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Die Stimme · 1935-08-16 · Heft 475 (16.8.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 475 (16.8.1935)
Date
1935-08-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 175 — 16. August 1635 Beraeir.e Sonderrsisen nach und czernoütz ln lahrplanmäßigen Schnellzügen mit Sammelpaß. Hin- \ I In m und Rückfahrt Czernowiiz fc) jIJIV Abfahrt: 18., 25. August, 8. u. 25. September Rückfahrt: 1.. 15, September u. 0. Oktober Anmeldung. Platzbelegung REISEBÜRO dtOspiolz 1, Körntnerstr. 63 1 R^f. c\ Rosenkranz. Tel. U 44-5-79 Inland Die ..Wiener Neuesten Xachrie-hten4' haben aus dem Statistischen Handbuch errechnet, da 13 von den in den Jahren 1924 bis 1033 Eingebürgerten 21.51(5. also ein volles Viertel Juden waren. Ausgebürgert wurden 483 Juden. Das betont nationale Blatt findet in diesen Ziffern ein Sehuldkonto der Wiener marxistischen Rathausmehrheit, der die Einbürgerung der Juden zu 9S'3 Prozent zuzuschreiben sei. Wir können nur linden, daß Österreich in diesen neun Jahren um 21.54G arbeitsame und redliche Menschen zugenommen hat, gegen deren Einbürgerung keine Einwendung vorlag. Wäre ein Bedenken gewesen, so hätte die überwachende Stelle, das gewiß nicht marxistische Bundeskanzleramt, sein Veto gesprochen. Keinem Arier ist durch die Einbürgerung von Juden ein Schaden geschehen. Dagegen sind Einbürgerungen von Personen aus Deutschland und den Sudetengebieten erfolgt, die sich nicht restlos in den österreichischen Staat eingegliedert haben und die sich nicht so bedingungslos für seine Unabhängigkeit einsetzen. Auf dieser Seite wäre eine Revision sehr angezeigt. /eden Sumtaty nach Polen u.Czernowitz mmmammmamBmamamBmmBSBammmwmmmm Abfahrt : 18., 25. August, 1. u. 8. Sept. Rückfahrt: 1., 15. Sapt,, u. 21. Oktober FRAMfflPOl" Wien III., Rennweg 1 „rftAnVVrVJL Telephon U 16-A-90 Verkehrspropaganda Die Wiener „Österreichische Zeitung am Abend", der Beziehungen zu den führenden Stellen na abgesagt werden, beschäftigt sich in einer Besprechung der Fremdenverkehrs- Ziffern mit der staatsfeindlichen nationalsozialistischen Agitation, die zur Folge gehabt hat, daß gewisse Orte in Verruf ge kommen sind. Das Blatt verlangt von den maßgebenden Organen, „Orte, in denen auch nur die geringsten Demonstrationen gegen die österreichische Politik stattgefunden haben, aus der offiziellen Vorkehrspropaganda auszuschließen". Zu diesen Demonstrationen gegen den Staat, die eine Schädigung des Verkehrs und auch des guten Namens Österreichs beabsichtigen, gehört auch das „arische Ge tue". Kein Jude legt besonderes Gewicht darauf, sein Geld in Orte zu tragen, die sich als „arisch“ anpreisen. Trotzdem aber wäre gegen dieses Treiben von staats wegen ein zuschreiten, denn die wirtschaftliche Wir kung ist unverkennbar. Uns sind zum Bei spiel aus der Tschechoslowakei zwei Prospekte zugeschickt worden, die dort zur Folge hatten, daß Reiselustige die Fahrt nach Österreich ganz unterließen. Der eine Prospekt ist aus Friedberg (Steiermark), trägt die gestempelte Aufschrift „Arische Sommerfrische“ und beginnt auf Seite 2 mit der schönen Mitteilung im richtigsten Hakenkreuz-Deutsch: „Die Stadt bietet seinen Gästen...