i e n markte im Jahre 1934 4SI.250 Pfund mir. der Wert der Ausfuhr na oh Italien betrug Pi.700 Pfund. .Man nimmt an. daß die italieni>rhe Palästina- Schiffahrt infolge der Teilnahme des Mandatsgebiete an 'den Sanktionen schwer betroffen sein wird. Im Jahre 1004 halten 365 italienische Schiffe in den Häfen Palästinas Anker geworfen. Eine umrünstige Auswirkung eines etwaigen Landnngsverbütes für italienische Schiffe in Palästina infolge der Sanktionen ist für die Alija-ßewegiing nicht z u b cf ii r c h t e n. Die auf der Strecke K o n- 6 t a n z a—H a i f a verkehrenden polnischen und rumänischen Schiffe seien imstande, die Alija auch a u e Mit t e 1 e u r o p a zti bewältigen, falls diese nicht mehr über die italienischen Häfen geleitet werden könnte. Die passive Handelsbilanz Palästinas Jerusalem, 17. Oktober. (2. T. A.) Die offizielle Statistik des palästinensischen Außenhandels im Monat Mai 1935 zeigt ein weiteres Ansteigen des Importes. Sein Wert betrug 1,632.736 Pfund gegenüber 1,359.938 Pfund im Mai 1934. Der Export dagegen ist im Vergleich mit demselben Monat des Vorjahres bedeutend gefallen, nämlich von 190.005 auf S7.945 Pfund. Unter den I mportländern steht England mit 293.000 Pfund an erster Stelle. Es folgt Deutschland mit 162.000 Pfund. Ferner sind an dem Import beteiligt: die Vereinigten Staaten mit 151.000, Syrien mit 123.000, Rumänien mit 94.000 und Japan mit über 67.000 Pfund. Demgegenüber wurde beim Export nur bei zwei Ländern der Betrag von 10.000 Pfund überschritten, nämlich bei Syrien mit 21.000 und bei England mit 16.960 Pfund. Nach Deutschland betrug die 'Ausfuhr 630. nach den Vereinigten Staaten 913, nach Rumänien 891 und nach Japan ganze 9 (neun) Pfund. Erste pharmazeutische Fabrik in Jerusalem eingeweiht Jerusalem, 17. Oktober. In Jerusalem wurde soeben die erste pharmazeutische Fabrik Palästinas. „Teva“, eingeweiht. Wirtschaftliche Stabilität in Palästina! Aemtdee (Utec jüde- Tel-Aviv, 17. Uktober. [’L. T. A.) Direktor O 1 a rk von der Barclay's Bank erklärte bei dem zur Vorbereitung der Eevante-.Messe (Frühjahr J936) veranstalteten Empfang: In dmi letzten sechs Monaten hat keim; Jinib'nmg der Wirtschaftslage Palästinas stattgefunden, die es rechtfertigen würde, den Bankinstituten, die bisher allgemeines Vertrauen genossen, dieses zu entziehen. Die fülligen Wechsel von Importeuren, Großhändlern und Detaülisten sowie aller sonstigen Kommittenten wurden bemerkenswert p r o m p t e i n g e I ö s t. Sollte dies nicht ein Barometer für unsere Lago sein? Es gibt keim* Krise in Palästina, aber Sie müssen darauf achtem daß eine solche nicht durch Ihr Verschulden entsteht. Wir Mitglieder des Beirates der Levante-Messe haben v o lies V e r t r a ii o n in di e Z uk u n f t. und wir wollen dieses Vertrauen in unmißverständlicher Weise zum Ausdruck bringen, indem wir mit den Vorbereitungen und der Durchführung der Pläne für die nächste Levante-Messe unbeirrt furtfahreu. Die Messe soll diesmal eine Schau dessen, was wir in Palästina leisten können, bieten, die eindrucksvoller sein wird als jemals zuvor. Wir wollen uns nicht schrecken lassen, als ob die allernächste Zukunft im Dunkel läge, und wollen Befürchtungen zerstreuen, wo wir solche antreffen. Lasset uns weiter arbeiten, denn ein großes Aufbauwerk ist noch zu leisten. Unser Motto für heute und für die nächste Zukunft schäftliche Arbeit wie immer. AngloPalosImc Bank seiner Ansprache der sei: ge- (Generaldirektor der S. I! o o f i e n gal» in Öffentlichkeit