Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 475 (16.8.1935)
- Date
- 1935-08-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Frei« dieser Nummer 20 g V. b. b. Nr. 475 JÜDISCHE ZEITUNG Mrs fk ..mi«« fm« fl Redaktion und Administration; Wien, f,, Marc-Aurel-Straße 6. ▼V B6II9 40» AUgUeI I Tel.: U 22-3-91. .TedaktionsschluB Montag und Mittwoch vorm. ZÜ DEN HOHEN FEIERTAGEN NACH AMERIKA empfehlen wir unsere Expreßdampfer mit vorzüglicher KOSCHERKÜCHE. SIS „AQUITANIA“ 18, September, S/S „MAJESTICU 25, September. Zum Laubhüttenfest: S/S „BERENGARIA* 2. Oktober. Nähere Information erteilt die: Repräsentanz der CUNARDWH1TE STAR LTD., Wien, /., Kärntnerring 4, Tel.: U 42-0-43, U 46-0-48 (17. Aw 5695) [ 8. Jahrgang Pflicht des Kongresses „Jüdische Rundschau“ erscheint wieder Berlin, 13. August, (Z. T. A.) Das Ansuchen zionistischer Führer bei den Behörden, das Ende Juli gegen die „Jüdische Rundschau“ ausgesprochene Erscheinungsverbot für drei Monate im Hinblick auf die Notwendigkeit der Berichterstattung über den Zionistenkongreß abzukürzen, war von Erfolg begleitet; die „Jüdische Rundschau“ erhielt die Erlaubnis, wieder zu erscheinen. Die nationalsozialistische Presse fordert, daß im Zusammenhang mit der demnächst vorzunehmenden bürgerlichen Entrechtung der Juden sämtliche jüdische Zeitungen verboten werden. „Israelitisches Familienblatt“ und „Der Morgen“ verboten Berlin, 14. August. (Z. T. A.) Die Behörden haben heute das Verbot des Erscheinens des „Israelitischen Familienblattes“ und der im Philo-Verlag erscheinenden, dem Zentral-Verein nahestehenden jüdisch-wissenschaftlichen Monatsschrift „Der Morgen“ ausgesprochen. Eine Begründung dieser Verbote wird nicht gegeben. Bekanntlich ist das Organ des Central-Vereines, die „C.-V.-Zeitung“, seit mehreren Wochen verboten. Das „Isr. Familienblatt“, das keiner Partei nahesteht und allgemein-jüdische Tendenz hat, ist eine der verbreitetsten deutschjüdischen Zeitungen. Es wurde seit Hitlers Machtantritt bereits mehrmals verboten. Unter Hinweis auf das Wiedererscheinen der „Jüd. Rundschau“ fordert die nationalsozialistische Presse, daß den jüdischen Zeitungen verboten werde, antijüdische Gesetze der Regierung zu kommentieren. Zusammenbruch der „Numerus-valachicus“-Propaganda in Rumänien Die Zeitung ..Frontal romanese“, las offizielle Organ der von dem früheren Ministerpräsidenten Dr. Alexander Vaida Voc-vod geführten Bewegung zur Einführung des sogenannten „Numerus valaehieus“, der sich gegen alle nationalen Minderheiten in Rumänien, insbesondere aber gegen die J u d o n richten soll, hat d a s E r s e li e i - n e n e i u g e s t, e 11 t, ln politischen Kreisen wird dies mit den Bemühungen um die Wiedervereinigung der abgespaltenen Yaida- Gruppe mit der dem demokratischen Programm treu gebliebenen nationalzaranistischen Mutterpartei in Zusammenhang gebracht. Von anderer gut informierter Seite wird erklärt, daß Teile der Vaida-Gruppe sich der durch die Vereinigung der cuzistischen Liga mit der nationalen Agrarpartei des ehemaligen Innenministers Goga neu gebildetim national-christlichen Partei anschließen wollen. Es gilt als gewiß, daß Vaida Voovod selbst für einige Zeit von der politischen Bühne abtreten wird. N Für unser© Leser nur: eudegger Fahrschulen Wien, VIII., Neudeggerg. 