“ Die zweite Schrift nennt sich OK GASTSTÄTTE FÜR JEDERMANN iKärfnerslrafie Nr 61 Besitzer Olfo Kaserer WIENER RAFHAUSKELLER volkstümliche Preise in allen Lokalitäten Wien vor 400 Jahren Allabendlich Original Wiener Musik und Gesang Inhaber Otto Kaserer ..Arische Sommerfrische der Oststeiernmrk" und nungsliste. Diese Werbeschriften Füllen, die Perle; ins Ausland getafen. Wir glauben, daß die enthält eine Woh-! österreichischen Propagtut In Mollen im Ans land von solcher Werbung und ihren Folgen sind, wie erwähnt, I nicht erfreut sein können. Der Arierparagraph in der österreichischen Filmindustrie Unter dem Titel ..Gibt es einen Arierparagraphen in den österreichischen Filmen?“ berichtet die Tel-Aviver Tageszeitung „H a a r e z“ vom 4. August folgendes: Im Zusammenhang mit der Erbitterung in Palästina wegen der Nachrichten über einen Boykott der jüdischen Künstler in der Österreich ischenFilmindustrie wandte sich die palästinensischösterreichischc Handelskammer in einem besonderen Memorandum an die Handelskammer in Wien. Die palästinensische Handelskammer erhielt jetzt folgende Antwort: Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie, Wien. Wien, I„ Stubenring 8—10. An die Österr.-Palästinensisehe Handelskammer T e 1 -A v i v. Betrifft: österreichische Filme. Wir bestätigen hiemit den Erhalt Ihres gesch. Schreibens vom 1. Juli ds. J. und geben unserem Erstaunen darüber Ausdruck, daß in Palästina die Meinung vorherrscht, daß die österreichische Filmindustrie die Juden boykottiere. Die österreichische Filmindustrie kennt gleich jeder anderen österreichischen Industrie keinen Arierpara g r a p h e n und ist den jüdischen Künstlern, den technisch-künstlerischen Kräften, Musikern, Hilfsregisseuren und anderen mehr die Möglichkeit der Mitwirkung an der österreichischen Fiimproduktion gegeben. Die Tatsache allein, daß die österreichischen Filmerzeuger, mit ganz wenigen Ausnahmen, Juden sind, bestätigt diese unsere Behauptung. Die österreichische Regierung, deren Stellungnahme im Verhältnis zur Regierung Deutschlands genügend bekannt ist, würde keineswegs eine Boykottierung von Juden dulden und selbstverständlich schon gar nicht eine solche unterstützen. Ferner machen wir auf die Tatsache aufmerksam, daß allen österreichischen Filmen, welche in den letzten zwei Jahren nach Palästina geschickt wurden, soweit es uns bekannt ist, außer den Begleitzertifikaten auch Bestätigungen des Zionistischen Landeskomitees beigeschlossen waren, daß an der Herstellung der Filme jüdische Kräfte beteiligt waren. Die Bekämpfung der österreichischen Filmproduktion scheint uns daher unbegründet und bitten wir, das Publikum dahingehend aufzuklären. Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie, Filmabteilung (Stampiglie), 17. Jui 1935. Hiezu schreibt der „Haare z“: „Wir möchten gerne glauben, daß das Verhältnis der österreichischen Filmindustrie gegenüber den Juden wirklich dem obigen Schreiben entspricht. Allein es ist erstaunlich, daß die Wiener Handelskammer dasgewahrt werdon Übereinkommen bezüglich des Arierpara graphen, das nach den Pressemeldungen zwischen den Erzeugern der österreichischen Filmindustrie und denen Deutschlands getroffen wurde, überhaupt nicht erwähnt. Wir glauben, daß die obige Erklärung der Handelskammer hier einer Ergänzung bedarf. Sicher wird die palästinensisch-öster reiehischc Handelskammer der Sache weiter nachgehen, um, soweit es von ihr abhängi, ist, vollständige Klärung zu bringen. Der Jischuw Palästinas und die Weltjudenheit sind keineswegs darauf aus, neue Anzeichen des Boykotts zu suchen, allein es ist unser Recht und unsere Pflicht, die ganze Wahrheit zu erfahren.