Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 479 (30.8.1935)
- Date
- 1935-08-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 OIE STIMME Kr. '479 - m. August VM w e i 4e W e 1t (.1 v s j ü tl i? o h o n V o 1 k e ist. Besonders aktuell ist die Forderen der politischen Erziehung. die Vorberci tnng darauf, Glied eines Staatsvolkes zu .worden. ßlumenfeld warnt vor dem Irrglauben daß Katastrophen Menschen /.um Zionisinu bringen. Filter dem schlimmsten Druck bt: stelltdie Assimilation mit gleicher Stärk fort, und in den Ländern mit geringerem Druck fürchtetman (sich vor der zumisti sehen Entscheidung. Nichts ist bedenklicher als die Parole, daß es jetzt keine jüdische Auseinandersetzungen geben müsse, daß eigentlich alle Nichtzionisten Zionisten sind Palästina kann nur aufgebaut werden, wenn es gelingt, d i e j ii d i s c h e Welt z u zionistischen Entscheidung zu bringen. Die .Beeinflussung der Menschen kann aber nur mit Hilfe der Kräfte eine echten Allgemeinen Zionismus erfolgen. Zur Frage der E i n w a n d e r u n g d e d e u t s eben J u d e n dankt Blumenfeld vorerst der E x e k u t i v e, der d o ti t sehen Abt e i 1 u n g und Miß S z o 1 d für alles, was auf diesem Gebiete getan worden ist. Im weiteren weist er darauf hin wie die deutschen Zionisten in schwerster Zeit ihre Arbeit verdoppelt und verdreifacht lind wie sie die selbstverständliche Form der STROHWITWER! •Ausgezeichnetes Mittag-Menü $ 1'80 u. 2*50 "TD RESTAURANT Tel. A 46-4-39 II., Große Schiffgasse 8, nächst Salztorbrücke Einheit aller Gruppen gefunden haben, ölumenfeld glaubt, daß in den nächsten fünf Jahren vielleicht 90.000 Juden aus Deutschland nach Palästina gebracht werden können mit Mitteln, die dort Neues schaffen würden. In zwei Jahren sind 60% der neuen Industrien von diesem Kreis gegründet worden. Bei jeder Einwanderung gibt es beklagenswerte Begleiterscheinungen. Aber manche Tatsache aus der letzten Zeit ist geeignet zu beweisen, daß man auf dem Wege zur Volkwerdung ist. Voraussetzung für das Gelingen dieses Zieles ist die Kraft zur ernsten brüderlichen Auseinandersetzung und eine wahre Koalition, in der die Freiheit der verschiedenen Anschauun gen gesichert' ist. Dr. Orenstein (Weltverband der Allgemeinen Zionisten) bedauert, daß bei diesem Kongreß zwei Gruppen des Allgemeinen Zionismus bestehen, glaubt aber mit Bestimmtheit, daß diese beiden Teile den gemeinsamen Weg wiederünden werden. Der Redner klagt die Exekutive an, daß sie den Kampf für die Rechte des jüdischen Volkes in den Ländern der Galuth nicht geführt hat. Nachdem clie Regierung in Deutschland nicht nur das Judentum in Deutsch- 4 - Länderfahrf In bequemen Autocars Graz—Laibach—Adelsberg (Besuch der Grolle) — Abbasia—Cirkvenlca Zagreb- Plattensee—Budapest 8 Tage Wien bis Wien 5 189 - lm Preise inbegriffen: AUe Vi.-agebUhren, Fahrt Wien—Wien, Unterkunft und Verpfleguni/ in sehr guten Hotcl9, Stadtrundfahrten, Besuch der Adelsberger Orotte, und alle Abgaben. Keine Kxtraspesen vorgesehen. Abfahrten: 5. und 14. September Reisebüro „in die Welt' Wien, IX., Liechtensteinstr. 