die -Schuld für die Schwierigkeiten der kleineren Bankinstitute. Wenn aueli die let/lmi Wochen den kleineren Banken manchen sorgenvollen Tag brachten. so seien diese doch ausnahmslos ihren Verpflichtungen piinkt lieh narligekommen und hätten noch nie einem Einleger Enttäuschungen bereitet. Allerdings seien sie gezwungen gewesen, d i e K r c d i t e e i nz u s c li r ii n k e n, was ihnen niemand übel nehmen könne. Das Mitglied der Exekutive der Jowish Agency. Elieser Kaplan, erklärte, der Fortschritt des Landes erfordere die Möglichkeit ununterbrochener wirtschaftlicher Expansion. Palästina habe bewiesen, daß es in außerordentlich hohem Maße befähigt ist. Massen von Juden, deren wirtschaftliche Existenz in anderen Ländern nicht mehr aufrecht, erhalten Werden kann, zu absorbieren. Der Beniner wies sodann auf die Schwierigkeiten hin, die den einheimischen Industriellen i n f o 1 g o d e s a u s I ii n d is c h e n D u m p i n g s. dem sie machtlos gegeinibersteheii, erwachsen, betonte jedoch in diesem Zusammenhang, daß die Messe die Gelegenheit biete, Verbindungen anztiknüpfem durch die Märkte für den Absatz von Palästina-Produkten in denjenigen Ländern erschlossen werden können, von denen Palästina für 18 Millionen Pfund im letzten Jahr Waren gekauft hat. Die Mess werde aueli Möglichkeiten für neue lnves tionen und Erschließungsarbeiton sowie für das Aufbauwerk iin allgemeinen eröffnen. (Auf das Gemälde eines unbekannten spann sehen Malere. Anfang cles 17. Jahrhunderts.) Das Dunkle ist die Welt — jedoch das Buch isl irie die Grrisnisfirue strahlend licht, and sicher faslet sieh, non Spruch zu Spruch die schnalle lland in guter Zuversicht. Hs ircifi die Seele fern sieh von dem Bruch des Bändnissrs mit (ftdl — and Sein Gericht schreckt nicht den Lesenden, der zu Bestich sich Btu/el ladt and deren Sprache sprich!! Alfred W firne r. WH i uwp Die Trennung von Judenehen Die Palästina-Informationsreise der Österreichisch-palästinensischen Wirtschafts- und Handelskammer, welche für den 25. d. projektiert war, wurde aus technischen Gründen auf den 22. November 1. J. verschoben. An meldungcn und nähere Bedingungen: Palästi nensisebc Handelskammer, I., Schcllinggasse 1 (Tel. R 27-4-12) oder Reisebüro Universal, L, Kärntnerring 3 (Tel. R 20-4-51). fä\ jeden. <SARK GÄ/A&tRSREKH: Ait; 2 'ftS#VENANSTALT Das» eben erschienene Werk von Doktor M. Piekarski, ,,E h e § c h e i d u n g und Ehetrenn ung“, befaßt sich zum ersten Male mit der Entstehungsgeschichte des in das bürgerliche Gesetzbuch übernommenen jüdischen Eher echtes. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts stand die Judikatur in jüdischen Ehestreitigkeiten nur den Ra-bbinafcsgerichten zu. Erst im Jahre 1785 wurde durch ein Hofdekret verfügt, daß auch die jüdischen Ehen zur Kompetenz' der ordentlichen Gerichte gehören und die Ehestreitigkeiten nach dem staatlichen Gesetz zu entscheiden sind „Wohl sah man sich veranlaßt, die Rah binat-e in Galizien und Böhmen über da..- Verhältnis der religiösen Vorschriften der Juden zum Ehepatent zu befragen. Hiebei wurden auch erhebliche Differenzen festgestellt, doch leimte es die staatliche Gesetzgebung zumeist ab, auf die Abwei cliungen des mosaischen Rechtes Rücksicht zu nehmen.