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Die Stimme · 1935-09-06 · Heft 481 (6.9.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 481 (6.9.1935)
Date
1935-09-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Kr. ‘ISt — 6. ’SVplcmFer 1935 m a Bitifge Reisen nach Paiflsilna Kostenlose Beratung in allen Reiseangelegenheiten, welche Palästina betreffen, mündlich und telephonisch: Reisebüro „in die Welt“ <Dr. S. Tocker) IX.. Liechtensteinstr. i, Tel. A 14-50} wird. Jedenfalls rechn>'n wir auf die loyale Eim'ultung unserer Koalitiousvereinbarun- £tn. Der Weltverband der Allgemeinen Zinnisten hat jedenfalls in Luzern einen großen Erfolg errungen. Abgesehen davon aber liegt der große Wort"dieses Kongresses klar zutage. In Luzern stand die Tribüne des jüdischen Volkes. Von ihr aus hat das jüdische Volk zur Welt gesprochen. Von Luzern aus sprach die einzige international anerkannte und mit Rechtspersönlichkeit ausgestattete Vertretung des jüdischen Volkes. In Wien mögen die Revisionisten deklamieren und pomphafte •Schauspiele für Neugierige bieten. In Wien kämpfen die Revisionisten im luftleeren Raum. Die Zionistische Organisation kämpft für das Blühen und Gedeihen des Jischuw und gegen tausende Schwierigkeiten des Aufbaues. Schwierigkeiten im Aufbau spornen zuimmer neuer Kraftentfaltung an. Ewiges Deklamieren aber stumpfit ab und muß zwangsläufig die Zuhörer einschläfern.. Ewige Übersteigerung politischer Forderungen ohne reale Erfolge wird die Revisionisten bald aus dem Rausche der Begeisterung in die harte und unerbittliche Wirklichkeit stoßen. In Luzern aber pulste schöpferische Arbeit. Ilir Resultat mag bescheiden sein. Aber Luzern war doch ein Baustein für eine bessere Zukunft. Auch die Opposition in Luzern bleibt in der Zionistischen Organisation. Sie liebt diese Organisation trotz der politischen Fehler der Arbeiterpartei. Sie will durch .eigene schöpferische Kraft den Judenstaat bauen und innerhalb der Organisation gegen den Klassenkampf zu Felde ziehen. In Luzern,wurde, ein Arbeitsfrieden geschlossen, den das jüdische Volk so dringend braucht. Überall, wo Einsicht herrscht, wird man sich über die große Koalition freuen. In Wien wird man über Herzl deklamieren. In Luzern wurde im Geiste Herzls reale Arbeit geleistet und ein erfolgverheißender Arbeitsfrieden geschaffen. Dieses Resultat ist erfreulich. Wir wollen uns daran halten, was ein Redner im Kongreß gesagt hat: Ein Gott, ein Volk, eine Organisation. Die Zion. Bez.-Sektion und Wizo Prater gratulieren ihrem Vizepräsidenten hezw. Vizepräsidentin, Herrn und Frau Ing. Markus Mühlbauer zur Gehurt eines Sohnes und wünschen herzlichsten Das neue Budget Mit 147 gegen 18 Stimmen hat der Kongreß das Budget für das kommende Geschäftsjahr angenommen. Es beträgt, wie schon mitgeteilt, 388.000 Pfund. Von den einzelnen Posten sind erwähnenswert: 30.000 für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina, 74.500 Pfund für allgemeine Kolonisationsarbeit, 20.000 Pfund für Erziehungswesen, 55.000 Pfund für die Ausgaben der Eihwanderuiigsabteikuig, 13.000 Pfund für das Arbeitsdepartement, 12.000 Pfund für das politische Departement, 10.000 Pfund für Hachseharah, 11.000 Pfund für Verwaltungskosten und 21.000 Pfund für Verwaltungskotsten des Keren Hajessod. Gemäß den Vorschlägen der Organisationskommission wurde der Plan Ben Gurions betreffend Schaffung von Tcrritorialverbänden mit einigen