Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1935-08-13 · Heft 474 (13.8.1935) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 474 (13.8.1935)
Date
1935-08-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3053752-3054140-3054229--5234-3060947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Die Probleme des 19. Kongresses Hoch Polen Mills und bequem Unsere nächsten Reisen erfolgen am 11.. 18. und 25. August. Rückfahrten am 1. und 15. September D-Züge. Pullmanwagen um reservierte Platze Reisebüro „IN DIE WELT“ IX., Liech»en$tcinstra8c 2 — Telephon A 14-504 f. Die Wahlen zum XIX. Zionistenkongreß Das Zentralbüro der Zionistischen Exekutive teilt mit: Die offiziellen Ergebnisse der Wahlen liegen bisher aus zehn Landes-Schekel verbänden vor. In drei Ländern: Italien, Jugoslawien und Ungarn wurde je eine Einheitsliste eingebracht und infolgedessen entfiel der Wahlakt. Folgende Delegierte werden diese Länder vertreten: Italien: Herr Augusto Levy; Jugoslawien: drei Vertreter der Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten und zwei Vertreter des Ichud Poale Zion Hitachduth: Ungarn: je ein Vertreter des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten, des Misraohi und des- Arbeitenden Palästina-. In s i eb e n Ländern fanden Wahlen statt: in Amerika,' Kanada, Holland, England, Litauen, Österreich und in der Schweiz. In A m e r i k a entfielen auf die Allgemeinen Zionisten 19.005 Stimmen mit 20 Delegierten, auf Poale Zion Hitachduth 25.149 mit 26 Delegierten, auf den Misrachi 10.698 Stimmen mit 11 Delegierten. Am 5. Juli' fanden in Bulgarien die Wahlen zum XIX. Zionistenkongreß statt. Bis jetzt wurden etwa 1600 Stimmen für den Weltverband der Allgemeinen' Zionisten und etwa 1000 Stimmen für das Arbeitende Palästina gezählt. Es gilt als sicher, daß jede dieser Gruppen je einen Delegierten zum Kongreß entsenden wird. InKanada wurden je zwei Vertreter der Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten und des Ichud Poale Zion Hitachduth mit 2669, beziehungsweise 2572 Stimmen und ein Vertreter des Misrachi mit 654 Stimmen gewählt. In Holland fiel je ein Mandat den Allgemeinen Zionisten und den Poale Zion zu. Die Wahlen in England ergaben 7 Mandate mit 2592 Stimmen für die Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten, 2 Mandate mit 752 Stimmen für die Poale Zion und 3 Mandate mit 1275 Stimmen für den Misrachi. In Litauen erhielt der Weltverband Allgemeiner Zionisten 2- Mandate mit 4633 Stimmen, die Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten 1 Mandat mit 2565 Stimmen, die Poale Zion 10 Mandate mit 25.915 Stimmen, der Misrachi 2 Mandate mit 6400 Stimmen und die Judenstaatspartei 2 Mandate mit 5332 Stimmen. Pension EcKslein - Semmering In Österreich wählten 4227 Wähler 3 Vertreter des .Weltverbandes Allgemeiner Zionisten, 3083 Wähler 2 Vertreter der Poale Zion, je ein weiteres Mandat entfiel auf die Radikalen und die Judenstaatspartei. In der Schweiz wurde der gemeinsame Kandidat des Misrachi und der Allgemeinen Zionisten, Dr. Markus Cohn, mit 483.Stimmen gewählt. . r; Bei den Wahlen, in Griechenland erhielten die Allgemeinen Zionisten (Weltvereinigung) ' mit 1500 Stimmen 1 Mandat (David Florentin), der Misrachi mit 903 Stimmen 1 Mandat (Moses B.enoziglio), der Zeire Misrachi erhielt 416 Stimmen und kein Mandat. Die endgültige Bestätigung der Mandate erfolgt durch das Kongreßgericht, welches zur Prüfung, der Rechtmäßi'gkeit der Wahlen am 