18 Tel. B 46 5-72 und Inxendort (Nieder-Österreich) , Prüfungserleichterung durch :.!! Laufendes Auto im Lehrsaaf!! Vor kurzem ist an dieser Stelle darauf verwiesen worden, daß die Entwicklung des Abessinienkonfl iktes auch für Palästina eine unheimliche Aktualität geschaffen hat. Tatsächlich mehren «ich auch schon die Nachrichten über gewisse englische Vorbereitungen im Nahen Osten. Nach Meldungen aus Jerusalem hat das Foreign Office die Oberkommissare von Palästina und Ägypten und die Premiers von Irak und dem Königreich Ibn Saude zu einer Konferenz cingc- Jaclen, auf der die militärischen Fragen, die ein italienisch-abessiuischcr Krieg aufwerfen würde, beraten werden sollen. Namentlich ist auch ein neuer Verteidigungsplan für die englischen Besatzungen im Nahen Osten in Vorbereitung. Die Flottenbasis von Malta, welche zu weit von Palästina und Ägypten entfernt ist, soll durch Schaffung von Flottenstützpunkten in Haifa und Akaba ersetzt werden. Auch von Tanger ist in diesem Zusammenhang die Rede. Ferner sollen über eine Änderung der bisherigen Grenzen zwischen Ägypten und Palästina Verhandlungen aufgenommen werden. Es ist schwer anzunehmeu. daß sich diese Verhandlungen und Beratungen, insoweit sie sich auf Palästina beziehen sollen, auch wirklich in diesem Umfang bewegen werden. Palästina ist Mandatsland, nicht eine englische Kolonie. Eine Veränderung des politischen Status ist ohne Zustimmung des Völkerbundes unmöglich. In diesem Zeitpunkt, wo die englisch-italienische Divergenz sieh fast schon zu einem erbitterten Streit ausgewachsen hat, ist aber eine Zustimmung des Völkerbundes ausgeschlossen, denn Italien ist zugegen und es wäre eine fast ironische Fügung, wenn die Mächte, die bislang uninteressiert die englische Mandatspraxis haben schalten und walten lassen, sich jetzt an den Sinn gerade dieses Mandates erinnern und Einspruch gegen militärische Maßnahmen und Revision der Akaba-Grenze erhoben würden. Gemäß den letzten Genfer Beschlüssen ist nun in Paris eine neuerliche Konferenz der drei Mächte, England, Frankreich und Italien, zusammengetreten und versucht, einen Ausweg aus der heillosen Sackgasse zu finden. Es geht um das Prestige und das ist immer eine harte Sache. England zittert um den Weg nach Indien, Italien hat sich festgelegt und kann schwer zurück. An 400.000 Mann stehen im Somaliland und in Erytrea, jeder Tag der Mobilisierung kostet ungeheuerliche Summen und im Hintergrund lauert Berlin. Englische offiziöse Stimmen drohen bereits mit dein englischen Desinteressement an Europa, was den Appetit der Anschluß- und Annexionslüsternen noch verstärken muß. Frankreich will zwischen Eden und Mussolini vermitteln. Wenn dies aber ergebnislos bleibt, dann bereitet sich eine grundlegende Änderung der internationalen Situation vor. Anfangs September soll sich der Yülkerbundrat versammeln und in der Angelegenheit des Ualual-Gemetzels seine Entscheidung fällen. Aber es besteht der Beschluß, die ganze Angelegenheit aufzurollen und der Völkerbund, in dem die drei Mächte schon auf die wegen ihrer Vernachlässigung zornigen kleineren Staaten hören müssen, wird wieder eine schwere Probe auf seine Bruchfestigkeit durchzumachen haben. Spricht er sich gegen den Krieg aus — was er ja. unbedingt muß — dann tritt Italien aus und die Genfer Tribüne lallt, in sich zusammen und die Friedensarbeit von fast 20 Jahren wird von dem abessinisohen Regen fortgeschwemmt. Ist. die Lokalisierung möglich? Schon warnen alle Führer der weißen Rasse in den Orientländern vor den Stimmungen der ..Farbigen". Eine Einigung dieser Völker zum Zwecke eines großen Krieges gegen Europa scheint zwar unmöglich, denn es besteht keine konkrete Organisation, die sich nicht über Nacht, aufstellen läßt. Aber Aufstände und Rebellionen mit kommunistischem Einschlag sind mit Sicherheit zu erwarten und das Berliner Geld und Berliner Aufmachung samt Weltanschauung und Blubo-Mystik würden mitwirken, um das Gesetz von der Fortpflanzung des Stoßes allen Mächten und Völkern einzuprägen. Diese Situation trifft auch uns. Da« jüdische Land liegt in nächster Nähe des Gebietes, um das sich die Angelegenheit zunächst. dreht. Wir sind nicht im Völkerbund und wir können