Modifikationen bestätigt und der Verlegung des Organisationsdepartements von London nach Jerusalem zugestimmt. ERSTKL. MÄDCHEN-PENSIONAT MIMA RUND Telephon R 51-6-13 In Verbindung mit allen Schultypen, Vorbereitung zur Staatsprüfung, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Musik. Hebräisch, Handelsschule. Zeitgemäße Preise, Tagesheim. ■ . - Der XIX. ZionistenkongreA in Luzern Der Kongreß über die Judenverfolgung in Deutschland Der Kongreß hat die folgende Resolution der G a 1 u t h k o m in i s s i o n angenommen: Der 19. Zionistenkongreß erhebt seine Stimme gegen die systematische Entrechtung der Juden in Deutschland, deren sich immer steigernde Vehemenz die moralische und materielle Existenz der deutschen Juden untergräbt. Hand in Hand damit erfolgt eine D i ff a m i e r u n g d e s g e s a m t e n jüdischen Volkes und seiner geistigen und ethischen Kulturleistung, sowie die systematische Verbreitung von Lehren und Theorien, die dahin gerichtet sind, die Positionen der Juden in allen Ländern zu erschüttern. Der Zionistenkongreß, der stets d i e Wahrung der jüdischen Ehre als eine seiner legitimen und wichtigsten Aufgaben betrachtet hat, weist im Namen des jüdischen Volkes die Diffamierung von Juden wegen ihrer Rassenzugehörigkeit als im Widerspruch zu den elementaren Prinzipien der Sittlichkeit und Gerechtigkeit m i t Entschiedenheit zurück. Der Protest gegen diese Entrechtung ist nicht nur i Sache des jüdischen Volkes, sondern eine j Verteidigung des Prinzips der) Gleichberechtigung aller V ö 1k e r. Der 19. Zionistenkongreß erklärt, daß das jüdische Volk, das in mehrtausendjähriger Geschichte seine Ehre und seine Eigenart unter unendlichen Opfern gewahrt hat, n i emals und in keiner Situation seine Ehre preisgeben wird. Es wird den Anspruch auf Gleichberechtigung der jüdischen Bürger in allen Ländern sowie sein Recht auf Existenz als Volk unter den Völkern der Welt mit der gleichen Entschiedenheit verteidigen, mit der es seine nationale Heimstätte in Palästina — als Lösung seiner Existenzfrage — aufzubauen gewillt ist. Die Judenfrage, die heute mehr denn je eine akute Weltfrage ist, erfordert zu ihrer Lösung die Mitwirkung und die Sympathien der nichtjüdisehen Welf. Der 19. Zionistenkongreß appelliert an die Völker, dem jüdischen Volk im Ringen um die Wahrung seiner i Ehre und die Sicherung seiner Existenz ihre j Mithilfe zu gewähren. Histadruth bleibt die einzige anerkannte Arbeiterorganisation Anläßlich der Abstimmung über die Rcso- Mionen der Arbeitskonimission beantragte Dr. Weinstein (Judenstaatspartei), daß ein von einem früheren Kongreß gefaßter Beschluß, wonach die Histadruth Ilaowdini Haklalith die einzige von der Zionistischen Organisation anerkannte Arbeiterorganisation in Palästina sein soll, aufgehoben werde lind daß der Kongreß sämtliche zur Zeit existierenden Arbeiter verbände anerkenne, Der Antrag wurde a b g e 1 c h n t. Kampfabstimmung um den Transfer Mit .169 gegen 12 Stimmen bei 17 Stirn«* moncntliultungen und in Abwesenheit der Misraclii-Fraktion wurde eine Resolution gefaßt, in der das Transferabko in in e rt D e u t s c h 1 a n d -Palästina best ät i g t und seine Durchführung der unmittelbaren Leit u n g und Kontrolle der Zionistischen Organisation unterstellt wird. . Die Resolutionen Luzern, 3. September. In der gestrigen Sitzung nahm der Kongreß eine von der Politischen Kommission unterbreitete Resolution an, die