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Die Stimme · 1935-08-30 · Heft 479 (30.8.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 479 (30.8.1935)
Date
1935-08-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE STIMME Seite 5 Au «r ii st pAf d. in Is heit «nd einer arabischen Mehrheit Erez Israel bilden. Die Lage ln Erez rael und in der ganzen Welt zwingt uns, direkt mit den Arabern zu unterhandeln und einen ehrlichen niodus vivendi mit dem arabischen Volk zu finden. Der Redner befaßte sich sodann mit der technischen Abwicklung der Ü b e r f ü hr u n g v o n J u d e n aus Deutschland nach Palästina und stellte i'i'.st, daß dreimal so viel War e n aus D e utsc hlan d nach Palästina, importiert, werden, als cs durch die Vereinbarungen über den Kapitalstransfer bedingt war. Es sprachen sodann der Redakteur des „Haarez“, Glück« oh n, der jemenitische Delegierte Gluska, der darüber Klage führte, daß der Kongreß keine Maßnahmen zugunsten der Juden in Jemen, die dort verfolgt werden, aber das Land nicht verlassen dürfen, ergreife, und der Arbeiterdelegierte Bialopolski, Jacob Fishm a n (Weltvereinigung, Amerika) wies auf die Nordausche Forderungnach sozialer Umschichtung des jüdischen iV o 1 k e s hin, eine Forderung, die von den Oppositionsparteien nicht beachtet werde. Der Redner ermahnte die Gruppe B der Allgemeinen Zionisten, mit de« Arbeitern nicht zu spielen; wem die heutige Histadruth nicht passe, der werde eine noch viel radikalere akzeptieren müssen. Er appelliere an die Minorität, die Mehrheit nicht mit Hilfe des Koalitions-gedankens majorlsicren zu wollen. Verwöhnte Strohwitwer speisen vorzüglich im RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. II., Taboretrnße 12 Opercrj» Telephon R 48-5-67 Ausgiebige Braten-Menüs S l*ßO *>»**«> IW 3 „ fleflügel- „ S 2*20 sowie ä )a Carle, Speisen am Rost Schöner staubfreier Garten Der amerikanische Delegierte Abraham G o 1 d b e r g (Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten) wies auf die Einigung im amerikanischen Zionismus hin, die beweise, daß bei gutem W i 11 e n eine Verständigung erreicht worden kann. Wenn wir, fuhr er fort, die breite Koalition zustando bringen und in den nächsten zwei bis vier Jahren Zusammenarbeiten, dann wird aus dieser Ve reinigung ein gewaltiger Zionismus einporwachson. Wir haben das Recht, große Forderungen an England zu stellen, wir haben ein Recht zu verlangen, daß wir in unser Land freien Eintritt erhalten, und zwar z u beiden Seiten des J o rd a n s. In den Sitzungen des Montag Nachmittag wurde die Generaldebatte fortgeführt. Der holländische Zionist Bornstoin (Gruppe B der Allgemeinen Zionisten) erklärte, man könne der Exekutive die Anerkennung für ihre Erfolge nicht versagen, doch sei zu befürchten, daß das Einströmen voii Menschen und Kapital in das Land den wirtschaftlichen Belangen eine übergroße Bedeutung auf Kosten der politischen Ziele des Zionismus verleihe. Die Eiinvandorungspolitik der Mandatarmacht, sagte Bernstein, stelle im Widerspruch zum Mandat, indem jüdische Einwanderung beschränkt, und die] Einwanderung von Arabern aus den bo-i nachbarten Ländern nicht gehindert, wird. Wetzmanns Schlußwort in der Generaldebatte In der Nachtsitzurig von Dienstag hielt Präsident Weizmann das Schlußwort zur Generaldebatte. Prof. Weizmann faßte in einer längeren Rede die Ergebnisse der mehrtägigen Debatte zusammen und hob mit Nachdruck hervor, daß nur die Einigung