“ So wurden insbesondere die Bestimmungen über die Scheidung der Ehe von Tisch und Bett auch für die Juden als verbindlich erklärt, obgleich dem mosaischen Rechte die Institution der Scheidung von Tisch und Bett gänzlich fremd ist. Eine wichtige Konzession machtschon ein im Jahre 1786 erschienenes Patent, indem es die Auflösung (Trennung) der Judenehen auf Grund beiderseitigen Einverständnisses gestattete. Hiebei wurde festgelegt, daß die Auflösung von Judenehen durch die Überreichung de Scheidebriefes zu erfolgen habe. Der Begriff des Scheidebriefes Ist allerdings weder im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch noch in dessen Quellen enthalten. „Man versteht darunter eine in traditioneller Form ausgefertigte Urkunde, kraft welcher der Mann seine Fna-u entläßt, ’&ie für frei erklärt und sie zur Wiederverehelichung ermächtigt. Der Sehei,debrief ist ein gesetzlich anerkanntes Dokument; ohne Seheidebrief gibt es keine Trennung einer Judenehe. Das Geset/z enthält keine Vorschriften über Form und Inhalt, es räumt den Juden volle Freiheit ein, den Scheidebrief ihren Gesetzen u-ryl Gewohnheiten gemäß einzurichten.“ Der einverständlichen Trennung müssen drei Versühnungsversuche vorausgehen. Sie sind in der Regel von dem Rabbinate vorzunehmen. Nur wenn ein Eheteil zum Christentum Ubergctreten ist, -sind ihm durch den christlichen Seelsorger die geeigneten Ermahnungen zu machen. Der Scheidebrief selbst aber ist nur bei dom zuständigen Rabbjaate zu übernehme«, ] und daß Ge der „Wohl wird in der Rechtsprechung dem Schrifttum die Ansicht vertreteu, die Übergabe des Scheidebriefes bei rieht zu erfolgen hätte, aber bei Übergabe des Scbeidebriefes handelt es sich um einen Akt der nach jüdischem Brauch viele minutiöse Formen sowie ein als her kömmliohes Zeremoniell erfordert; dazu ist der Gerichtssaal nicht geeignet.“ Dio Folge davon ist, daß in der Praxi in jedem Fall einverständlicher Ehetren nung die Zeremonie der Übergabe de Scheklebriefes zweimal vor sieh geht. Das einemal vor dem Rabbiner, das andere Mal vor dem Richter. Auch wenn die Ehegatten gütlich über eingekommen sind, ihre Ehe ■■(unverständlich trennen zu lassen und diese Einwilligimgs erklärung auch vor dem Gericht wieder holen, kann dann, wenn der Ehemann sich nachträglich weigert, den Scheidebrief zu übergeben, oder die Frau, ihn zu übernehmen, dio Übergabe, beziehungsweise Übernahme nicht erzwungen werden. Anders im Falle der nicht- (unverständlichen Ehetrennung, die wegen des Ehebruches der Frau gelteudgeuiacht wird Nach der herrschenden Meinung kann die schuldige Frau, die sich weigert, den Ehe Scheidebrief arizunehmeu, durch gerichtliche Zwangsmaßnahmen — durch Geldstrafen bis'zu S 20.UÜ0 und Haft bis zur Gesamt dauer von 6 Monaten — hie-zu gezw.ungeu werden. Anderer Meinung ist Dr. Piekarski Er empfiehlt, den Text des Scheklebriefes schon in die Klage aufzunehiueu. Nach Schilderung des Ehebruchtatbestandos wird in der Klage dio Entlassung gemäß der Form und dem Inhalt des Scheklebriefes ausgesprochen. Das Urteil hat auf Trennung der Ehe zu lauten. Wenn das Urteil in Rechtskraft erwachsen ist, ist auch dio Ehe getrennt. IJr. Piekarski begründet diese scino Meinung in sehr scharfsinniger Weise. Sie wird zweifellos der Praxis künftighin als Richtschnur dienen, wie denn überhaupt Dr. PiekarskLs Werk, das die Materie des jüdischen Ehereohtes zum erstemnale histoiscli erforscht, sowohl für die Praxis, wie für dio Reclitslehro von außerordentlicher Bedeutung ist. Richter, Anwalt und Rechtshrer, alter auch das rechtsiichende Publikum linden in dem Werke Dr. Piekarskis inen unentbehrlichen Führer für die Handhabung in Ausgestaltung des jüdischen Ehereohtes. Dr. M, B. Krieg ohne Heer Von G e 11 r a 1 E d u a r d F i