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Die Stimme · 1935-07-26 · Heft 469 (26.7.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 469 (26.7.1935)
Date
1935-07-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 OIE STIMME Nr. 460’ — 26. Still 1038! Ferienfahrt der „Czernowltzer Allgemeinen Zeitung*1 mit Sanunelpaß nach Polen undCernauti am 4. August. Rückfahrten: I. und 15. September Jechnische Durchführung, Anmeldungen un i Auskünfte: starr, Verkehrsbureau, Wien, l„ Friedrichstr. 7, Tel. B 27-500 und Qraben 20, Tel. U 20-0-35, Polnisches Reisebüro „Orbis“, Mlen, I., Körntnerstr. 41, Tel. K 20-1-43, und Reisebüro „Martenbrücke", Wien, l„ Rotenturmstr. 28, Tel. U 24-2-80 u. R 24-2-87 Noch auLohlußreiclier seien die Zahlen der Kassen d i e b s t a h 1 s z e n t r a 1 e des Po- Ji?:eiprii.sidiums Berlin. Vor Inkrafttreten der scharfen na tionalso/.ialis tischen Maßnahmen gegen das (tewohnheitsverhrechertnin lag' der Kassendiebstahl fast a u s s c h 1 i e ß- 1 i e h i n jüdische n H ii n d e n. Im Jahre 1932 waren unter 411 Fällen 198 Juden, also 47 Prozent, beteiligt. Immerhin sind dann bis zum 1. Juli 1930 unter 67 Fällen 24 Juden, also 36 Prozent, beteiligt. Das ist also die Statistik, die erklären soll, warum in Deutschland Juden ermordet oder gefoltert oder in die Konzentrationslager gesteckt werden, warum Kinder aus den Schulen, Wöchnerinnen aus den Entbindungsheimen gejagt werden, warum Juden nicht an Hochschulen lehren oder lernen sollen. Mit Statistik kann man viel beweisen, und noch mehr mit einer deutschen Statistik. Man kann sie übrigens auch anders anwenden lind feststellen, daß an den Rauschgiftfällen Arier in dem ansteigenden Ausmaß von 76, 83 und jetzt 89% beteiligt sind, arische Ärzte mit 84, 76 und 71%. Was die Kassenschränker anbetrifft, unter denen, wenn man der deutschen Romanliteratur trauen darf, Juden sich überhaupt nicht befunden haben, so würde nach Daluege der arische Anteil 53%, im laufenden Jahre schon 64% betragen. Wobei die Brüder Saß und die nationalsozialistische Organisation, die alle Kassen des Reiches an sich gebracht und das Konfiszieren von Besitz und Vermögen von Staats wegen betreibt, nicht mitgerechnet ist. Aber auch ohne diese Faktoren bleibt die arische Kriminalität auf ansehnlicher Höhe, wie dies die Ziffern Dalueges beweisen. Diese Statistik und die Exzesse und die neuen Flugblätter und das Maulkorbangebot an die auswärtige Presse sind eine Kette von Symptomen, die man außerhalb Deutschlands zu würdigen beginnt Im „Echo de Paris^ sagt der bekannte Außenpoiitiker Pert i n a x: „Man spricht von Zeit zu Zeit von der gelben und der schwarzen Gefahr. Möglich, daß sie uns einmal bedrohen wird. Vergessen wir aber nicht, daß zur Zeit eine Gefahr aus Mitteleuropa uns wesentlich stärker zum Verhängnis werden könnte und erinnern wir uns bei dieser Gelegenheit, daß Herrschaften, die selbst in Europa Unruhen erzeugen wollten, uns schon öfters von der schwarzen und gelben Gefahr erzählt haben, etwa Wilhelm H., der uns das Bild von der gelben Gefahr geschenkt hat.