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Die Stimme · 1935-09-27 · Heft 487 (27.9.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 487 (27.9.1935)
Date
1935-09-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 487 — 87. September 1985 Dl« 8T1MMB Sette 5 Mfl KMVSKINO AUS DEM DRITTEN REICH Wie die Juden erpreßt werden Karlsruhe, 24. September. (2. T. A.) In Offenburg (Baden) versuchte der Finanzbeamte Manthe unter Beihilfe seiner Frau durch einen Brief mit voller Namensunterschrift dem jüdischen Konfektionshändler Jacob Maier 6000 Reichsmark zu erpressen. Begründung: Jacob Maier hätte ihr, Frau Manthe, im Vorbeifahren mit dem Rad an ihrer Wohnung zugewinkt und sie dadurch als Beamtenfrau verächtlich gemacht. Sie verlange daher als Sühne 6000 Reichsmark. Jacob Maier begab sich mit dem Brief zur Kriminalpolizei und erhob Anzeige wegen Erpressung; mit dem Erfolg, daß Jacob Maier ins Gefängnis gebracht, während gegen die Eheleute Manthe nichts unternommen wurde. iwmnnm-1 „SCHWEDEN- ♦ PLATZ Kampf abpfiff. Nach wenigen Minuten, als er glaubte, daß die Zuschauer sich beruhigt hätten, pfiff er das Spiel wieder an. Nun warfen einige Zuschauer Ste.ine nach den Sportlern. Um sie zu schützen, pfiff der Schiedsrichter den Kampf zum zweiten Male ab. In diesem Moment stürzten sich die Zuschauer auf das Fußballfeld, verprügelten die polnischen Spieler und schlugen auf den 21jährigen Juden Edmund Baumgartner solangeein, biserin einerBlutlache liegen blieb. In schwerverletztem Zustande wurde er in das Ratiborer Krankenhaus eingeliefert, wo er starb. Der „Osservatore Roman o“, das Organ des Vatikans, schreibt zu dem Vorfall in Ratibor: „Dieses Verbrechen ist die Episode eines Systems des Hasses, der politischen und sozialen Verfolgung, die in eine tägliche moralische Steinigung ausgeartet ist. Bevor diese Bewegung eine Regung der Menge geworden ist, wurde sie von verantwortlichen Personen, über die man genau unterrichtet ist, veranlaßt. Sie ist die Folge einer Theorie, die sich den Namen einer Rassenkultur beilegte, die Folge eines Gesetzes der Gewa i t, die sich auf diese Rassengesetzgebung stützt und nicht nur auf das sportliche Gebiet angewandt wird, sondern ßich übera 11 kundgibt, wo sie ihre Eroberungen gemacht zu haben glaubt.“ Soeben in neuer Auflage erschienen Das Standardwerk des Zionismus ADOLF BOHM Die Zionistische Bewegun bis zum Ende des Weltkrieges Ganzleinen $20-90 Auf fast 750 Seiten gibt der Verfasser eine umfassende Darstellung nicht nur der politischen Geschichte des modernen Zionismus, sondern auch der zionistischen Geistesgeschichte und Kolonisationsarbeit in Palästina Lebendigkeit der Darstellung, klare und übersichtliche Gliederung des Stoffes und eine bei aller Objektivität persönliche Betrachtungsweise des Verfassers, sind die Vorzüge dieses Werkes das nicht nur das beste Lehr- und Informationsbuch für Kurse und Selbstunterricht ist, sondern auch eine geradezu als spannend zu bezeichnende Lektüre Buchhandlung R. L0WIT Wien, l,f Wollzeile 6 Ein jüdischer FußbaUer in Deutschland ermordet In Ratibor kam es bei einem Fußballspiel zwischen einer heimischen Mannschaft und einem polnischen Team aus Rybnik zu einem folgenschweren Zwisc hon fall. Vor Beginn des Spieles hatte es sich unter den Zuschauern herumgesprochen, daß in der polnischen Mannschaft ein Judo mitspielen werde. Als die polnischen Spieler »las Feld betraten, wurde ihnen aus dem Zuschauerraum in Sprechchöron: „Juda vorreck e!“ und „J uden rau s!