Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 485 (20.9.1935)
- Date
- 1935-09-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DIC STIMMI Seit« 3 Nr. 485 — 20. September 1035 gen des Judentums in die Kultur und Politik der europäischen Staaten ergibt.“ Rosenberg kam dann auf den Zionismus zu sprechen und sagte: „Und wenn auch im großen Kampf die zionistische Bewegung nicht immer in Rußland beteiligt werden konnte, wenn auch theoretisch der Bolschewismus gegen den jüdisch-völkischen Zionismus auftrat, so war sich das Judentum der ganzen Welt doch dessen bewußt, daß die jüdische Diktatur in Rußland ein Druckmittel geworden war zur weiteren Stärkung dos jüdischen Einflusses in allen anderen ■Staaten. Zionismus und Weltbolschewiemus, so verschieden sie von außen sein mögen, sind zwei Druckmittel in der Hand einer all-jüdisch geleiteten W e 11 p o 1 i t i k, um die jüdischen Ziele durch kapitalistische Methoden im demokratischen Westen, durch bolschewistischen Terror im europäischen Osten, unter Aufhetzung der Soldaten und Arbeiter aller Völker zu verwirklichen und die Nationen einem Zustand entgegenzuführen, dem das Judentum im Laufe der letzten 16 Jahre sich schon nahe wähnte, daß es manchmal aus Unvorsichtigkeit die letzte Hülle fallen ließ.. Reichsärztef(ihrer Dr. Wagner sprach über nationalsozialistische Bevölkerungs¬ und Rassenpolitik. Der Jude, sagte er, leide sehr viel häufiger an Stoffwechsel- und Geisteskrankheiten, dagegen weniger an körperlichen Gebrechen, wohl aber an s e x u e 1len Entartungserscheinungen. Auch die Verbrecherstatistik beweise, daß das jüdische Volk auf Grund seiner rassenmäßigen Anlagen zu einer ganzen Reihe von schweren Delikten in ausgesprochenem Maße veranlagt sei. Doktor Wagner zählte im einzelnen die Verbrechen auf, an denen Juden, zahlenmäßig gesehen, großen Anteil hätten. Er erklärte weiter, daß der Nationalsozialismus die naturgegebene und gottgewollte Ungleichheit der Menschen als Grundlage allen Kulturlebens wieder anerkenne und daraus seine Folgerungen ziehe. Der nationalsozialistische Staat werde durch ein Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes die weitere Bastardierung durch neue Mischehen mit Juden verhindern. „Erträgliches Verhältnis zum jüdischen Volk.“ Selbstverständlich haben die Judengeeetze ungeheures Aufsehen hervorgerufen und das Berliner Auswärtige Amt hat sich beeilt, in einem von dem Schriftleiter des „Deutschen Dienstes“ Brandt im Wege des amtlichen Deutschen Nachrichtenbureaus einen beschwichtigenden Artikel ins Ausland zu lancieren. < Theater hielt der NS-Lehrerbund am Montag vormittags eine Sondertagung ab, in der auch der Frankenführer Julius Streicher das Wort ergriff. Mit Bezug auf die vom Reichstag in Nürnberg beschlossenen neuen Gesetze führte Julius Streicher unter anderem aus: In Nürnberg sei der Begriff der Rassenschande volkstümlich gemacht worden. Unter dem Hinweis darauf, daß im alten Nürnberg rasseneohänderischer Verkehr mit dem Tode geahndet wurde, erklärte Streicher, durch die Gesetze werde nunmehr die Gewähr gegeben, daß dio deutsche Seele nicht mehr durch fremdes Blut verdorben werde. Vorschläge des zionistischen Organs in Berlin ln Besprechung der Rassengesetze wiederholt die „Jüdische Rundscha u“ ihre früher geäußerte Meinung, daß auch im Rahmen der bestehenden Anschauungen, deren Durchsetzung in Deutschland gegebene Tatsache ist, ein Modus vivendi für die Juden geschaffen werden könnte, ohne die Prinzipien des neuen Staats zu verletzen. Wir haben, sagt das Blatt, dieses Programm einmal in vier 2uc fäededmgdes edcä$UcUen l/echäUnisses 1 Wmm i»»»W mmmm Die hier abgebildeten Marken werden überall in Deutschland an die Läden jüdischer Geschäfte geklebt und dürfen bei Strafe nicht abgerissen werden. Es wird aber streng darauf geachtet, daß sie nicht ins Ausland gelangen. Die Londoner „News Chronicle“ bemerkt, daß der Versuch, sie über die Grenze zu bringen, mit vier Jahren Zwangsarbeit bestraft wird. leichtverdaulich Kunerol ist vollständig reines Fett aus Kokosnüssen, es ist nahrhaft, leicht verdaulich, unbegrenzt haltbar und kann von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen für den Festtagstisch verwendet werden. Das Verschlußsiegel der Packung gibt Ihnen die Gewißheit, daß Kunerol unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg hergestellt wird. Hnmam Das 100 % reih e Ko kosn u ßfett Nur echt in Originalpackung8 K1S Dieser Artikel bezeichnet es als den Grundgedanken des Judengesetzes und der Rede Hitlers, die Juden in Deutschland zu einer nationalen Minderheit zu stempeln. Gegen die Juden, die Angehörige des jüdischen Volkes sein wollen und danach handeln, sei nichts einzuwenden. Anderseits lehne es aber der Deutsche ab, den Juden als Volksgenossen anzuerkennen. Wie auch auf dem internationalen Zionlstenkongreßln der Schweiz festgestellt worden