und die Überwindung der Gegensätze es möglich macht, die großen Aufgaben erfolgreich durchzuführen, die angesichts der Notlage der Juden jetzt in Palästina durchzuführen sind. Weizmann lehnte jede Definierung des Endzieles ah, Uber den Gesetzgebenden Rat sprach Weizmann wie über eine feststehende Tatsache und meinte, daß das Nationalheim mit dem Gesetzgebenden Rate weder stehe noch falle. Auch nach Einführung des Gesetzgebenden Rates müsse auf allen anderen Gebieten mit England kooperiert werden. Die Meinungen sind darüber geteilt, ob Weizmanns Rede eine Kandidatenrede für die Präsidenschaft war oder die Ablehnung einer Kandidatur durch Weizmann selbst. Am Schlüsse der Sitzung erklärte Weizmann, daß Mittwoch vormittags das Kon greßgebättde geschlossen bleibt und alle Arbeit ruht, um so gegen die Judenverfolgungen in Deutschland zu protestieren. Diese sehr bescheidene Form des Protestes ist, wie es heißt, auf den Einfluß der Delegierten aus Deutschland zurUckzufiihren. Die Einigung in Luzern Luzern, 28. August,. (I’riv.) Gestern in den späten Abendstunden wurde unter Intervention der beiden Kongreßprätsklenten Prof. W o i z m a. n n und I.)r. Gold in u n n das Kompromiß zwischen den Mißrachistcn und den Vertretern der Arbeiterorganisationen abgeschlossen. Die Arbeiterschaft konzedierte, daß der Forderung nacli strenger Sab b a t r u h c atattgegeben ward, da dies auch sozialpolitischen Grundsätzen entspricht. Dagegen werden Sicherungen geboten, daß nicht durch schikanöse Beobachtungen in die persönliche Freiheit eingegriffen und eine Art Religion«Verfolgung getrieben wird. Die Verkündigung des Ergebnisse« durch Vizepräsidenten Dr. Goldmann wurde stürmisch akklamiert. Die deutschen Juden Palästinas an den Kongreß In tion, $ m iiom I., Bösendorferstr. 12 (Musikverein) Tel. U 46-4-37 I., Himmelpfortgasse II Telephon R 28-1-75 20. Schuljahr Diroldlou , Prof. Josef Roitler Unterricht In Gesang, Klavier uml allen Orcheßtorr Instrumenten von den ersten AnfUngon hls zu UtlnBilerisciiun Ausbildung. Elften» liimlor“ <ib(viluu(f. Anmeldungen und Aufnahmeprüfung Mißlich vor- und mictiniltlugs nuHMelilJeßllcli Im MusihverelnsgüblJudo, I., UÜHumlorfurstruUu 12 Das Zentralkomitee des Verbände« deutscher Juden in Palästina in Tel- Aviv hat, den Delegierten des XIX. Zionisten-Kongresses in Luzern ein Memorandum überreicht, in dem ausgeführt wird: Deutschland stehen wir vor der Sit-uadaß eine Hunderttausen.de zählende jü die che Bevölkerung zur Auswanderung gezwungen wird. Die Situation hat in den letzten Monaten eine entschiedene Wendung zum Schlechten gemacht. Während noch vor kurzer Zeit die a-uswandernden Juden 1000 Pfund. Sterling in bar mitnehmen konnten, hat die Entwicklung der deutschen Devis enve rhä 1 tnißße dazu geführt, daß heute die Situation sich grundsätzlich geändert hat. Eß warten heute in Deutschland zirka 800 bis 1000 jüdische Familien mit je 1000 Pfund Sterling auf die Möglichkeit zur Ausreise; von ihnen erhalten nicht mehr als 12 bis 15 Familien im Monat die zur Auswanderung erforderlichen Devisen, während in jedem Monat mehr als 100 derartige Familien hinzukommen. Das Ergebnis ist, daß diese Familien jahrelang J warten müssen, bis sie nach Palästina kommen können, und daß die meisten von ihnen in der Zwischenzeit i h r G e 1 d verbrauchen worden und so die Möglichkeit zur Auswanderung verlieren. Es entsteht also die paradoxe Situation, daß d i e ( deutsche Regierung politisch] die