“ Man wird sich langsam der braunen Gefahr, des braunen Rauschgifts und der braunen Kassenstürmer bewußt. Eine Erklärung Dr. Oskar Grünbaums In Nr. 160 der in Lemberg erscheinenden Zeitung „Der Najer Morgen“ befindet sich ein von Mag. David Fraenkel gezeichneter Artikel „Vor dem Urteil des 14. Juli“, der folgenden Passus enthält: „Es muß die Wahrheit gesagt werden. Es ist viel ehrlicher und anständiger, ein Genosse von Van der Velde zu sein und mit ihm für die Befreiung der Menschheit zu kämpfen, als ein Verehrer der Hitler- und Dollfuß-Methoden in der Bekämpfung der Arbeiterschaft. Es sind wünschenswerter fremde Freunde, wie Blum, Liebermann, Adler, die zu der verschrieenen Internationale gehören, als eigene Freunde, Zionisten, wie Oskar Grünbaum, die die Führer der Poale Zion in Wien denunzieren, sie vom Palästina- Amt hinauswerfen, weil 'sie Marxisten sind, was in Wien gleichbedeutend mit der Auslieferung ins Konzentrationslager ist.“ Der Herr Magister Fraenkel wird hiemit von mir aufgefordert, öffentlich zu sagen: 1. Wann habe ich einen Poale-Zionisten denunziert und wie heißt er? 2. Wann habe ich einen Poale-Zionisten aus dem Palästina- Amt hinaußgoworfen und wie heißt er? Wann habe ich einen Poale-Zionißten ins Konzentrationslager gebracht, und wie heißt er? Herr Fraenkel hat zur Nennung der Namen und Daten zwei Wochen Frist, vom Tag de« Erscheinens dießer Nummer. &£» SMm fizJU&ftflfö* Die Juden an Streicher ausgeliefert Vor einigen Tugen war aus Berlin gemcldef worden, daß Streichers „Stürmer“ verholen worden sei. und zwar wegen Angriffe auf einen als Förderer des Korpsstuden teilt ums bekannten Staatssekretär. Die Maßregel wurde nach wenigen Stunden widerrufen, nachdem Streicher zu Hitler fuhr und bei ilun als seinem persönlichen Freund intervenierte. Wie es heißt, habe Streicher versprochen, sich von jetzt ab jedweden Angriffs auf amtliehe Persönlichkeiten zu enthalten. Der „S t (i r in e r“ w i r d s i c h nunmehr a u s s c h 1 i e ß- 1 i c h der a n t i j tt d i s c h e n Hetze w i d m e n. Gleichzeitig mit der Beschlagnahme des „Stürmers“ wurde — wie eingeweihte Kreise glauben, als Kompensation an Streicher — d i e „ J ü tl i s c h e R u n dschau“, das Zentralorgan der deutschen Zionisten, auf die D a n e r von drei Monaten verboten. Dieses Verbot wurde nicht zurückgenommen. Das Verbot der „Jüdischen Rundschau“ trifft nicht allein die deutschen Zionisten, sondern das gesamte zeitunglesende jüdische Publikum, das sich von der gleichgeschalteten Tagespresse abkehren mußte, schwer. Die „Jüdische Rundschau“ erschien in den letzten Jahren in sehr verstärktem Umfange und in einer Auflage von nahezu 35.000 Exemplaren. Sie führte die Verteidigung der angegriffenen Judenheit sehr maßvoll und enthielt sich im allgemeinen „PENSION LANDAU" orth. IST3 Balatonszäszö Erzsebet-Park (Amerika, Kanada Villen). In der nächsten Nähe vom Plattensee bei der Station. Sehr schöne Zimmer mit Blick auf den See. Eigener Park. Erstklassige Rüche, exakte Bedienung. Vor- und Nachsaison 5 Pengö. Hauptsaison von 6 Pengö aufwärts. einer negierenden Kritik an den regierenden Männern und an den Erscheinungen in Deutschland. Die soeben erschienene letzte Nummer der „Jüdischen Rundschau“ enthielt keinerlei Anspielung auf die tragischen Begebnisse Welcher Käse ist der delikateste? SCHWEIZER “SSF* BESRA in den Nächten des Samstag und tles Montag in Berlin. Die Nummer war ganz dem Gedenken an Theodor Herz! und Chaini Nachman B i a 1 i k gewidmet und befaßte sich im übrigen mit zionistischen Problemen und palästinensischen Ereignissen. Der Chefredakteur der „Jüdischen Rundschau“, Dr. Robert W e 11 s c h, schließt den „Zwei Todestage“ überschriebenen Leitartikel mit den Worten: „Wir trauern heute um zwei Große unseres Volkes... Aber zugleich erkennen wir es als Zeichen der AnmAziA orth. “KW Pension Weiss j früher Laurana Terrassen, Zimmer mit Meeraussicht.Bestrenommierte Küche. Schattiger Garten Zeitgemäße Preise | Gnade, daß unsere Generation, in Ost und West, Menschen hervorbringen konnte, die sagen, was das Volk leidet; und was es ersehnt, nicht um eitlen Glanzes willen, sondern um es selbst sein und seiner Berufung dienen zu können. Und die zugleich Führer waren.