“ •-H Leider muß trotz dieser authentischen Erklärung der Wiener Handelskammer doch auf die Tatsache des bestehenden Abkommens zwischen österreichischen und deutschen Filmproduzenten mit allem Nachdruck hingewiesen werden. Auf Grund dieses beschämenden Übereinkommens sind die österreichischen Filmproduzenten bei der Herstellungihrer Filme in bezug auf die künstlerische und technische Zusammensetzung der Mitwirkenden zur Gänze den Anordnungen des Propagandamin isteriums in Berlin ausgeliefert, mit anderen Worten: sie sind dem Arierparagraphen unterworfen, da sonst ihre Filmerzeugnisse in Deutschland nicht laufen dürfen. Es ergibt sich daher der Tatbestand, daß in Wien unter offener Duldung nicht nur der Wiener Handelskammer, sondern auch der offiziellen Filmübervvachungsstelle des Kultusministeriums, „österreichische“ Filme hergestellt werden, die, um ins Deutschlandkontingent eingereiht zu werden, auf strengste Durchführung des Arierparagraphen achten müssen. Solche in Wien hergestellte Filme, die auch in Deutschland laufen dürfen — es ist die Mehrzahl der in Wien gedrehten Filme — nehmen den Weg in das weite Ausland nur unter der falschen Marke des Herstellungsortes, als sogenannte „österreichische Filme“. Wir haben auf diese Verhältnisse auf dem Wiener Filmmarkt längst hingewiesen, und auch festgestellt, daß dies mit der in der Verfassung gewährleisteten Gleichberechtigung der jüdi sehen Bevölkerung in kras sestem Widerspruch steht, ohne daß uns von irgend einer offiziellen Stelle und sei cs selbst von der Wiener Handelskammer, eine gegenteilige Erklärung übermittelt worden wäre. Der Brief der Wiener Handelskammer verschweigt diese Sachlage die nicht nur in jüdischen, sondern auch in nichtjüdischen Kreisen zu scharfen Kritiken Anlaß gegeben hat. Es ist kein Dementi, sondern eine Wiederholung inhaltsloser Redensarten, die die Wiener Handelskammer vornimmt. Das Übel muß an der Herzimd FrayenTieilbad iur9cn.>i,.i Mineral-, Moor- und natürliche Kohlen srture-SprwIo.lbflilei. Zaitgcrnäde Pen* sionspielse. AusUünlteu. Prospekte h. rP ,’urdlrektion <>. o. d. Generalvertretung, i-Jlen, 1., Koiilmark 8, Tel. U-25-UU. eu: Moorpackungen, Moorkompressen ui all. Atiotliekp.il erhiill1. / Ah In. Mai täglich direkter Triebwngenverkehr ab Wieii-Anpangliahni Auf allen HIH'kfnhrten iiO'",, KrmMI’ig. Touristen dürfen in Palästina vorübergehend beschäftigt sein Wien, 14. August. Das österreichische Wanderungsamt teilt mit: „Personen, dIo sieh auf Grund eines von der zuständigen britischen Vertreluiigsbehörde erteilten Einreiscsichlvcrinerks als Rcisendo (Touristen) nach Palästina begeben, können nunmehr während der Dauer des ihnen gesetzlich gestatteten Aufenthaltes in Palästina vorübergehend beschäftigt werden. Reisende, wolcho wünschen, für eine vorübergehende Zeit während ihres gesotzlieh gestatteten Aufenthaltes in Palästina eine Beschäftigung anzunehmeu, haben ihren künftigen Arbeitgeber zu veranlassen, ein Gesuch um Erteilung der Beschäftigungsbewilligun.g für sie bei dem Assistant Comissioner für Einwanderung jenes Distrikts einzubringen, in welchem der Arbeitgeber seinen ständigen Wohnsitz hat. Schauspieler, Musiker und andere Personen, für deren Beschäftigung in Palästina bisher noch keine bestimmten Vorschriften erlassen sind, benötigen koine besondere Bewilligung, wenn sie während ihres vorüborgehendon Aufenthalte in Palästina ein kurzfristiges Engagement aainohmen.