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Die Stimme · 1935-09-20 · Heft 485 (20.9.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 485 (20.9.1935)
Date
1935-09-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis dieser Nummer 20 g V. b. ff. m\$/ JÜDISCHE ZEITUNG SONDERFAHRT NACH PALÄSTINA UND ÄGYPTEN mit dem Luxusexpreßdamp'er „CONTE GRANDE" ab Triest 30. September an Haifa 3. Oktober an Alexandrien 4. Oktober Auskünfte: Gcneralagentur, Wien, I., KSrntnerring 6 Telephon U 47-5.60 LLOYD TR1ESTINO FLOTTE RIUMITE LLOYD TRIESTIHQ-MAR1TTIMA ITALIAHA-SITMAa. Nr. 48s | Wien, xo. September 19351 Redaktion und Administration: Wien, L Mare-Aura(>8tra8. S. Toi.: U 22-3-91 RedaktionsschluB Montag und Mlttwoeh vorm. | (M. Etui 6*95) | 8. Jahrgang An die Zionisten in Oesterreich! Das jüdische Volk erlebt in unseren Tagen bittere Schicksalsschläge. Es ringt um seine Existenz. Mehr denn je ist die Konsolidierung der auibauenden Kräfte der Nation und der Aufbau Erez Israels Pflicht eines jeden einzelnen Juden. Der 19. Zionistenkongreß in Luzern hat die Zeichen der Zeit verstanden und eine große Koalition gebildet. Die Zionistische Weltorganisation wird so besser als bisher den großen Anforderungen gerecht werden können, die an sie ökonomisch und politisch gestellt werden. Es gilt die Einwanderung zu verstärken, die Öffnung Trans Jordaniens durchzusetzen und den Anschlag abzuwehren, den die beabsichtigte Einführung eines Gesetzgebenden Rates bedeutet. In dieser gefahrdrohenden Situation haben es die Revisionisten für gut befunden, die Organisation zu verlassen und eine ebenso überflüssige wie schädliche neue Organisation zu gründen. Ihr kann schon deswegen kein Erfolg beschieden sein, weil die Zionistische Organisation, repräsentiert durch die Jewish Agency, die alleinige durch den Völkerbundpakt anerkannte Vertretung des jüdischen Volkes ist. Zioni'sten! Von Wien aus hat die zionistische Bewegung die jüdischen, Massen erobert. In Wien hat Jabotinsky in einer tragischen Situation des jüdischen Volkes, in der Einigkeit und Zusammenarbeit notwendiger denn je ist, eine sachlich überflüssige und schädliche Gegenorganisation gegründet. Die Zionisten in Wien und Österreich müssen es Jabotinsky beweisen, daß in ihnen der Geist Theodor Herzls, der Geist opferwilliger Aufbauarbeit wach ist. -Zionisten! Gebt Jabotinsky. die Antwort durch verstärkte Werbearbeit von Mann zu Mann und vermehrte Arbeit für die Ponds! Organisiert euch in unseren Bezirkssektionen und Ortsgruppen und fördert unsere Jugendbewegung! Zionisten! Die jüdische Welt blickt auf euch, weil Wien die Stadt Theodor Herzls ist. Ihr wäret einst dazu berufen, die Pioniere des Zionismus für die ganze Welt zu sein. Beweist der jüdischen Welt, daß Ihr auch in dieser schweren Zeit die ersten seid, in der Reihe der Kämpfer und Arbeiter für die Erhaltung und Vergrößerung der Zionistischen Organisation und ein glückliches Erez Israel! JK ein e r. v on euch hat das Recht ab sei ts zu bleib en. Kommt zu uns, arbeitet mit uns und siegt mit uns! r , Zionistischer Landesverband für Österreich: Dr. Berger Dr. Grünbaum Sabine Paß weg Beitrittsansuchen sind schriftlich an den Zionistischen Landesverband in Wien, I., Marc Aurel-Straße 5, zu richten. REISEBÜRQ CITY. 't> R J H - K 6 R'N E“ R-' WIEN1. KÖ.HLMARKTß' U-26:4-29 YusOi \ . ftvin Sicherung des Hule-Gebletes vor Beduineneinfällen Jerusalem, 16. September. Die arabische Tagespresse meldet, daß die stellvertretenden Oberkommissaro von Palästina und Syrien ein Abkommen betreffend die Regulierung der Grenze zwischen Syrien und Libanon geschlossen haben. In dem Abkommen seien auch die Lagerplätze für Beduinenstämme festgelegt worden. Hauptzweck des Abkommens sei es gewesen, das Gebiet der Hule-Konzession vor Einfällen von Beduinenstämmon zu sichern, damit die Besiedlung des Gebietes ungestört vor sich gehe. Die billigste Reise zu den Hohen Feiertagen nadi Polen und Czernowitz Abfahrt i 25. September Rückkehr: 9., 21. Oktober Fahrpreis Wien-Czeruowitz-Wien S 100*— „ Wien—Lemberg—Wien S 80*— mit Ausreisebewilligung. „FRANCOPOL", Wien, III., Rennweg 1 Telephon U 16-4-90 Beschluß des Makkabi-Weltkongresses: Boykott der Berliner Olympiade Brünn, 16. September, j verbände des Makkabi, für diese Ziele Am 15. September trat der Makkabi-Weltmit »Wen Mitteln einzutreten und die kongreß zu seiner wichtigsten Sitzung zu- Stellung der zionistischen Weltorganisammen. Folgende Resolution wurde angesation aIs de»* alleinigen Trägerin der nommen: zionistischen Bewegung zu stärken.“ „In Anbetracht der jüdischen Situation in Deutschland ersucht der Kongreß des Makkabi-Weltverbandes sowohl das Olympische Komitee als auch die sonstigen Sportbehörden, jüdische Sportler von der Teilnahme an der Olympiade 1936 in Deutschland zu befreien.