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Die Stimme · 1935-09-13 · Heft 483 (13.9.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 483 (13.9.1935)
Date
1935-09-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 488 - 13. Septem Iw 1935 mmm muub Ml SVIMR9I fielt# 5 LEIIA HYAMS-JAN KEITH LEWIS STONE Zum Ehrenpräsidenten der Agency wurde Na hum Sokolow, zum Präsidenten Prof. W e i z m a n n gewählt. Weiters wurden Dr. S o n a t o r, Prof. II e x t e r und Doktor K a r p f (Amerika) in die Exekutive berufen. Zu Vorsitzenden des Rates wurden Lord M e 1 c hott und Morris Rothenh e r g gewählt. Ferner wurde Leonard »S! e i n, London; zum Ehrenanwalt der Jewi-li Agency gewählt. Abschluß äer Tagung Unter großem Beifall des Councils hielt Präsident Weizmann die Schlußrede. .Die konstitutionellen Fragen der Agency wurden in Eintracht geregelt. Die. neue Exekutive ist klein, aber um so arbeitsfähiger. Der Beschluß der Nichtzionisten, sich zu organisieren, ist zu begrüßen. Niemand kann etwas dagegen haben, daß letz •teils Versuche gemacht werden, neue T e rr i t o r i e n zur A n s i e d 1 u n g von J u- Ü c n zu linden. Aber diese Frage darf nicht die piskuission beherrschen, denn die Enttäuschung werde eine schwere sein. Ich hin sicher, daß wir in den nächsten 20 Jahren je 50.000 bis 60.000 Juden jährlich nach Palästina werden bringen können. Wir ^Dlil IILWtf II ü Hi: ISH fl II Gib j!| imiimimimmiimmmiiiwimmiwiwmiiiiimwimiimmiimiim Für Eure Kinder im Antiquariat Hermann Tuchner Wien, II., Ecke Taborstraße 52 Lehrbücher in den richtigen Auflagen für: Volksschulen, Hauptschulen, Mittelschulen und alle Fachschulen Auch ANTIQUARISCH in größter Auswahl zy sehr mäßigen Preisen. Verzeichnisse kostenlos, spesenfreie Zusendung überallhin. FÜR AUSKÜNFTE: TEL. R 41-4-2Q werden dann, ebenso wie heute, über Mangel an Raum klagen. Aber inzwischen wird der Orient uns verschlossen «ein. Vor vier Jahren hat Passfiel d im Verlauf unserer Unterhandlungen mir gegenüber erklärt, in Palästina sei f ii r keine Katze mehr Platz. Und doch sind in den letzten zwei Jahren mehr als 200.000 Juden nach Palästina gekommen. Ja, der Weg nach Palästina ist kein Königsweg, aber er ist der einzig mögliche Wege zur Lösung der Judenfrage. Es wird einmal eine große jüdischo Gemeinschaft entstehen, die das ganze jüdische Volk — Zionisten und Nichtzionisten wird niemand mehr keimen — repräsentieren wird. Mit dem Absingen der Hatikwah ging der IV. Council auseinander. »Sofort nach Beendigung der Session trat das neugewäblte Administrative Committee zus lrunen und wählte zum Vorsitzenden Prof. »Speyer (Belgien), zu Vizevorsltzenden Berl L o c k e r und Nevillo L a s k i. Ms neuen ExehutivmitgUeder Das neue Mitglied dos zionistischen. Teil» der Exekutive Dr. Fischei Rotheustreich, Repräsentant der Gruppe B der Allgonieim^ionisteu, ist ein Führer der galizisehen Zionisten. Er wurde 1882 In Ko- Jomea geboren, wurde 1922 zum »Senator, dann zum Sejm in Polen gewählt. Er über» siedelt nach Palästina und wird wohl ein Ressort ftlr städtische Kolonisation über* nehmen. Er ist angesehener Wirtschaftler, Das zweite neue Mitglied, Rabbi Jelmda Leib Fi.sh in an vom Misrachl, wurdo 1875 in Bessnrabien geboren und kam 1918 nach Palästina. Er ist Rabbiner in Tel-Aviv und gibt di*' Misrnidii-Zeiitschrift ..Tlator“ beraub. BfeÖ NN ‘7.9 UHR LjBW0£LZßlLE34jjrEL^ ENGEC^WI ESE NT HA£ £ACHEN OHNE PAPSE Da« Mitglied de» nlohtzionistlschen Teils, Dr. Karpf, Ist Führer der jüdischen Sozialarbeit; in Amerika, Direktor der Schule für jüdische Sozialfürsorge* Er ist gebürtiger Österreicher und steht im 4f ~ ~ Die Hessorts in der Agenw Exekutive Gewisse Schwierigkeiten beatehen in Df* zug auf die Zuteilung des Organisation«’' departementa, da« bisher von dem ausfe- .sebiödenen Exekutivroitglled Berl Locker geleitet wurde, E» erscheint auch zweifelhaft, ob Jizehak Grünbaum wieder die Leitung des Eiuwanderungsdepartements übernehmen wird. Die polnische Delegation auf dom Zionistenkongreß hat beschlossen, Grünbaum aufzufordern, dieses Amt nicht wieder zu übernehmen, weil das Etewanderungsdepartement stets ein Gegenstand des Streites zwischen den einzelnen Gruppen und