“ II orth. "IIP3 II Erzsebet-Park (Amerika, Kanada Villen). In der nächsten Nähe vom Plattensee bei der Station. Sehr schöne Zimmer mit Blick dllf den See. Eigener Park. Erstklassige Küche, exakte Bedienung. Vor- und Nachsaison 5 Pengö. Hauptsaison von 6 Pengö aufwärts. Wurzel gefaßt werdon und die Unabhängig keit Österreichs muß auch von innen her Palästinapässe für jüdische Staatenlose? Saloniki, 13. August. Auf der Durchreise nach Luzern hat sich der Delegierte der Juden Griechenlands im Council der Jewish Agency, M. Widder, in Saloniki aufgehalten. In einem Gespräch mit dem JTA-Vertrotor tollte er mit, daß er der Agency-Tagung vier Anträge zu verschiedenen Problemen des Palästina-Aufbaus vorlegen werde. In einem dieser Anträge werden Schritte gefordert, um dio Zuteilung von .? a 1 ätina. pässen an alle jüdischen Staatenlosen durchzusetzen. Ein weiterer Antrag betrifft die Überfuhr u n g aller jüdischen Waisenhäuser nach Palästina. In einem dritten Antrag wird vorgeschlagen, die Zahl der illegalen Einwanderer dadurch herabzudrücken, daß jedem qualifizierten Arbeiter zunächst eine einjährige Aufenthaltserlaubnis gegeben wird. Hat sich der betreffende Arbeiter in Es&bgaeit besähtf, so soll er das Recht zu dauernder Niederlassung orhalten. Der vierte Antrag schließlich soll eine Steigerung der Einnahmen des Jüdischen Nationalfonds dadurch bewirken, daß bei Bodentransaktionen in Palästina zwischen in. Palästina ansässigen Juden eine 10% i g o U insatzstouer für den KKL. erhoben wird. Weitor schlägt der Delegierte Widder eine 5%ige Lohnsteuer in Palästina zugunsten des KKL„ eino y3 %igc Umsatzsteuer für landwirtschaftliche Produkte und eine l%ige für kommerzielle und industrielle Transaktionen vor. STROHWITWER! Ausgezeichnetes Mittag-Menü S 1*80 u. 2*50 RESTAURANT Tel. A 46*4-39 BARSCHAK IL, .Große Schiffgasee 3, nächst Salztqrbrücke Turanischer Nationalsozialismus Wie uns aus Budapest berichtet wird, ißt dort dieser Tage eine neuartige nationalsozialistische Partei gebildet worden. Sie nennt sich „Partei der Nationalsozialisten Ungarns“ und ist sowohl von der Partoi M e s k o s alß auch von der Partei des Grafen Festetics unabhängig. Die neue Partei wird auf rassischen Grundsätzen aufgebaut werden und wird bestrebt sein, dio nationalsozialistischen Ideen auf ungarischer rassischer Grundlage zu verwirklichen. Mitglied der Partei kann nur ßein, wer mindestens zwoi rassenroine ungarische Aszendenten aufzuweisen vermag. Mütterlicherseits ist rassenreino Abstammung nicht obligatorisch, Mutter und Großmutter können auch fremder Abstammung, also deutscher, slawischer, lateinischer sein, dio jüdische Abstammung ist jedoch nicht zulässig. Deutsche oder slawisoho Familionnameri sind von vornherein verdächtig. Träger derselben, dio um dio Aufnahme in die Partei ansuchcn, müssen sich vorerst einer Namenanalyse unterziehen und werden zurUekgewiesen, wenn dio Analyse ungünstig ausfällt. An der Spitzo der neuen Partei steht vorläufig ein Siobener-Vollzugsaussehuß, dessen Vorsitzender Johann Paszti ist. Anläßlich der jüngsten Rcichstagswahlon sind auf dio Kandidaten national,sozalistischor Parteien 80.000 Stimmen entfallen. Dio Partei will vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet kämpfen und ihre Mitglieder müssen das Gelöbnis leisten, ihre gesamten Einkäufe bei raesenreinen Händlern den zu besorgen. und Gewerbotreibon- Solt tausend Jahren schon wird der Mvrrhe- Extrakt der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches besonders wirksam erwiesen hat, verwendet. O d o 1 ■ Mundwasser enthält neben dem Odol-Antiseptikum den Myrrhe-Extrakt,

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