Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 479 (30.8.1935)
- Date
- 1935-08-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Oft STIMM! Sott« 3 Nr. 470 — 30. August 1935 Mim* . xfW STAR. DER NEWVORK7/LV/Vi^ KoO°j&^\ IN PEM / L fl r2^untmeS m, ft/i nffSaSil ßg^SofK^S l^*£uLJufflta£ä tan. 0 h u o den ein i g e n <1 en G e d a nk e n eine« Judenstaates ist unser Kampf nicht zu gewinnen. Die Spaltungserscheinungen innerhalb des Zionismus sind eben auf das Fehlen dieser Idee zurüokzuführen. Indem die Linken das Totalität s prinzip eingeführt haben, haben sie bei Jabotinsky dasselbe Prinzip provoziert. Da es in einer Organisation zwei Totalitäten nicht geben kann, kam es zum Bruch. Später kam es zur Spaltung der Allgemeinen und des Miisraohi, und diese Spaltung wiird auch beidenLinkon platzgreifen, auch wenn jetzt noch Differenzen nach außen nicht sichtbar sind. Wir sind uns fremd; weil uns der einigende Gedanke des Judenstaates fehlt. Beri Katzenelson (Arf>eiterfraktion) sagte, der Vorredner verstehe nicht das Programm und die Position der Arbeiterpartei, die neben den Zukunftsplänen auch eine große Gegenwartsarbeit verrichtet. Zum erstenmal war Palästina in der Lage, verfolgten Juden zu helfen, es ist Tausenden Juden aus Deutschland ein Heim geworden. Hinsichtlich des Legislative jüdische elterni Kauft Schulbücher FUr Eure Kinder Im Antiquariat Hermann Tuchner Wien, II., Ecke Taborstraße 52 Lehrbücher in den richtigen Auflagen für: Volksschulen, Hauptschulen, Mittelschulen und alle Fachschulen Auch ANTIQUARISCH ln größter Auswahl zu sehr mäßigen Preisen. Verzeichnisse kostenlos, spesenfreie Zusendung Überallhin. FÜR AUSKÜNFTE: TEL. R 41-4-20 Council gibt es drei Ansichten: die Allgemeinen Zionisten wären bereit, in den Council einzutreten, falls eine jüdische Majorität da ist. Die Agudah wünscht, daß vorher eine Verständigung zwischen Arabern und Juden erreicht wird, wo dann die Frage des F/intritts in den Council erwogen werden solle. Die Arbelterparteiler aber werden unter den gegenwärtigen Umständen überhaupt nicht ihre Bereitschaft zum Beitritt erklären. Beri Katzenelson entwickelte ein Programm der Politik und der Arbeit und forderte unter anderem eine Konzentration des nationalen Kapitals für die Palästina-Kolonisation in der Form einer großen nationalen Anleihe. Der Redner erklärte sich für eine breite Kolonisation und sagte, die Arbeiterfraktion sei durchaus für gleiche Rechte aller Juden in SchiSffskarten .Palästina günstigen Bedinrungen durch COMPASS TOURS IX. Bezirk, Spitalgasse 3, Tel. B 42-5-38 Einigung mit Misradii zustandegekommen Luzern, 28. August. Die am Montag zwischen der Arbeiterlinken und der Misrachifraktion geführten direkten Verhandlungen betrafen die Einhaltung der Sabbatruhe in den von den j nationalen Fonds unterstützten Betrieben. Die Verhandlungen führten zu einem positiven Ergebnis. Daraufhin hat sich die Fraktion des Misrachi bereit erklärt, an den Arbeiten des Kongresses teilzunehmen. Es wurde ein Mitglied des Misrachi in das Kongreßpräsidium kooptiert und Vertreter des Misrachi wurden in die Kongreßaus- 8 c h Ü s 8 e entsandt. Durch das Zustandekommen dieser Einigung sind die Aussichten auf Bildung einer großen Koalition für die zukünftige Exekutive besser geworden. zsamnam j] I., SCHWEDEN-1 PLATZ | ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Palästina. Das so heftig angegriffene Transfer-Abkommen habe Zehntausendc Juden in die Lage versetzt, ihr Eigentum nach Palästina zu bringen und zugunsten der Entwicklung Palästinas einzusetzen. In diesem Jahre sind wiederum 1600 Arbeiter auf das Land geschickt worden, die Histadruth hat weitere 3000 Arbe;- ter mobilisiert, um sie in die Kolonien zu schicken. Zum Schluß erklärte Katzenclson, daß die Kinder in den Histadruthsohulen keineswegs im Parteißinne erzogen werden. Der Arbeiterpa.rteiler Baruch Zuckerm a n n erklärte, die Legende sei falsch, daß auf der einen Seite die Arbeiterpartei als Klasse, auf der anderen Seite ein Volk stehe. Die Arbeiter sind Volk und auch Niohtarbeiter haben für ihre Delegierten gestimmt. Streiks sind nur in Petaoh Tikwah, wo