Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 485 (20.9.1935)
- Date
- 1935-09-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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VOLKSSCHULBÜCHER NEU UND ALT IN GRÖSSTER AUSWAHL, SPESENFREIE ZUSENDUNG BILLIGSTE PREISE FÜR AUSKÜNFTE: TELEPHON R 414-20 jDie Jerusalemer Universität Über die Beschlüsse der vor kurzem in Luzern beendeten Tagung des Kuratoriums der Hebräischen Universität Jerusalem liegen nunmehr ausführlichere Mitteilungen vor. Die Tagung befaßte sich mit der Demission des Kanzlers Dr. Magnes. Das Kuratorium hat beschlossen, eine Reorganisation der Verwaltung in folgender Weise durchzufUhren: Die Stelle des Universitätskanzlers wird a b g e s c h a f f t. Dr. Magnes erklärte sich einverstanden, der Universität seine Dienste als Präsident zu widmen. Dr. Chaim W e i z m a n tl nahm die Wiederwahl zum Vorsitzenden des Kuratoriums an. Herr S. Schocken erklärte sich bereit, das Amt des Vorsitzenden des Exekntivrates zu übernehmen und die allgemeine Verwaltung der Universität zu führen. Dr. Weizmann übernahm das Amt eines Vorsitzenden der naturwissenschaftlichen Fakultät für die nächsten zwei Jahre, RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. Opern*) II., Taborstrafie 12 Telephon R 46-5-67 «mm*»* Ausgiebige Braten-Mentla S 1*A0 «•»*»«. ~ V6/-3 „ Geflügel- „ S 2*30 iWJ sowie & la Carte, Speisen am Rost Großer Saal mit Bühne für Veranstaltungen und Hochzeiten abzugeben. um diese Fakultät auszubauen. Der bisherige Univorsitäfcssekretär S. Ginzberg wurde zum Verwalter mit Sitz in der Exekutive ernannt. Das Kuratorium hat ferner beschlossen, Dr. Weizmann als Vonsitzenden der naturwissenschaftlichen Fakultät gemeinsam mit dem Exekutivnit in Jerusalem die Behandlung einer Reihe wichtiger Fragen in bezug auf diese Fakultät zu überlassen, darunter die der Schaffung neuer Hauptfächer für Lehr- und Graduiorungszwecke in Physik und Chemie, sowie die Durchführung gewisser Berufungen und Beförderungen. Das Kuratorium bekräftigte seinen Beschluß, eine landwirtschaftliche Studienabteilung durch Zusammenarbeit. zwischen Universität und landwirtschaftlicher Versuchsstation cinzurichten. Die Gegenstände „Hebräische Sprache*“ und „Jüdische Philosophie und Mystik“ wurden als Hauptlehr- und Oraduierungsfächer anerkannt. Die Universität wurde ermächtigt. SCHWEDEN. | PLATZ t die Ausbildung von Studenten mit dem Ziel der Erlangung eine* Lehrerdiploms anzuktindigen. Es wurde beschlossen, sofort Professuren für Bibel u n d H a g a d a zu schaffen; Verhandlungen über die Berufung der ausgewählten Kandidaten sind im Zuge. Ferner wird die Ernennung eines Dozenten für neuzeitliche jüdische Geschichte erwogen. ProfesHor Dr. Gotthold Weil, ehemals Professor an der Universität Frankfurt am Main und Direktor der Orientalistischen Abteilung der Staatsbibliothek in Berlin, wurde zum Professor für arabische und türkische Philosophie ernannt. Professor Weil wird gleichzeitig das Amt des Direktors der National- und Universitätsbibliothek verwalten. Es wurde beschlossen, Prof. Martin Bub er, der früher an der Universität Frankfurt a. M. tätig war, eine Lehrkanzel an der Jerusalemer Universität zu verleihen. Der für das Jahr 1935/36 angenommene Etat beträgt 77.600 Pfund. Es werden aktive Maßnahmen geplant, um den Juden in allen Ländern die dringende Notwendigkeit zum Bewußtsein zu bringen, daß der Universität Mittel zu ihrem Ausbau entsprechend den angenommenen Plänen zur Verfügung gestellt werden müssen. Norwegens Flüchtlingsantrag wird verschleppt Genf, 17. September. Die sechste (politische) Kommission der Völkerbundversammlung hat unter dem Vorsitz des irländischen Ministerpräsidenten de V a 1 e r a den Vorschlag der norwegischen Regierung, ein Zentralamt zu schaffen, dem die Fürsorge für alle Kategorien der Flüchtlinge unter direkter Aufsicht des Völkerbundes unterstellt werden soll, erörtert. Obwohl der Plan von zahlreichen Kommissionsmitgliedem grundsätzlich gebilligt