Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 471 (2.8.1935)
- Date
- 1935-08-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 OIE «TIMMS Nr. 471 —' 2. August 1035 Eine Credit- und Sparkassa der Zionistischen Arbeiter in Tel-Aviv*) Streng rituell! T£>3 Pension HERMINE EICHNER BADEN, ROLLETTGASSE NR- 7 Ganzjährig geiffntt. Zentralheizung. Fließendes Warmu. Kaltwasser Telephon Nr. 1032/4 beiräte des Luftkurorten Zinten beschlossen. Juden das Baden jin Waldbad zu verbieten. Die „Preußische Zeitung“ in Königsberg teilt mit. daß die Kurverwaltung des Ostseebades K a h 1 b e r g bekannt gemacht habe, Juden seien in dein Badeort nicht erwünscht. In Dortmund. K ö t h e n - A n h a 11, München-Gladbach, Rheydt und Liebstadt wurden sämtliche städtischen und privaten Bäder den Juden verboten, das gleiche geschah in F r e i b u r g, dessen Oberbürgermeister an den „Völkischen Beobachter“ telegraphierte: ,,D e r Schwarzwald ist kein Knoblauchgarte n.“ Auf dem Kurfürstendamm in Berlin haben Zeitungshändler, die den „Angriff“ und den „Völkischen Beobachter“ vertreten, ziemlich große 0 r i g i n a 1 p h o t o s als eine Art Werbeplakat zur Besichtigung ausgehängt. die folgende Straßenszene aus Ha mburg wiedergeben: Eine 28- bis 30jährige blonde Dame von sympathischem Äußern, deren dezente Kleidung auf eine .Tochter aus gutbürgerlichem Hause schließen läßt, wird von einer SA-Gruppe durch die Straßen von Hamburg geführt. Sie trägt ein großes Schild umgehängt. Es enthält den Text: „Ich bin vom Ort das größte Schwein und laß mich nur mit Juden ein.“ Neben der jungen Dame geht ein Jude, 'dessen Antlitz nicht minder als das der Dame die entsetzliche seelische Qual zum 'Ausdruck bringt. Auch er trägt ein Schild umgehängt. Hier heißt der Sprach: „A1 s Judenjunge nehm’ ich immer arisehe Mädchen mit aufs Zimm e r.“ EHE Sie ln den URLAUB gehen, versorgen Sie sich mit prima ‘■jtZD Dauerwurst und Selchwaren. HftvtlAchor wlen’n<’ Ha,d9a88B 5 nonissner Telephon A 46-4-69 Auch Sonntag von 7 Uhr früh bis 10 Uhr abends offen. .Versand nach Edlen Sommerfrischen. »Haben wir nicht alle einen GottV* in Deutschland verboten• Die Synagoge in Andernach am Rhein 'trug seit ihrem Entstehen — wie viele Synagogen in der ganzen Welt — über ihrem Portal die Inschrift: „Haben wir nicht alle einen Vater? Haben wir nicht alle einen Gott?“ Der Bürgermeister von Andernach forderte mm die jüdische Gemeinde auf, diese Inschrift zu entfernen. Die Hitlerjugend versammelte sich vor der Synagoge und schrie: „Wir haben nicht den gleichen Gott wie die Jude n!“ Die Inschrift mußte entfernt werden. Eine von der jüdischen Gemeinde gegen die Order des Bürgermeisters bei der Regierung erhobene Beschwerde wurde a b gewiesen. Neu renoviertl ölatters -^r-Restaurant Wien, VI., Schmalzhofgasse 12 MflnQ ft S f—, VBO, 1*80, 2’—, 2’50, ft la carte billige PreiBe Altbekannte, gute KUchs. Gute Bedienung. Kein Trinkzwang Friedhof Schändung im Sudeten• gebiet Neben dem Stadtpark in Böhmisch- Lei p a befindet sich ein uralter jüdischer Friedhof mit sehr alten Grabdenkmälern, von denen einzelne gegen 400 Jahre alt sind. Die Anlage steht unter Denkmalschutz. Dort haben in der Nacht vom Samstag zum Sonntag unerkannt gebliebene Täter 13 zum Teil historisch sehr wertvolle Grabdenkmäler umgeworfen und beschädigt. Unter der Überschrift „Streichers Hand reicht über die Grenz e“ führt hiezu „Sozialdemokrat“ aus; „Es ist nicht schwer, von der Handlung auf die geistige Einstellung der Täter Schlüsse zu ziehen. Von einem