Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 478 (27.8.1935)
- Date
- 1935-08-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 478 — 27. Äugus! 1935 Ml STIMM! Seite 3 der endgültige Einschluß Palästinas in das britische Imperium wichtige Vorteile mit sich bringen. Aber so groß diese Vorteile auch sein mögen, es wäre sehr gefährlich, eine Änderung des gegenwärtigen politischen Status Palästinas auf Grund des Mandats zu erwägen. Die nächste Exekutive werde versuchen müssen, eine Änderung der Lage herbeizuführen, da dies der bisherigen Exekutive trotz aller Anstrengungen nicht gelang. Es müsse aber jegliche Vorsorge getroffen werden, daß dadurch die politischen und juristischen Grundlagen des jüdischen Nationalheims nicht erschüttert werden, des einzigen realen politischen Besitzes, über den Israel als Volk seit seiner Vertreibung aus seinem Vaterland verfügt. Kein Ausbürgern von Juden Als ein weiteres bedeutsames politisches Problem bezeiclmete Prof. Brodetsky die Frage des Statue der Juden als Volk in Palästina. In diesem Zusammenhang erklärte er: Ebenso wie jüdische Einwanderung nach Palästina keine gewöhnliche Einwanderung von Ausländern in ein fremde« Land iet, sondern die Rückkehr eines Volkes zu «einem alten Erbe, ebenso bedeutet jüdische Bürgerschaft in Palästina keine gewöhnliche Naturalisierung von Ausländern in einem fremden Staat, sondern die persönliche Wiederaufnahme eines Status, der mit der historischen Verknüpfung de« jüdischen Volke« mit Palästina verbunden ist. Darum hab& die Exekutive der Absicht der Regierung, Juden, die mit Gesetz und Ordnung in Palästina in Konllikt geraten waren, auezubürgern, heftigen Widerstand entgegengesetzt. Erfreulicherweise habe die Regierung von den beabsichtigten Ausbürgerungsmaßnahmen abgesehen. Kein Staat könne eine Person ausbürgem, die die Bürgerschaft durch Geburt besitzt. Für die Idee eines Nationalheims sei es wesentlich, daß ein in Palästina naturalisierter Jude diejenigen Rechte erwirbt, die mit dem umfassendsten durch Geburt erworbenen Bürgerrecht verbunden sind. Schififskarten ^Palästina» günstigen Bedingungen durch COMPASS TOURS IX. Bezirk, Spitalgasse 3, Tel. B 42-5-38 Der gesetzgebende Bat Prof. Brodetsky gab einen Überblick über die Versuche, ein Legislative Council für Palästina einzusetzen, und die Abwehr derselben. Nun sei die Frage wieder akut. Der ablehnende Standpunkt der Exekutive gegenüber diesem Plan sei fest und entschlossen. In der politischen Kommission werde darüber berichtet werden, was im einzelnen zur Verhinderung des Legislative Council-Planes geschehen sei. Nicht leichten Herzens, erklärte Prof. Brodetsky, lehnen wir kompromißlos die Politik der Schaffung eines Legislative Council ab. Trotz allerlei Beschwerden gegen die Mandatarmacht und die Palästina- Regierung >vurde in den letzten Jahren während der Amtsdauer des gegenwärtigen High Commissioners und der Leiter des Colonial Office ein wesentlich höheres Maß von Zusammenarbeit, die sich auf einem wesentlich höheren Maß von Verständnis für unsore Arbeit in Palästina aufbaut, erzielt. Unsere Politik der Kooperation mit der Mandatar macht bleibt aufrecht und wird hoffentlich unter allen Eventualitäten unorschüttert bleiben. Gesetzgebende Körperschaften bestehen, um die Zusammenarbeit der Einwohner mit der Regierung zu ermöglichen und die Interessen des Landes zu fördern. Die Interessen Palästinas aber würden durch ein Legislative Council nicht gefördert werdon. Die Araber haben immer wieder erklärt, daß sie ein Legislativ Council benutzen würden, um der