“ zugerufen. Als das Match begann, verstärkten sich die Zurufe noch, so daß der Schiedsrichter den ie können ihren Verwandten, Bekannten und Freunden in der et-Union ..... „TORGSIN {Warenhäuser in allen Städten der UdSSR) alle gewünschten Lebensmittel, Bekleidungs-Gegenstände und Bedarfsartikel ausiolgen lassen. B Auskünfte und Preislisten in der Handelsvertretung der UdSSk, Wien, III., Refsnerstraße 45, Tel. B 59-5-40, Ferner Oes err. CreditansSalt — Wiener Bankverein und Mercurbank Si Beschlüsse der deutschen luden Berlin, 24. September. (2. T. A.) Die Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Die vom Reichstag in Nürnberg beschlossenen Gesetze haben die Juden in Deutschland aufs schwerste betroffen. Sie sollen aber eine Ebene schaffen, auf der ein erträgliches Verhältnis zwischen dem deutschen und dem jüdischen Volke möglich ist. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland ist willens, hiezu mit ihrer ganzen Kraft beizutragen. Voraussetzung für ein erträgliches Verhältnis ist die Hoffnung, daß den Juden und jüdischen Gemeinden in Deutschland durch Beendigung i hr er Diffamierung und Boykottierung die moralische und wirtschaftliche Existenzmöglichkeit gelassen wird. Die Ordnung des Lebens der Juden in Deutschland erfordert die staatliche Anerkennung einer autonomen jüdischen Führung. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland ist das hiezu berufene Organ. Die dringendsten Aufgaben der Reichsvertretung, denen sie in energischer Ver-J folgung des bisher von ihr eingeschlageneu Weges mit aller Hingabe nachgehen wird, j sind: 1. Das eigene jüdische Schul-: werk muß der Erziehung der Jugend zu j religiös gefestigten, aufrechten Juden diej nen. Uber die Wissensvermittlung hinaus , muß die jüdische Schule das Kind planvoll für den künftigen Beruf vorbereiten.1 Mit Rücksicht auf die Auswanderungsfähigkeit, insbesondere nach Palästina, wird dabei die Hinführung zu handarbeitenden Berufen und das Erlernen der hebräischen Sprache im Vordergründe stehen. Ein eigenständiger Knlturaufbau muß den kunst- und kulturschaffenden Juden Betätigung8mßglichkeiten geben und dem kulturellen Eigenleben der Juden in Deutschland dienen. 2. Dem gesteigerten Auswanderungsbedürfnis ist mit einer großzügigen Planung zu entsprechen, die vor allem Palästina, aber auch alle anderen in Frage kommenden Länder einbezieht und besonders der Jugend gilt. Hiezu gehört die Sorge für die Vermehrung der Aus wandern n gsmö gl ichlceit e n, Ausbildung in den für Auswanderung geeigneten Berufen, Insbesondere Landwirtschaft und Handwerk, die Schaffung von Möglichkeiten zur Mobilisierung und Liquidierung des Vermögens wirtschaftlich Selbständiger, die Erweiterung bestehender und die Schaffung neuer Transfermöglichkeiten. 3. Die Erhaltung und Betreuung der Hilfsbedürftigen, der Kranken und der Alten muß durch Ausbau der von den Gemeinden getragenen jüdischen Wohlfahrtspflege sichergestellt werden. 4. Diesen vielfältigen und schwierigen Aufgaben ist eine verarmte Gemeinschaft nicht gewachsen. Die Reichsvertretung wird mit allen Mitteln versuchen, die wirtschaftliche Kraft der Jud en dadurch zu sichern, daß die vorhandenen Erwerbsmöglichkeiten erhalten bleiben. 