Bubenstreich wird man nicht gut sprechen können. Vielmehr läßt alles darauf sehließen, daß es sich um eine Art antisemitische V e r h e t z u n g handelt, wie sie in gewissen völkischen Kreisen getrieben wird und wie sie aus dem Dritten Reiche übej: die grenzen schlägt “ Ans Kreisen der Allgemein-Zionisti- Ssehen Arbeiter in Palästina erhalten wir den folgenden Bericht; Seit einigen Jahren geht die Allgemein- Zionistische Jugend von verschiedenen Ländern. insbesondere von Osteuropa, nach Palästina. Diese Jugend gliedert sich dort in der Stadt oder auf dem Lande in der Kwuzah oder einzeln ein. Die Schwierigkeiten, mit denen die Allgemein-Zionistische Jugend zu kämpfen hat, insbesondere die materiellen, sind bekannt. Ein Teil der Allgemein-Zionistischen Jugend mußte sich an Organisationen wenden, die seiner ideologischen Auffassung fremd sind. Dort wurde er nicht gerade freundlich behandelt, vielmehr wurde er nur geduldet. Die Allgemein- Zionistische Jugend wurde durch die ihr zugebilligten Unterstützungen gezwungen, in einer Atmosphäre zu verweilen, die der allgemein-zionistischen Ideologie fremd ist. Aus oben genannten Gründen sind wir zur Überzeugung gelangt, daß wir für die Allgemein-Zionistische Jugend eigene Institutionen schaffen müssen, vor allem aber eine finanzielle Basis, damit wir unseren Kwuzoth und Einzelpersonen beistehen können. Einige Freunde der Allgemein- Zionistischen Jugend gründeten diese Bank und im letzten Jahr traten sie an ihre Arbeit heran, nachdem die Regierung die Erlaubnis zur Gründung gegeben hatte. Fast ohne jede Hilfe von außen, nur aus eigenen Kräften, gelang es den Allgemein- Zioni stk eben Arbeitern, dieser Bank zu ihrer jetzigen Stellung zu verhelfen. 260 Aktionäre haben 330 Aktien erworben, 130 Darlehen im Betrage von 1400 Pfund wurden den Mitgliedern gewährt. Die Aktionäre unserer Bank sind Allgemein-Zionistische Arbeiter von verschiedenen unserer Organisationen. Die Darlehen wurden für verschiedene konstruktive Zwecke gewährt, wie für Ankauf von Arbeitsgeräten, Ausbau der Kwuzoth, als Unterstützung der eingewanderten Verwandten usw, Weiters wurden Darlehen den Kwuzoth *) Credit- und Sparkassa 'der Zionistischen Arbeiter Limited, Tel-Aviv, Aohad-Haane-Straße Nr. 13. Eine Resolution der Völkerbundligen Der Weltverband der Völkerbundligen hat die österreichische Völkerbundliga ersucht, nachstehende Resolution zur Kenntnis der österreichischen Öffentlichkeit zu bringen: „Die XIX Vollversammlung der Völkerbundligen erinnert an den Appell, den Lord Robert Ce eil im Namen des Weltverbandes, betreffend die Lage der Juden in Deutschland, an die Deutsche Völkerbundliga gerichtet hat. Die XIX. Vollversammlung bedauert, daß dieser Appell sowie die betreffend die Lage der Juden gefaßte Resolution der XVII. Vollversammlung nicht den gewünschten Erfolg hatte und daß sich vielmehr die Lage der Juden durch die legislativen und administrativen Maßnahmen der deutschen Regierung bedeutend verschlechtert hat. In Anbetracht dessen, daß die erwähnten Maßnahmen die Juden des Deutschen Reiches von einer gleichen Behandlung vor dem Gesetze ausschließen und sie der ungeschriebenen Menschenrechte berauben, auf denen der Völkerbund und die Zivilisation aufgebaut sind, stellt die XIX. Vollversammlung nochmals fest, daß es im Interesse des Weltfriedens notwendig «ei, daß alle Staaten ihren nationalen Minderheiten zumindest jene Rechte zubilligon, welche in den Minoritätenverträgen festgelegt sind.! zur Verfügung gestellt, um deren Wohngelegenheiten