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Die Stimme · 1935-07-26 · Heft 469 (26.7.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 469 (26.7.1935)
Date
1935-07-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DK STIMM« Nr. 16!) — 2«. .Till! 1935 dischen F? Blätter d FREITAG, 26. JULI 1935 * 3. J A H R G A N G, N R 4 STIMME FRAUENBEILAGE DER Die erste Tagung der WIZO Österreichs Die kürzlich Muttgefumlene enste Tagung der österreichischen WIZO-Gruppen in Wien, dem Sitz der Landeszentrale, darf als ganz besonders gelungener Auftakt einer regen Entfaltung der WIZO-Arbeit. in Österreich betrachtet werden. Schon der Vorabend der Beratungen, welcher mehr dem persönlichen Kontakt zwischen Wiener Leitung und Provinzdelegierten gewidmet war, erweckte jenes untrügliche Gefühl gegenseitigen Verständnisses, welches die Voraussetzung einer gedeihlichen Zusammenarbeit ist. Man freute sich, einander kennenzulernen und prachtvolle WIZO- Frauen in den verschiedenen Provinzhauptstädten Österreichs an der Arbeit zu sehen. Präsidentin Frau Sophie Löwenherz begrüßte die Delegierten und Gäste in den schönen Räumen des Wiener WIZO-Heimes am Schottenring aufs herzlichste und würdigte in kurzen Worten die Bedeutung dieser ersten Landestagung, bei welcher Vertreterinnen aus Linz. Innsbruck und Klagenflirt anwesend waren, während Graz und Salzburg diesmal keine Delegierten entsenden konnten. Dann sprach Vizepräsidentin Frau Federn - L i p s c h ü t z in sehr interessanter und individueller Weise über die Erneuerung jüdischen Kunstgewerbes zwecks Anpassung jüdischer Kultgeräte an einen modernen jüdischen Stil. Reicher Beifall belohnte diese dankenswerten Anregungen der Vizepräsidentin. Nun berichtete Frau Berta Berger über ihre Erfahrung mit landwirtschaftlicher Mädchen- Hachscharah, die sie seit drei Monaten namens der WIZO in Lainz unter Leitung des Obergärtners Sommer durchführt. Derzeit nehmen zehn Mädchen daran teil, im S minier soll jedoch die Aufnahme für .'JO Mädchen sichergestellt werden. Frau Berger «selbst wird mit diesen Mädchen in der Baracke der ehemaligen ,.Jüdischen Kinderfreunde” wohnen, um so eine voll angerechnete Hachscharah für die Teilnehmerinnen zu erwirken. (Stürmischer Beifall.) — Das gemütliche Beisammensein wurde durch die gemeinsame Teilnahme an der .,Rambam-Feier“ des zionistischen Land e s k o m i t e e s abgeschlossen. Am zweiten Tag der Tagung beteiligten sich die Delegierten unter Führung der Wiener Leitung an dem Herzl-Grabgang. der einen tiefen Eindruck hinterließ. Nachmittags wurde die Arbeitssitzung eröffnet. Nach einleitenden Worten der Präsidentin. Frau Löwenherz, erstatteten die Delegierten den Bericht ihrer Gruppe. Für Linz sprach Frau Kafka, die bereits eine langjährige aktive Mitarbeiterin der WIZO ist Sie berichtete über die Tätigkeit der WIZO- BILLIGE URLAUBS ARRANGEMENTS Bahnfahrt, 10 volle Tage Unterkunft und Verpflegung einschl. Trinkgeldablöse MAYRHOFEN von S 113.— bis S 147.— ZELL AM ZILLER von S 112.— bis S 134.— MALLNITZ von S 113.— bis S 147.— SEEBODEN von S 111.— bis S 153.— MILLSTATT von S 134.— bis S 205.— LASSNITZHOHE von S 76.— bis S 133. — Auskünfte und Anmeldungen: ABTEILUNGförFREMDENVERKEHRdesPHÜNIX I., Wallnerstr. 6 a, Tel. U 25-3-32 u. U 25-5-rO ’OSTERR. VERKEHRSBUREAU lt/ Frledrichstr. 