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Die Stimme · 1935-07-16 · Heft 466 (16.7.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 466 (16.7.1935)
Date
1935-07-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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St. 468 — 16. ,Tull 1935 DU STIMM! feit« B ider Postverwaltung für ihre Kraftwagen strecken, gewähren den im Anslande wohnenden Teilnehmern des Kongresses beson dere Ermäßigungen von 30 Prozent bis 45 Prozent durch Ausgabe von Fahr scheinen, die nur im ausländisch-schweizesehen Verkehr bei Agenturen der Schweizerischen Bundesbahnen, bei den Reisebüros im Auslande, oder bei den Grenzstationen vor dem Eintritt in die Schweiz ausgegeben werden. Diese besondere Fahrvergünstigung wird unter der Bedingung zugestanden, daß sich die Kongreßteilnehmer m i ndestens sechs Tage in der Schweiz aufhalten. Sie wird auch für den Durchgangsverkehr durch die Schweiz, d. h. von Grenzstation zu Grenzstation gewährt, sofern sich der Reisende mindestens sechs Tage in der Schweiz aufhält. Hierüber informiert jede der angeführten Agenturen. Tagungen neben dem Kongreß Die Exekutive des Comitd de DMegations Juives und des Jüdischen Weltkongresses hat beschlossen, für den 8. und 9. September nach Luzern eine Sitzung einzuberufen, an der alle Mitglieder des Exekutivkomitees, des Rates sowie Vertreter der dem Exekutivkomitee angeschlossenen Organisationen teilnehmen werden. Die Sitzung wird sich mit der Festsetzung der Richtlinien für die weitere Arbeit des Exekutivkomitees befassen, dies sowohl bezüglich der politischen Arbeit des Komitees, als auch bezüglich der Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses. Auch die ökonomische Lage der jüdischen Massen in den mittel- und osteuropäischen Ländern wird diesmal Gegenstand der Beratungen bilden. * Die Jahresvrsammlung des Verwaltungs rates des Instituts für jüdische Studien an der Hebräischen Universität zu Jerusalem wird am 5. September in Luzern unter dem Vorsitz des Chief Rabbi des britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, abgehalten werden. * Diie Exekutive der Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten teilt mit, daß die erste Konferenz der Welt Vereinigung am Sonntag, den 18. August, vormittags, im Kongreßgebäude in Luzern beginnen wird. Revisionistenhongreß im September in Wien Wie wir erfahren, werden derzeit Vorbereitungen getroffen, um den ursprünglich für Dezember in Aussicht genommenen dann für September zurück verlegten Kongreß der „Neuen Zionistischen Organisation“ in Wien abzubalten. Der Kongreß 6oll in Wien als einer vom jüdischen Gesichtspunkte aus am Kreuzwege des Ver kehrs gelegenen europäischen Stadt, die auch heute einen bedeutenden Resonanzboden darstellt, stattfraden. Da diesem Kongreß mehr der Charakter einer Deklaration der zum erstenmal in die Öffentlichkeit tretenden N. Z. 0., als einer Geschäftssitzung zukommen wird, rechnet man mit einer nur kurzen, zwei- bis dreitägigen Dauer der Tagung. Die genaue Zeit ist noch nicht festgelegt, doch scheint die Absicht zu bestehen, den N. Z. O.-Kon greß anschließend an den Luzerner Zionisten-Kongreß, beziehungsweise die Tagung der Jowish Agency abzuhalten, zu einer Zeit, wo die aus den überseeischen Ländern eiingetroffenen Delegierten und Gäste dieser Körperschaften sich noch in Europa aufhalten werden. Pension Eckstein - Di^politlschcnStrörm^ Von unserem Korrespondenten Dr. Manfred Reifer, Cernauti, In Weltkongreß des Makkdbl Brünn London, 12. Juli. Die Exekutive des Makkabi-Weltverbandes hat den Makkabi-Weltkongreß für den 11. bis 14. September 1935 nach Brünn (Brno) in der Tschechoslowakei einberufen. Der Kongreß wird durch Lord Melchett eröffnet werden. Dio Rednerliste sieht den Weltmakkabi-Präsidenten Dr. Hermann Lelewer, Dr. K. F. Jacobowitz, Adolf Jellinek (Führer des Makkabi Hazair), P. S. Beinhacker (Vorsitzender dos Technischen Rats Moazah Tsctatk) n* e* m, xq& In den letzten Wochen gingen die politischen Wogen in Rumänien sehr hoch. Zwei Richtungen kämpften miteinander: Diktatur und Demokratie. Die erste Richtung hat eine Stärkung dadurch erfahren, daß die Partei des Octavian Goga (Dissidenten der Avcrescu-Partei) eine Fusion mit der radikal-antisemitischen Partei A. C. Cuzas vollzogen hat. Die nunmehr geeinigte Partei verfügt im gegenwärtigen Parlament über zirka 15 Mandate und wird im parlamentarischen Leben Rumäniens keine