14. August in Luzern unter Vorsitz seines Präsidenten, Rechtsanwalt .Gronemann, Zusammentritt. (Schluß.) Die Atmosphäre des Kongresses wird gewitterschwanger sein. Die Arbeiterpartei wird die Majorität haben. Diese Majorität ist aber nicht einheitlich. Die Abstimmung über den Friedenspakt hat bewiesen, daß die radikalen Elemente in der Arbeiterpartei die Oberhand gewonnen haben. Wenn also heute von Ben Gurion beschwichtigende Erklärungen abgegeben werden, so besteht clie Gefahr, daß Ben Gurion ebenso wie durch die Ablehnung des Friedenspaktes neuerlich desavouiert wird. Schwerwiegender aber als die inneren Differenzen der Arbeiterpartei ist ihre Isolierung. Die Arbeiterpartei hat es durch ihre rücksichtslose Parteipolitik dazu gebracht, daß sie sich beute einer entschlossenen und erbitterten Ablehnung aller Gruppen gegenübersieht. Ausgenommen hievon sind Menschen, die unter keiner Bedingung den wahren Stand der Dinge zugeben wollen, Aspiranten auf Stellen in der Exekutive und Beamte. In letzter Zeit dämmert es auch bei diesen Elementen; sie. beten schüchtern das sonst so verlästerte K r a kauer 'Programm des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten nach. Ob es ihnen damit ernst ist, wird sich am Kongreß zeigen. Die Arbeiterpartei hat die Möglichkeit sich ausschließlich dieser Kreise bei der Bildung der Exekutive zu bedienen. Tut sie das aber, dann wird Luzern nichts als eine Kopie von Prag sein, nur mit dem Unterschied, daß dann die Folgen verhäng nisvoller sein könnten. Luzern wird nur dann drohendes Unheil bannen können, wenn auf Grund eines vorher festgelegten Arbeit? Programms eine Koalitionsexekutive gebildet wird, die womöglich alle Gruppen des Kongresses umfaßt. Die zionistische Öffentlichkeit würde in diesem Falle erleichtert aufatmen und da^ würde auch das Ende der von Jabotinsky gegründeten Neuen Zionistischen Organisation beschleunigen. Überall in den Ländern wird der Friede herbei gesehnt. Er wird kommen, wenn die-gemäßigten Führer der Arbeiterpartei die Sturmzeichen in vielen Ländern der Galuth richtig einschätzen- und im eigenen Kreise die radikalen Elemente im Zaum halten können. Die zionistische Öffentlichkeit muß sich aber dessen bewußt sein, daß .ein fauler Friede die größte Gefahr für die Organisation bedeutet. Das gilt in erster Linie für die Verhältnisse bei den allgemeinen Zionisten. Man muß sich einmal darüber klar sein, daß der Allgemeine Zionismus nur dann'eine Macht bedeutet, wenn er endlich — wozu bereits gute Ansätze vorhanden sind — auf hört, ein G a 1 u t b-Z ionismus zu sein und alles dafür tut, um ein Pal ä stina-Zionismus zu werden. Der Allgemeine Zionismus muß seine Jugend in der allgemein-zionistischen Ideologie, in der eigenen Chal uzorganisation, schulen. In Palästina muß die Allgemein-zionistische' Jugend geschlossen angesiedolt werden und ihre eigenen Hilfsinstrumente (Kreditkassen, Arbeitsvermittlung usw.) schaffen. Nur so kann Palästina den Gefahren des Klassen kämpf es entrückt, nur so. kann ein. jüdisches Palästina unter der h lä u-w e i ß e n Fahne geschaffen werden. Nur so kann der Volkszionismus an Stelle des P a r t e i z i o n i 8 m u s geschaffen werden. Der Weltverband der Allgemeinen Zionisten ist auf dem rechten Wege. Er kann daher warten. Er darf sich niemandem in die Arme werfen. rEr kann, soweit es möglich ist, mit allen Gruppen streckenweise kooperieren. Dann wird, sicher der Tag kommen, wo die Versprengten und Irregeleiteten