7, Tel. A 36-5-40 I., Graben 20, Tel, U 29-0-35 REISEBÜRO »IRUT« 1^ KarltpUrts 1, T«l. U 44-5-79 Linz und interessierte eich namentlich für die Zusammenarbeit der Provinzgruppeii untereinander und mit der Wiener Zentrale sowie für die Möglichkeiten der Mädchen- Hachseharah in der Provinz. Sie erwähnte auch den von revisionistischer Seite ausgehenden Versuch, die WIZO-Arbeit zu stören, der jedoch unserer zielbewußten Arbeit nichts an haben könne. Für die WIZO- Gruppe Klagenflirt «sprach Frau W e i nreb. die in lebhafter Weise die erfolgreiche Arbeit der jungen Gruppe charakterisierte Besonders hervorzuheben ist die Gründung eines eigenen WIZO-Heimes. Sie verlangt einen regeren Kontakt mit der Wiener Zentrale, namentlich den häufigeren Besuch von Vortragenden. In letzter jieit hätten mit viel Erfolg Frau Dr. Ada Kestenbaum (Gründerin der Ortsgruppe) und Präsidentin Frau Löwenherz in Klagenfurt Vortrüg« gehalten. Sie unterstützt den Vorschlag Frau Kafkas, ein Provinzreferat der Zentrale zu bilden. Zum Schluß berichtet Frau Adle r, Innsbruck, über die noch in den Anfängen steckende Tätigkeit dieser jiing sten Gruppe. Frau Dr. Löwenherz stellt dii Schaffung eines Provinzreferats unter Leitung von Frau Dr. Ada Kestenbaum (Wien), die sich auf diesem Gebiete schon viel Verdienste erworben hat sowie unter Beteiligung je einer Provinzvertreterin in Aussicht. (Lebhafter Beifall.) Nun erteilte die Präsidentin das Wort ai Frau Dr. Martha Ho f m a n n zum Bericht über die VIII. Weltkonferenz der WF/J in Tel-Aviv. Die Rednerin schildert in kur zeit, markanten Worten die Hauptergebnis*: und wichtigsten Eindrücke dieser großen palästinensischen Konferenz, welche WIZO-Delegierte aus allen Teilen der Weh in Erez Israel vereint hat. Sie hebt als hervorstechendste Beschlüsse die auf Zioni s i e r u n g der Franc n (Organisation) auf Erlösung des Bodens (KKL und auf Hachscharah und A 1 i j a 1 bezüglichen hervor und schildert in an schaulicher Weise das großartige WIZO Werk in den Hauptstädten und Kolonier des Landes Israel. (Lebhafter Beifall.) Danach berichten die Referentinnen der Wiener Zentrale über ihr spezielles Arbeitsgebiei und formulieren ihre Anregungen für die Provinzarbeit in Form von Resolutionen, die wir im folgenden wiedergeben. Es sprachen für den Keren Hanaschim Frau Malka B a u e r, für den KKL Frau Ajalah T a r t akbwer, für den KKL-Phönix Frau Doktor A. K a n t o r, für die Jung-WIZO Frau L)r. L i c h t e n s t e i n - R a p p ap o r t, für die Kulturarbeit Frau Dr. Martha Hof- :u a n n. Nach Annahme der vorgelegten Resolutionen und einem kurzen Schlußwort der Präsidentin wurde die Hatikwah gesungen. Die Tagung Unterließ bei allen Teilnehmerinnen, Delegierten und Gästen das Gefühl inniger Zusammengehörigkeit und wahrhafter Genugtuung, wie es nur das Bewußtsein erfolgreicher Arbeit für eine große Sache verleiht. Die Resolutionen Keren Hanaschim: Die Leitung der österreichischen WIZO fordert die hier anwesenden Delegierten der Provinz auf, in Zukunft einen ihren Kräften entsprechenden Anteil an der Quote, die der österreichischen Organisation bei der letzten Weitkonferenz für den Keren Hanaschim auferlegt wurde, das sind S 6000, in ihren Gruppen aufzubringeru Die Leitung, empfiehlt den Provinzgruppeii zur Aufbringung des Keren Hanaschim die Sammlungsmethoden oinzufiihren, die nach langjähriger Erfahrung am geeignetsten sind, zugleich das zionistische Bewußtsein der jüdischen Frau anläßlich ihrer Spende zu wecken und sie zur Pflichterfüllung gegenüber dem WIZO-Werk in Erez Israel zu erziehen. Der Keren Hanaschim (Paläetina- Frauenfonds) schafft ein« konkrete V irbindumr zwischen der Zionistin ln der Galuth und der Wirklichkeit in Erez Israel. Keren Kajemeth: Die WIZO-Tagung fordert jedes Mitglied der WIZO zur Selbstkotitincen tienuig für den KKL auf und macht die Aufstellung der KKL-Üüchse im eigenen Heim zur Pflicht. In jedes jüdische Haus gehört dio KKL- Bfiehso mit der Parole: Zehn Groschen täglich in die Büchse! Anläßlich Rosch-Haschanah, Chanukkah, Purim, Herzl-Tag sind Veranstaltungen zugunsten