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Die Stimme · 1935-10-18 · Heft 491 (18.10.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 491 (18.10.1935)
Date
1935-10-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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S«!tt 4 Dli ITIMMI 4am Nr. 401 IP. Oktober .1035 Handwerker Alijah HandwerkmertitLkatn dürfen lauf Kongroßbesehluß mir an anerkannte Handwrrkerverbände zur Verteilung erlangen. Durch die bisher gepflogene Ycrteihuigspra.xis wurden die Allgemeinen Zionisten fast zur Gänze Obergangen und den Allgemeinen Zionisten, die durch Jahre hindurch Arbeitskraft und Geld für den Zionismus geopfert haben, mar es nicht möglich. Zertifikate für sich oder ihre Söhne zu erhalten. Lediglich Leute, die in einem eha.luziftchen Verband Aufnahme fanden und kollektive Ilaehscharah trieben, erhielten nach mehr oder minder langer Mitgliedschaft Zer- EINZIG IN WIENI1I rein seiden Herren ßemden beste paßform nur sowie alles in Wisch« und Wirkwaren billigst bei BERGMANN, I., Rabensteig 3, U 20-709. Hlmmelpfortg. 5, R 25-8-84. Köllnerhofg. 1, R 26-8-99 Wir bitten, sich bei jedem Einkauf auf unser Blatt zu berufen llameiri befindet sich auch unter den Initiatoren und Gründern einer neiton palästU nensiachen Filmgesellseh.aft. Größere Opernpläne kündigt der Golem kin an, als künstlerischen Leiter seiner Truppe hat er Vlttorio Weinberg verpflichtet. » Die Freunde des Philharmonischen Orchesters in Tcl-Aviv wollen zweitausend Spender von je einem Pfund sammeln, um ihm auf diese Weise eine noch größere künstlerische Aktivität zu ermöglichen. E. G. titikate. So wichtig und begrüßenswert eine t-hahtzische Vorbereitung auch ist, so .notwendig ist für den Aufbau nuserös Landes die Einzelhachscharah. wie sie ein ausgebildeter Handwerker besitzt,. Dies und die neuen Einwanderungsbostimmungen veranlaßten den Welt v e r b a u d d er Al 1gemeinen Zionisten zur Gründung des Allgemein-Zionistischen Han d w e rk e rverbande j B a a 1 e h - M i k z o a. h in verschiedenen Ländern. Auch in Wien wurde dank der Förderung des Landesverbandes für Österreich und der Alija-hkommission Allgemeiner Zionisten ein Verband Baaleh-Mikzoah ins Leben gerufen. Durch die angestrengte Tätigkeit der Leitung ist der Erfolg in der letzten Sehedule nicht ausgeblieben. Die Zahl der abgefertigten Olim war bedeutend größer als bei allen vorangegangenen Schedulern und es wird die Aufgabe der Leitung sein, die Zahl der Olim noch zu vervielfachen. Allein mit der Zusammenfassung der Zertifikatsbewerber wäre den Olim und dem Allgemeinen Zionismus nicht gedient.. Es ist das Bestreben des Verbandes, einen Stab treuer Mitarbeiter in Erez zu schaffen, der den Olim bei seiner Ankunft im Lande bei- WerKstätte mit Konzession für feinere und billige DamenKlefdcr und SciMcke übernimmt Aufträge zu mäßigen Preisen IX., Schulz-Strassnitzky-Gasse 7, Tiir 20 fen soll, .die ersten Schritte zu unternehmen, Unterkunft zu beschaffen und bei der Arbeitssuche behilflich zu sein. Nur so wird es möglich sein, den einzelnen Olej der Organisation zu erhalten und dadurch den Weltverband der Allgemeinen Zionisten einen starken Rückhalt arbeitender Menschen in Erez Israel zu geben. Der Wiener Verband Baaleh-Mikzoah ist bemüht, durch hebräische Kurse und V orträge aus allen fachlichen, zionistischen und jüdischen Wissensgebieten seine Mitglieder für ihre Alijah vorzubereiten. Eine Beratung in Steuer- und gewerberechtlichen Fragen steht den Mitgliedern kostenlos zur Verfügung. Schließlich sollen auch gesellschaftliche