den Vertretern der verschiedenen Landeeinteressen sei und der Leiter des Departements, oh er es will oder nicht-, in diesen Kampf hineingezegen werde, Dr» Warner Senator wird ein besonderes Departement für die Organisierung der nichtzionistisehen Palästinafreunde übernehmen, Wird der Jüdische Weltkongreß Jemals zusammentreten? Lusern, 9- »September. Der in Luzern abgehaltenen Konferenz der Exekutive und des Rates des Comit6 des Delegation» Juive« wohnten außer einer Delegation des American Jewish Congres« Repräsentanten jüdischer Gemeinschaften jn Österreich, Argentinien, Algerien, Belgien, Bulgarien, Tschechoslowakei, England, Eetland, Frankreich, Italien, Lettland, Palästina, Polen, Rumänien, Schweiz und USA bei. Dr. Nahurn Goldmann schilderte die Lage der jüdischen Gemeinschaften in den Ländern Mittel- und Osteuropa« sowie im Nahen Osten. Er «teilte fe«t, daß sich die Lage überall verschlechtert habe. Hieran schloß sich eine allgemeine Aussprache an, in der das künftige Arbeiteprogramm erörtert wurde. A. E. Emanueli unterstrich die tragische Lage der Juden in vielen Ländern des Orients, in denen nationalsozialistische Agenten aus Deutschland gegen die Juden hetzen. Die Redner stimmten darin überein, daß im Hinblick auf die sich immer steigernde Grausamkeit, mit der die deutsche Regierung ihren Entlikampf gegen die Juden führt, und auf den systematischen V.erleujndungsfeldzug, der von Deutschland aus gegen die Juden in der ganzen Welt geführt wird,, eine intensive Defensivaktion gegen .den Nationalsozialismus durehsuführen sei. In die«em Zusammenhang wurde der Zufriedenheit darüber Ausdruck gegeben, daß auch in den nichtjüdlschen Kreisen Europas und Amerikas der Widerstand wächst und daß überall eine Bewegung im Zuge sei, die Sport kreiße zur Absage ihrer Teilnahme an der Olympiade in Berlin 1936 zu bewegen. Die Exekutive unterbreitete ©Inen detaillierten Bericht über die in den verschiedenen Ländern im Zusammenhang mit dem geplanten Jüdischen Weltkongreß geleistete CHUIBUCHER mr Volks«, Haupt« und Mittelfdiulftit, mm und antiquarisch in den vorgeschriebenen Auflagen in der Buchhandlung N. Ralf», Wien. II., Tafcorftrnße 2QA, Telephon R 45-305 Ankauf und Umtausch antiquarl* §«h«r Bücher zu höchsten Preisen Vorarbeit, woraufhin die -Konferenz ihrer Zufriedenheit mit der vom KIK. Zionisten* kongreß gefaßten Resolution, aktiv an dor Einberufung des Weltkongreßfr OB teüzuuobraep, Ausdruck gab. Die Redner waren einmütig der Ansicht, daß der jüdische Weltkongreß im Hinblick auf die katastrophale Lago der Judon in vielen Ländern mit mtfffliohflter Be* gehle unlgung einberufen werden soll. Einmütig wurde eine Resolution angenommen, daß die Vorarbeit für den Jüdischen Weltkongreß tunlichst bis zum Frühjahr 1936 dorebgeftthrt &@ia möge. Die Konferenz befaßte sjch sodann eingehend mit der wirtschaftlichen Notlage der jüdischen Massen in Osteuropa, besonders in Polen. Das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Dr. R o 11 e p » t r e i c h. Lemberg, gab ein erschütterndes Bild von der wirtschaftlichen Lage der überwiegenden Mehrheit der jüdischen Bevölkerung in Polen und in anderen Ländern Osteuropas und schilderte das Elend als unbeschreiblich. Pie Konferenz stellte jn einer Entschließung fest, daß es ein Erfordernis der Zeit sei, jene Teile des jüdischen Volkes, die in der Weltkongreßbewegung organisiert sind, AMeniie Menschen wissen, daß zu erfolgreicher Arbeit bester Krftftpjsnstand, ruhige Xervan, Rute Stimmung notwendig pipS- Zur Kräftigung des Körpers, *ur Behebung von Äfattigfceitsgefühl gibt es ein zuverlässiges Mittel: DIANA- Franzbranntwein mit Menthol. Bestes Ginreibemittel t hervorragend zur Mund-, Zahn* und Bachenpflege und zu mannigfachen anderen Zwecken- In Jedem besseren GeschttBt erhiiMilch, Verlangest Sie muulrUcU-icli „Dlann“ and nefimeq Ste wir „plana“, minder; wertige Nacheltnsunnen »lud encrglitcfr «grdelndweleesi zu konstruktiver sozialer lüfsarbcit zussmmenzufasseui insbesondere müsse ein durchgreifender Hilfsfeldsug für die polni" sehe Judanheit eingeleitet werden, Zum Präsidenten des Oomitö des Del^gations Juives wurde, wie schon mitgeteilt, Rabbiner Pr. Stephan S, Wis e, New York, Pflegen Sie Ihr« Zähne mit QDOL* Zahnpasta und Sie erhalten 6ich ge sunde Zähne bis Ine hohe Alter. m 6üS m Kleina Tut, S Groß# Tub, § gewählt. Beneschs Palästinabericht vor dem Völkerbund Angesichts der scharfen Krisis, die der Völkerbund infolge der Zuspitzung des Konfliktes um Abessinien durchlebt, rücken alle anderen Punkte der Tagesordnung dieser Ratssession weit in den Hintergrund. Der Berichterstatter des Rates für Mandatsfragen, der tschechoslowakische Außenminister Dr. Eduard Benesch, unterbreitete dem Rate einen Bericht über die Arbeiten der J u n 11 a g u n g der Ständigen Mandatskommission, Ro?