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Die Stimme · 1935-09-06 · Heft 481 (6.9.1935) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 481 (6.9.1935)
Date
1935-09-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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NV. 48f — 8. September 1935 Dil STIMME Sott« 3 die in Stadt und Land, in den Häfen, auf dem Meere und in der staatlichen Wirtschaft die jüdische Arbeit erhalten haben. Der Kongreß sieht dievollejüdischc 'Arbeit als die erste nationale Pflicht an, die zu erfüllen allen Mitgliedern der Z. 0. obliegt. Nichtbeachtung dieser Pflicht zieht den Ausschluß aus der Z. 0. nach sich. Alle nationalen Kolonisation-, Darlehens- und Wirtschaftsinstitutionen sind verpflichtet, in allen von ihnen unterstützten Privatwirtschaften für die Sicherung der jüdischen Arbeit zu wirken. Der Kongreß beschließt, in das Budget einen Posten über Errichtung von Hilfswirtschaften aufzunehmen. Kibbuzim, Irgunim und Einzelsiedler, die zwei Jahre in der Landwirtschaft der Kolonien tätig waren, sind bei der Beteilung mit Boden und Gewährung von Darlehen für Ansicdlung zu bevorzugen. Cbaluzim, die zwei Jahre in Landarbeit oder in anderen Eroberungsarbeiten tätig gewesen sind, sind bei der Ansiedlung von Verwandten zu bevorzugen. Der Kongreß sieht mit großer Besorgnis die Verringerung der jüdischen Arbeit bei Regierungsarbeiten (Bau, Post, Bahn usw.) und fordert von der Regierung, mit der Politik der Verkürzung der Rechte des Jischuw aufzuhören und Be- M miHjjeit Sie jeden lei? ,,3d) [affe mtef) mit $iana ■ fttartjbramtttucin maffieren!" — „SBanntt aerobe mit SHana-ffrangbrannttoeiit?" — „SBcil id) mid) überjeugt Ijabe, ba& nur 'Utaffage mit DIANA- Franzbranntwein mit Menthol „SCHWEDEN. PLATZ FE S ER foldfe ©djmerjen Hubert, töeldpe boit lieber* anftrengung unb fernerer Slrbeit Ijcrrüijrcn. eben barum taufe tefj nur Diana-Franzbranntwein unb nid^ts anbereS." In Judam butwran QtschSfta erMHIiob. Verlangen Sie auidrtlckllch „Diana" und nehmen Sie nur .Diene". — Minderwertige Nachahmungen elnd ’ enargitch zurQckzuweieen. dingungen zu schaffen, die es dem jüdischen Arbeiter ermöglichen, bei diesen Arbeiten den ihm gebührenden Platz entsprechend ■unserem Beitrag zn den Staatseinkünften einzunehmen. Der Kongreß begrüßt die Tätigkeit der Politischen Abteilung bei der Exekutive, die die Beschäftigung einer Anzahl jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten durchgesetzt hat, und verpflichtet die Exekutive, diese Tätigkeit bei den Regierungedepartements fortzusetzen. Der Kongreß erkennt die Notwendigkeit an, das ganze jüdische Volk mit dem Gedanken der jüdischen Arbeit zu durchdringen, und fordert die Exekutive auf, eine JÜDISCHE ELTERN! 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Die Initiative der Industriellen und die Aufopferung der 25.000 Industriearbeiter bewirkte die Errichtung eines weit verzweigten Netzes von großen und kleinen Industrien, deren. Produkte sich immer größeren Raum bei der Befriedigung der Bedürfnisse des Jischuw erobern. Der Kongreß mahnt die Regierung, an ihre Pflicht, die palästinensische Industrie durch ein entsprechend es Zollsystem und durch Handelsverträge zu schützen. Der Kongreß erklärt den Konsum von Landesprodukten (Tozeret haarez) als zionistische Pflicht und fordert alle Institutionen auf, die öffentliche Tätigkeit für Tozeret haarez zu unterstützen. Am Montag vormittag erstattete Dobk i n den Bericht der Alija-Kommission. Die Einwanderung wuchs von 30.000 im Jahre 1933 auf 42.000 im Jahre 1934 und wird 1935 rund 60.000 legale Einwanderer betragen. Die jüdische Bevölkerung betrug noch vor vier