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Die Stimme · 1935-10-18 · Heft 491 (18.10.1935) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 491 (18.10.1935)
Date
1935-10-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 491 — 18. Oktober 1935 Olt tTIMMI Seite 5 WARNER BAXTER MYRNA LOY IM MACK tim. fiaKk&wW Krimwatfifa* KREUZ-KINO Grenzen berechnet ißt. Offenbar ist ciiets.es Dementi, ebenso wie das von der Spitze der deutschen Regierung ausgegangene Verbot von „E i n z e 1 a k t i on e n“ gegen Juden, daß ebenfalls bisher ohne jede praktische Wirkung geblieben ißt, dazu bestimmt, die ausländischen, namentlich die englischen Kreise, die für eine Mitwirkung an einer deutschen Anleihe in Betracht kommen, zu beruhigen. Die Juden sind als Spender wie als Empfänger vom allgemeinen Winterhilfswerk ausgeschlossen, die jüdischen Firmen müssen aber nach wie Vorrecht bedeutende Beträge für die allgemeine Winterhilfe leisten. Körperliche und geistige Frische sind die kostbarsten Güter des Lebens in der Jugend wie Insbesondere im Alter Bewahren und mehren Sie diese Schätze durch ständige, Borgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alle Zwecke der Körperpflege — Einreibungen, Packungen (Umschläge), Mundwasser usw. — ist DIANA- Franzbranntwein mit Menthol. In Jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana“ und nehmen Sie nur „Diana“. Minderwertige . Nachahmungen sind energisch zurUckzuwcisen. Beratung der europäischen Zenträte des Weitverbandes der Allgemeinen Zionisten Krakau, 15. Oktober. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Doktor J. Schwarzbart und im Beisein des Mitglieds der Zionistischen Exekutive Doktor Roth'enstreich hielt die europäische Zentrale der Allgemeinen Zionisten inKrakau eine Beratung ab, an der außer den Mitgliedern der Zentrale auch Vertreter der Jugendorganisationen des Weltverbandes teilnahmen. Es wurde ausführlich die Lage im Zionismus besprochen und Beschlüsse hinsichtlich der Arbeit der Koalitionsexekutive und des Zusammenschlusses der Allgemein-Zionistischen Jugend gefaßt, Von Krakau begab sich Dr. Rothenstreich nach Jerusalem zur Übernahme seines Amtes in der Exekutive der Jewish Agency. Wien-Haifa S195'- Bahnfahrt bis Constantza. Schiffahrt mit Bett und Verpflegung. — Besonders ermäßigte Fahrten nach Alexandrien« Haifa« Beyroufh. Alle Auskünfte sowie Annfeldungen: Austro Lloyd — Wiener Reiseklub I., Weihburgg. 27 (Gartenbau) Tel. R 28-0-69 Werdet Klubmltglleder! Katastrophale Finanzlage der Warschauer Jüdischen Gemeinde Warschau, 15. Oktober. Der Präsident der Warschauer Jüdischen Gemeinde, Eli M a z u r, gab in einer Sitzung des Gemeindevorstandes bekannt, daß die Einkünfte der Gemeinde infolge der jüngsten Entwicklungen auf ein Minimum gesunken sind und die Finanzlage der Gemeinde sich katastrophal verschlechtert hat. Daher war es in diesem Jahre nicht mehr wie in den früheren. Jahren möglich, eine Untersttttzungsaktion für die jüdischen Armen anläßlich der hohen Feiertage durchzuführen. Auch sei die Fortsetzung des Baues eines neuen Gemeindehauses, in dem eine Mikwah und daß Gemeindemuseum untergebracht werden sollten] aus .Geldmangel unmöglich. Wer sind die Untermenschen? Die Juden in Deutschland „ eind aus dien öffentlichen