2 Telephon A 14-504 1 a n d, sondern die verschiedenen Teile des jüdischen Volkes a u c h in viel c n a nderen Ländern bedroht, sollte sich die Zionistische Organisation an die Spitze der B o y k o 11 b e w e g u n g stellen. Statt dessen habe sich die Exekutive aber an der Boykottbewegung ü b e r h a u p t nicht beteiligt. Seine Partei nehme eine negative Stellung zurrt Transfer ein, weil sie nicht zugeben will, daß umn mit dem Feinde Kompromisse schließt. Der Transfer sei mit einem zu hohen Preis für die Rettung jüdischen Geldes aus Deutschland bezahlt, denn das jüdische Volk habe sich verlassen gefühlt,. Der J.agd auf die Illegalen habe die Exekutive ohnmächtig zugesehen, die Demonstrationen aber, die nicht nur Revisionisten., sondern auch Arbeiter und Allge- EINZIG IN WIENII! rein seiden (Herren ßemden besle paßform nur sowie alles in Wäsche und Wirkwaren billigst bei BERGMANN, I., Rabensteig 3, U 20-709. Himmelpfortg. 5, R 25-8-84. Köllnerhofg, 1, R 26-8-99 Wir bitten, sich bei Jedem Einkauf auf unser Blatt zu berufen meine Zionisten auf der .'Straße gegen diel Jugend im Geiste Moskaus er- Regierung und die englische Polizei veran- [ z i c h e n. Die Zionisten werden in stalteten und denen der Abbruch der Jagd i Moskau eingesperrt. Wenn auch die zu verdanken ist, habe sie verboten. Unter J Juden in Rußland Menschenrechte geniedem heftigen Widerspruch der Arbeiter- J ßen, so hält der Redner das jüdische Leben delegierten beschuldigt Dr. Orenstein die! dort trotzdem für n i e h t w e n i g e r b e- Mehrheit. Menschen unter ihren Schutz ge- J d r o h fc als im D e u t s c h l a n cl II i tnoinmeu zu haben, die die jüdische lers. Die Lage der Orientfuden A v i s a r (Sephardim) berichtet über die Leiden der fast zwei Millionen Seelen zählenden orientalischen Jud e n u n d d e r S e p h a r d i ni. Von diesen Leiden wisse die jüdische Welt fast gar nichts, und die Zionistische Organisation unternehme nichts zu ihrer Rettung. Die Lehre Hitlers habe im Orient einen fruchtbaren Boden gefunden. Der Redner erinnert an die P o g r o m e in Algier und die Grausamkeiten und Vertreibungen in der T ü rk e i. In diesem Lande verdränge man die Juden aus ihren wirtschaftlichen und bürgerlichen Positionen, habe überall die jüdischen Schulen geschlossen und die Vorstände der Gemeinden in djen meisten Städten aufgelöst. Es gebe keinen Rabbiner und kein jüdisches Beth Din, so daß die Gefahr der Assimilation über den Nachkommen Gabirols und Jehuda Halevys schwebt. Im Irak werden die Juden ebenfalls aus ihren Positionen verdrängt. Man verfolgt den Zionismus und verbietet das Lernen der hebräischen Sprache. In Kurdistan, wo eine kleine jüdische Gemeinschaft seit jeher auf dem Boden lebt, ist das Leben der Juden herrenloses Gut. Jüdische Landwirte könten Palästina zum Segen gereichen, wenn ihnen der Weg zur Rückkehr nach Zion geöffnet wird. Auch im neuen Persien hat sich das Verhältnis zu den Juden nicht gebessert. Der Zionismus ist verboten. In Afghanistan werden die Juden in furchtbarer Weise verfolgt und müssen wie im Mittelalter einen gelben Fleck auf ihrem Gewand tragen. Wenn es einem dieser Juden gelinge, sich aus der Hölle seines Landes zu retten, und er, von Land zu Land irrend, nach Erez Israel komme, dann werde er von der Polizei gepackt, ins Gefängnis geworfen und zur Ausweisung verti r t e i 11. Der Redner hofft, daß der Zionistenkongreß eine Möglichkeit finden wird, diese Judenheit, die mit allen Fasern ihres Herzens mit Palästina verbunden ist, zu retten. Die sephardisehe und orientalische Judenheit verlangt vom Kongreß eine Alijah im Billige Sonderfahrten natli Polen u.Czernowitz Abfahrten s 8., 15., 25.. 20. 