die Kolonisten zahlreiche arabische Arbeiter angeeiedelt haiben, möglich, nicht aber in Ejn Charod, wo es nur jüdische Arbeiter und keine Klassen mehr gibt. Wer keine Streike will, muß an der Abschaffung der Klassen mitarbeiten. Rev. Goldbloom von der Weltvereinigung beklagte den Mangel eines goldenen Mittelwegs in der Zionistischen Organisation. Es sei nicht recht vom Misrachi, sich der Kongreßarbeit fernzubalten. Rabbi Abba Hillel S i 1 v e r (Cleveland) lehnte jeden Gedanken einer Mitarbeit am Legislative Council ab, forderte aber, daß die Zionisten einen Modus vivendi der Verständigung mit den Arabern ausarbeiten. Ein Legislative Council mit Majorieierungstendenz gegen die Juden wäre eine legislative Sabotage. Rabbi Silver forderte, daß die zionistische Bewegung ein Programm des Unterrichts und der Propaganda in der Diaspora Körperliche und geistige Frische sind die koctbarsleu Güter des Lebens in der Jugend wie insbesondere im Alter Unwahren und mehren Sie diese Schätze durch stümlige, sorgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alle Zwecke der Körperpflege — Einreibungen, Packungen (Umschläge), Mundwasser usw. — ist DIANA- Franzbranntwein mit Menthol. In Jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „Diana“ und nehmen Sie nur „Diana“. Minderwertige Nachahmungen sind energisch znrückzuweisen. durchführe. Die Jugend müsse auf der Basis des ‘Nationalismus und des sozialen Idealismus für den Zionismus gewonnen werden. Insofern verteidige er die Haltung der organisierten Arbeiter in Palästina. Fortsetzung der Generaldebatte In der Sitzung am Sonntag vorm i 11 a g e sprach nach dem Anbeiterparteiler Uri Z a s 1 a w s k i, dem Hechaluzführer D o b k i n, und Revisionist Perlzweig der Führer der Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten Kurt Blume n f e 1 d. Unter großer Spannung dee Kongresses skizzierte er in einstündiger Rede die heutige Situation im Zionismus und untersuchte die Voraussetzungen einer großen Koalition. Ben Gurion, sagte Blumenfcld, verkörpere heute den wahren Allgemeinen Zionismus. Das Wesentliche ist die Aufreahtenhaltung deß zionistischen Pionier-Ideal6. Die Arbeiterschaft allein kann unmöglich auf die Dauer der Forderung nach dem Pionier-Ideal entsprechen, wenn es nicht gleichzeitig das Ideal der gesamten zionistischen Welt ist. Es ißt kein Wunder, wenn hier von einem der Redner der Opposition auf eine Spaltung bei der Linken hingewiesen werden konnte. In unserer Welt, die ständig neue Wertungen schafft, iet es notwendig, daß auch wir uns ständig ändern und anpassen. Im Vergleich zu anderen Völkern haben aber wir keine ausgeprägten Klaßsen. Der Zionist wird in Erez Israel zum Arbeiter. Keine unüberbrückbaren Klüfte trennen uns. In diesem Sinne forderte Blumenfeld eine neutralisierte Histadruth, in der auf der Basis wirklicher Gleichberechtigung die politische und geistige Auseinandersetzung geschehen soll. Nur durch volle Freiheit innerhalb einer Histadruth, in der die Minorität nicht auf gef ressen, sondern geschützt wird, ist deren Rettuug möglich. Die volle Freiheit soll gewährt werden, freilich nur für Zionisten. Das Judentum muß erst zu einem Staatsvolk für don Judenstaat erzogen werden. Die Erziehung muß von einer nationalen Instanz ausgehen und im wahren Sinne Allgemein-zionistisch sein. Blumenfeld entwickelt das Programm zionistischer Propaganda und Arbeit für die Fonds und sagte zum Schluß: Die Forderung nach Einhaltung des Sabbath ißt eines der Hauptprinzipien jüdischer Renaissance, aber Sanktionen müssen ausbleiben. Es gibt heute nur eine Antwort auf die' Judennot: Solidarität im Zionismus. Jaakow Uri-Zaslawski (Arbeiterfraktion): Die Arbeiterschaft werde immer die Menschen der Opposition gerne empfangen, wenn sie als Arbeiter nach Palästina kommen. Die Zionistische Organisation braucht den Frieden um jeden Preis. Niemand. der konstruktiv mitarbeiten will, In Polen und CzernowUz wellende Feriengäste haben günstige Rückfahrtmöglichkeit mit der Gesellschaftsreise des Reisebüros „Irut“ aus Czernowitz nach Wien am 15. September. Anmeldungen und Einzahlungen: Reisebüro „I r u