Bädern ausgeschlossen. Sie erhalten vielfach keine Medikamente oder Lebensmittel. Jüdische Waisenkinder werden aus den Heimen vertrieben. Jüdische Kranke werden in Spitälern nicht aufgenommen. In vielen Orten ist ihnen der Zutritt verboten. In vielen Orten dürfen sie nicht mit der Straßenbahn fahren. In einigen Städten des Rheinlandes ist es ihnen verboten, eich bei Tag auf der Straße zu zeigen. In Thüringen müssen sie ihre Leichen bei Nacht begraben. Zu den Olympischen Spielen sind jüdische Sportler aus Deutschland nicht zugelaseen. Juden können vom der Straße weg auf irgend eine Angabe hin verhaftet und ins Konzentrationslager geschafft werden. In ganz Deutschland verschwinden täglich jüdische Verhaftete spurlos. Wegen des Gebetes am Vensöhnungstag sind der Berliner Oberrabbiner Dr. Baeck und der Ministerialrat Dr. Hirsch verhaftet worden. Dr. Hirsch ist noch in Haft. Der freundschaftliche Verkehr mit Juden ist Rassen verrat. Wer bei Juden kauft, wird mit Verlust der Staatsbürgerschaft bedroht. Auf Befehl Hitlers sind die Juden vom Winterhilfswerk ausgeschlossen. Sie dürfen ihr eigenes Hilfswerk einriohten, haben aber infolge ihrer wirtschaftlichen Lage keine Mittel. Den Ansiwandemden wird es unmöglich gemacht, ihr Vermögen mitzunehmen. * Das Untermenschentum, eine Antithese zu Nietzsches Übermenschen, hat in der nationalsozialistischen Agitation vor dem Jahre 1933 eine sehr große Rolle gespielt. Unter Untermenschen hat man zumeist die Juden verstanden, denen die menschlichen Eigenschaften abgesprochen wurden. Mit Hilfe der alten und immer wieder neu umgefälschten Zitate aus jüdischen Schriften, mit Hilfe der von Deutschland mit ungeheuerlichen Geldmitteln organisierten Verbreitung der in Deutschland nochmals umgefälschten „Protokolle“ wurde die Stimmung geschaffen, die die Juden in der Wertung noch unter das Tier herabdrückten und sie einfach als eine Verbrechergesellschaft hinsteLiten, gegen die schlechthin alles gestattet ißt und die ohne Federlesens ausgelöscht werden darf und soll. Die Juden haben in dieser letzten Zeit der Demokratie es versäumt, sich durch eine Offensive zu wehren,- die den kriminellen Charakter der Führer enthüllte. Auch die deutsche Demokratie ist fast kampflos zurückgerwichen und hat geduldet, daß ßie mit listiger Anwendung ihrer eigenen Mittel von innen heraus gesprengt weiden konnte. So ist das Wort vom jüdischen Untermenschen immer tiefer in das Bewußtsein der deutschen Menschen eingepflanzt worden. Aber was seit dem April 1933 bis heute in stetig sich steigernder Intensität gegen die halbe Million Juden getan wird, von der Regierung, von den Behörden, von den nationalsozialistischen Formationen, das zeigt klar, daß nicht die Juden die Untermenschen sind. Was bei den primitivsten Negerstämmen kein Mensch dem anderen verweigert, die Hilfe in Not, die Achtung vor dem persönlichen Wert, das ist heute in Deutschland Rechtsnorm, die unbedenklich gegen Juden, gegen Frauen und Kinder, gegen Kranke und Altersschwache ins Werk gesetzt wird. Die „Times“ schreiben von erbarmungsloser Rachsucht, die eine halbe Million Menschen zermalmt. Wofür diese Rache geübt und weshalb sie mit solch kaltem Raffinement geübt wird, das wird für immer unverständlich bleiben. Aber die europäische