Auswanderung der J u d o n j w ü u s o h t, daß aber gleichzeitig! devisenpolitisch diese Auswan-i d e r u n g unmöglich gemacht w i r d. Bekanntlich bilden die deutschen Juden 'befruchtet. Abgesehen von den privaten Investitionen sind Millionen von Mark in national wichtigen Institutionen angelegt worden, und diese Einwanderung mit Kapital schabt wiederum Arbeitsplätze für Einwanderer ohne Mittel. Von den neuen Indus tri egr ün düng eil der letzten zwei Jahre sind nicht weniger als 60 Prozent von der deutschen Alijah geschallen worden. Sieben neue mittelständisclie Siedlungspunkte wurden geschaffen und in acht weiteren Kolonien sind Gruppen von deutschen Siedlern zur Ansiedlung gelangt. Angesichts der immer größer werdenden Schwierigkeiten fordern wir, daß auch für uen unbemittelten Teil der deutschen Juden, soweit sie für Palästina geeignet sind, durch eine möglichst große Anzahl von Zertifikaten die Auswanderung erleichtert wird. Das Auswande rungsproblem der deutschen Juden besteht nach wie vor und sogar noch in verschärfter Form. Es ist absolut erforderlich, daß auch in Zukunft im Rahmen der Londoner und der Jerusalemer Exekutive verantwortliche Personen mit der Sonderaufgabe der Ansicdlung deutscher Judeu betraut wer den. Die Aufgabe besteht darin, einen großzügigen und systematischen Inimigrations- Blllige Bücher bei der Schwedenbrttcke, Buchhandlung Schneider & Co., Wien, L, Franz-Josefs-Kai 7, Tel. R 22-0-15. Scholem Alechem: des Milch- „Die Geschichten Tewjes händlers“, Leinen (S 7-—) „Stempenju“, Human, Leinen?•-) (8 Nathan Asch: „Der 22. August“. Roman, kart. (S 7*—) Gustav Meyrink: „Der Golem“, Leinen (S 11 •—). nur . . „Das grüne Gesicht“, „Walpurgisnacht“, „Fledermäuse“, jeder Bund Halbleinen, 1-70 170 S 1*90 S 3*10 nur S 2-70 S 6 30 S 1-90 „Des deutschen Spießers Wunderhorn“, 2 Halblcincnbände, zusammen nur Kurt Stechert: „Palästina-Bericht eines Nichtjuden“, Ganzleinenband (S (!•—), nur . . . Arnold Zweig: „Herkunft und Zukunft“, zwei Essays zum Schicksal eines Volkes, Leinen, mir ....S 3*-— „Lessing, Kleist, Büchner“, Leinen, nur S 375 , Der Streit um den Sergeanten Grischa“, „De Vriendt kehrt heim“, Junge Frau von 1914“, jeder Leinenband (S 14-80) nur . . S 4*80 jeder Band kartoniert nur . . . . S 3*50 Besuchen Sie unsere Buchhandlung. Sie finden die reichste Auswahl an Büchern bester Autoren zu kleinsten Preisen. Katalog gratis und portofrei. E II Wien, IX., Garnlsong. 3, Tel, A 20-4-48 Beginn neuer Tages- und Abendkurse am 15. September plan vorzuberelten und seine notwendigen politischen und wirtschaftepolitischen Vorö in den letzten zwei Jahren zirka 50 Proze.nt j uussetzimgon zu schaffen. Es wird Sache der gesamten Kapitalißten-Alijah und die j des Kongresses, insbesondere der politischen Kommission, sein, die grundsätzliche Richtungder Arbeit zu bestätigen, deren Durchvon ihnen in« Land mitgebraohten Summen belaufen eich auf zirka 9,000.000 Pfund Sterling. Diese Kapitalien haben die Palästüiawirtschaft in außerordentlicher Weiße ftthrung dann sein wird. Sache der neuen Exekutive Palästina-Ausstellung des Kongresses Luzern, 28. August. (Teleph. Bericht.) In drei Räumen des ersten Stockes des Koug’reßgebäudüs wurde letzten Donnerstag eine Palästina-Ausstellung eröffnet, die im Auftrag der nationalen Fonds vom Büro] „Palestiuo Propaganda“ ln Tol-Avivi (Dr. Ernst M e c h n e r —- Otto W a 11 i s e h) I .,T o 1 - A v i v“ (für jenen zeichnen Erich Brock und