8ept. 10’* Uhr Ostbnhn Rückfahrten : 15. Sept., 21. Okt. (nach An hchen Flierlajin) fl Wien III., Rannweg 1 T«l«phon U 16-4-90 „FRANC0P0L' Ausmaß von mindestens 15% der allge-e meinen Alijah, Kultur und Erziehung, Arj beit und Kolonisation. Ferner beantragt sie dein Kongreß einen A u f r u f a na 11 o Völker d e s lala m, die sich immer durch Toleranz und Menschenliebe ausgezeichnet haben, zu erlassen, damit, sie sich menschlich zu ihren jüdischen Brüdern verhalten. Solange die Völker des Islam diesem Verlangen nicht entsprechen, müßten die Juden vom Völkerbund einen ständigen .Schutz der orientalischen Juden verlangen, damit, sie nicht chauvinistischen Bewegungen zum Opfer fallen. Die Agency soll aufgefordert werden, eine Deputation in die betreffenden Länder Asiens und Afrikas zu schicken, die überall mit den Behörden in Kontakt treten soll. Am S o n n t a g Nachmittag sprach als erster Redner der deutsche Delegierte Dr. Michael T r a. u b. Er befaßte sich mit der Alijah aus Deutschland, die von der gesamten Alijah der letzten zwei Jahro 25%, ausnuiche, und betonte die Wichtigkeit höherer Bereitschaft. Er wies ferner auf die Notwendigkeit hin, eine Reserve an nationalem Kapital zu schaffen und einen Kololiisationsplan für mehrere Jahre aufzustollen. Als Vertreter de« Noar Zioni im Welt verband Allgemeiner Zionisten verlangte Stimm von der Histadruth Toleranz flir die Arbeiterschaft anderer Richtung. Für direkte Verhandlungen mit den Arabern Dr. Mayer Ebner (Neutraler Allgemeiner)) rief als Herzl-Zionist zum Zusani menschluß der Allgemeinen Zionisten beider Gruppen auf und warnte davor, den Misrachi in seiner stillen Opposition zu belassen. Der Arbeiterführer und Vizepräsident des Kongresses, Ing. Salomoa Kaplansky, wandte sich zunächst, an den Misrachi und Rabbi Ilillel Silver, die darüber Klage geführt hatten, daß der Sabbath in Erez Israel nicht, beobachtet werde. Der Sabbath sei für die jüdische Arbeiterklasse ebenso wie für das gesamte jüdische Volk eines der höchsten ethischen und sozialen Güter. Für die Arbeiterklasse bedeutet er außerdem eine große soziale Errungensc ha f t, für die die ganze Weit den Juden dankbar ist. Wenn es heute keine Juden mehr gäbe, so hätte die Welt ihnen als den Schöpfern des Sabbath ein Denkmal ge- Ein Appell Weitxmanns für die Fonds Luzern, 26. August. (2. T. A.) Als M. M. U s s i s c h k i n in der Donner s t a g s i t z u n g des Kongresses seinen Keren-Kajemeth-Bericht beendet hatte, richtete der Präsident de« Kongresses, Doktor W e i z m a n n, den folgenden Appell an die Kongreßdelegierten und die Bewegung: Wir haben einen Herzonssclirei von unserem Führer Ussisohkiri gehört; wir haben eine Klago gehört gegen dio sogenannte S p o. k u 1 a t i o n, die heute im Lande vorhanden ist. Ich brauche wirklich in dieser Umgebung auf die Wichtigkeit dieser Worte nicht hinzuweisen, aber eines ist aus ihnen klar, die einzige Abhilfe gegen diese Klagen und Anklagen ist dio Stärkung d e s K e r u n K a j e m e t h. Wäre heute der Keren Kajemeth im Besitze von Ländereien rings um unsere Städte, so wären viele von diesen Übeln nicht geschehen; ein teilweiser Beweis hiefür ist der Mifraz Haifa. Dasselbe gilt für den Keren Hajeso d. Es genügt nicht, daß wir uns hier auf Darlegungen beschränken. Im kommenlen Jahre muß eine Anstrengung gemacht werden, die würdig ist der Zeit und würdig der Verantwortung für eine Bewegung, die heute mehr als eine Million Mitlieder