Welt, die auf ihre christliche Humanität so stolz ist und die sich bei jeder Gelegenheit mit vollem Bewußtsein vom Dritten Reich distanziert, sieht tatenlos dieser entfesselten Orgie des nationalsozialistischen Sadismus zu. Sie will wegen der abess mischen Sklaven sogar Krieg und Antikrieg führen. Aber sie hat gar nichts dazu zu sagen, daß im Herzen Europas ein bestialischer Krieg gegen Menschen geführt wird, denen gegenüber man nicht einmal die Komödie eines Gerichtsverfahrens gebraucht. Sie werden, gefoltert, tausendfach gemartert, an Seele und Leib geschädigt — ohne daß dieses christliche Europa mehr aufbringt als platonische Schreckensrufe. Wer sind die Untermenschen? CAFE INDUSTRIE IX. PORZELLANGASSE 39 NEUERÖFFNET! Palästina meldet: Kette Arbeitersiedlung bei Kfar Saba Jerusalem, 15. Oktober. Aus jüdischem Privatbesitz sind in der Nähe von Kfar Saba 200.000 Dunam Boden für den Preis von über 10.000 Pfund mit Hilfe des jüdischen Nationalfonds, der Gesellschaft Nir und der Kreditkooperative der Arbeiterschaft für die Errichtung einer neuen Arbeitersiedlung, der fünften ihrer Art in diesem Distrikt, erworben worden. Der Boden wird auf den Namen des Jüdischen Nationalfonds eingetragen. Es werden hundert Wohnhäuser für Landarbeiter und sechzig Wohnhäuser für Handwerker und Industriearbeiter errichtet. Den Landarbeitern werden für eine Heimstätte je 1H Dunam, den Handwerkern je 1 Dunam zugewiesen. Jetzt ist man darangegangen, die notwendigen Baukredite zu beschaffen. Bisher wurden 80.000 Pfund im Distrikt von Kfar Saba in Arbeiterrandsiedlungen investiert. Behleidungsindustrie in En Charod Jerusalem, 15. Oktober. In En Charod wurde in Zusammenarbeit mit der Siedlerorganisation aus privaten Mitteln eine Werkstatt für die Erzeugung von Trikotagen, Blusen usw. errichtet, in der zwanzig Mädchen Beschäftigung finden. Die Erzeugnisse werden an die verschiedenen landwirtschaftlichen Gruppen J durch die Konsumgenossenschaft Hamaschbir verkauft. Die tägliche Arbeitszeit beträgt acht Stunden. In dem Betrieb werden auch aus Deutschland eingewanderte Mädchen beschäftigt. Das Unternehmen hat eine Beihilfe von der Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden erhalten. Landwirtschaftliche Hypothekenbank Palästinas Jerusalem, 14. Oktober. Offiziell wird mitgeteilt, daß die vor kurzem mit einem Kapital von 400.000 Pfund (in Aktien von je 1 Pfund) gegründete Landwirtschaftliche Hypothekenbank (Agricultural Mortgage Company of Palästina) in naher Zukunft ihre Tätigkeit beginnen wird. Der zum Generaldirektor ernannte Noel C r e w e, bisher Vizedirektor der Ägyptischen Hypothekenbank, hat sein Amt übernommen. Das Kapital der Bank wurde aufgebracht von Barclays Bank, Anglo-Palestine Bank, Prudential Assurance Company, Guardian Eastern Insurance Company, Palestine Corporation und der New-Yorker Palestine Economic Corporation. Oberst Kisch gegen Transfer Jerusalem, 14. Oktober. Oberst F. H. Kisch, einst Mitglied der Zionistischen Exekutive, veröffentlicht eine längere Erklärung in der Palästinapresse, in der er seine schärfste Opposition gegen das Transferabkommen Deutschland- Palästina äußert. Vor listigen Vsrftrbungon soKOtzl ODOL-Zatinpasta Ihre Zahn« ODOL- Zahnpasta ralnlgt gründlich, OOOl- Zahnpasta