zu ihm zurückfinden werden. Dieser Tag wird den Sieg der zionistischen Weltorganisation bedeuten. Bis dabin muß der.Kampf sachlich und ohne Gehässigkeit geführt werden. Über eines muß Klarheit herrschen: Bei diesem Kongreß entscheidet, nicht die Majorität. Sie kann dem Kongreß beherrschen, nie aber die zionistische Welt. D i eser Kongreß muß das wankende Fundament der Organisation durch die Belebung der Vertrauenskrise untermauern. Wir stehen wenige Tage vor dem Kongreß und die Exekutive hat nichts getan, um den Frieden vorzubereiten. Sie will den Kongreß abkürzen. Das kann ihr nur gelingen, wenn vorher die Reform des Statuts der Orgaüi sation, des Zertifikatensystems, , der Histadruth und die Arbeitsplattform der künftigen Exekutive im Wege von Parteienvereinbarungen beschlossen ist. Wann soll das geschehen? Soll etwa wieder das übliche Spiel getrie ben werden, daß der Kongreß .wochenlang leeres Stroh drischt und daß dann als Er gebnis aller Intrigen alles beim alten bleibt? In dieser Stimmung beginnt der Kongreß, der trotz Jabotipskys Sezession die ein zige international anerkannte TribünedesjüdischenVolkes ist. Wir würden uns freuen, wenn wir mil unserer Prognose Unrecht hätten. Dieser Kongreß kann ein Kongreß der Arbeit und desFriedens, aber auch ein Kongreß der Selbstzerfleischung sein. Sein Schicksal liegt in der Hand der Delegierten. Ihre Ver; antwortung vor dem jüdischen Volk ist ungeheuer groß. Das jüdische Volk blutet aus tausend Wunden. Wir wollen dafür arbeiten, daß der Kongreß ein Kongreß fruchtbarer Arbeit und des Friedens wird und daß er dem jüdischen Volke zum Segen gereichen möge. Die Vertretung der österreichischen Judenschaft in der Jewish Agency Wie gewöhnlich, wird auch heuer die Tagung der Jewish Agen c y nach dem Zionistenkongreß in Luzern stattfmden. Im Sinne der Beschlüsse der zentralen Instanzen war die Exekutive der Jewish Agency bemüht, eine Verstärkung des Councils der Agency durch Ausfüllung verschiedener entstandener Lücken herbeizuführen sowie eine Ausgestaltung dieser Körperschaft in die Wege zu leiten, die eine größere Aktivität derselben verspricht. Nachrichten aus. verschiedenen Ländern zufolge waren diese Bemühungen der Exekutive von gutem Erfolge begleitet. Überaus erfreulich ist das Ergebnis der Delegierungen aus Österreich. Im Aufträge der Exekutive haben die in Betracht kommenden zionistischen Stellen vor etlicher Zeit Verhandlungen über die Entsendung einer Vertretung der niohtzionistischen Palästinafreunde in den Council der Agency aufgenommen. Nunmehr entsendet das zentrale Palästina-Komitee der B’nai B’r i t h-Logen, beziehungsweise das neutrale Komitee des Keren H a j e 8 s o d die folgenden Persönlichkeiten: Als Delegierte Herrn Bernhard Altm a n n und Univ.-Prof. Dr. Ludwig Braun, als deren Stellvertreter Univ.-Prof. Dr. H. E1 i a s, Direktor Ein i 1 Kraus und Kommerzialrat Th. Laßner. Prof. Braun, und Prof. Elias sind nicht nur als Ärzte und Fachgelehrte rühmlichst bekannt, sie nehmen auch als überzeugte und aufrechte Juden, in der jüdischen sozialen Arbeit einen vornehmen Rang ein. Der bekannte Großindustrielle B. Altmann, der übrigens ebenso wie Professor .Elias jüngst erst Palästina besucht hat, genießt als Förderer aller charita.tiven jüdischen Bestrebungen besonderes Ansehen, insbesondere galten bisher seine Interessen der Jugendfürsorge. Ganz das Gleiche gilt vom Kommerzialrat Laßner, der beruflich einem bedeutenden Industrieunternehmen vqrsteht. Direktor Kraus, ein angesehener j Bimse Reisen nach Palästina Kostenlose Beratung in allen Reiseangelegenheiten, welche Palästina betreffen, mündlich und telephonisch: Reisebttro „ln die Weit** IX., Liechtensteinstr. 