zählt. Ich wünsche, daß auf dem nächsten Kongreß dem Führer und Vortelicr des Nationalfonds die Befriedigung;egeben werde, daß er otwas 0 p t, im i s t i s e h e r über die Zukunft wird sprehen können, als er es heute getan hat, dasselbe wünsche ich dem Keren Ilajessod, Der Beitrag zum Keren Hajessod soll zu einer S t e u e r werden, und der Jischuw in Erez Israel muß mit dom Beispiel vorangohen. Wir leben dort in einem Lande, dars noch ein Eldorado und nicht von schweren Steuern belastet ist. Daher sollen wir eine Selbstbeste u er ung einführen. Nichts ist heiliger als eine Pflicht, die man sich selber auferlogt. Radioaktivste Therme der Welt 1000 Meter Uber dem Meer lY( tdlA SK jK Aller Komfort Thermalbäder Mäßige Preise lUO Restaurant Ich hoffe, daß das Volk erfüllen wird, was der Kongreß beschließt. Dann worden manche berechtigte Klagen verschwinden. Bo sehr ich mit manchen Dingen nicht ganz einverstanden bin, wünsche ich dem Führer des Nationall'ond-, dorn Hilter vielleicht eines unserer wichtigsten Güter, daß es ihm vergönnt sein möge, am nächsten Kongreß die freudige Nachricht zu bringen, daß unser Landbo.-dtz in großem Maße gewachsen ist. (Beifall.) setzt. Es gebe aber gewisse Momente und Gebiete in der Volkswirtschaft, Unterneh-* mungen von wirtschaftlicher Kontinuität, die dauernd In Betrieb gehalten werden müssen. Wenn man einen Staat baut, müsse man auch mit solchen Unternehmungen rechnen. Gewiß gäbe es solche, die den Inhalt dos sozialen Ruhetages nicht verstehen, aber es gibt niemanden, der dies mehr bedauert als die führende Arbeiterschaft. Dio Mehrheit der Bevölkerung Erez Israels wolle ein national traditionelles Leben führen und die Arbeiter treten mit allen übrigen für die Wahrung dieses Prinzips ein. Warum, fragte der Redner zum Misrachi gewendet, führt ihr nur gegen dio jüdischen Arbeiter Beschwerde und nicht gegen die jüdischen Plantagonbesitzer von Petach Tikwah und Sichron Jacob, d i e auch am Sabbath arbeiten, aber mit arabischen Lohnarbeitern? Zur Frage der Beziehung der Juden Erez Israels zu ihren arabischen N a c h- Bei Grippe, Bronchitis, Mandelentzündung, Lungenspitzenkatarrh sorge man dafür, daß Magen und Darm durch öfteren Gebrauch des natürlichen „Franz-Josef“« Bitterwassers gründlich gereinigt werden. b a r n übergehend, betonte Kaplansky, das Unglück der Juden bestelle in ihrem Mangel an Bodenbesitz und darin, daß sie in der Minderheit sind. Gewiß sei ein bination a l e r Staat in Erez Israel kein zionistisches Endziel Er sei aber eine Tatsache und man könne sich dio Schweiz, in der der Kongreß tagt, in dieser Beziehung als Beispiel nehmen, die ja nicht nur ein binntionaler, sondern sogar ein von drei Nationen bewohnter Staat ist. Die Schweiz bietet das beste Beispiel freier und friedlicher Beziehungen dreier .Völker zueinander. Man müsse die Initiative zu direkten Verhandlungen mit den Arabern zur Erreichung einer klaren Verständigung Uber die Zukunft ergreifen. Es müßten aber internationale Garantien dafür geschaffen werden, daß die hiebei erzielten Vereinbarungen auch eingehalten werden. Wir werden, erklärte Kaplansky, keinen Legislative Council in Erez Israel a k z e p t i e r e n, der auf dem heutigen zahlenmäßigen Verhältnis der B e v ö I k e r u n g steile Erez Israels au (gebaut i s t. Wir werden auch nicht zulassen, daß die Engländer das Zünglein au der Waage zwischen einer jüdischen Minder«