Errichtung des Jüdischen Nationalheims Widerstand zu leisten und Balfour-Deklaration und Mandat unwirksam zu machen. Wo gäbe es in der Welt ein Land, in dem eine gesetzgebende Körperschaft gebildet wird, de Die Zusammensetzung des Kongresses Nach der Prüfung der Mandate durch das Kongreßgericht sind zur Teilnahme am XIX. Zionistenkongreß 466 gewählte Delegierte berechtigt, die sich folgendermaßen auf die einzelnen Länder und Parteien verteilen: Palästina 90, davon 61 arbeitendes Erez Israel, 2 yemenitische Arbeiter, 2 Misrachi, 9 Hapoel Hamisrachi, 1 Misrachi Hawatik, 5 Allgemeine Zionisten (Weltverband), 3 Yemenitenverband, 6 Allgemeine Zionisten (Weltvereinigung), 1 Judenstaatspartei; Polen 87, davon 51 arbeitendes Erez Israel, 16 Misrachi, 2 Weltverband, 16 Weltvereinigung, 2 Judenstaatspartei; Amerika 57, davon 26 arbeitendes Erez Israel, 20 Allgemeine (unabhängig), 11 Misrachi; Ost-Galizien 45, davon 18 arbeitendes Erez Israel, 18 Weltverband, 1 Weltvereinigung, 2 Judenstaatspartei; West-Galizien 18, davon 5 arbeitendes Erez Israel, 3 Misrachi, 10 Weltverband; Litauen 17, davon 10 , arbeitendes Erez Israel, 2 Misrachi, 2 Weltverband, 1 Weltvereinigung, 2 Judenstaatspartei; England 12, davon 2 arbeitendes Erez Israel, 3 Misrachi, 7 Weltvereinigung; T s c h e c h o s 1 o w a k e i 11, davon 5 arbeitendes Erez Israel, 3 Misrachi, 3 Weltvereinigung; Österreich 7. davon 2 arbeitendes Erez Israel, 1 Misrachi, 3 Weltverband, I Weltvereinigung; Bessarabien 6, davon 5 arbeitendes Erez Israel, 1 Welt Vereinigung; Kanada 5, davon 2 arbeitendes Erez Israel, 1 Misrachi, 2 Weltvereinigung; Rumänien 5, davon 2 arbeitendes Erez Israel, 1 Weltvereinigung, 2 Zentristen; Bukowina 4, davon 1 arbeitendes Erez Israel, 1 Misrachi, 2 Allgemeine (unabhängig); Argentinien 3, davon 1 arbeitendes Erez Israel, 2 Weltverband; Ungarn 3, davon je 1 arbeitendes Erez Israel, Misrachi und Weltverband; Belgien 2 (1 Arb., 1 Allg.); Brasilien 2 (1 Arb., 1 Weltvereinigung); Bulgarien 2 (1 Arb., 1 Weltverband); Frankreich 2 (1 Arb., 1 Weltvereinigung); Griechenland 2 (1 Misrachi, 1 Weitvereinigung); Holland 2 (1 Arb., 1 Allg. [unabhängige]); Chile 1 Arb.; Estland 1 Arb.; Luxemburg 1 Weltvereinigung; Schweiz 1 Misrachi gemeinsam mit Allg.; Ferner wurden auf Grund von E i nheitslisten gewählt: ln Deutschland 34, Südafrika 9, Lettland 7, Transsylvanien 6, Jugoslawien 5, Ägypten, Danzig, Finnland, Ostfrankreicb, Italien, Wahlgruppe Dänemark usw., Wahlgruppe Marokko usw. und Wahigrupe Spanien usw. je 1 Delegierter. Dazu kommen noch von der Weltw a h 11 i 81 e 3 Misrachi, 3 Ichud (Arb. Erez Israel), 3 Judenstaatspartei, 2 Weltvereinigung. Die Zahl der Schekelzahler hat sich von 839.291 in der vorigen Kongreßperiode auf 1,216.030 erhöht. In den 24 Wahlgebieten, in denen gewählt worden ist, wurden 632.446 gültige Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung betrug 66% Prozent. m LACHENDE A ab HEUTE SCHWEDEN- Telephon A 49-0-60 GEN INO ren Mehrheit mit der eingestandenen Absicht kommt, eben die Verfassung zu untergraben, die die Grundlage der Regierung des Landes und der gesetzgebenden Körperschaft selbst darstellt? Ein Legislative Council im gegenwärtigen Stadium würde die Gefährdung der weiteren Entwicklung Palästinas und für die palästinensische Judenheit einen Minderheitenstatus bedeuten, der mit dem Begriff des Jüdischen Nationalheimes völlig unvereinbar ist. Die Juden sind jederzeit bereit, zusammen mit der Regierung und den Arabern sorgfältig alles zu. erwägen, was eine j tidisch - arabische Kooperation herbeiführen