unter anderem besagt: Die Wurzeln der jüdischen Tragödie liegen darin, daß das jüdische Volk kein Land besitzt. Die Rückkehr der Juden nach Erez Israel bedeutet ihre Rückkehr zum Land. Darum fordert der Kongreß, daß die der Regierung gehörenden^ *uoch nicht bebauteir‘~Böden in Palästina i n'fe asi-ver jüdischer Kolonisation zugeführt werden. Im Hinblick darauf, daß die Regierung zu Ende des Budgetjahres über einen Überschuß von mehr als 6 Millionen Pfund verfügen wird, was insbesondere auf die Einfuhr jüdischen Kapitals und auf hohe Besteuerung jüdischer Unternehmungen zurückzuführen ist, hält sich der Kongreß für berechtigt, zu fordern, daß ein größerer Teil der Regierungsfonds für jüdische agrikulturelle Entwicklung verwendet wird. Ferner fordert der Kongreß Erhöhung des Anteils der Juden an den öffentlichen Arbeiten der Regierung. Die Regierung wird aufgefordert, ihre Beihilfen für jüdisches Schul- und Gesundheitswesen zu erhöhen, ebenso die Subvention für das Rabbinat und den Beth Din zu vergrößern. Der Kongreß faßte eine Resolution über endgültige Konsolidierung der bestehenden Siedlungen und beschloß hinsichtlich neuer Kolonisation: Die Kotonisationsgesellschaft Der Kongreß bestätigt in allgemeinen Zügen den Plan, der ihm von der Abteilung für landwirtschaftliche Kolonisation betreffend Ausrüstung von ungefähr 2500 Familien aus allen Schichten der Siedler, die schon heute auf dem Boden sitzen, in den Grenzen von 500.000 bis 600.000 Pfund vorgelegt wurde, und fordert die Exekutive auf, diesen Plan in den nächsten zwei Jahren zu verwirklichen. Der Kongreß begrüßt die Gründung der Kolonisationsgesellschaft gemäß don Weisungen des 18. Zioiiistenkongresses. Die Gesellschaft wird ihre Kolonisationstütigkoit mit den Mitteln des Keren Hajessod, bei Heranziehung von zusätzlichem Investierungskapital und Kooperation mit anderen Kolonisationsgesellschaften und Institutionen entwickeln. Der Kongroß stellt mit Genugtuung fest, daß die Exekutive begonnen hat, Kandidaten des M i 11 e 1 s t a n d o s für landwirtschaftliche Ansiedlung im Ausland zu organisieren und sie nach Erez Israel zu bringen, ln den Mittelstand,Siedlungen wird das Kolonisationsdeparteinent eino Anzahl Sachverständiger an,siedeln. Der Boden ist diesen Siedlern zum Selbstkostenpreis gegen langfristige Zahlung zu übergeben, r. Der Kongreß unterstreicht mit Nachdruck die Tatsache, daß mehr als 25% aller Einwanderer aus Deutschland ins Dorf gegangen sind und stellt fest, daß die Abteilung zur Ansiedlung deutscher Juden durch ihre finanzielle Hilfe als wichtiger Zweig zur Überführung Tausender deutscher Juden zu produktiver Arbeit in der Landwirtschaft und zur Schaffung neuer Siedlungsjmnkte im Lande gedient hat. Der Kongreß beglückwünscht die erste Kwuzah des MäJckabi Hazair im Emek- Sebiilun undc wünscht deren Förderung. Der Kongreß hört mit großer Sorge von der rechtlichen Beschränkung und Störung des Keren Kajemetk auf seinem Weg zur Erlösung des Bodens und beauftragt die Exekutive, bei der Regierung alle Anstrengungen zu machen, um die rechtlichen und administrativen Hindernisse, die der Erwerbung von Böden entgegenstehen, aus dem Wege zu Täumen. Der Kongreß ruft das jüdische Volk auf, seine Beiträge für die Erlösung des Bodens dem Erfordernis der Stunde gemäß zu vergrößern, und wendet sich a n d i e besten Kräfte im Volke, sich für die Arbeit des Keren Kajemeth zur Verfü¬ OK GASTSTÄTTE