auszubauen: so der Kwuzah „Aohwah“ in Ikaron, K i b u z W i n a i im Emek Sebulun. Zuv Zeit werden wir einigen Leuten ein Darlehen gewähren, die ein Haus in der Umgebung von Tel-Aviv errichten wollen. Unsere Bank konnte sich in Finanzkreisen und bei den Kooperationen von Erez Israel einen guten Namen erwerben. Wir stehen mit einer Reihe von Bankinstituten in Verbindung u. ä. m. An der Spitze unserer Körperschaft stehen die Herren Cliaim Rosenthal, Dr. Jakob Rabinowitz, Cliaim Löwenstein, Morcechai Eldat, Dr. Jakob Freund, Schimon Scgall, Scheftel Mirenburg. Zur Zeit beabsichtigen wir unsere Bank zu vergrößern und dazu bedürfen wir der Hilfe der Allgemeinen Zionisten in Erez Israel und in der Galuth. Wenn die Allgemeinen Zionisten uns die Hilfe zukommen ließen, die sie der Arbeiterbank oder anderen Institutionen, die für die anderen Parteien arbeiten, gewährten, dann könnten wir unsere Bank vergrößern und unseren Aktionsradius erweitern. Unsere Jugend hätte dann größere Entwicklungsmöglichkeiten. Die Allgemeinen Zionisten Palästinas wenden sich an ihre Freunde in der Galuth, dieses ihr Unternehmen zu unterstützen. Die Arbeiterbank hat bei ihrer Gründung vom Keren Hajessod 30.000 Pfund erhalten. Die Allgemein - Zionistische Cred/ifckassa kann aber nicht auf Unterstützung von dieser Seite rechnen. Wir sind fest überzeugt, daß bei einer kleinen Anstrengung in jedem Lande hundert Freunde zu linden sein werden, um die Aktien unserer Bank zu erwerben. Jede Aktie kostet 1 Pfund. Außerdem muß jeder Aktionär bei der Einschreibung 150 Mils (4 österr. Schilling) bezahlen. Der Käufer mehrerer Aktien entrichtet nur eine einmalige Eintrittsgebühr. »i Das Landeskomitee Ist bereit, Zeichnungserklärungen bei Wahrung der Devisenvorschriften entgegenzunehmen. Die XIX. Vollversammlung der. Völkerbundligen fordert daher alle ihre Schwesterligen auf, ihre Regierungen zur Einhaltung dieser wichtigen Minoritätenbestimmungen zu bewegen und die öffentliche Meinung ihrer Länder für die Einhaltung der bürgerlichen und politischen Gleichberechtigung der Juden in Deutschland zu gewinnen, damit einem Zustando ein Ende gemacht werde, der das WeTtgewisson in starkem Maße beunruhigt.“ Die österreichischen Zeitungen haben die Zuschrift der österreichischen Liga bis auf wenige Ausnahmen unberücksichtigt gelassen. „Treilend*^Konferenz in London Die in London unter dem Vorsitz von Chacham Dr. Moses Gaster begonnene Konferenz der „Froiland“-Bewegung (jüdischer Territorialiäten) hat Pläne für jüdische Massensiedlungon in Südamerika, Afrika usw. geprüft, woraufhin beschlossen wurde, Sonderkommissionon für jedes dieser Projekto einzusotzen, die der von der Konferenz gewählten Exekutive Bericht zu erstatten haben werden. Dio „Freiland“-Liga wurde formell konstituiert, zum Ehrenpräsidenten wurde Dr. Gaster gewählt. Ein Beirat wurde eingesetzt, dem auch prominento englische Politiker angehören. Sobald greifbare Pläne vorliegen, wird eine Sonderkonferenz der Organisation einberufen werden. Lebensversicherungs-Gesellschaft Phönix Die 52. ordentliche Generalversammlung] der Gesellschaft wurde am 30. Juli abgclialtcn. Der Versicheniiigvsbestaiid des Phö« nix verteilt sich Ende 1934 auf 888.916 Po« lizzen in 23 Lindern Europas und dos Nahen Orients. Diese Polizzen hinten insgesamt über S 2.943,828.880.— versicherter Summa und S 5,373.664.