2, Tel. A 14-504 Bankmann, ist ein guter Kenner Palästinas und seiner Probleme. Die Delegierung der genannten Männer in den Council der Jewish Agency wird sicherlich auf zionistischer wie auf nichtzionistischer Seite mit lebhafter Genug-;ung begrüßt werden. Der Arbeit für das jüdische Aufbauwerk in Palästina eröffnen •ich damit in Österreich neue und gute Perspektiven. Eine Erklärung Dr. Oskar Grünbauim In Nr. 160 der in Lemberg erscheinende!! Zeitung „Der Najer Morgen“ hat ein Herr Mag. David Fraenkel gegen mich den Vorwurf erhoben,' ich hätte die Führer der Poale Zion in Wien denunziert, sie vom-Palästina-Amt binauegeworfen, weil sie Marxisten sind, was in Wien gleichbedeutend mit der Auslieferung ins Konzentrationslager sei. Ich habe daraufhin Herrn Mag. David Fraenkel öffentlich aufgefordert, binnen zwei Wochen öffentlich zu sagen: 1. Wann habe ich einen Poale-Zionisten denunziert, und wie heißt er? 2. Wann habe ich, einen Poale-Zionisten aus dem Palästina- Amt hinausgeworfen, und wie heißt er? 8. Wann habe ich einen Zoale-Zionisten ins Konzentrationslager gebracht, und wie heißt er? Herr Mag. David Fraenkel hat mir nun schriftlich bekanntgegeben, daß er aus gewissen Gründen seine Anschuldigungen öffentlich nicht beweisen wolle, jedoch bereit sei, dies vor dem Kongreßgericht zu tun. Da jedoch keine Gründe vorliegen, die Herrn,, Mag. Fraenkel daran hindern könnten, die Namen jener Personen öffentlich zu nennen, die ich nach seinen öffentlich aufgestellten Behauptungen aus dem Palästina- Amt hinausgeworfen, bei der Polizei denunziert. und dadurch ins Konzentrationslager gebracht habe, so ist es für mich klar, daß. Herr Mag. Fraenkel nicht den Mut hat, für seine Behauptungen einzustehen. ' Ich erkläre ihn daher für einen niedrigen Verleumder und stelle es ihm frei, mich wegen dieses Ausdruckes vor dem Kongreßgericht zu belangen. Gleichzeitig erkläre ich, daß ich alle Beweise, die Herr Mag. Fraenkel gegen mich beim Kongreßgericht Vorbringen sollte, der Öffentlichkeit bekanntgeben werde. Die jüdische Öffentlichkeit soll einmal sehen, wie bei uns öffentliche Meinung gemacht wird und mit welchen Mitteln dies geschieht. Dr. Oskar Grünbaum. . 17. Außust 19.35, 7 Uhr früh. Fahrt hin und zurück S 75’*-. Rückfahrtsmöglichkeiten jeden - Samstag ■ UBFRLAND" L» Bur"rIu£ Tel. a 33-0-33, „UOCHLMni/ A 35-5-45 und Reisebüro „IN DIE WELT» IX., Liecbtensteinstraßo 2 — Telephon A 14-504 In zweieinhalb Tagen nach Palästina. Am 3. September nachts läuft der Riesenluxu&dampfer „Roma“ (33.000 Tonnen) der „Italia“ Schiffahrtsgesellschaft von Neapel aus und trifft in Haifa bereits am 6. September früh ein. Hiemit ist, die kürzeste Verbindung zwischen Europa und Palästina hergestellt. Der in Palästina bereite bestens bekannte Ozeandampfer, der den Reisenden jeden Komfort bietet, ist auf einer Vergnügungsreise begriffen und wird außer den erwähnten Häfen Portsaid (Kairo) und Phalevon (Athen) berühren. Auskünfte: „Italia“-Cosulich, Wien, I., Kärntnerring 6. .-J.-■!.. . 'I .■■■■ 1 —-"■ ---! . I I I r. I. T'. -i—. .- - -i : ..1.1, "■ . —UM V ir kämpfen innerhalb der Zionistischen Weltorganisation für den Judenstaat und gegen den KlassenkampfI

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.