üglich Palästinas unterstrich er jn diesem Berichte, daß die Kommission die harmonische Zusammenarbeit der beiden B e v ö 1 k e r u n g ß t e i 1 e Palästina« im Schoße der Gemeindeverwaltung vermerkt, daß sie die Maßnahmen zur Behinderung der illegalen Einwanderung sowie auch die Antwort cler Regierung bezüglich der Grenzfestsetzung in der Gegend von Akaba zur Kenntnis genommen bat. Der Bericht enthält keine weiteren Mitteilungen über Palästina. Selbst die von der Kommission aufgeworfene Frage der weiteren Gültigkeit der wirtschaftlichen Gleichberechtigung in dgn Mandatsgebieten für Japan, da« den Völkerbund verladen bat, ißt weder vom Berichterstatter noch von irgend einem Mitglied des Rates berührt worden. Ein kurzer Meinungsaustausch der Vertreter Großbritannien«, Frankreichs und Australiens, der der Anhörung des Berichte« folgte, bezog »sich auf einen zwischen Frankreich lind Großbritannien am 27, Juni 1934 abgeschlosßenon Handelsvertrag, in welchem «ich diese zwei Staaten gegenseitige Vorzugsrechte auch für die" Mandatsgebiete ,?usißherö, Di« Mandatskommission wollte wissen, ob dieser Vertrag nicht eine Verletzung der wirtschaftlichen Gleichberechtigung in den Mandatsgebieten — darunter auch ln Palästina *■* gegenüber den anderen Mitgliedern des Völkerbundes bedeutet. Die Vertreter Großbritanniens und Frankreich« gaben diesbezüglich beruhigende Erklärungen ab, Geld oder E. Jiayter Preston. Da# Organ des engJiseb - jadiselma Boykottkomit-ees (Jevlsh Repräsentative Council) veröffentlieht den folgenden Artikel des bekannten englischen Journalisten. Ich wurde ersucht, über die Ergebnisse des AntLRitler*BeykQtteß zu schreiben. Ich bin aber kein Statistiker und loh würde es lieber sehen, wenn jemand, der der Sache näher steht, einen technischen Artikel schriebe. Es ist mir auch schwer festzueteilen, welchen Erfolg der „Jevish Represen. tative Öounoil“ zu verzeichnen hatte. Eines steht aber fest: Hitler Ist noch an der Macht, weil es Juden gibt, die das Geld höher schätzen a1« di© Würde. Harte Worte von einem Nichtjuden! Aber bedenken Sie, daß Sie sie selbst veranlaßt haben. Die Juden können keine Achtung selten« eines Nichtjuden erwarten, wenn die. sar weiß, daß in Withechapsl mehr Bern, b e r g - S t r ü m p f e, German-Made, verkauft werden, ajg in einem anderen Stadtteile London». Die Juden können keine aktive Sympathie für ihre deutschen Brü. der erwarten, wenn sie wegen einiger Heller im Eink»ufsp reis oder w e» gen gi&ee kleinen Yerdienstei weiterhin deutsche Waren kaufen und verkaufen. Ich bin kein Antisemit. Ich habe nie eäuen Unterschied zwischen Glaubensbekenntnissen und Rassen gemacht, Nur Freibeltsliebe und gleiche Menschenrechte erfreuen sich seiner Wertschätzung. Ich achte nur die Menschen, welche bereit sind für diese Rechte zu kämpfen. Eines ist sicher: Hitler hat den Namen des Juden besudelt, seine Banden haben eure Brüder gepeinigt und gemartert. Er versucht mittels bestialischer Methoden eure Brüder zu verunglimpfen und eure Positionen in allen % 1 viUeiert e ii Ländern zu untergraben. Ich bedauere es, die ganze Welt bedauert es es wurden genug Reden gehalten, Artikel geschrieben, um dies zu beweisen. Aber wie können wir handeln, wie können wir Nichtjudon euch zu Hilfe kommen, wenn es so viele unter euch gibt, die ans c h e inend die Knechtschaft lieben und zufrieden sind, w o n n m a n auf sie spuckt? Ich weiß, daß jüdische Führer Protest eingelegt haben, und daß Ihr das Unterstiitziiügswcrk der deutschen Flüchtlinge

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