Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 485 (20.9.1935)
- Date
- 1935-09-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3053752-3054140-3054240--5327-3061051- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 DIE STIMME “Nt. 4*5 - L'Ö. *nptemt>'er 1005 Billige Reisen nach Palästina Kostenlose Beratung in allen Relseangelegenheiten, welche Palästina betreffen, mündlich und telephonisch: Reisebüro „ln die Welt“ (Dr. S. Tocker) Wien. IX.. Liechtenstemstraße ». Tel. A 14-504 zwischen den beiden Nationen wieder erträglicher zu gestalten.“ Da. liier schon wieder das erträgliche Verhältnis erscheint, die Redewendung, der sieh "Hitler seihst bedient hat. und da eine amtliche Äußerung nicht ohne Wissen Goebbels hinausgehen darf, so hat man es mit einer sehr autoritativen .Auslassung zu tun. Die Berliner Zyniker finden übrigens bei ihrer Irreführung der Öffentlichkeit auch noch an dere Hilfe. Die ..Neue Freie Press cv‘ läßt eich dazu benützen, die Schaffung des Rechtszustandes einer nationalen jüdischen Minderheit als e i nwandfreie Konstatierung hervorzuheben. Das Blatt, bei dem einmal Theodor Herzl arbeitete, findet, daß sich ..diese Lösung der Judenfrage“ ausschließlich an die zionistische Theorie anlehnt, die ..nur von einem Teil der Judenschaft gebilligt wird“. Dieser Grubenh u n d ist sicherlich im Propagandaministerium lesgelassen worden, wo man mit der Psychologie der Assimilanten rechnet, die sehr gerne die Parole aufnehmen. Es soll bei dieser Gelegenheit auch noch eine innere Auseinandersetzung im Judentum, also Schwächung der Front, erzielt werden. Und deshalb muß erklärt werden, daß niemand das Recht hat, einen vorbereiteten Pogrom mit Beschlüssen des Zionistenkongresseg oder auch der zionistischen Theorie in eine geistige Verbindung zu bringen. Wir verbitten uns die Zumutung einer nationalsozialistischen Nachbarschaft. Die Deutschen leben in Volkssplittern in 3er Tschechoslowakei, in Polen, in Rumänien, in Jugoslawien, in Ungarn, in Süd- Schiffsitarfeit .Palästina sämtliche Linien zu günstigen Preisen bei COMPASS TOURS IX. Bezirk, Spitalgasse 3, Tel. B 42-5-38 amerika, in Kanada, in den Vereinigten Staaten, deutlich abgesetzt von den Me-hrheit-svölkern. Aber niemand würde in diesen Ländern unter „nationaler Minderheit“ verstehen, daß man den Deutschen verbietet, Grund und Boden zu kaufen, daß der freundschaftliche Verkehr mit ihnen als Rassenverrat unter Strafe gestellt wird, daß man Frauen aus Entbindungsheimen hinausweist, Waisenkinder vertreibt, Medikamente und Lebensmittel verweigert, daß man sie jahrelang in Konzentrationslagern hält ohne sie vor Gericht zu stellen, daß man ihnen in Bausch uncl Bogen die Staatsbürgerschaft nimmt, "die eheliche Verbindung verbietet und sie durch das Verbot, andensnationale Hausgehilfinnen zu beschäftigen, verächtlich macht. In Tausenden von Orten Deutschlands stehen die Tafeln „Die Juden sind unser Unglück“, „Juden ist der Zuzug verboten“, „Juden betreten diesen Ort auf eigeno Gefahr.“ Nirgend anderswo ist eine ähnliche Tafel mit gegen Deutsche gerichteter Aufschrift aufgestellt worden und nirgends versteht man unter „nationaler Minderheit“ eine Gemeinschaft, an der sich jeder Rotzbuh die Stiefel abputzeu kann. Nirgends gibt es eine analoge Anweisung, daß jeder, der nur will, einen Juden stellen und ziun Amt führen darf, weil er sich provoziert fühlt. Nirgends gibt es den Pranger, nirgends werden Deutsche mit einer Tafel um den Hals herunigefiilul. Das gibt es nirgends und Deutschland, das stets vorgegeben hat, an der Spitz»* der Kultur zu marschieren, ist auf diesem Gebiete ho ns concours. Die ..Nationako/.ialistisclu* Korrespondenz“, ebenfalls ein amtliches Organ, schreibt: „Wir wissen, daß das Judentum in der ganzen Welt diese staatsmännische Tat zum Anlaß neuerlicher Lügen nehmen wird." 0 ahnungsvoller Engel! Zu diesen Gesetzen braucht niemand zu lügen. Sie sind beschlossen, kundgetnacht und durch den .Rundfunk verbreitet worden. Sie besorgen alles aus sich selbst. Aber sie sind erlassen worden in einem Atein mit der Klagp gegen L i t. a u o n. Es wird der Welt gesagt: Wir Deutsche dürfen eine Minderheit diskriminieren und quälen, weil wir ein Heer, eine riesige Luftflotte, eine 8. 8., S. A. und noch einige solcher Dinger haben — aber das kleine Litauen darf sich gegen die nationalsozialistische Putsehpropaganda r e i e h wieder in das Blickfeld der europäischen Politik geschoben, die durch Hitler selbstdaran erinnert worden ist, daß auch Mittel- und Osteuropa eine wunde Stelle ist. Den Juden ist bereits das Bürgerrecht, geraubt worden. Das Gesetz geht aber noch über sie hinaus. Es bestimmt, in Punkt 2, daß Reichsbürger nur der sein kann, der durch sein Verhalten beweist, daß er gewillt und geeignet ist,, in Treue dem deutschen Volk und Reich zu dienen. An der Hand dieses Gesetzes kann mm allen oppositionellen Elementen, den Katholiken, Protestanten, Sozialisten, Dcutschnat.ionnle usw„ das Bürgerrecht genommen werden, so daß bei zukünftigen Wahlkomödicn einfach nur die organisierten Nationalsozialisten befehlsgemäß abstiimnen werden. Das Verbot der Mischehe wieder schafft einen schönen Konfliktstoff mit der katholischen Kirche, die einen getauften Juden als Katholiken anerkennen muß und ihm die Vollziehung der Ehe nicht verweigern darf, wenn sie mit dem kanonischen Recht nicht in Widerpriich steht. Da wird eich der § 2 anwen Relsepropagandadiens« der Gumma Alliiü Zellang Billign und bequeme Sonderfahrt nach POLEN und CZERNOWITZ im Sondcr-D-Zu«, Platzkarten mit Knmmclpnß. Abfahrt Wien "«„2S* September 10515. Küokfnhrt am 0. Oktober *U35. Fahrpreis Wien—CV.ernuwitz inkl. Visasobiihren S 104*--. Technische Durchführung, Anmeldung und Aus- K'lnfte: Oesterr.Verkelirsbureau, Wien, I., Friodrichstraße V, Iglephon B 27-500; Oesterr. VerkehrHbureau, Wien, I. Graben 20, Telephon U 20-0,!ö; l’oJnisrhes Kciseburenu „Orbis-, Wien, I., Kilrntnerstraßc 41, Telephon K 21-5-78- Reisehuroau „MarienbrUekc“, Wien, I., RotcntunnstraOe 2« Telephon R 24-2-SÖ und R 24-2-87. nicht, wehren. Nun besteht aber zwischen1 den lassen... Der Rechtswirrwarr, der diesen zwei Annahmen eine Verbindung. Ein | durch diese von Haß und Minderwertigkeit^- großes englisches Blatt „Daily T e 1 e-1 gefilhl diktierten Gesetze augerichtet worden g r a, p h“ stellt diese beiden Minderheiten j ist, zu denen noch gar keine Ausfülmmgseinander gegenüber. Hitler hat ein für die j bcstimmungen erlassen wurden, ist kaum Sache der Deutschen sehr böses Präjudiz j noch abzusehen. Seine ohnmächtigen Opfer aufgestellt, woran es nichts ändert, daß er sind die Juden. Ihnen kann man keine andern kleinen Litauen wegen des Memeldere Hilfe bringen, als die Umsiedlung nach gebietes. in dem 30.000 Deutsche und 120.000 Palästina fortzuführen in noch stärkerem Litauer leben, mit dem Aufstand droht. Da- Ausmaß und noch rascherem Tempo als mit hat er — und das nennt man in Deutschland ein Wunder politischer Klugheit — Litauen und zugleich auch ö s t e rbisher. Alle Mittel müssen daran gesetzt werden, um der drohenden Katastrophe rechtzeitig vorzubeugen. FÜR DIE FEIERTAGE: DANDY PUTZT, FÄRBT, BÜGELT Telephon U 38-0-82, B 37-8-41. Abholen und Zustellen gratis. Wie die Judengesetze in Nürnberg beschlossen wurden Aus Nürnberg liegen folgende Meldungen über die