wurde, stand man der Frage, seiner unmittelbaren Verwirklichung im allgemeinen mit ziemlicher Reserve gegenüber. Es wurde sogar die Ansicht geäußert, daß das Amt des Oberkommissärs MacDonald nicht nur nicht in ein vöikerbimdunimttelbares Amt eingebaut, sondern daß umgekehrt ihm auch die bisher dem Nansen-Amt unterstellten Flüchtlinge zugewiesen werden sollten. Dieser Anschauung entsprechend sollte es somit nicht nur zu keiner Entlastung der Privatorganisation kommen, die das MacDonaldsche Oberkommissariat bisher getragen haben, sondern diese Organisationen hätten sogar auch noch die Sorge für die russischen, armenischen, assyrischen u s w. Flüchtlinge zu übernehmen. Über den Verlauf der Aussprache hat die Informationsabteilung des Völkerbundsekretariats einen Bericht ausgegeben, aus dem zu ersehen ist, daß der norwegische Außenminister K o h t die sofortige Einsetzung eines Subkomitees zum Studium des Vorschlages und Berichterstattung an die sechste Kommission beantragte, nachdem er verlangt hatte, daß die Arbeit der privaten Organisationen ermutigt und fortgesetzt werde und daß der Völkerbund auf die Regierungen dahin einwirke, daß den Ausgewanderten die für ihre endgültige Niederlassung notwendigen Papiere ausgestellt werden. Viscount Cranborne (England) sprach die Sympathie seiner Delegation für den norwegischen Antrag aus und betonte, daß es wichtig sei, keine Klasse dauernder Flüchtlinge entstehen zu lassen. Feldmans, Lettland, meinte, das Londoner Oberkommissariat für Auswandererfürsorge habe sehr Gutes geleistet, und man müsse erwägen, ob nicht der Völkerbund die Arbeit dieses Kommissariats jetzt ausdehnen sollte, Er sei nicht gegen den norwegischen Vorschlag, glaube aber, daß der Völkerbund nicht zu weit gehen sollte. Raphael, Griechenland, glaubte ebenfalls, daß die Frage studiert, aber nicht zu eilig behandelt werden sollte. Der Verwaltungsrat des Nansen-Amtes habe sich noch nicht zu der Sache geäußert. V o u g t, Schweden, unterstützte den norwegischen Antrag. A n t o n 1 a d e, Rumänien, wies auf die Kompliziertheit des Problems hin. Seine Erledigung noch auf dieser Vülkerbimdtugung dürfte nicht möglich sein; mit dem Antrag, es zu Studier e n, erklärte er sich einverstanden. U e r i, Schweiz, wies als Vertreter eines Landes, das an mehrere Länder grenzt, aus denen .Auswanderer kamen, darauf hin, daß es sich mm eine dringende Frage handelt, deren menschliche und rocht- 1 i c he Seite berücksichtigt werden müsse. P a t i j n, Holland, befürwortete den Antrag auf Studium der Frage. Damit würde jede Reibung vermieden werden. Der Antrag sei nicht unvereinbar mit den vor zwei Jahren gefaßten Beschlüssen. A s t u t o, Italien, erinnerte daran, daß das Auswanderungsproblem seinerzeit einer autonomen Organisation zugewiesen wurde. Für den Völkerbund sei die Behandlung der Frage politischer Flüchtlinge eine besonders heikle. Er glaube, daß die von der Völkerbundversammlung bei Schaffung des Oberkommissariats für Flüchtlingsfürsorge befolgten Grundsätze nicht geändert werden sollten. Juristische Fragen seien hier mitverknüpft. Seine Delegation widersetze sich ■nicht dem norwegischen Antrag, die Frage zu studieren. K u 1 s k i, Polen, erklärte, seine Regierung sei an dieser Frage außerordentlich interessiert. Sie sei für die Koordinierung der Arbeit der verschiedenen Organisatio- Liebenswürdige Hausfrauen klagen nicht dem müde heimkommenden Manne über ihre aufreibende häusliche Tätigkeit. Sie wissen, daß Uebermtidung wirksam bekämpft wird durch den ständigen Gebrauch von DIANA« Franzbranntwein mit Menthol. Tägliche Massage mit DIANA erfrischt, regt den Blutkreislauf an, erhöht die Spannkraft. Ebenso wertvoll zur Mund- und Haarpflege. In jedem besseren Geschäfte erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich (»DIANA“. Weisen Sie minderwertigeNacbahmungen zurück. nen, die sich jetzt mit dem Problem befassen. Hymans, Belgien, trat für den norwegischen Antrag ein und wünschte, daß die Unterkoiinmission, bevor