macht Zihna wte Parten I Klein» Tübe S SO Große Tuba 9 1AO Vom Aufbauwerk Jerusalem, 15. Oktober. In Nahalal wurde der Bau von 35 neuen Häusern in Angriff genommen. Die Baukosten betragen pro Haus 220 bis 250 Pfund. Zu den Arbeiten werden ortsansässige jüdische Arbeiter heraongezogen. * Die Gesellschaft „N i r“ hat ihren Tätigkeitsbericht für das erste Halbjahr 1935 veröffentlicht. Ihm ist zu entnehmen, daß die Gesellschaft in diesem Zeitraum Darlehen zu verschiedenen Zwecken (Hausbau, Wasserversorgung u. dgl.) in der Gesamthöhe von 147.000 Pfund gewährt hat. Das Grundkapital ist auf 75.000 Pfund angewachsen. Es gibt kaum eine jüdische Arbeitersiedlung, die von „Nir“ noch nicht Kredithilfe erhalten hat. * Das Prinzip der jüdischen Arbeit wird in der Bilu-Kolonie Gedera in steigendem Maße verwirklicht. Vor drei Jahren gab es dort 17, heute gibt es 200 jüdische Arbeiter. Ira Baugewerbe ist das Prinzip der jüdischen Arbeit hundertprozentig verwirklicht worden. Der Taglohn beträgt für Bauarbeiter 350, für landwirtschaftliche Arbeiter 150 bis 200 Mils. Eine besondere Kommission für Arbeitsfragen, der zwei Vertreter des Kolonierats und zwei Vertreter des Arbeiterrats angehören, sorgt für die Beilegung etwaiger Arbeitskonflikte. In Fällen, wo eine Einigung nicht erzielt werden kann, wird die Angelegenheit dem Waad Leumi zur Entscheidung über-, geben. * Im letzten Schuljahr wurden die städtischen Schulen in Tel-Aviv von 8187 Kindern, 4082 Knaben und 4105 Mädchen, besucht. Von April 1934 bis April 1935 wurden im Tel-Aviver Hadassah-Krankenhaus 5786 Kranke aufgenommen, 5369 wurden als geheilt entlassen, 357 sind gestorben. * In der großen Zementfabrik N e s h e r wurde ein neuer Zubau feierlich eröffnet.. Trauben-Trinkkur. Während der Weinlese bringen wir täglich frisch — aus dem Weingarten Traubensaft fUr Kurzwecke. — Die Herbstknr mit naturfrischem Traubensaft ist dnrob nichts zu ersetzen. — Sie wirkt verjüngend auf den ganzen Organismus — besorgt eine vollkommene innere Reinigung — und beseitigt so — die Grundursachen von Krankheiten und vorzeitigen Alterns. — Von der einfachsten Verdauungsstörung bis zu den hartnäckigsten Leiden — vollftthrt diese einzigartige Heil- und Erneuerungen kur ständig Wunder. Prospekte über Trauben-Trinkkur mit Anleitung liegen in allen Betrieben auf. ZEILINGER Landstraßer Hauptstraße 17 Mariahilfergürtel 27 Wallensteinstraße 46 Winckelmannstraße 22 Jobnstraße 30 Bestellbttro Telepb. R 85-0-10. Die Tagesproduktion wurde von 600 auf 1000 Tonnen erhöht. * In Kirjath Chajim, der nach Cha* jim Arlosoroff benannten Siedlung im Emek Sebulon, fand die feierliche Eröffnung des neuen zweistöckigen Schulhauses mit 20 Klassenräumen statt. Noch vor drei bis vier Jahren war das Gebiet, auf dem sich jetzt die blühende Siedlung erhebt, Ödland, Die ersten Siedler von Kirjath Chajim hatten; mit einer Schulo für 15 Kinder und einem Kindergarten für 25 Kleinkinder begonnen« Heute wird die Schule von 500, der Kindergarten von 200 Kindern besucht. * Die Regierung hat 150.000 Pfund für den Bau verschiedener Chausseen bestimmt, die insbesondere die Aerodrome von Lydda und Haifa mit Jaffa—Tel-Aviv einerseits und Jerusalem anderseits verbinden werden.

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