könnte. Niemand würde Bich mehr freuen als sie, wenn sich hieraus ein gewisses Maß an Selbstverwaltung ergeben würde. Die Juden sind Anhänger demokratischer Einrichtungen für ihre Nachbarn sowohl als für eich selbst. Aber es bedeutet nicht Demokratie, eine feindselige'Mehrheit über sie zu setzen und das Jüdische Nationalheim, ohne das es für die Juden als Volk keine Zukunft gibt, zu gefährden. Unsere Araberpolitik bleibt dieselbe wie bisher, nämlich Palästina zum Vorteil von Juden und Arabern zu entwickeln,, vorausgesetzt, daß die notwendigen Grundlagen für die Errichtung des Jüdischen Nationalheimes vollständig gesichert sind. Allgemeiner politischer Ausblick Der nächste Kongreß soll ein Zwei-Millionen-Schekel-Kongreß sein. Der Referent hob die s t r a t e g i s c h e und politische Bedeutung Palästinas hervor,, die sich aus seiner Lage zwischen drei Kontingenten ergibt. Er erklärte, daß die Verbindung mit Großbritannien die Grundlage der zionistischen Arbeit ist und bleiben wird. Dies bedeute jedoch nicht jederzeitige Annahme der von der Mandatarmacht diktierten Politik. Man könne aber sehr wohl der Politik Englands in einom besonderen Punkt Widerstand leisten und dann die Zusammenarbeit wieder aufnehmen. Nach dem 1980 geführten großen Kampf habe man in England mehr Freunde, mohr Verständnis für unsere Ziele und Bedürfnisse gefunden als vor der Krise. Das englische Volk erwarte nicht willenlose Unterwerfung, es respektiere und bewundere entschlossenes Festhalten an Grundrechten, verbunden mit einem Gefühl für Würde, Gleichgewicht und Proportion. Die Revisionisten In bezug auf die innerjüdischen Verhältnisse erklärte Prof. Brodetsky, es sei unverständlich, daß £ schwerster Krise im jüdische beispielloser Möglichkeiten in so verhängnisvolle Zerrissen! der Judenheit herrscht. Noch i_ Zionismus jüdische Gegner, cm* weitem der stärkste Machtfaktheit und die einzige aufbatierw=: nationalem Maßstab ist. Sei des Zionismus und des JischuL fährliche Uneinigkeit. Im bes misicrle Brodetsky gegen die Einberufung des ses in Wien. Die Existenz zweier rivalisierscher Organisationen, zweier Kongresse sei u n m ö g 1 i c nicht, die Loslösung der Rex; der Zionistischen Organisation Positive Schritte s & um den politischen Schaden zionistischen Sache zugefügt gutzumachen. Ein solcher Sc-I Kongreß selbst, der größte, gegeben hat. Ein weiterer p müsse erfolgen. Aus diesem eine so innige Kooperation Parteien hervorgehen, daß Exekutive mit einer mächti nen politischen Front rech Ruf zu unerhörter Kraftmüsse von dem Kongreß XX. Kongreß soll ein Zwei kel-Kongreß sein. Durch ein« strengung sollen Millionen sächlicher Mitarbeit herang Dann wird der Kongreß ei im jüdischen Leben einleite x einer Zeit Leben und alästina eine i it innerhalb rxmer hat der :>\vohl er bei x der Judene Kraft von st innerhalb herrcht gen-deren pole- □P^ZO-Kongresg^nder zionietixrivalisierender l=x- Es genüge — xsionisten von zu bedauern, i en n ö t i g, den sie dev liaben, wieder :—* -ritt sei dieser Elieser Kaplan ober Wirtschaft, Alijah, Finanzen und Exekutivmitglied Elieser Kaplan weist darauf hin, wie in der gegenwärtigen Periode der Zerstörung großer jüdischer Gemeinschaften alle Länder den Juden versperrt sind, allein aber Erez Israel für Hunderttausende von Juden zur einzigen Hoffnung geworden ist. Der Jischuw ist im Jahre 1933 um mehr als 40.000, 1934 um mehr als 50.000 gestiegen und dürfte sich in diesem Jahre einem Zuwachs von 70.000 nähern. Mit zirka 350.000 Menschen machen die Juden gegenwärtig 26 bis 27 Prozent der Ge- .samtbevölkerung