5. Kraft in der Gegenwart und Hoffnung für die Zukunft gibt das lebensvolle Fort¬ Schon Kinder sollen die Zähne mit ODOL-Zahnpasta pflegen. ODOL-Zahn pasta erhält die Zähne schön und gesund HÜ Klstn» Tub« S -.90 Groß« Tuba S 1X0 Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden, Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, Sächsischer Israelitischer Gemeindeverband, Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden Hessens, Oberrat der israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Oberrat der Israeliten Ba/- dens, die Gemeindevertretung der Hansastädte, Oberrat der israelitischen Landes-: gemeinde Mecklenburg-Schwerin. Dio jüdischen Gemeinden zu Berlin, Bres-< lau, Frankfurt a. M., Köln, Mannheim, Essen, Nürnberg und Königsberg. Zionistische Vereinigung für Deutschland, Zentralveroin der Juden in Deutschland, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Vereinigung für das religiös-: liberale Judentum, die organisierte Gemeia-i deorthodoxie, Jüdischer Frauenbund, Reichst ausschuß der jüdischen Jugendverbände, Hilfsverein der Juden in Deutschland, Palästina-Amt der Jewish Agency. ALLES LACHT BEI »h'k MUSKETIERE« mit Szöke Szakall Fehx Bressart Otto Wallburg Emst Verebes Tibor von Halmäy Karl Hussar-Puffy und Annemarie Sörensen, Eta von Slorm, Klara Karry, Loile Medelsky Musik: Nikolaus Brodsky im Ca rfenb au-, Kärntner-, Busch», Haydn- und Kolosseum-Kino; Im Verleih Paul Freiwirth, Wien VH. Altwerdenund jungbleiben ständige, sorgsame Körperpflege. Ein hervorragendes Mitlol dazu ist Franzbranntwein mit Menthol. Massagen (Einreibungen) mit Diana Franzbranntwein erfüllon mit verjüngender Kraft. Ebenso wertvoll zur Mund- und Haarpflege. Und dabei sehr billig. In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana“ und nehmen Sie nur „Diana“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. I schreiten im Aufbau des jüdischen Palästinas. Um das Judentum in Deutschland noch mehr als bisher in diese Entwicklung hineinzustellen, tritt die Reichsvertretung als solche dem jüdischen Aufbauwerk e. V. (Keren Hajessod) bei und fordert die jüdischen Gemeinden und Verbände nachdrücklichst auf, ihrem Beispiel zu folgen. Im vollen Bewußtsein der Größe der Verantwortung und der Schwere der Aufgabe ruft die Reichsvertretung alle jüdischen Männer und Frauen, die gesamte jüdische Jugend zur Einigkeit, zu jüdischer Haltung, strengster Selbstzucht und größter Opferbereltschaft auf. Der vorstehenden Entschließung des Präsidialausschusses der Reichsvertretung haben ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben: In einer Versammlung in Berlin sprach Dr. Joachim Prinz über die jüdische Situation und stellte einen Fünfjahresplan der Auswanderung auf. Er machte den Vorschlag einer jährlichen Auswanderung von 15.000 Juden, so daß im Verlaufe dieser fünf Jahre unter Berücksichtigung des Sterbeübersehusses die Juden in Deutschland um 117.000 Personen abnehmen und im Jahre 1940 325.000 Seelen zählen würden. Als Forderung der deutschen Ziouisteh proklamierte Dr. Prinz die Einführung des Fifty-Fifty-Prinzipä zwischen Zionisten und Nichtzionisten für Reichsvertretung, Landes-.' verbände und Gemeinden. Austreibungen Wie der „Niewe Rotterdamsohe Courant*’' meldet, sind in einer Anzahl großer westdeutscher Städte, zum Beispiel in Mainz, Plakate angeschlagen worden, auf denen die Juden davon verständigt werden, daß sie die betreffenden Orte bis zum 1. Oktober verlassen haben müssen. Vom 1. Oktober ab werde kontrolliert werden, ob die Juden der Aufforderung nachgekommen seien. Die „Volksgenossen“ werden aufgefordert, dann „zum Zuschauen“ des Abends auf den Straßen zu erscheinen, $ CHULBÖCHER für Volks-, Haupt- und Mittelschulen, neu nnd antiquarisch in den vorgeschriebenen Auflagen in der Buchhandlung M. Rath, Wien, II., TaborstraOe 20 A. Telephon R 45-805 Ankauf und Umtausch antiquarischer Bücher zu höchsten Preisen

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