daher nicht mit der ganzen politischen Kraft unser Recht verteidigen. Wir können nur erklären, daß die jüdische nationale Heimstätte nicht z.u einem Kriegsschauplatz gemacht werden darf. Aber der kommende Kongreß muß dies in der deutlichsten Weise aussprechen und er muß die Aufnahme des -jüdischen Volkes in den Völkerbund fordern. Einstweilen besteht noch dieses Forum und man ersieht aus den Pariser Berichten, daß alle Beteiligten ihre übergroße Verantwortung erkannt haben. Wir hoffen, daß der Frieden erhalten bleibt, aber wir müssen alles in Bewegung setzen, um unsere territoriale und nationale Freiheit zu sichern und das Recht der Selbstbestimmung in ihrem tiefsten politischen Sinn zu erhalten. Es ist die Pflicht des Kongresses, die jüdischen Ansprüche zu proklamieren und alle Juden der ganzen Welt aufzurufen. Die Zionisten Kongreß-Polens nehmen an den Sejmwahlen nicht teil Vom Zentralkomitee der Zionistischen Organisation Kongreßpolens wird der JTA mitgeteilt. daß beschlossen wurde, sich an den bevorstehenden Wahlen zum polnischen Sejm nicht zu beteiligen, da die Wahlordnung die Schaffung einer unabhängigen jüdischen Vertretung im polnischen Parlament unmöglich macht. Weltkonferenz der Misrachi in Krakau Am 11. August wurde im großen Saal des Kino „Atlantic“ in K r a kau die Weltkonferenz des Misrachi eröffnet. Am Tisch des Präsidiums nahmen Rabbi Meir Lewin, Rai bi Fishman, H. Farbstein, Rabbi Amid, Rabbi Gold, Rabbi Neufeld,, Genachowski u. a. m. Platz. Als Vertreter der Regierung erschienen Woiwodechafttsrat Smuz und Ivulikoski. Im Zusammenhang mit der Weltkonferenz wurde in Krakau eine gemeinsame Beratung der Moazath Havasehith der T h o r a W e aw o d a (Lehre und Arbeit)-Bewegung und der Delegierten für die Misrachi-Weltkonferenz und für den Zionistenkongreß eröffnet. Ins Präsidium wurden Rabbiner Neufeld- Warschau, Mosche Sohapiro-Palästina, Doktor B. Gottosdiener-Palästiim und Epstein- Amerika gewählt.. Rabbiner N e u f e 1 d behandelte die Stellung der Jugendbewegung zur Misrachi- Weltkonlerenz und zum XIX. Zionistenkongreß. Blllite Reisen nach Palästina Kostenlose Beratung in allen Reiseangelegenheiten, welche Palästina betreffen, mündlich und telephonisch: Reisebüro „ln die Welt“ IX., Liechteosteinstr. 2, Tel. A 14-504 Parlament von Massachusetts verurteilt Deutschland Boston, 15. August. (Z. T. A.) Das Abgeordnetenhaus von Massachusetts faßte ohne vorhergehende Debatte folgende Resolution: „Da zuverlässig berichtet wird, daß gewisse Bewohner Deutschlands wegen ihres Glaubens und ihrer Nationalität in einem Ausmaß verfolgt werden, das der modernen Zivilisation Abscheu ein flößen muß, beschließt das Haus, daß es an seinem Glauben festhält, daß Freiheit und Gleichheit ohne Rücksicht auf Rasse, Farbe und Glauben für die Aufrechterhaltung jeder modernen Zivilisation unentbehrlich sind.“ Der deutsche Generalkonsul hat gegen diese Resolution heim Staatsgouverneur Curley und beim Sprecher des Hauses formellen Protest eingelegt, in dem er gegen „Einmischung in innere Angelegenheiten Deutschlands“ Einspruch erhebt. Naeh Erhalt des deutschen Protestes gab der Sprecher dem Generalkonsul folgende Erklärung ab: „Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, daß ich eine von Ihrer Interpretation der Resolution abweichende Ansicht habe. Nach meiner Ansicht bedeutet sie in keiner Weise eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ihres Landes. Sie sollte vielmehr lediglich den Ausdruck der Ansichten von Bürgern von Massachusetts über eine Frage bilden, die in der ganzen Welt Interesse erregt hat.“ Häuserverwaltunsen Reparaturkredite Geldbeschaffungen Tel. A 48-9-88 _SENSAL_ R. TAUBMANN WIEN, II., NORDPOLSTRAJSE S/9 Kauf- und Verkaufs- Vermittlungen kulantest