wesentliche Rolle spielen. Hingegen ist sie die Macht der Straße und gibt der Regierung ziemlich viel zu Bchaffen. Auf den Universitäten besitzt diese antisemitische Partei ihre stärksten Domänen und verfügt über große Kadens der akademischen Jugend, die sieh in den Dienst ihrer Propaganda stellen. Ab gesehen davon ist Goga der Poeta laureatus Rumäniens und bildet in gewissem Sinne das Idol der nationalen Jugend. Das Programm dieser Partei stützt sich auf die Satzungen des Hitlertu ms und will im Judenpunkt wenn möglich noch radikaler sein als der Führer in Berlin. Dieser vereinigten antisemitischen Front erwuchs im gewesenen Ministerpräsidenten Vaida-Voevod eine starke Konkurrenz. Vaida geht der Glorienschein eines nationalen Märtyrers, eines Kämpfers für die Rechte der Rumänen Siebenbürgens unter der magyarischen Herrschaft voraus. Er gilt auch als Homo regius und war eedt der Bildung Großrumäniens bereits zweimal Ministerpräsident. Seine neue Partei gewinnt dadurch Ansehen, daß ihr elf Minister der früheren nationalzaranistischen Regierung angehören. Das Programm faßte er in dem Schlagworte: „Numerus v a - 1 a c h i c u s“ zusammen. Er will nach der erfolgten Eroberung aller Staatsämter durch Rumänen von Geburt auch in den Privatämtern, im Handel und in der Industrie uncl nicht zuletzt im Gewerbe den Rumänen von Geburt die dominierende Stellung sichern. Dieses Programm hat besonders bei der studierenden Jugend Anklang gefunden, da es sich um Stellungen handelt, die in einem gewissen Maße von Angehörigen der Minderheiten eingenommen werden. Und da es sieh gewissermaßen um persönliche Versorgung handelt, wird man verstehen, daß für dieses Programm mit großem Elan gekämpft wird. Da muß der nationale Chauvinismus herhalten. Hier beginnt die politische Konkurrenz der Vaida-Anhänger mit der Goga-Cuza-Partei. Vaida hat starken Sukkurs aus der aufgelösten Godreanu- Partei erhalten und rühmt sich dessen, daß sich die „Grünbemde n“ in seinem Gefolge befinden. Dabei wird nicht nur theoretisch gekämpft, sondern manchmal auch in der Praxis, indem die Anhänger der bei den antisemitischen Richtungen einander gegenseitig verprügeln. Der Kuriosität halber wäre zu erwähnen, daß Vaida öffentlich erklärt, er sei kein Antisemit, nur wünsche er, daß die Juden im Lande jene Stellung einnehmen, die ihnen als Juden zukommt. Diese „prosemitisohe“ Deklaration ist wohl darauf zurtickzuführen, daß Vaida in zahlreichen Indußtrieuntemehmungen, die von Juden gegründet wurden und geleitet werden, reichdotierte Präsidenten- und Verwaltungsratsstellen bekleidet... Selbstverständlich hat der Ruf Vaidas nach dem „Numerus valachicus“ einen Protest bei allen Minderheiten Rumäniens hervorgerufen. Dio Deutschen ( Rumäniens, die ins nationalsozialistische Fahrwasser geraten sind und mit Cuza liebäugeln, sahen sich in ihren Rechten bedroht und verlangten einen Numerus geimanious; diie ungarische Minderheit forderte den Numerus proportional^ und die jüdische Min derbeit beeilte sich, an der Hand einer ausgezeichneten Statistik den Nachweis zu erbringen, daß die Behauptungen Vaidas unwahr seien und daß die Juden den Handel und die Industrie Rumäniens nicht in dem Maße beherrschen, wie Vaida es seiner gläubigen Menge vortäuscht. Während also die Rechtsfront sich immer mehr ausbroiteto und im ganzen Lande eino starke Propaganda entfaltete, tauchte die Regierung mit dem Plane einer Verfas- SlUJgsMfiimg mh ln im Kopfe, des Regierungschefs Oh. Tartarescu malte sich eine Staatsform in der Art eines Ständestaates. Ihm schwebte eine Verfassung vor, wie sie in Italien und in Österreich eingeführt wurde. Damit wollte er das parlamentarische Regime reformieren und gleichzeitig den Rechtsparteien einen Schritt entgegengehen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Juden bei einer solchen Verfassungsänderung nicht gut abgeschnitten hätten. Der Plan des Premierministers stieß jedoch in der eigenen Partei auf eine starke Opposition. Der Chef der liberalen Partei, Dinu Bratianu, widersetzte sieh prinzipiell einer Änderung der Verfassung, so daß es bloß bei der Diskussion blieb, die aber im Herbst wieder aufgenommen werden soll. Ihren stärksten Gegner finden die Rechtsparteien in der mächtigen nationalzaranistischen Bauernpartei. Sie stützt sich auf die breiten Massen der bäuerlichen Bevölkerung und verfügt über hervorragende Führerpersönlichkeiten. Männer, wie der Chef der nationalzaranistischen