sie ihre Vorschläge macht, sich mit den interessierten Organisationen ins Benehmen setze. Montschiloff, Bulgarien, g*ab der Befürchtung Ausdruck, daß der Vorschlagneue finanzielle Belastungen des Völkerbundes mit sich bringen könnte. Er gab zu bedenken, ob es nicht besser wäre, die gegenwärtige Organisation beizubehalteu. Kunzl-Jizersky, Tschechoslowakei, stimmte der Einsetzung einer Unterkommission zu. Potemkin, USSR., meinte, es bestehe kein wesentlicher Grund, die früheren Beschlüsse des Völkerbundes zu revidieren. Dennoch sei seine Regierung einverstanden, daß eine Unterkommission gebildet werde, vor der er den Standpunkt der Sowjets ausführlicher darlegen vvorde. Auch P u r i c, Jugoslawien, behielt sich die Stellungnahme vor der Unterkommission vor. Es handle sich um eine heikle Frage, bei der Vorsicht am Platze sei. II e r r i o t, Frankreich, erklärte, seine Regierung sei sowohl an der tatsächlichen, als an der rechtlichen Seite der Frage interessiert. Es handle sich um ein seinem Wesen nach internationales Problem, bezüglich dessen dem Völkerbund viel Verantwortung zufalle. Die ganze Frage erfordere ein sorgfältiges Studium. Er unterstütze den norwegischen Vorschlag. G-MEN Der Film der atemraubenden Spannung I G-MEN Das aufregendste Werk, das jemals das Publikum auf der ganzen Welt zu sehen bekam! DIE WELTSENSATION im SCHWEDEN-KINO II., TABORSTRASSE t Warner Bros, l irst. National Dr. T s i e n Tai, China, erklärte, es gäbe in China viele Flüchtlinge. Seine Delegation stimme dem. norwegischen Vor-* schlag zu. F r a n g u 1 i s, Haiti, der ebenfalls für den norwegischen Vorschlag eintrat, forderte, daß Erwägungen politisehei Art beiseite gelassen werden, und daß man das Problem von seiner humanitären Seite betrachte. Der Vorsitzende de Valera faßte das Ergebnis der Aussprache dahin zusammen, daß es sich um ein offensichtlich kompli-s ziertes Problem handle, das seine juristi* sehen, humanitären, politischen und administrativen Seiten habe. Da die Mehrheit der Redner für die Schaffung der Unterkommission eingetreten sei, schlage er ihre Zusammensetzung aus den Vertretern folgender Länder vor: Großbritannien, Chile, China, Tschechoslowakei, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Holland, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweiz, USSR. und Jugoslawien. Wenig Aussicht Das Projekt der Schaffung einer Zentral-*' Organisation des Völkerbundes für Flüchte lingsschutz, wie sie der Vertreter Norwe-> gens vorgescblagen hat, scheint wenig Aussicht auf Verwirklichung zu haben. Es ist wahrscheinlicher, aber auch keineswegs sicher, daß das Unterkomitee empfehlen wird, den Schutz der Flüchtlinge aus Deutschland dem bestehenden, aber nur noch geduldeten und im Liquidationszustand sich befindenden i n t e rnationalen Nansen-Amt zu überweisen. Gemäß Beschlüssen früherer VöD kerbundversaramlungen soll das Nansen- Amt, bei stufenweiser, alljährlicher Herab* minderung seines Budgets, spätestens im Jahre 1939 vollkommen liquidiert weiden. Seitens des Kommissariates für deutsche: Flüchtlinge werden für diese letztere Eventualität verschiedene Fordemng e n, betreffend eine Reorganisation des Internationalen Nansen-Amtes erhoben, ins-; besondere: Ernennung einer einflußreichen Persönlichkeit als Präsidenten des Nansen* Amtes und Schaffungeines weniger, b ü r o k r a t i sc h zusammengeset. z« ten Verwaltungsrates von Regie* rungsvertretern. Ob und inwieweit diese Forderungen Gehör finden .werden, steht noch nicht fest. $ CHUIBOCHER für Volks«, Haupt- und Hittalschulen, neu und antiquarisch in den vorgeschriebenen Auflagen in der Buchhandlung M. Rath, Wien, ll., TabqrstraOe 20 A. Telephon R 45-305 Ankauf und Umtausch antiquarischer Bücher zu höchsten Preisen Die füdischen Waisenkinder In Dinslaken nach Palästina Köln, 17. September. Das jüdische Waisenhaus in Dinslaken (Rheinland) soll verkleinert werden, Es schweben Verhandlungen übor die Überführung eines Teils lei» Zöglinge nach Palästina.