Verunstaltungen den näheren Zusammenschluß der Mitglieder ermöglichen. Erfreulicherweise zeigte sich schon eine Nachfrage nach Professionisten seitens unserer Wiener Gesinnungsgenossen, und so wrar es möglich, in bescheidenem Maße Arbeiten zu vermitteln. Allgemein-Zionistische Handwerker und handwerkliche Gewerbetreibende! Stützet euren Verband durch euren Beitritt. Aufnahme können finden: Allgemein-zionistisch organisierte Handwerker (Gewerbetreibende) mit Lehr- und Arbeitszeugniesen, Absolventen technischer Hoch- und Gewerbeeohulen usw. Ferner Frauen diverser Berufe mit Lehrzeiugnissen. Die Tätigkeit des Baaloh Mikzoah bedeu¬ 'dl: m i ' ■ # jjii i Ii .1:111 U III; lüi: 1 Voraus muß man denken* : ih- /'i n jü : (lljjljM |j sich sichern — )-i!|it jj i Ti ii ii versichern Ti ihn: jih 'Hi/PH h1! i;ii ‘in ii/i!!ji| "•Ijt niiji!!': Tilil1! i;i |jjj ,! :1 Phonix Ulli Uü | Mlll:!!!:| 1 1 : ' jj Allgemeine Versidherungs« ji II Clee*/Vflen/IX./AlsevplalBl tet eine Stärkung des Allgemeinen Zionismus und es ist daher Pflicht, dem Verbände beizutreten. um auch nach a-ußenhin die Jerusalem. Anfang Oktober. Innerhalb weniger Tage sind von den Immigrationsbehörden in Haifa 33 Einwanderer nicht an Land gelassen worden, weil ihre Papiere nicht in Ordnung waren. In einer Anzahl von Fällen waren die Zertifikate von einem Beamten im Jerusalemer Immigration-Departement ausgestellt worden, gegen den mittlerweile ein Verfahren wegen passiver Bestechung eingeleitet werden mußte... An Bord der wenig glückhaften Schiffe spielten sich Verzweiflungsszenen ab. Einer der verhinderten Immigranten, der aus Bulgarien gekommen war. Ehemann und Vater von vier Kindern, versuchte sich in der Kahine zu erhängen. Mehrere illegale Einwanderer, die ertappt wurden, nachdem sie bereits sicheren Boden unter den Füßen zu haben glaubten, erhielten je einen Monat Gefängnis, außerdem die Ausweisung zudiktiert. Unter den Verurteilten waren auch zwei, die in einem Boot aus Ägypten gekommen waren und sich vor dem Richter damit verteidigten, daß sie auf einer Vergnügungsfahrt, die gar nicht in Palästina enden sollte, vom Unwetter überrascht worden seien, so daß ihnen gar nichts anderes übrig blieb, als die Küste zu gewinnen, die eben zufällig die palästinensische gewesensei. Nachdem der Kaiser von Abessinien seinen Thronschatz bombensicher versteckt hat (— darunter auch eine Kette, die seine Ahnherrin, die Königin von Saba, getragen hat; jene legendäre Königin, die vor grauen Zeiten König Salomo besuchte und uns Juden auf diese Weise mit den Abessiniern blutsverwandt machte ...) — nachdem also der Kaiser von Abessinien so nervös wurde, was mau verstehen kann, haben auch eine Anzahl ängstlicher Palästinenser ihr Gespartes in den Strumpf oder gar an noch geheimnisvollere Plätze gesteckt. Bleibt hinzuzufügen, daß aus Addis Abeba außer eiuer Miniaturpanik ein Auftrag auf eine Kriegslieferung kam: eine palästinensische Limonadenfabrik soll den Streitern des Kaisers für 8QQ0 Pfund Limonade liefern. Da auch die Palästinenser fleißig Limonade trinken (ärgerlich wandten sieh die Tel- Aviver Stadtverordneten gegen die Regierung, die den Ausschank alkoholischer Getränke ab neun Uhr abends in bestimmten Lokalen verbieten will, obschon es in Tel- Aviv fast niemals Betrunkene gibt...) — angesichts dieser Limouadenkonjunktur will also besagte Limooadeufahrik hundert neue Arbeiter einstellen, falls sie sie findet. Eine •Schokoladenfabrik hat die gleiche löbliche Absicht. Anderseits versuchen die Kolonien Arbeiter an sich zu ziehen. Bio fehlen au