FÖR JEDERMANN I., Kärlnerslrajje Nr. 61 Besitzer Ollo Kaserer WIENER RATHAUSKELLER volkstümliche Preise In allen Lokalitäten Wien vor 400 Jahren Allabendlich Original Wiener Musik und Gesang Inhaber Ollo Kaserer gung zu stellen. Der Kongreß wünscht Maßnahmen, die den nationalen Charakter des Hule-Werkes sichern. Gegen die Bodenspekulation Zwecks Bekämpfung der Seueho der Bodenspekulation verpflichtet der Kongreß die Exekutive: 1. das vom 18. Kongreß beschlossene zentrale Bo d e nk a u f s Institut zu errichten; 2. eine Kommission zur Kontrolle über die ländliche und städtische Kolonisationstätigkeit einziLsetzen, die don jüdischen Jischuw im Laude und in der Gola davor bewahren soll, durch unsolide Tätigkeit auf diesem Gebiete ,Schaden zu erleiden. Der Kongreß fordert die Banken und Kreditinstitute auf, jedes Darlehen zu versagen, wo cs sich um Bodenspekulation handelt. Der Kongreß beauftragt die Exekutive und dep Keren Hajessod, die Anträge des Reisepropagandadienst der Cimnilm flllp« Ztilng Billige und bequeme Sonderfahrt nach POLEN und CZERNOWITZ iin Sonder-D-Zug, Platzkarten mit Sammelpaß. Abfahrt Wien am 25. September 1935. Rückfahrt am 9. Oktober 1935. Fahrpreis Wien—C/.ernowitz inkl. Visagebühren S 104*—. Technische Durchführung, Anmeldung und Aus» kUnfte: Oesterr.Verkehrsbureau, Wien, I., Friedrichstraße 7, Telephon B 27-600; Oesterr. Verkehrsbureau, Wien, Graben 20, Telephon U 29-036: Polnisches Reisebureau „Orbis“, Wien, I., Kärntnerstraße 41, Telephon R 21-5-78 f Reisebureau „Marienbrtlcke“, Wieh, I., Rotenturmstraße 26r Telephon R 24-2-80 und R 24-2-37. Dr* Hufeisen bezüglich fie? Vereiclp^ipg de# Siedler aiuf Grund-ihrer mit 90m KEf. abge-* sohlossenen Verträge auf ihre Ausführbar«* keit zu prüfen, £24 auf Disziplini Der Kongreß nahm die Entschließung* der Organisationskommission an, welche den Beschluß des A. C, auf seiner letzten Session in Jerusalem in der Frage der Disziplin bekräftigt. Es ist Pflicht aller Mitglieder der Z. O., Disziplin zu halten; Die Disziplinpflicht wird durch einen Schwur bekräftigt. Die Frage der Überführung der Gebeine Herzls nach Palästina (Jerusalem oder Haifa)1 wird das neugewählte A. C. sofort nach Kongreßschluß laut Beschluß des Kongresses definitiv zu erledigen haben. Die Arbeits- Beschlüsse Die vom Kongreß angenommenen Ä n* beitsb ©Schlüsse lauten unter anderem: Angosiclits der Notwendigkeit, die jüdische Einwanderung in Erez Israel zu verstärken, um verfolgten jüdischen Massen in der Gallith ein Heim zu schaffen, ersucht der XIX. Zionistenkongroß die gesamte jüdische Öffentlichkeit, insbesondere die jüdischen Arbeitgeber in Erez Israel, die jüdische Arbeit, die Seele des Zionismus, zu schützen und in den Wirtschaften d i 0 vielen Z e h n t a u s e n de zu beschäftig e n, die aus der G a 1111 h zurück« kehren. Der Kongreß gr ü ß t die Arbeitor und die Arbeitgeber, »Dr. Krüger-Heim« Zentralanstalt für Mädchenerziehung und Fortbildung Telephon A 48-0-77 Wien, II,, Malzgasse 7 Volks- und Uauptschule für Mädchen / Dreijährige Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe / Zweijährige Fachschule für Jüöidermnehen und Wäschowarenerzeugung Beth Jacob Reügions - Lehrerinnen - Seminar Zweijährige Kindergärtnerinnen-Bildungsanstalt Einjähriger praktischer Fortbildungskurs für Maturantinnen / Prospekt auf Wunsch / Internat, Streng religiöser Haushalt

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