— jährlicher Rente. Au Prämien wurden im abgelanfenen Jaliro S 152,309.772.51 vereinnahmt; die Erträgnisse der Kapitalanlagen haben S 36,185.280.84 betragen. An Versicherte und deren Hinterbliebene nind S 82,537.425.58 a u e g o z a h 11 worden. An Steuern und Abgaben aller Art wurden S 8,240.922.31 entrichtet, für Zwecke der Arbeitsbeschaffung S 3,014.529.— aufgewendefe und Wohlfahrtszweckon S234.327.—• zugeführt. Die Gewährleiißtungsmittol der* Gesellscliaft wurden du roll Zuweisung von' S 82,563.838.95 auf S 699,026.751.99 erhöht. Der Realitäten besitz des Phönix in 13 Staaten umfaßt Ende 1934 insgesamt 150 Gebäude und einige Baugründe ian Werte von S 103,877.661.06. Die Hypothek a r a n 1 u g e n verteilen eich auf 508 Hypothekardarlehen mit zusammen S 45,098.678.92. Die Darlehen anf eigene Polizzen belaufen sich auf S 65,790.561.40.; Der W ertpapier bestand hat einen Buchwert von S 336,461.949.75, hievon entfallen 91-7% auf festverzinsliche Anlage« werte und 8*3% auf diverse Aktien und Beteiligungen an Versicherungsanstalten in neun europäischen Staaten. In der Gruppen« Versicherung (gemeinsam mit der M e t r op o 1 i t a n Life Insurance Company in New York) sind 45.947 Angestellte und Arbeiter auf Kapitalien von rund 108 Mill. Schilling versichert. In der Generalversammlung wurde die Verteilung einer Dividende von 5% des Aktienkapitals (wie im Vorjahr) mit zusammen S 200.000.— beschlossen; den Kapitalsreserven sind aus dem Überschuß der Jahresreohnung weitere S 350.000.— zugeführt und auf neue Rechnung S 187.147.48 vorgetragen worden. Höhenluft und Höhensonne im Montessori-Sommerheim für 3—15 jährige Kirchberg am Wechsel herrliche Villa; Bad, fließendes Wasser, elektr. Licht, W. C. Erstklassige Kindcrdiiit (rituell.) Eigener _ Nadelwald, Spielwiesen. Ausgezeichnete pädagogische Leitung, Gymnastik, Schwimmunterricht, Schulnachhilfo (Vorbereitung für Aufnahmsprüfungen). Fremdsprachen, Arzt, Apotheke. Schriftliche Anfragen Kirchberg am Wechsel Montessori-Sommerheim August-Nachsaisonpreise Abot Chao Kung und die Protokolle In Nummer 465 der „Stimme“ vom, 12. Juli brachten wir einen Brief des Täuflings Trebitsch- Lincoln, der be« kanntlioh unter dem Namen Chao Kling als buddhistischer Mönch in China lebt, In diesem Briefe hat Trebitsch-Lincoln bestritten, dem nationalsozialistischen Sachverständigen Fleischhauer gegenüber die Echtheit der „Protokolle der Weisen von Zion“ zugegeben zu habon. Wir werden nun darauf aufmerksam ge« macht, daß Fleischhauer sich nicht auf Trebitsch-Lincoln, sondern auf den Täufling A r t u r T r o b i t s c li berufen hat, der, wie bekannt, geistesgestört war, und im: Jaliro 1928 gestorben ist. Eine Biographie des Artur Trobtiseh, der ein wütender Judonhassor war, befindet sich in dem Buchet von Theodor Leasing „Der jüdische Selbsthaß“. Billige Sonderfahrten nach Polen und Czernowitz. Abfahrten: Sonntag, den 4., 11., 18. und 25. August, 1935; Rückfahrten am 1. mul 15. September 1935. Nach Zakopane zu den Bergfeste-1'eiern vom 4. bis II. August. 70%igo Kisenbalmormüßigung — polnisches Visum gratis. „Franeopol“, HL, Renniveg I. Tel. U-Hi-1-90, Seit Menschengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet. Odob j M u ii d w a user enthält außer dom Odol- I Antiseptikum den Myrrhe-Extrakt, BILLIGER URLAUB IN GOLLING (SALZBURG) Hin- und Rückfahrt Schnellzug 111. Kl., 10 volle Tage Unterkunft und Verpflegung einschl. Trinkgeldablöse S 102.— Auskünfte und Anmeldungent ABTEILUNG PUR FREMDENVERKEHR DES PHÖNIX, I., Wallnerstr. 6a, Tel. U 25-3-32 u. U 25-5-80 OSTIRR. VERKEHRSBUREAU, l„ Friedriche. 7, Tel. A 36-5-40, f„ Graben 20, Tel. U 29-0-35 REISEBÜRO »IRUT«, L, Karlsplatz 1, Tel. U 44-5-79