Reichs tagssitzung vor, in welcher die Judengesetze beschlossen wurden: Die Regierung hatte durch rote Telegramme die Abgeordneten nach Nürnberg einer außerordentlichen Reichstagssitzung für Sonntag abends berufen. Das Kulturvereins haue der Stadt wurde zum Reichstag umgewandelt, der Sitzungesaal bot Platz für die 669 Abgeordneten, für etwa - 300 Zuschauer, die Ehrengäste und das diplomatische Korps. Zwölf Reihen waren für die in- und ausländische Presse reserviert-. Kurz nach 149 Uhr erschien das diplomatische Korps, auch die Regierungsbänke füllten eich. Punkt 9 Uhr erhob sich — wie das Deutsche Nachrichtenbüro berichtet — das Haus von den Plätzen und 0 R H E IM sieh mit wenig Geld elegant und gemütlich herzurichten, bietet Ihnen Weltzner, VI., Mariahllf*rstr*ßd 105, IV„ Wiedner Hauptstraße 10. J. Bouolö-Teppich, 2X3 groß S 38'—, Velours- und Axminster-Tepplche S 78’—, Netzstoffe S 1'68, Indanthrenatoffo ab S 1'95. Seiden- Steppdecke S 12'50, Stores, Handarbeit 8 4'50 bis S 12'—, Doppelbettdecke S 12'~ bia 24,'—, Laufteppiche, ind. Bouclö. p. M. S 3*90, Bettvorleger S 3-70 usw. FEHLERHAFTE TEPPICHE Velours 3X4 Kroß S 88'—.echter Smyrna, 350X450 8 180’--, echterPerserabS25*— u. S58-—.Banyai-Teppiche billigst »Dr. Krüger-Heim« Zentralanstalt für Mädchenerziehung und Fortbildung r«I«phon A 48-0-77 Wien, II., Malzgasse 7 Volks- und Hauptschule für Mädchen / Drei 'fthrige Höhere Lehranstalt fiir wirtschaftliche Frauenberufe / Zweijährige Fachschule für Kleidermachen und ' Wäxehewarenerzeugung beth Jacob Religiona - Lehrerinnen - Seminar Zweijährige Kindfjrg.'lrtnerinneri-Bildiingsanstalt Einjähriger praktischer Fortbildungskurs für Maturantiunen / Prospekt auf Wunsch i Internat Streng religiöser Haushalt streckte den Arm zum deutschen Gruß aus. Reichskanzler Hitler, begleitet von Reichstagspräsident Goering, erschienen. Der Präsident erklärt diie Sitzung sofort für eröffnet. Hitler sprach zwölf Minuten lang. Goerings Rede Minister Goering, dem Hitler das "Wort zur Begründung und Verlesung der neuen Gesetze erteilt hatto, erklärte unter Bezugnahme auf das Urteil des amerikanischen Richters Brodsky: „Ein frecher Jude vermöge in seinem abgrundtiefen Haß Deutschland niemals zu beleidigen.“ Die Judengesetze begründet er damit, daß cs notwendig sei, die deutschen Frauen upd Mädchen gegen die Gier und .W o U u b t e in er fremden Rasse zu schützen. Die Gesetze seien dem Volke ein neuer Beweis dafür, daß Führer und Partei unerschütterlich fenthalten an den Grundlagen des Parteiprogramms. Hitler und Goebbels bereiten die Stimmung vor Am Vormittag des Sonntags waren in der Luitpold-Arena 86,000 Mann SA, 18.000 Mann SS, 105.000 Mann NSKK und 2000 Flieger vor dem Reichskanzler Hitler zu einem Appell angetreten. Hitler begann seine Ansprache mit den Worten: „Wenn in diesen Tagen das bolschewistische Judentum aus Moskau uns eine deutliche Drohung geschickt hat, hier steht die deutsche A n twor t.“ Auf dem Parteitag sprach am selben Tag Minister Dr. Frank über die Neugestaltung des deutschen Rechtes, wobei er mitteilte, daß es ein unverrückbares Ziel des Nationalsozialismus sei, cl i e J u d e n i in Laufe derZeit aus der deutschen Rechtspflege immor mehr auszu schalten. Der Fall Brodsky in New York zeige, welche Verwahrlosungsgefahr von jüdischer Seite drohe, Dr. Goebbels begann seine Rede mit den Worten; „Bolschewismus ist die Kampfansage des von J u <1 e u geführten internationalen Untermenschentums gegen die Kultur an sich. Er bedeutet in der letzten Konsequenz die absolute Vernichtung aller wirtschaftlichen, sozialen, staatlichen, kulturellen und zivilisatorischen Errungenschaften des Abendlandes