Palästinas aus. In den letzten Jahren haben Juden auch viele Millionen Pfund in Palästina investiert, 1934 gegen 10 Millionen. Für die Entwicklung von Pflanzungswirtschaften haben die Juden bis jetzt nahe an 9 bis' 10 Millionen palestinensische Pfund angelegt. Die Exekutive schätzt das gegenwärtig in der Industrie angelegte Kapital auf 7 bis 7'i/2 Millionen, den Wertder Produktion auf 7 Millionen und die Zahl der in den Industrieunternehmungen Beschäftigten auf 24.000 bis 25.000. Die Einnahmen der Regierung, die in den Jahren 1927/32 durchschnittlich 2,400.000 Pfund Sterling betrugen, stiegen in den Jahren 1934/35 auf über 5 Millionen. Der Einnahmeüberschuß der Regierung per Ende des gegenwärtigen Rechnungsjahres wird vielleicht 7 Millionen Pfund Sterling betragen gegenüber 1 / Millionen zu Anfang April 1933. Die Regierung selbst anerkennt heute, daß der Einnahmezuwachs die Folge der jüdischen Einwanderung ist. Die letzten Jahre der Massen-Alijah haben die zahlreichen Gefahren deutlich gezeigt, die das Fehlen einer nationalen Gewalt, die den Aufbau regelt, mit sich bringt. Das Wirtschaftsleben entwickelt sieh immer mehr in einseitiger Richtung. Die Alijah strömt fast ausschließlich in die Stadt. Der Prozentsatz der Juden, die in der Landwirtschaft tätig sind, ist in der Periode des Aufschwunges nicht nur nicht gewachsen, sondern wird immer kleiner. Deutlich wird das Verlassen des Dorfes erkennbar, während die Z a h 1 der arabischen Arbeiter wächst. Wir bauen einen hohen Bau, ab lagen sind schmal, ein weitv« mit schwachen Wurzeln. Das Privatkapital, stina strömt und gewiß Gro nachlässig!, viele Bodenfläc=_ die Investition nicht genü der Gewinn nur klein ist, punkt der nationalen Wir serer Zukunft haben geracL tionen einen unschätzbaren ist hier eine Tätigkeit im s len Sinne notwendig. Kaplan erörtert nun die die Regierung Palästinas. Erziehung s- und -*clen es jemals sitiver Schritt ongreß müsse der einzelnen ie kommende än, geschlossen kann* Ein s- Jkonzentrierung;^a,usgehen. Der EEMillionen-Schegewaltige An- -«Juden zu tat- -zogen werden, neue Epoche rsanisation xr seine Grundrzweigter Baum -<3.as nach Paläe-s schafft, vertien, bei denen ^nd sicher oder Tber vom Standchaft und un- =s diese Investi- WVert, und daher “fcaatlich-nationa- Ub'orderungen an -ZXnser Anteil am S a n i t ä t s- In Polen und C weilende Ferl haben günstige R ü c lc f ten mit den Gesellschafter büros „Irut“ aus Czernow am 1. und 15. September. Einzahlungen: Reisebüro Karlsplatz 1, Telephon U nowitz durch das Reisebiirc Sparkasse^ Ringplatz 2.) er nowitz gaste la r t möglichkei- 3 Isen des Reise- :z nach Wien ximeldungen und rut“, Wien, I., -i-5-79. (In Czerder Bukowinaer b u d g e t entspricht wede an den Einkünften der Re zahlenmäßigen Verhältnis schuw im Lande. Auch fl Wirtschaft tut die wenig, so daß die ganze Schultern liegt. Noch gr Beschwerden a u f de in Industrie. Der Import im Jahre 1932 auf 4% Mi 11 ling gestiegen. Bei Entfalt uml mit Hilfe von Schutz Regierung könnte aber (1 Strie im Lande die Hälfte c Imports im Lande crober könnte 75 Prozent des! Konsums an industriellen IE | Während aber in and er ent dustrie von der Regierung i hält, müssen wir mit Bocj [daß die Industrie uicfc: unserem Anteil erung noch dem es jüdischen Jir unsere Land- Regierung sehr Last auf unseren ßer sind unsere <3r e biete der ach Palästina ist onen Pfund Sterng der Industrie ollen seitens der £5 jüdische Induos gegenwärtigen das heißt sie palästinensischen Produkten decken. Ländern die Inaktive Hilfe erauern feststellen, -fc einmal jenes