Walter K r 1 s t e 1] e r, für diesen die bekannte Photokünstlerin Ellen R o s e n b e r g in Tel-Aviv verantwortlich) bewiesen, wie man die Bedeutung der Kulonisatioustätigkoifc des lvKL. überzeugend darstellen kann. Von Otte Wallisch, arrangiert worden ist. Nach einer Ansprache den erfolgreichen Graphiker künstlerisch gedes Generalsekretärs des Hauptbüros des stattet, prägnant in der Auswahl von Auf* KKL. in Jerusalem, Ilaezrachy, der die|nahmen der besten Photographen Palästinas Veranstalter im Auftrag des KKL. beglück-1 (voran Kluger und Schweig), überzeugend wünschte, hielt Dr. Hoch n o r eilten inj in statistischen Lolirtafcln und Modellen, struktivim Vortrag über moderne Werbe-1 gibt diese kleine Ausstellung einen lebenmittel und Illustrierte seine Ausführung I digeii Eindruck von den bisherigen Leistundurch eine Reihe von Arbeiten der „Pa-, gen der nationalen Arbeit in Palästina, lestiuo Propaganda“. | Neben der Jubiläiimsscluiu „15 Jahre Ein packender Film „E m e k S e b u 1 o n“ j Keren Ilajessod“ und der Abteilung- „Das und ein reizvoller, in Photographie und [Werk des Keren Kajemcth“ füllt eine inter- Bildauswuhl sehr gelungener Schmalfilm essaute Serie von Bildtableaux Uber .die Entwicklung’ der hebräischen Universität und eine Bildreportage „Die Arbeit der zionistischen Fra u“ mit besonders schönen Bildern aus den Mädchenfarmen der WIZO auf. Die Ausstellung stellt nur einen Ausschnitt aus einer umfassenden F a! ä s t i n a s c li a u dar, die im nächsten Winter von den zionistischen Organisationen in den verschiedenen Ländern gezeigt werden wird. Die Verhandlungen zwischen den Parteien Luzern, 29. August. (Telef.) Der Weltverband der Allgemeinen Zionisten stößt bisher bei der Arbeiterpartei in allen wesentlichen Forderungen, auf starken Widerstand. Die Verhandlungen werden von der Arbeiterpartei dilatorisch geführt. Es scheint die Tendenz zu be-. etehen, nur in unwichtigen Dingen na oh zu* geben und in allen wichtigen Dingen, zum Beispiel Änderung des Zertifikats- Systems, Irguu der allgemeinen zionistischen Arbeiter usw. nicht nachzu* geben. Der Wcitverbund der Allgemeinen Zionisten ist auch mit der Weltvereinigung und dem MLrachi in Fühlung. Die J udenstaatspartei beteiligt sich an keinerlei Verhandlungen. Konstituierung der Kongreß- Delegation aus Deutschland Die 34 deutschen Delegierten auf dem Kongreß haben sich als deutsche Delegation konstituiert und ein Präsidium, bestehend aus Dr. Siegfried Moses, Alexander Adler, S. A d 1 e r - R u d e 1, Dr. Franz M a y e r und Dr. Michael Trau b, gewählt. Die Österreichischen Delegierten am Kongreß Die österreichischen Delegierten des Weltverbnndes arbeiten in folgenden Kommissionen: Dr. GriUbau m: Pennanenzaussebuß, Präsidium des Weltverbandes und Verständigunigskommission. Frau Sophie: Löwen herz: Soziale Fürsorge und Ge* sundheitswesen. Dr. Frey: Resolutionskoinmisßion. Erklärung des Misrachi-tandes• Verbandes für Österreich Wir erhalten dio folgende Mitteilung: Der Misrachi-Landesverband für Österreich wi '.st hiedurch alle Behauptungen von einem Eintritt des Misrachi in die N. Z. O. e n o r g i s di u rück. Kein Mitglied des Misrachi darf ich somit bei der N. Z. O. organisieren, noch an den Wahlen beteiligen. Streng rituell! 1W5 Pension HERMINE EECH^ER BADEN, RQ&.LBTTG ASSE ‘ R 7 Ganzjährig qetifnet. ZentnUiciztng. Fließendes Wnm-«. Kalfw-s t Telephon Nr. 1032/4

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