s 0 h e r (Militiinvissenscliaftiiclier Verlag G. M. Franz: Schubert, Wien) Dir 7mhl der Kriegsbücher und der Kriegs« memoiren, von Heerführern ist unabsehbar. Wenn wir ein Kriegsbuch besprechen, was sicher außerhalb des Rahmens unserer Zei,« lang liegt, so hat dies seinen besonderen Grund in, der Person und in der Geislesrichhing seines Verfassers, des heldenmütigen Verteidigers der Bukowina im Weltkrieg, G e n e r a l m a jo r E d u a r d F i s c h e liier spricht ein Mann, der mit einer Handvoll Finanzwächtern, Gendarmen und Land« sturmmännern, ohne Geschütz und Masehinengewehre die Bukowina verteidigte und Ungarn vor der russischen Invasion rel« tetc. Es kommt aber darauf an, wie General Fischer von seinen Taten spricht. Er schrieb seine Memoiren, „um die Dankesschuld gegen den Unbekannten aus dem Volk abzustattenund. das Buch, das jeder nur mit Spannung lesen wird, schließt mit den TFor- »len: „Mochtet ihr auch in unterschiedlichen Sprachen zueinander geredet und in Christ« lichem, in jüdischem oder in sonstigem Be« kenntnis zu unseres ewigen Gottes Gnade, gebetet haben — alle, ob ihr nicht mehr oder noch im Leben wandelt, wart ihr in Einheit und Opferwillen die gleichen Helden. Barum euch allen meinen dankerfüllten Abschieds• grüß.“ Wenige Tage nach Fertigstellung des Ma« nuskripts ist General Fischer gestorben. Wir Juden werden seiner stets dankbar, gedenken, ebenso der vielen tapferen jüdi« dlschcn und christlichen Gendarmen und; Soldaten, die unter ihm gedient haben. DiQ Geistesrichtung Fischers, deren vornehmster Ausdruck Gottergebenheit, Patriotismus und liebevolles. Verstehen änderet' Völker und Religionen war, scheint leider auf das Aus** sterbeetat gesetzt zu sein. Gewiß, man verneigt sich bei Helden« gedenk feiern vor den gefallenen jüdischen Soldaten, läßt es aber zu, daß die lebenden Juden unter dem Einfluß des Nationaßsozia« lismus und ideenverwandter „Geistesrich« hingen“ diffamiert und entrechtet werden< ■lbcr vielleicht gerade deswegen ist Fi« schers „Krieg ohne Heer“ erquickende Lek« türe. Dieses Buch zeigt, daß die Quelle rei« neu Menschentums und brüderlichen Ver« Stehens noch nicht versiegt, ist. So ist dieses Buch tröstlicher Rückblick und zugleich hoffnungsfroher Ausblick. Niemand wird das Buch Fischers ohne innere Bewegung aus der Hand legen. 0. g. . „Cahiers Juifs“ (Paris, 9 Ruc le Sucur), dio angesehene jüdische Zeitschrift hat eine präehigo MaLmonides-Nunimer herausgebracht, die irt einem Umfang von 150 Seiten neben lte-produk* tionen bisher nicht veröffentlichter Mailmonides-» Manuskripte eine Re-ilic wertvoller Beiträge! bringt, so von den Professoren der Universität in Jerusalem, Dr. Julius Guttmann und Leo! Roth, ferner von Dr. Armand Weyl, Dr. L”. Ncunian, Dr. W. Franck, Professor Sonne und Dr. Schapira. Prostatahyperlrophie. Männer der ärztliche«! Praxi« haben sied» überzeugt, daß das natür* liehe „Frauz-Josef“-Ul(terwasser ein. sicheres md äußerst schonend wirkendes saUmsche» Danuruiuigungsimtel ist, so daß es auch bei Prostatahyperlrophie enipfohleu worden kann.- Wiener Jüdischer Gesangverein. Rubinstein« Oratorium „Der Turm zu Babel“ wird im Des zcinber d. J. im Großen Musikveroinssaal auf-»;eführt uud verspricht oioe der größten Sen-» ationen der Saison zu werden. Die Proben finden jeden Dieimtag, y38 Uhr, im Kouzerthau», Holländersaal, statt. Dämon und Herren^ welche mitwirken wollen, werden ersucht, sich rechtzeitig anzumelcl®«,

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