allen Erken und Enden. Die Neucluwandernden entführt man buchstäblich von den Schilfen weg. Hingegen steht auf der wirtschaftlichen Passivseite die Schließung einer Strumpffabrik in Ramath-Gun, ln die 14.000 £\\ investiert worden sind und die fast sechzig Arbeitern Brot gegeben hat: es heißt, daß das. Unternehmen das tschechoslowakische Dumping obeusowenig aushalten konutc wie die Seidenspinnerei „Meshi“, deren Zusammenbruch vor eiuigen Wochen gemeldet werden mußte, das japanische. Den Fellachen der palästinensischen Berge, respektive ihren kooperativen .Jw, Verbundenheit der arbeitenden Bern fesch ich ton. mit dem Welt verband der Allgemeinen Zionisten zu dokumentieren. bänden, will die Palästinaregierung Kredite im Gesamtbeträge von 50.000 £V. gewähren, aufgeteilt in kleine Anleihen von 250 bis zu 1000 £P.. rückzahlbar in Fristen von drei bis siebzehn Jahren. Obst- und Weinbau sowie Haustierzucht sollen auf diese Weise unter den arabischen Kleinbauern gefördert werden. Auch wünscht die Regierung, daß sie sieh moderne landwirtschaftliche Maschinell anschaffeii und ihre zumeist noch recht primitive Wasserversorgung verbessern. Ferner läßt, die Regierung unter den Fellachen der Südregion des Landes — gegen die Zusicherung späterer, mäßiger Rückzahlung — 650 Tonnen Gersten- und 75 Tonnen Weizensamen verteilen. Und endlich erhielten die jüdischen linker von der Regierung Zollerlaß für den Zucker, dessen sie bedürfen. Die Bienenzucht ist ein wichtiger Nebenzweig der jüdischen Landwirtschaft geworden; die Zahl der ..jüdischen“ Bienenstöcke beläuft sich gegenwärtig auf etwa 16.000. iS Ein Gast, Professor Kantorowicz, früher Leiter des Instituts flir Zahnheilkunde, an der Universität Bonn und jetzt in ebenso wichtiger Stelle an der Universität Stambul tätig, sah das Leben auf dem palästinensischen Lande aus der Perspektive des Zahnarztes. Professor Kantorowicz, der ein Spezialist der sozialen Zahnheilkunde und insbesondere ein Fachmann auf dem Gebieto der Schulzahnpflege ist, hat die Zähno zahlreicher Kinder in den Kwuzzoth untersucht und festgestellt, daß bei den hiergeborenen Kindern —iai Gegensatz zu immigrierten — überhaupt keine Zahnfäulnis auftritt, was der ■ Kinderfürsorge und Kinderernährung der kollektiven Siedlungen der jüdischen Arbeiter ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellt. Prof Kantorowicz benutzte weiterhin die Gelegenheit seines Besuche^, den hiesigen Ärzten Vorträge über die neuesten zahnärztlichen Forschungsergebnisse und Heilmethoden zu halten. »fr Auch die jüdischen Volksschullehrer wollen der Öffentlichkeit die Ziihue zeigeu. Sie wollen streiken. Das Mindestgehalt der unverheirateten Lehrer beträgt monatlich 8550 bis 16.900 £P.; dazu kommen noch eine Heiratszulage von einem Pfund und ein weiteres Pfund für jedes Kind bis zu 15 Jahren. Die Zulagen, die die Lehrer verlangen, sind bescheiden; anderseits muß man bedenken, daß der Wand Leunii (Nationalrat), der das jüdische Hchulwerk unterhält, nur über ein verhältnismäßig kleines Budget verfügt, so daß es nicht nur an einer würdigen Lehrorbezahlung, sondern auch au allon anderen Ecken und Enden fehlt. Dio Sfcreikundrohung der Lohrur stößt deshalb auf heftige Kritik, uud selbst der doch gewiß sozial eingestellte „Dawar“ mißbilligt scharf diesen Vorstoß, der das juugo hebräische Bohulwerk zu erschüttern geeignet ist. A,m Ende des heutigen Panoramas sei eine neue hebräische Zeitschrift genannt, die es 'wöchentlich in aktuolleu Bildern und Aufsätzen spiegeln will: „Hachajiin halalu“ dies ist unser Leben •— ist der