des KKL mit den zionistischen Ortsgruppen abzuhalten. Der Lag B’Omer-Tag wurde von der VIII. Weltkonferenz der WIZO zum Muttertag der jüdischen Frau bestimmt, der der Propagierung der Bodenerlösung gewidmet sein soll. Jedes WTZO-Mitglied soll sich au den Sammlungen des KKL bei Familienfeiern und allen sonstigen Gelegenheiten rege beteiligen. Von besonderer Bedeutung für die zionistische Frau ist das „Sefer-IIajeled‘% das Buch des Kindes, in welches jede zionistische Mutter ihr Kind anläßlich aller wichtigen Ereignisse seines Lebens eintragen soll. WIZO-KKL „Phönix“: Die WIZO-Tagung begrüßt die von der österreichischen Organisation ausgehende Anregung, in allen in Betracht kommenden Provinzstädten Österreichs eine Das Erstmalige im Wesen der ..Jung-WIZO“- Konferenz in Tel-Aviv war die Tatsache, daß es sich liier um eine Zusammenkunft nicht nur der kontinentalen Jtmg-WIZO Europas, sondern um eine solche des Europäischen Kontinents, Englands und Palästinas handelte. Danit ist erwiesen, daß die Jung-WIZO auf dem 'inmal eingeschlagenen Wege zu einer Weltorganisation immer weiterschreitet und daß de darangeht, entsprechend der Senior-WIZO, eine weltumspannende Bewegung ler weiblichen Jugend zu werden. Trotz der Vertrautheit mit einem großen Teile der Men- '.•hen gab es ein Suchen und Versuchen, um leue Beziehungen anzuknüpfen. die Psyche leuer Menschen und ihre Einstellung zu den verschiedenen Fragen und Dingen zu erspüren und auch diese Neuen, Unbekannten, in den Kreis der „Familie“ einzubeziehen. Dies gilt besonders von jenen Menschen Palästinas, die hier bereits geboren wurden oder als Kinder hergekomnien waren, von den „Sabres“ der lung-WIZO. Und hier, ebenso wie bei manchen Mädchen aus England, war es nicht immer eicht, den Kontakt herzustellen, denn das Medium der Sprache versagte oft. Hebräisch, Englisch, Polnisch und Deutsch schwirrten Uircheinaiider, die Unkenntnis der Muttersprache der Nachbarin erschwerte das Verständnis. Und nur der allen gemeinsame gute Wille, der W u n s c h, s i e h zu verstehe n, führte dazu, daß man sich doch verstand und daß schließlich in einer Reihe von Resolutionen ein einheitlicher Wille seinen Ausdruck fand. Die beiden zentralen Probleme der Jung- WIZO-Konferenz waren: Die Organisation der Juug-WIZO und dio Arbeit der Jung-WIZO Palästinas. Die Frage der Organisierung der J ung-WIZO war schon anläßlich der Prager Tagung Gegenstand intensiver Beratungen, doch bezogen sich die damals gefaßten Richtlinien ausschließlich auf die kontinentale Jung- WIZO. Im Laufe der zwei Jahre, die seit Prag verflossen sind, wuchs die Bedeutung der englischen Jung-WIZO, die damals erst in ihren Anfängen gestanden war, und es entwickelte sich die palästinensische Jung-WIZO, die insbesondere durch den Zuzug aus Europa einen starken Zuwachs und neue Impulse erhielt. In Anbetracht dieser Tatsachen, die eino organisatorische Reform der Jung-WIZO nötig machten, arbeitete das Juug-Departement der Londoner WIZO-Exekutive Richtlinien für die Organisierung der Jung-WIZO aus, die in dom M e m o r a n d uin v o m 14. Februar 1934 niodergelegt sind und als Basis für die Ausarbeitung von Statuten (Konstitution) dionen sollten. Diese Richtlinien sollen hier der Übersieht halber nochmals erwähnt werden. 1. Anschluß der lokalen Jmig-WlZO-Gruppen an die lokalen Senior-WlZO-Gruppen. 2. Zusammenschluß der Jung-WIZO-Gruppon zu einer internationalen Jung-WIZO-Organisatlon. 