t“, Wien, I., Karlsplatz 1, Telephon U 44-5-79. (In Czernowitz durch das Reisebüro der Bukowinaer Sparkasse, Ringplatz 2.) E dürfe außerhalb bleiben. Dem Misrachi ruft der Redner zu, auch die Arbeiterschaft bedaure es, wenn die Heiligtümer der Nation entweiht werden, und werde dagegen kämpfen, aber der Glaube könne nicht durch Sanktionen, sondern nur durch eine großzügige Aufklärungsarbeit im Geiste Israels in die Herzen gepflanzt werden. J. N a i d i t s e h (Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten) spricht der Exekutive die Anerkennung für ihre Leistungen aus. Selbst wenn sehr viel von den äußeren Bedingungen abhängig war, so ist es doch nicht leicht gewesen, eine so große Alijah zu bewältigen, die englische Regierung zum Übergang von einer kleinen Zahl zu einer weit größeren Zahl von Zertifikaten zu bewegen und für die wirtschaftliche Einordnung der Alijah zu sorgen. Naiditsch überbringt die Bitte der in großer Schon Kinder sollen die Zfihne mit ODOL-Zahnpasta pflegen. ODOL-Zahnpasta erhalt die Zahne schön und gesund Kleine Tube S — 90 Große Tube $ t.40 fi// Not befindlichen sephardischen Juden auf der ganzen Welt nach einer vergrößerten Alijah. Die Heranziehung des gesamten Judentums kann nicht durch Erklärung, sondern nur du r e h Taten erfolgen. Bezüglich des Galuthproblems weist der Redner darauf hin, daß die russischen Zionisten immer für die Verbindung von Gallith und Erez Israel eingetreten sind und fordert, daß die Zionistische Organisation sich wiederum mit den seither vernachlässigten 6 a- 1 u t h f r a g e n befaßt. D o b k i n (Arbeiterfraktion) wirft der Opposition vor, Kritik nur in der Absicht zu betreiben, parteipolitisches Kapital herauszusehlngen. Von den hunderttausend Juden, die in den letzten zwei Jahren erwanderten, kamen 25.000 aus Deutschland, aber auch 75.000 aus anderen Ländern, darunter 40.000 aus Polen. Der Redner erklärt: Das Werk der Hachscharab ißt der einzige Weg, um die jüdische Jugend zur Erfüllung von chaluzischen Aufgaben zu erziehen. Wer seine Hand gegen diese Arbeit aufhebt, und fordert, daß anstatt organisierter Einwanderer nichtorganisierte kommen sollen, der spielt mit dem teuersten, was in der zionistischen Arbeit vorhanden ist. P e r I z w e i g (Allgemeine Zionisten, englische Federation) anerkennt die Leistung der gegenwärtigen Exekutive. Die Zionisten Englands müssen es als einen Akt ^ansehen, der die Wurzeln der zionistischen Bewegung und die Grundlagen der Balfour-Dekleration zerstört, wenn di e britische Regierung an ihrem Vorsatz festhalten sollte, den Legislative Council jetzt in Palästina zu schaffen. Die Zionisten Englands sind fest entschlossen, mit der zionistischen Bewegung der ganzen Welt, diesen Plan den größten Widerstand entgegenzusetzen. Kurt Blumenfeld Kurt Blumenfeld (Einheitsliste Deutschland) fordert eine, nicht nur den Statuten nach entpolitisierte Histadruth, in der alle in voller Freineit und in wirklicher Gleichberechtigung leben können. Ihre Grenze muß diese Freiheit aber in der eindeutigen zionistischen Gesinnung finden. Auch Blumenfeld tritt für ein System der Schiedsgerichtsbarkeit in den Arbeitsverhältnissen ein, aber unter Anteilnahme der höchsten Instanz. Palästina, so führt er weiter aus, war einmal in höherem Grade Erez Israel als heute. Bei früheren Katastrophen hatten die Juden viele Möglichkeiten der Auswanderung, und der kleine Teil, der nach Erez Israel ging, tat dies in freier Wahl und aus innerer Entscheidung. Heute besteht keine solche Wahlmöglichkeit mehr oder nur in ganz geringem Umfang. Daraus ergibt sich die zionistische Aufgabe. Die große Einwanderung, die gegenwärtig nach Palästina kommt, bildet das Objekt einer neuen großen zionistischen Arbeit, die noch nicht gemacht ist. Für Menschen, die gezwungen sind, nach Palästina zu kommen, besteht die Versuchung, auf den Augenblick zu warten, wo sich ihnen in der großen Welt bessere Bedingungen bieten. Ihnen muß man zeigen, daß das kleine Palästina die Wohnung wegen Auslandreise moderr möbl. Schlaf-, Speise- und Mädchenzimmer, Bad, Küche, Telephon für längere Ze t abzugeben Tel, B «7-6-26 (12-19 Uhr)