Jahren 7 Prozent, heute schon 27 Prozent der Gesarntbevölkerung. Erez Israel ist heute für die Juden dasselbe wie Amerika vor dem Krieg: das einzige Einwanderungsland. Eben darum aber können wir mit dem Erreichten nicht zufrieden sein. Von der Regierung ist zu fordern: Volle Freiheit für die Jewish Agency bei der Verteilung der Zertifikate, Legalisierung jener Touristen, die im Lande geblieben sind und sich wirtschaftlich eingcgliedert haben. Dobkin unterstrich die Wichtigkeit der Zulassung der Juden Rußlands. zur Alija. Der Kongreß nahm die Resolutionen der Alija-Kommission an, darunter eine, daß in Zukunft Kenntnis der hebräischen Sprache Vorbedingung für Erlangung eines Zertifikates ist. Ein Minderheitsvotum wegen paritätischer Zusammensetzung der Palästina-Ämter wurde abgelehnt. Der Kongreß fordert die Regierung auf, die Einwanderungsbeschränkungen, die die Entwicklung der Arbeit uud so die Aufnahmefähigkeit des Lindes vermindern, aufzuheben, Der Kongreß stellt fest, daß die Einwanderungssteuern der Regierung die Einwanderer stark belasten, und fordert deren Aufhebung. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, ihre Bemühungen fortzusetzen, um die Alija der verfolgten zionistischen Chaluzim aus Rußland nach Palästina zu ermöglichen. Die politischen Beschlüsse Von den Resolutionen, die der XIX. Zionistenkongreß auf Vorschlag seiner Politischen Kommission angenommen hat, sind folgende zu erwähnen: $ Der gesetzgebende Rat In der Resolution, betreffend den Legislative Council, wird zum Ausdruck gebracht, daß der XIX. Zionistenkongreß angesichts des Wunsches der Mandatarmacht, in Palästina einen Legislative Council einzusetzen, von tiefer Sorge erfüllt sei. Ein solcher Schritt werde vom Kongreß als g e g e n den Geist des Mandats gerichtet! erachtet. Jeder gesetzgebende Rat, der auf der Grundlage der augenblicklichen Zusammensetzung der Bevölkerung Palästinas aufgebaut wäre und damit die Juden zu einer Minderheit in Palästina stempeln würde, widerspräche den fundamentalen Rechten des jüdischen Volkes. Darüber hinaus stünde er aber auch im Widerspruch zu den ausdrücklichen Versicherungen, die Ministerpräsident MacDonald in seinem an Dr. Weizm a n n gerichteten Briefe gegeben hat. Denjenigen gesetzgeberische Macht zu verleihen, die offene Gegner des Palästinamandats sind und in Opposition zur Errichtung des Jüdischen Nationalheimes stehen, sei nichts anderes, als eine Verletzung des Mandats. Solange nicht die Politik der Errichtung des Jüdischen Nationalheimes die vollständige Anerkennung seitens der nichtjüdischen Bevölkerungsteile gefunden hat und solange nicht eine vollkommene Verständigung zwischen Juden und Arabern in Palästina herbeigeführt ist, werde die Entwicklung des Jüdischen Nationalheimes und die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen Landes, deren Vorteile Juden und Araber in gleicher Weise genießen, durch den Vorschlag, einen Legislative Council einzusetzen, gefährdet. Ein solcher Legislative Council könne eine Quelle von Reibungen und Unzufriedenheit zwischen den Bevölkerungsteilen werden und die Chancen der Kooperation zwischen Bevölkerung und Regierung beeinträchtigen. Daher erklärt der Kongreß seine Gegnerschaft gegen einen Legislativ« Council unter den jetzigen Umständen und sieht sich gewungen, den Plan, einen solchen Council einzusetzen, kategorisch abzulehnen. , Die Beziehungen zu den Arabern Mit dem Araberproblem befaßt sich eine Resolution, in der der XIX. Zionistenkongreß den Wunsch des jüdischen Volkes be- Wenn Raucher dar Var firbung der Zähn« Vorbeugen wollen, dann hilft nur die regelmaBige, tag liehe Pflege mit OOOL- Zahnpasta. m