3. Anschluß der Jimg-WIZO-Organisation an le WIZO, Während Punkt 1 als selbstverständlich keiner weiteren Diskussion bedurfte, während Versichenrngsakfion im Rahmen der KKL Phönix-Versicherung durchzuführen. Kulturarbeit. Die WIZO-Tagung macht es jeder Ortsgruppe zur Pflicht, für ihre Mitglieder und sonstige Interessenten hebräische Kurse einzuriehfen. Ebenso muß jede Ortsgruppe für die systematische, zionistische und allgemein-jüdische Bildung ihrer Mitglieder in Form von' Kursen oder regelmäßigen Vorträgen sorgen. Jung-WIZO. Die Tagung beschließt, bei allen WIZO-Oruppen nach Möglichkeit selbständige Jinig-WIZO-Gruppen zu gründen. Sie beschließt ferner, unter den Frauen der WIZO das Interesse an allen Problemen der Hachscharah zu wecken und zu fördern, mit besonderer Berücksichtigung der Müdchen-Hachseharah. Diese soll in propagandistischer und finanzieller Hinsicht unterstützt werden. Punkt 3 als Funktion des Punktes 2 aufgefaßt und daher vorerst unberücksichtigt blieb, war Punkt 2 Gegenstand einer eifrigen Diskussion, an der als Vertreterin der WIZO-Exekutive auch die Damen Weizmann, Goodman und Grubwicser teilnahrnen. Der Gegensatz, der in den verschiedenen Ansichten zum Ausdruck kam, war folgender: Wenn die Jung-WIZO als selbständige internationale Organisation anerkannt wird, wie dies das Memorandum der Exekutive vorschlägt, dann müßte diese Organisation die Wahl eines eigenen Präsidiums, einer eigenen Sekretärin und Schatzmeisterin durchführen und über ein eigenes Bneigetffmrfiigen. Wenn jedoch die Jung-WIZO noch nicht stark oder reif genug ist, eine derartige internationale Organisation zu bilden, dann bleibt als einziger konsequenter Weg nur der A n- Schluß an die lokalen Senior- WIZO - G r u p p e n und auf diesem Wege durch Zugehörigkeit zur WIZO unter Verzicht auf jedes besondere organisatorische Dasein als Jung-WIZO und jede Gemeinschaft mit den übrigen Jimg-WIZO-Gruppcn. Gegen eine Entscheidung im Sinne eines solchen Entweder-Oder setzen sich die Führerinnen der Jung-WIZO energisch zur Wehr. Sie traten für eine Form der Lösung ein, die als eine Verbindung beider Momente angesprochon werden muß, und, ohne eine in sich geschlossene Organisation der Jung-WIZO zu bilden, dennoch eine Vereinigung der Jugend-Gruppeu aller Länder gewährleistet, zugleich aber auch den engsten Kontakt mit der Senior-WIZO, einerseits durch Vermittlung der lokalen Senior-WIZO-Gnippeu, anderseits durch organisatorische Unterordnung unter das Jung-WIZO-Dcpartomeut der WlZO-ExoKutiv« beinhaltet. Dieso Form habe sich übrigens bisher bei der Organisierung der kontinentalen Jung-WIZO durchaus bewährt und kann auch auf die übrigen Jung-WIZO-Cruppen ausgedehnt werden. Eine andere Frage organisatorischer Natur bezieht sich auf die Altersgrenze der Z u g e Hörigkeit z u r J u n g - W 1 Z O. Auch über diese Frago wurde bereits oftmals diskutiert, zuletzt auf der Tagung der erweiterten Bmidesleitung der kontinentalen Jung- WIZO in Warschau im Jännor 1935. Denn wir HEBRÄISCHES SPRACH- UND KONVERSATIONSBUCH FÜR LEHRER UND SCHÜLER Hin ausgezeichneter Koiivcitmlionw- und Sprach IIIhrer ist das llcbrüliicli« Snrudtn. KonvcrsationHbiich „SIC AON“, von dem he Icuimlcn Ilebriiiseh-Plldngogen l'awid Zwi Weinstein. Das Huch, das in der hebräischen Presse sowie hei einer Heilic liehrli scher Sachverständiger eine ungeteilt gulo Aufnahme fand, behandelt alle uprac* liehen Bedürfnisse des tägliche» Lebens. Ks enthalt u. n. Kapitol (Iber Thoatör, Versuinmlungs- Uorichts-, Post-, Presse-,Bibliotheks-, Ackerbau wesen u. s. w Bin Register „Wöriorvereolchnis“, das das ausgezeichnete Ruch besehlieUt, vermittelt dem Hebräisch Lernenden sowolil als auch dem Hebräisch Sprechenden eine Fülle ne er hebräischer AieuMlrl: ■ I1 Das Buch, dos ganz punkUcrl ii.l und des-c 1 i 'l» sc'/.ungslcNi in drei Ausgaben (Ueulsch, Kngllsi.h Ungarisch) vorlicgl. kostet gebunden S 2'f>o. 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