“ Bekanntlich wurde vor einigen Wochen auch das Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, „C. V.-Zeitung“ für mehrere Monate verboten, nachdem sie vorher gezwungen worden war, ihr Motto „Für Deutschtum und Judentum“ aus dem Zeitungskopf zu entfernen. Numerus clausus in der neuen Advokatenordnung Ungarns Entgegen den Bestimmungen des M i nderheitenschutzes geht die ungarische Regierimg daran, ihre Advokatenordnung nach der antijüdischen Seite hin zu reformieren. Der Entwurf der Verordnung, der den Kammern zur Äußerung zugegangen ißt, bestimmt u. a. bezüglich der Kammervorstände „zur Wahrung der nationalen Gesichtspunkte und des inneren Friedens der Kammern“, daß bei den Wahlen, beziehungsweise Kandidierungen für die Posten der einzelnen Funktionäre auch darauf Bedacht genommen werden müsse, daß die Zusammensetzung der durch eine Wald oder Kandidierung zu bildenden Organe oder Körperschaften vom Gesichtspunkte der für die Zusammensetzung der Nation wesentlichen Faktoren (Nationalität, Rasse, Konfession) keine wesentliche Abweichung von der Zusammensetzung der Bevölkerung des L a n d e s a u f w e i s e. Sollte aber die bezüglich der angeführten Faktoren b este.hende Zusammensetzung der Kammermitglieder im Zeitpunkt der Wahl, beziehungsweise der Kandidierung vom Landesdurchschnitt auffallend abweichen, so kann das Verhältnis dieser Abweichung bei der Wahl, beziehungsweiße Kandidlerung in billiger Weise berücksichtigt werden. Ferner finden sich folgende, den odiosen Auskünfte Uber Reisen nach m H ■ ■■ .■ walastina orteilt Dr. S. Tocker, welcher seine Biiroräumlichkeiton nach IX., Ueclffnnstelnstraße 2, Tel. A 14-504, verleg* at Sinn der Reform noch unterstreichenden Bestimmungen. Über - die Aufnahme in die Advokatenkammer entscheidet ein Ausschuß, dessen Vorsitzender der P r ä ßid e n t d e r Advokaten kam m er ist und i n den fünf Mitglieder auf drei Jahre von der Kammer in geheimer Abstimmung delegiert werden; außerdem gehören dem Ausschuß der Sekretär (Generalsekretär) und der Anwalt der Kammer und der Vertreter der Staatsanwaltschaft an. Der Ausschuß tagt jährlich zweimal und entscheidet in der Regel auf Grund der Vorschläge des Sekretär« der Kammer. Gegen einen abschlägigen Beschluß kann der Antragstellende, gegen die Zulassung der Anwalt der Kammer oder der Vertreter der Staatsanwaltschaft an den Präsidenten des Land e s a u s s c h ii s e e ß dor Advokatonkammern appellieren. Wenn die Advokatenkammer die Wahrnehmung macht, daß die Zahl der Rechtsanwälte an einem dem Bezirk der Kammer angehörenden Ort im V erhält n iß zu der Zahl und dor Wirtschaftslage der Bevölkerung allzu hoch ist, so daß der Lebensunterhalt der Rechtsanwälte nicht gesichert erscheint, richtet sie im ersten Jahresviertel einen ausführlich begründeten Vorschlag an den Justizminister und beantragt darin die Einschränkung der Aufnahme neuer Mitglieder in die Kammer. Der Minister trifft seine Entscheidung nach Anhören des Präsidenten der im Kammergebiot zuständigen Tafel und des Landesausscliusses der Advokatonkammorn. Die Einschränkung besteht darin, daß der MX-j BABOONA Der