Kleine Tube S — .90 Grobe Tube 8 1.40 kräftigt, in Harmonie mit der arabischen Bevölkerung Palästinas und den arabischen Völkern des Nahen Ostens zusammenzuleben. Die jüdischen Errungenschaften in Palästina, heißt es in der Resolution, haben bereits zu einem Stadium geführt, in dem sie auch den Arabern Palästinas und der arabischen Bevölkerung der Nachbarländer zum Nutzen gereichen. Die Fortsetzung der jüdischen Arbeit sichert den Beitrag der Juden zur Entwicklung des ganzen Nahen Ostens. Appell an die Mandatarmacht An die Mandatarmacht wird der Appell gerichtet, die Verpflichtungen vollständig zu erfüllen, die ihr aus der Balfour-Deklaration erwachsen, und zur Förderung des Jüdischen Nationalheimes eine aktive Politik durchzuführen, und zwar in jenem Ausmaße, wie es die Lage der Juden in der Galuth erfordert und die Situation in Palästina es ermöglicht, sobald die Entwicklung unbehindert und frei vor sich gehen kann, und die Regierung hiebei durch Schaffung von mehr Arbeitsmöglichkeiten hilft. Sabbathschutz In einer besonderen Resolution wird von der Palästinaregierung verlangt, daß sie die von ihr beschäftigten jüdischen Arbeiter an Sabbath- und jüdischen Feiertagen von der Arbeit befreie. Ferner soll allen jüdischen Stadtgemeinden (Munizipalitäten) das Recht gegeben werden, für ihren Bereich durch Verordnungen die Zwangs-Sabbathruhe einzuführen. Die unerquickliche Transfer-Debatte In der Nachtsitzung des Kongresses vom 2. September gelangte nach lebhaften Szenen folgender Antrag zur Annahme: „Um die weitere Einwanderung von Juden aus Deutschland nach Palästina zu verstärken, wird die Exekutive beauftragt, die gesamte Arbeit der H a a v a r a unter ihre Kontrolle zu nehmen.“ Die Haavara ist jene Stelle, die den Transfer mit Deutschland durch führt. Bekanntlich müssen Juden, die aus Deutschland nach Palästina auswandern wollen, ihr Geld in Deutschland auf Sperr konto erlegen und für dieses Geld müssen deutsche Waren nach Palästina exportiert werden. Es liegt hier ein Zwang vor. Man Von der Eröffnungssitzung des XI X. Zionistenkongresses in Luzern hat sich zu entscheiden, ob man die Juden in Deutschland zugrundegehen lassen, oder ob man sie mit ihrem Vermögen nach Palästina retten will. Der Transfer ist daher keine Durchbrechung des Boykotts deutscher Waren. Man tauscht auch Gefangene zwischen feindlichen Staaten aus. Diejenigen, die gegen den Transfer schreien, sind sicher weder in der Lage noch willens, viele tau- Zu den hohen Feiertagen Billige Sonderfahrten nach Polen u.Czernowitz Abfahrten: 18., 22., 25. September Rückfahrten: 15. September, 9., 21. Oktober FR ANCOPOI" Wicn m - Rennwes i „ritAllWrUL Telephon U 16-4-90 Präside?it Sokdoiv hält die Eröffnungsrede. sende Juden aus Deutschland nach Palästina zu transferieren und sie dort wirtschaftlich einzuordnen. Diejenigen, die diese Argumente dem nicht orientierten jüdischen Publikum vorenthalten und sich zum Hüter der jüdischen Moral aufwerfen, weil sie an dieser Frage ihre Parteisuppe kochen wollen, leisten also den deutschen Juden einen schlechten Dienst. Eine andere Frage ist es, ob der Beschluß des Kongresses am Platze war. Zunächst muß festgestellt werden, daß der erste Teil des Beschlusses in keinem logischen Zusammenhang mit dem zweiten Teil steht. Man verstärkt nicht die Einwanderung deutscher Juden durch die Kontrolle des Transfers, sondern dadurch, daß man mehr deutsche Juden nach Palästina bringt. Der Kongreßbeschluß hat offenbar eine zweifache Tendenz, und zwar 1. den Transfer sozusagen zu legalisieren, und 2. den Mißbrauch dee Transfers zu unterbinden. Hier sprechen

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