Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 481 (6.9.1935)
- Date
- 1935-09-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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PrtU dieser Nummer 20 g V. b. b. JÜDISCHE ZEITUNG Die großen, vorzüglichen Salonschiffe „Galilea**. „PaJestlna“ und „Gerasalcmtne*1 der direkten Eillinie TRIEST. JAFFA des LLOYD TRIESTINO verkehren jeden Mittwoch und jeden zweiten Freitag ' Fahrpreis in der ausgezeichneten Touristenklasse samt vier Mahlzeiten täglich bloß Lire 555-- > Auskünfte: Lloyd Triestino, 1., Kämtnerring P Nr. 481 | Wien« 6. September 1935 | Redaktion und Administration: Wien, I,, Mare-Aural>StraBa 5. Tal.: U 22-3*91 RadaktlonssehluB Montag und Mittwoch vorm. I (9. Etat $695) | Jahrgang KoaÜtionsexekutive unter Führung Weizmanns gewählt Das Ergebnis von Luzern Von Dr. Oskar Grünbaum Einer der denkwürdigsten Kongresse ist zu Ende. Es war ein Kongreß mit allen Fehlern der früheren Kongresse, aber trotz allem hat sich auf diesem Kongreß die entscheidende Peripetie zum Besseren vollzogen. Der größte Erfolg des 19. Kongresses besteht darin, daß er die Schwere der Verantwortung fühlte, die er vor dem jüdischen Volk und seiner Zukunft trug. An diesem erfreulichen Ergebnis ändert auch die Tatsache nichts, daß die herrschende Partei alle Anstrengungen machte, ihre Positionen hoch stärker auszubauen und die Uneinheitliche, Opposition in Schach zu halten. Bei früheren Kongressen kämpfte die Opposition bestenfalls um die Durchsetzung ihrer Ideologie. Diesmal ging der Kampf um Palästina, um seine wirtschaftliche und soziologische Gestaltung. Der Streit der Meinungen* war auf lebenswichtige Interessen des jüdischen Volkes gerichtet. Alle Parteien richten sich palästinozentrisch ein und das wird bei zukünftigen immer mehr und mehr in die Erscheinung treten. Der Kampf um die zukünftige Gestaltung des Jischuw hat auf diesem Kongreß seine Schatten vorausgeworfen, zukünftige Kon gresse werden der Schauplatz des Ringens der Parteien um Erez Israel sein. Die immer mehr anwachsende Judennot in der GalutV drängt aiuch jene Gruppen, die einem einseitigen Galuthzionismus frönten, in einen Erez-Israel-Zionismus. Die Arbeiterpartei, die über viele kluge Führer verfügt, erkennt klar die zukünftige Situation, ihre radikalen Elemente aber denken an keinen Rückzug. Die radikalen Arbeiterparteiler, haben sch diesmal eine Echee geholt und mit ihnen ihre Hilfstruppe, dio Kidmah. Nur so war die große Koalition möglich. Es wurde diesmal eine Bresche in ein System geschlagen, das in der einseitigen Bevorzugung einer Partei bestand. Der Kampf wird jetzt um gleiches Recht für alle in Palästina gehen und, wie wir hoffen wollen, in loyaler und friedlicher Weise. Von der Arbeiterpartei wird es insbesondere abhängen, ob der Ausgleich der Interessen ohne starke Reibungen abgehen wird. Dio neue Exekutive ist eine Exekutive starker Potonzen. Der Drang zum Frieden findet in der Wahl von zwei Personen sinnfälligen Ausdruck. Weizmann und Ussisohkin. Weizmann ist nicht mehr der Woizmann von 1929 und er ist nicht allein die Exekutive. Er ist heuito der Präsident des kollektiven Willens der großen Koalition. Ussisohkin, der great old man der zionistischen Bewegung, symbolisiert den Willen der Koalitionspartcien zur Einheitlichkeit. Die anderen Mitglieder der Exekutive sind Partoimänner, aufeinander durch ein gemeinsames Arbeitsprogramm angewiesen. Niemand soll glauben, daß nun eitel Wonne und Frieden herrschen wird. Aber es wird dio Harmonie friedlicher Zusammenarbeit herrschen, wenn Loyalität und Versöhnlich- Die neue Leitung Der Luzerner Zionistenkongreß hat am Abend des 3. September seine Arbeiten mit der Wahl der neuen Leitung und des Aktionskomitees beendigt. Uber diese Sitzung liegt uns der folgende telegraphische Bericht vor: ’ Die Exekutive Luzern, 4. September. Um Hit Uhr abends verkündete der Vorsitzende des Permanenzausschusses den folgenden Vorschlag für die Wahl der Exekutive: Ehrenpräsident: Nahum So ko low, gleichzeitig Präsident des Keren Hajessod; Präsident: Professor Chaim W e i z m a n n; Präsident des Aktionskomitees mit Sitz in der Exekutive: Ingenieur M. M. Ussischkin. Mitglieder der Exekutive: Von der Arbeiterpartei: Ben G u r i 0 a, K a p 1 a n£S* h e r 10 k; Gruppe A der Allgemeinen Zionisten: Professor ■ Dr. Brodetzky, Jitzchak Grünbaum; Weltverband der Allgemeinen Zionisten: Dr. R o 11 e n s t r e i c h; Misrachi: Rabbi Fishman; Mitglied der Exekutive für Amerika (ohne Stimmrecht): L i p s k y; Vertreter in Genf mit Stimmrecht in seinen Ressortfragen: Dr. Nahum Goldmann; Schließlich als Leiter des Forschungsinstitutes mit Stimmrecht in wirtschaftlichen Fragen: R u p p i n; Rechtsberater der Exekutive in London: Leonard