Titel der neuen Illustrierten; die Bildunterschriften werden in Hebräisch und Englisch geboten; unter den literarischen Mitarbeitern der ersten Nummer lesen wir den Dichter Avigdor Hameiri, Palästinas Zahlungsbilanz im Finanzjahr 1934/35 wies die palästinensische Handelsbilanz bekanntlich ein Defizit von etwa 114 Millionen Pfund auf. Ein Teil dieses Defiziten wird durch den Touristenverkehr ausgeglichen. Nach einer Schätzung wurden durch den Touristenverkehr im Finanzjahr 1934/35 etwa 1 Million Pfund ins Land gebracht (99.996 Touristen mit. einer durchschnittlichen Ausgabe von 10 Pfund). Die Einnahmen der zionistischen Fonds belaufen sich auf etwa 740.000 Pfund. Die R e g ii e r u n g s e i u n a h m e n aus dem Ausland (Zuschüsse zu bestimmten Regierungsaufgaben, Zinsen aus den Kapitalanlagen der Palästina-Regierung in England)' machen etwa 350.000 Pfund aus. Insgesamt ergeben sich aus diesen drei Positionen Einnahmen in Höhe von über 2 Millionen Pfund, Weiterhin schätzt der Treasurer, daß durch die Fonds der charitativen, religiösen und archäologischen Institutionen, Ausgaben der Konsulate, L P. C., wie der britischen Luft« sfcreitkräfte und Armee, insgesamt etwa* V2 Millionen Pfund ins Land geflossen sind* Über andere Positionen wie die G o 1 d* Überweisungen an palästine a« gische Einwohner aus dem Ausland (und umgekehrt) liegen Schätzungen nicht vor. Jedenfalls ergibt sich nach Abzug aller dieser Beträge, daß der größte Teil des Einfuhrüberschusses aus dem Kapital» import gedeckt werden muß. Zu berücksichtigen ist ferner, diaß besonders in letzter Zeit nicht unerhebliche Beträge durch Auslandsreisen palä« st in e n sis ch e r Einwohner aus dein Lande herausfließen, die die Zahlungsbilanz ebenfalls belasten. uämmmmummmmmummmmmmm Restaurant Rillet wo Restrenovnmierte Küche ^3 Reichhaltige Menüs 8 S V90 u. 2"60 II., Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrücke) Ein Ehestreit in Tripolis Die „Gazette Dell Emilia“ in Modena meldete kürzlich, daß der zum Oberrabbiner von Tripolis ernannte Rabbiner von Padua, Prof. Castelbologn ose, unfreiwillig nach Padua zurück ge kehrt ist. Der Grund hie für ist eigenartig. Ein fünfunddreißig jährig er Jude in Tripolis wollte ein fünfzehnjähriges Mädchen heiraten. Als der Vater des Mädchens die Zustimmung verweigerte, erschien der Brautwerber mit zwei Freunden vor dem Hause des Mädchens, ließ es unter einem Vorwand auf die Straße rufen und reichte Ihr die' Hand. Dabei steckte er dem •Mädchen einen Ring an den Finger und sprach dabei dib rituelle Trauungsformeti wodurch bekanntlich nach jüdischem Ritus die Trauung vollzogen ist. Der Vater des Mädchens verlangte nun vom Gouverneur von Tripolis, Marse hall Balbo, daß dio Eheschließung für ungültig erklärt werden solle. Der Gouverneur gab daraufhin dem Rabbiner Castelbolognese den Auftrag, die Ehe für ungültig zu erklären, weil ein derartiger „fanatischeorientalischer Brauch, als mit der italienischen Zivilisation unvereinbar, ausgerottet“ werden müsse. Als Rabbi Casteibolognese dies mit dem Hinweis darauf ablehnte, daß diü Ehe nach jüdischem Gesetz gültig sei, verfügte Marschall Balbo die sofortige Auswei* sung des Rabbiners, Dieser wurde unter Bewachung in den Hufen gebracht und mußtü sofort nach Italien zurückkehren. Seit Meuschengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähno und Blutung des Zahlfleisches wirksam verwendet. ÜDOL-Mund* wassor enthält außer dem CMol-AntiiJeptikiuu den .Myrrhe-Extrakt, Wochenbericht aus Palästina

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