sei, handelt es sich beim Judentum nicht nur um eine Religion, sondern um ein eigenes Volk. Deutschland komme jetzt den Forderungen des Zionistenkongresses nach. Die jüdische Minderheit in Deutschland erhalte durch die neuen Gesetze ihr eigenes Kulturleben und könne sich auf jedem kulturellen Gebiet frei betätigen. Allerdings müsse die Einmischung in die Regier uitgsangelegenheiten des deutschen Volkes und ln die völkischen Belange der deutschen Nation unterbleiben. Deutschland fördere dadurch die Volkwerdung des Judentums und trage dazu bei, das Verhältnis zwischen beiden Nationen erträglicher zu gestalten. Der Artikel nimmt also eine Umfälsch u n g des Begriffes Ghetto in nationale Minderheiten vor. Streicher rühmt das Gesetz Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt mit; Im Nürnberger Apollo- Punkten zu formulieren versucht, die etwa folgendes enthielten: Erstens: Eine Diffamierung der Juden soll unterbleiben, entsprechend der von maßgebender Seite aufgestellten These, daß Rassentrennung nicht Minderbewertung fremder Rassen bedeutet. Wer sich in die Lage eines aufrechten und gesund empfindenden Menschen versetzt, der in Publikationen sein Volk als „M ö r d e r v o 1 k“ bezeichnet findet, wird diese Forderung wohl verstehen können. Zweitens: Den in Deutschland lebenden Juden, die vom politischen und kulturellen Einfluß vollständig ausgeschaltet sind, soll entsprechend den Ausführungen des Reirhsinnenministers vom 1. Jänner 1934 die B etätigungsmöglichkeit in der freien Wirtschaft verbleiben, um ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Drittens: Die Juden sollen ihre eigene Kultursphäre haben, insbesondere auf dem Gebiet des Schulwesens, und sollen die Möglichkeit besitzen, die kulturellen und ethischen Werte des Judentums zu pflegen und die neue Generation für ihr künftiges Leben auszubilden, insbesondere durch eine planmäßige Berufsumschichtung und Vorbereitung zur Auswanderung. Viertens: Eine geordnete Auswanderung der Juden, besonders der jüdischen Jugend, soll der Förderung aller maßgebenden Stellen teilhaftig werden. Seit Menschengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet. Odol- M und wasser enthält außer dem Odol- Antiseptikum, den Myrrhe-Eitrakt. Palästina und der iiiiiiiiiiiiiifii Tel-Aviv, 10. September. (Palnews.) Die unsichere internationale politische Lage, die sich aus dem italienischabessinischen Konflikt ergeben hat, wie die gespannten englisch-italienischen Beziehungen haben im Verlaufe der letzten Woche Unruhe in der paläs t i n e n s i s c h e n Öffentlichkeit hervorgerufen, die sich in der Abhebung von Bankdepositen äußerte. Die Nervosität ging von der arabischen Bevölkerung aus, die arabische Presse sprach unverblümt vom Ausbruch eines neuen Weltkrieges. In der Erinnerung an den letzten Weltkrieg, in dem Palästina ohne Nahrungsmittel gelassen wurde, begannen die Araber Lebensmittel zu kaufen, ihr Geld von den Banken zurückzuziehen und Gold zu kaufen. Gewisse Nahrungsmittel stiegen im Preise und auch für Goldmünzen ergaben sich erhebliche Preissteigerungen. Die Unruhe ergriff auch Kreise der jüdischen Einwohner, die auf Gerüchte in den Straßen hin bei den Banken G e 1 d abhob e n. Diese Nervosität hat aber dio Basis der palästinensischen Wirtschaft unberührt gelassen. Die großen Unternehmungen und europäischen Kaufleute, die über die erforderliche Sachkenntnis und Urteilsfähigkeit verfügen, blieben von der Nervosität gewisser Schichten frei. Es handelte sich um eine Unruhe ohne jede sachliche Begründung. Wenn zwischen Italien und Abessinien ein Abessinienkonflikt Krieg ausbrechen sollte, so hätte dieser für Palästina Überhaupt ke i n e unmittelbaren Folgen. Die indirekten Rückwirkungen dieses Krieges auf die palästinensische Wirtschaft bewegen sich aber durchaus in konjunkturanregender Richtung. Gewisse Preisbefestigungen auf dem Waren-, Frachten- und insbesondere dem Orangenmarkt sind Fakte* ren, die haussierend wirken. Auf die außerordentliche Liquidität der palästinensischen Wirtschaft braucht kaum besonders hingewiosen zu wndcu. Das Bankwesen des Landes ist durch seine beiden größten Institute, bei d*nen gleichzeitig die Liquiditätsreseiven der übrigen Banken angelegt sind, aufs engste mit dem englischen Geld- und Kapitalmarkt verbunden. Die Währung dos Landes ist zu weit über 100 Prozent durch britische Staatspapiere gedeckt. Die Palästinaregierung verfügt bekanntlich iibei Budgotreserven, die zur Zeit die Höhe von sechs Millionen Pfund Sterling erreicht haben. Die Stärke des palästinensischen Bankwesens wurde in diesen Tagen der Nervosität und Unruhe unter Bewofc gestellt. Durch sie wurde in erster Linie der Nervosität ein Ende gemacht. Hundert* tausende von Pfunden wurden von den Banken zurückgezogen und nicht 'ine einzige — nicht einmal die kleinste — Bank verweigerte die Auszahlung auf das erste