Stein. Dr. Weizmann. Wir kommen auf diese Ansprachen noch ausführlich zurück. Mit der Hatikwah schloß der 19. Zionistenkongreß. Die Wahlen in das Aktionskomitee Der Kongreß wählte in das Aktionskomitee 53 Mitglieder, zu denen noch 8 Virilisten kommen. Vom Weltverband der Allgemeinen Zionisten wurden 6 Mitglieder in das Aktionskomitee gewählt, und zwar: Doktor Sch w ar zhar t, Dr. Schmorak, Ing. Landau, Dr. Grünbaum, Suprasky; und Mos sin so n. Der Permanenzausschuß beschloß weiter, die Bestellung von sieben Sekretären nach dem obigen Parteischltissel (daher drei von der Arbeiterpartei, zwei Gruppe A, einen Ussischkins erhoben Weltverband und einen Misrachi) die einsenden. großem Jubel des vollbesetzten Saales aufgenommen. Bei der Nominierung Sokolows, Weizmanns und sich aue Anwe-: aller Teile des jüdischen Volkes zur Verteidigung seiner politischen Rechte und ökono- Resolution zur Frage der jüdischen Weltkongresses -Der 19.: Zionistenkongreß lenkt die Aufmerksamkeit der jüdischen Öffentlichkeit auf die immer mehr bedrohte Lage des jüdischen Volkes in den Ländern der Diaspora, auf dio ständig wachsende Gefahr der Entrechtung großer Teile des jüdischen Volkes sowohl hinsichtlich ihrer bürgerlichen Gleichberechtigung wie auch ihrer nationalen Minoritätenrechte. Der Kongreß erachtet die Zusammenfassung zelne Ressorts verwalten werden und nicht Namens der Judenstaatspartei erklärte den Mitgliedern der Exekutive ihrer Partei Meir Groß mann, daß seine Fraktion; zugeteilt werden.. Dieser Beschluß der Perwegen der Stellungnahme der Mehrheit in manenzkommission gelangte im Plenum den Fragen der Judenstaatsresolution, des nicht zur Verlesung, wird aber in der mor- Transfers, der klassenkämpferischen Histagigen Sitzung des A. C. durchgeführt werdruth usw. gegen die Exekutive den. Die Namen der Kandidaten stehen noch stimme. Sokolow wurde einstimnicht fest. jmig gewählt, die übrigen Kandidaten Dr. Rottenstreich wird das Referat mit allen gegen 6 Stimmen der Judenstaatsfür Mittelstandskolonisation partei. 37 Delegierte des Haschomer ent- und städtische Kolonisation erhielten sich nach einer durch Jaari (Halialten. I schomer Hazair) abgegebenen Erklärung, Vor der Wahl der Exekutive wurde über der Stimme, die Beschlüsse der Awodah-Kommission nicht Dann sprach Dr. Georg H a 1 p e r n dem abgestimmt, um im Sinne der Koalitions- Präsidium des Kongresses und insbesondere exekutive eine Einigung herbeizuführen. Prof. Weizmann den Dank aus. Schließ- Die Nominierung Weizmanns und der lieh sprachen Sokolow, Ben Gurion übrigen Kandidaten der Exekutive wurde mit und Ussischkin. Das Schlußwort hatte mischen Existenzmöglichkeit und die Schaffung einer dazu legitimierten Repräsentanz lauf demokratischer Grundlage für dringend notwendig. Der 19. Zionistenkongreß erblickt im J ü d i s c hen W e 11k 0 n g r e ß die geeignete Form dieser Repräsentanz. Der 19. Zionistenkongreß nimmt Kenntnis von den Bemühungen zur Organisierung des Jüdischen Weltkongresses,; dessen Einberufung in einem nahen Zeitpunkt er für notwendig erachtet, und fordert die Zionisten und zionistische Gruppen auf, sich am Jü d U .sehen Weltkongreß und dessen Vorbereitung zu beteiligen. keit die Oberhand behaltou werdon. Hier wird dje Arbeiterpartei entscheidend wirken können. Wenn sie iu Fragen der Organisation, der Alijah und Kolonisation, der Arbeitsboziehungen und des Schulwesens dio richtigen Lehren aus diesem Kongreß ziehen wird, dann wird die zionistische Bewegung nur Vorteile davon haben. Niemand soll glauben, daß die Koalitions- Häuserverwaltungen Reparaturkredite Geldbeschaffungen Tel R. TAUBMANN WIEN, II., NORDPOLSTRASSE 8/3 Parteien ihre Programme preisgegeben ha-1 gelehnt, den Irgun der allgemein-zionistiben. Das gilt vor allem für den Weltverj scheu Arbeiter preiszugeben und wird weit band dei Allgemeinen Zionisten, der auch ter für ihn und für eine gerechte Zuteilung weiterhin für das Krakauer Programm, das j von Zertifikaten an Allgemein-Zionisteu und heißt für den Primat des jüdischen Volkes! für dio geschlossene Ansiedlung seiner kämpfen wird und jeden Klassenkampf ab-1 Jugend und seines Mittelstandes kämpfen, lehnt. Trotz der Koalition hält der Weltver- Er wird dies, so hoffen wir, in der Koalition band sein Programm aufrecht, insbesondere besser tun können als außerhalb derselben, in der Frage der Histadruth. Er hat es ab- Zum erstenmal wissen jetzt dio Allgemein- Zionisteu, daß sie Vertreter in der Exekutive haben, die ihnen gegenüber verantwortlich sind, so wie es bei der Arbeiterpartei der Fall ist. Von der Energie unserer Vertreter wird es in einem großen Umfange abhängen, ob das den Allgemein-Zionisteu zugefiigto Unrecht gut gemacht werden A 48-9-22 .SEN* AI. Kauf- und Verkaufs- Vermittlungen kulantest