“ Der Führer der deutschen Delegation gab vor der Abstimmung folgende Erklärung ab: „Der Makkabi-Weltverband ist die große nationale jüdische Tum- und Sportbewegung in der Welt, die die körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend und den Aufbau Erez Israels auf ihre Fahne geschrieben hat. Auf diese Aufgaben hat sich der Makkabi- Weltverband als unpolitische Organisation zu beschränken. Da durch die vorliegende Resolution diese Linie verlassen wird, wird die Makkabi-Delegation aus Deutschland gegen dieso Resolution stimmen.“ Der Kongreß erklärte in einer weiteren Resolution: „Der Makkabi bekennt sich zum einheitlichen Überparteilichen Zionismus. Er verurteilt die Spaltungstendenzen innerhalb der zionistischen Bewegung. Er fordert eine einheitliche zionistische Weltorganisation, eine einheitliche Gewerkschaft, einheitliche Ponds, einheitliches Schul- und Unterrichtswesen und Anerkennung des Makkabi durch die Zionistische Weltorganisation als die nationale Turn- und Sportbewegung. Er verpflichtet die Exekuti ve und die Laudes- 1 Der Kongreß beschloß weitere, im Frühjahr 1936, anläßlich der Levantemesse in Palästina, den ersten jüdischen Turnte c h n i k e r-K o n g r e ß abzuhalten. Die Winter-M akkabiah findet im Februar 1936 in der Tschechoslowakei statt. Die Dritte Makkabiah wird im Jahre 1938 sfcattfinden. Es werden geeignete Schritte unternommen, um das Stadion in Tel-Aviv weiter auszubauen. Der Sitz der technischen Kommission des Makkabi-Weltverbandes bleibt weiter in P r a g. Eine Reihe von Anträgen wurde angenommen, um die jüdische Turn- und Sportbewegung in allen ihren Teilen weiter zu vereinheitlichen. Alljährlich sollen palästinensische Sportexpeditionen ins Ausland kommen, um den Kontakt mit den internationalen Sportverbänden und den einzelnen Makkabi-Kreisen zu pflegen. Die Exekutive des Makkabi-Weltverbandes wird .aufgefordert, mit den olympischen Behörden in Verhandlungen einzutreten, um durch eine Sonderregelung den Makkabi- Weltverband direkt an die internationalen Sportorganisationen anzuschließen. ‘pexialverkehr | nach Palästina | nach Palästina Gütertransporte« Uftvans, Übersledlungen Ulimann, Rink ft Co. Wien, I, Kimcntg. fl T.l. U 22254 Der überfall auf die deutschen Juden Das hätte sich wohl niemand träumen lassen, daß sich das Dritte Reich auf einen Zionistenkongreß berufen würde. Ist doch nach der amtlich zugelassenen Auffassung der erste Zionistenkongreß in Basel derjenige gewesen, dessen geheime Beratungen in den „Protokollen der Weisen von Zion“ niedergelegt sind, die in allen deutschen Schulen mit Fleiß und Eifer gelesen und gelehrt werden. Die „Protokolle“ sind «sozusagen ein integrierender Bestandteil der bis heute noch ungeschriebenen Hitler- Verfassung, und auf dem Nürnberger Parteitag haben nacheinander Goebbels, Rosenberg, Wagner, Frank und noch so ein paar Geistesriesen den Inhalt der „Protokolle“ zu jenen Reden verarbeitet, die dem Reichskanzler die Vorbereitung schufen zu dem Versuch, zu einem erträglichen Verhältnis zum jüdischen Volk zu gelangen. Dieser Versuch — so läßt das deutsche Außenamt für das Ausland schreiben entspricht den Beschlüssen des Luzerner Zionistenkongresses, die „mit aller Deutlichkeit feststellen, daß die Juden ein eigenes Volk sind“. Das hat zwar weder der Luzerner noch ein früherer der 19 Zionistenkongresse festgestellt, da sich dies erübrigt. Der Zionismus ist ein Organ des nationalen Willens und er hat nicht notwendig' festzustellen, daß die Sonne scheint. Aber hier handelt es sich um eine in Berlin vorgenoin- DAS NEUE WASCHVERFAHREN DER HABSBURG VERDOPPELT B535HBB5 die Lebensdauer Ihrer Wäsdie Ein ganzes Faß (genau 150 Liter) regenweichen Wassers und viel reine Seife verwenden wir für ein einziges Kilo Wäsche Die Habsburg wäscht schonend, schön und billig Tel. U 35-5-65 Filialen in allen Bezirken Wir putzen und spannen auch Vorhänge mene Konstruktion, die beweisen will, daß die Rassengesetzo den Forderungen des Zionistenkongresses entgegenkommen, wenn sie die Juden Deutschlands zu einer nationalen Minderheit machen. „Das deutsche Volk ist überzeugt davon — heißt es weiter —, „daß es mit diesen Gesetzen eine auch für die Juden in Deutschland selbst heilsame und nützliche Tat vollbracht hat, indem Deutschland der jüdischen Minderheit Gelegenheit gibt, sich selbst zu leben. Dieses Eigenleben der jüdischen Minderheit, dem staatlicher Schutz gewährt wird, fördert die Volkswerdung des Judentums und trägt dazu bei, das Verhältnis

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