zugunsten einer wurzellosen und nomadenhaften internationalen Verschwörer-Clique, dio ä m J u d e n t u in ihre Repräsentanz gefunden hat. Seine Praxi« ißt furchtbar und grauenerregend, sic ist gezeichnet mit Millionen Opfern, dio zu seiner höheren Ehre durch Blei, Strang. Beil oder Hunger starben. Millionen Arbeiter mit Hungeriöhuen, wie »io in Westeuropa überhaupt nicht diskutabel wären, gequälte und gepeinigte Bauernmillioucn, denen man ihr Land nahm, um es durch eine dumme und jegliche Initiative lähmende Kollektivwirtschaft endgültig zu ruinieren, Hungersnöte, denen Jahr um Jahr Millionen Menschen zum Opfer fallen in einem Land, das auf Grund seines Bodenumfangs die Kornkammer ganz Europas sein könnte, die Aufrüstung einer Arm c e, die nach Aussprachen aller führenden Bolschewisten der Durchsetzung der blutigsten Weltrevolutioa dienen soll, die brutale und erbarmungslose Beherrschung dieses vom Wahnsinn geführten Staats- und Parteiapparates durch eine; kleine, terroristische, meistens j ti <3 ic h e M inderheit: das alles spricht eine Sprache, die die Welt auf die Dauer nicht überhören kann, weil in ihr das namenlose Leid und die unbeschreiblichen Schmerzen und Qualen eines ganzen 160- MilLionen-Volkes lnitklingon.“ Goebbels zählte sodann angebliche Greueltaten des Bolschewismus auf, sprach von 1,860.000 Hingerichteten und 5’2 Millionen Verhunger* ten in Sowjetrußland und schloß: Das ist kein soziales Experiment, das ist nichts anderes als der großangelegte Versuch des Judentums zur Expropriierung der arischen Oberschicht in allen Na* tionen und ihren Ersatz durch diel jüdische Unterwelt. Wir sehen die Gefahren, von denen Europa bedroht ist, und erheben unsere warnende Stimme, weil wir die Größe dieser Gefahren erkannt haben. Möge nicht nur die Nachwelt, sondern auch die Mitwelt die Größe dieser hist Griechen Miesion erkennen und getreu der Conte Grande die besten Plätze beim Reisebüro City Dr. I. H, Körner Wien, I., Kohlmarkt 8 U 26-4-29 Allein-Vertretung für Österreich der Weltorganisation Pcriestlne Express Ltd. Agenturen im Nahen Osten: Palestine & Egypt Lloyd Ltd. Jerusalem, Haifa, Tel-Avlv, Kairo, Alexandrien, Port Said, Beyrouth, Damaskus, Bagdad, Teheran AUCH IM WIENER RATHAUSKELLER STOBERLPREISE OK Alt-Wien im Grinzinßer Keller. Täglich Musik der Kapelle Auerbach. Konzert, Jazz, Stimmung. Mitwirkend: Stimmungssänger Hans Blasdiek und Violinvirtuose R. Ohlenschläger Lehre, die In ihr enthalten ist, zu handele sich entschließen.“ Rosenberg und Wagner Reichsleiter Alfred Rosen ib erg ei* klärte: „Wenn viele Fürsten der Vergangen”1 heit aus persönlicher Machtgier die Juden als Geldverleiher und Steuerpächter einsetzten, so geschah das aus der bereits erprobten Beobachtung ihrer Ausbeutungsfähigkeit. Diese; Ausbeufcungi&kraft haben die Juden nicht dadurch erworben, daß eie als Wucherer eingesetzt worden waren, sondern da man sie a 1 g Parasiten kannte, wurden «ia :ils solche verwendet. Diese charakteristische parasitäre Eigenart, die nie auf «schöpferische Arbeit, sondern nur auf Auswertung fremder Kräfte bedacht ist, ist Blutbedingtheit des Juden, niedorgelegt in seinem Religion»* g e s e t z.“ Alfred Rosonberg zitierte sodann Stollen aus dem Talmud und fuhr fort: „Auch das, was wir in diesen vergangenen Jahren und Jahrzehnten an kultureller Zorsetzuiig.sarbüit, wirtschaftlicher Korruption und politischer Verhetzung erlebten, findet überall seine „religiöse“ Begründung im jüdischen Religionsgesetzbuch, auch daun, wenn Juden ihre „Assimilation“ beteuern. Der Bolschewismus, im Großen und Weltpolitischen betrachtet, ist dio letzte Konsequenz, die sich aus denn Eindr in-