neue Afrika-Expeditionsfilm der Fox, von Martin und Osa Johnson ab heute: n i s t e r bestimmt, wie viele der vakan t. g e w ordenen M i t g 1 i e dstellen der Advokatenkammer d u r c h N c u a u [nahmen besetzt w e r d o n k ö n n e n. Tritt in den Umständen, die die Einschränkung notwendig gemacht haben, eine Änderung ein, dann schlägt die Kammer dem Justizminister die Aufhebung der Einschränkungsniaßnahine vor; der Minister entscheidet. je nach Notwendigkeit. Man stelle sich vor, daß in einem Land mit magyarischer Minorität eine ähnliche Verordnung geplant würde! Selbstverständlich wird in dieser Angelegenheit der Völk e r b it n d mitsprechen. Die Gedenkfeier der Wiener Judenschaft für Bundeskanzler Dr. Dollfuß Jüdischer Trauergottesdienst. Aus Anlaß der ersten Wiederkehr des Todestages des Bundeskanzlers Dr. Engelbert Dollfuß faucl am Mittwoch, den 24. Juli, in überaus eindrucksvoller Weise die vom Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien im Stadttempel in der Seitenstetten-! gasse veranstaltete Trauergedenkfeier für Bundeskanzler Dr. Dollfuß statt. Dae Innere des Stadttempels trug Trauer-: schmuck. Am Altar brannte auf dem Posta-; ment daß Seelenlicht für den Dahingeschiedenen. Der große Stadttempel war von einer zahlreichen Trauergemeinde gefüllt. Es fan-; den sich ein: Der Präsident der Kultus«; gemeinde, Staatsrat Dr. Desider Friedmann, mit den Vizepräsidenten und den Mitgliedern des Kultußvorstandes. Für daß Bundeskanzleramt waren erschienen: Ministerialrat Dr. Huber, für das Ministerium für Kultus und Unterricht: Dr. Ebertsthaler. Für die Bundespolizei Oberkommiesär Kraus, ferner Delegationen des Bundes jüdischer Frontsoldaten, der Vaterländischen Front, des Bundes jüdischer Legitimisten unter Führung von Generalmajor Sommer. Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang hielt eine tiefempfundene Trauerrede, in der er ungefähr folgendes ausführte: „Der 25. Juli wird für alle Zeit in den Gedenkblüttern der Geschichte Österreichs als ein Tag der Trauer eingetragen bleiben., Österreich stand damals am Rande eines Ab-; grundes, in den es fraglos gestürzt wäre, hätten nicht Beherztheit, Kraft und Treue einiger weniger Männer es gerettet. Und als die Schreckensbotschaft von der Ermordung des Bundeskanzlers Dollfuß zu uns drang, erstarrten wir alle wie gelähmt gegenüber dieser menschliehtwie politisch entsetzlichen Schandtat. Denn Kanzler Dollfuß war uns Innbegriff und Verkörperung des zu erneuerten Leben erwachten, schwer leidem den und heimgesuohten Vaterlandes, dein feste Form nnd vielverhei Bonden Inhalt zu geben, des Kanzlers eiserner Willo war. Er hatte aber auch die höchste Fähigkeit und die innere Berufung,, diesen Willen zur Schaffung eines neuen Österreich durchzusetzen. Doch das toure Leben des mutigen, von leidenschaftlicher Liebe zu Österreich erfüllten frommon Kanzlers mußte verströmen. Der Kanzler war tot, doch sein Werk bliob lebendig. Wchmuterfüllt, gedenken wir in dieser; Stunde des so jäh und jung dem Vaterland goraubton besten seiner Söhno, von dem man sagen kann, was auf dem Denkmal eines aller Strohwitwer früher Im Hotel National, dann Hotel Stefanie, jetzt im bekannten mab m Sb. „-ic’3 , W. Spritzer Restaurant ■ II., Hammar-Purgatallgaaae Nr. 7 (Nähe Dlanabad) bringt vorzügliche, abwechslungsreiche Mittag- und Abend- Menüs, schon ab 8 1*60 und alle orientalischen Spoziulitiilen am Rost und Spieß

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