Partei Ion M i h a 1 a c h e, Dr. Nicolae Lupii und nicht zuletzt der gewesene Premierminister J u 1 i u Maniu garantieren bis zu einem gewissen Grade ein demokratisches Regim in Rumänien. Ihr Programm bevorzugt zwar vor allem die bäuerliche Bevölkerung und wälzt die Steuerlasten auf die städtische ab, wodurch die Juden, die doch ein städtisches Element bilden, verurteilt sind, die Hauptsteuerlast zu tragen, es ist aber immerhin eine Partei, welche die Demokratie auf ihre Fahnfl geschrieben hat. In den letzten Tagen haben die Nationalzaranisten alle Schritte eingeleitet, um die Regierung zu übernehmen. Im ganzen Lande hielten sie Ver^ Sammlungen ab, die von Hunderttausenden besucht waren, unterzogen das Wirtschafts- Programm der liberalen Regierung einer scharfen Kritik und verlangten die Übergabe der Regierung. Wenn nicht alles trügt, kann man damit rechnen, daß schon im Herbst ein Regierungswechsel stattfinden wird. Neben der nationalzaranistischen Partei, die als Bollwerk der Demokratie in Rumänien gilt, kommt noch ein Umstand in Betracht, der Rumänien vor einem nationalsozialistischen Kurs bewahren wird: die außenpolitische Konstellation. Rumänien tritt als aktiver Faktor in die demokratische Tripelallianz: Frankreich, Sowjetrußland (Wir teilen nicht die Meinung des Autors, daß Sowjetrußland ein demokratischer Staat ist. Die Red.) und Tschechoslowakei ein. An der Seite dieser Staaten wird Rumänien auf dean Balkan ein Hüter der Demokratie bleiben. Dafür garantiert auch die Persönlichkeit des Außenministers T i t u 1 e s c u. Palästina meldet: Rund 11*000 Juden erhielten die Palästina-Bürgerschaft Jerusalem, 12. Juli. (2. T. A.) In der letzten Sitzung des Waad Leumi (Exekutivausschuß der legalen jüdischen Gemeinschaft Palästinas Knesseth Jisraal) teilte dessen Vorsitzender J. Ben-Zwi mit daß im Verlaufe der letzten elf Monate Ü.OOO jüdische Palästinaeinwohner die Pa lästinabiirgerschaft erlangt haben. In 1er gleichen vorangegangenen Periode hatten nur 2000 Juden die Palästinabürgerschaft erlangt. Die Lage auf diesem Gebiete ist auch heute noch nicht befriedigend, die Ein bürgerungsaktion muß energisch fortgesetz werden. Ben-Zwi berichtete eingehend über Ver tundlungen zur Aufnahme einer Anleihe zwecks Baues neuer Schulen und verlas ein ausführliches Schreiben des High Com missioner, in welchem eine Reihe Fragen betreffend Gesundheitswesen, Erziehung usw. beantwortet werden. In dem Brief ^e tont der High Commissioner, daß das De fizit der moslemitischen Gerichte sich fort schreitend verringert und daß die Regie rung die Absicht hat, ihre Subventionen für die Moslemgerichte einzustellen. Angesichts dieser Lage halte es die Regierung nicht für möglich, die j ti d i s oh e n r e 1 i g i ö s e n Gerichte zu subventionieren Schließlich schlägt der High Commissioner vor, daß vorbehaltlich des Einverständnisses der autoritativen jüdischen Kreise in der Zukunft die zivilen Gerichte Prozesse gemäß demjtidischen Gesetz führen sollen. Ben-Zwi verlas auch ein Schreiben des Leiters der Mandatssektion im Völkerbundsekretariat, Katastini, der mitteilt, daß hinsichtlich der Subventionierung der reli giösen Gerichte die Mandaitarmacht es übernommen hat, eine gerechte Lösung zu finden Was die Organisation der jüdischen Gemeinde betrifft, so ziehe es die Mandatskommission vor, sich hierüber einer Meinung zu enthalten im Hinblick darauf, daß zwischen den interessierten Parteien die Verhandlungen fortdauern. In diesem Zusammenhänge erklärte Ben-Zwi, daß die Verhandlungen mit der Agudas Jisroel betreffend eine einheitliche Gemeindeorganisation, dio auf Initiative der Regierung eingeleitet wurde, keineswegs abgebrochen seien; sie werden demnächst fortgesetzt werden. leihe soll in einem Zeitraum von 25 Jahren amortisiert werden. Gleichzeitig wird mit der Regierung wegen deren Genehmigung Aufnahme der Anleihe verhandelt. zur Neue Schulbauten ln Palästina Der Waad Leumi unterhandelt mit einer Londoner Privatbank wegen einer Anleihe von 130.000 Pfund, dio zum Bau neuer Schulgebäude verwendet werden soll. Der 3000 jüdische Arbeiter aus den Städten gehen in die Kolonien Jerusalem, 12. Juli. (2. T. A.) Die Landwirtschaftssektion der Hist.v . druth teilt mit, daß lediglich ein Drittel der in den jüdischen Kolonien . beschäftigten Landarbeiter Juden seien; es müsse eine schnelle Aktion zur Überführung von 3000 städtischen Arbeitern auf das Land durchgeführt werden. Auch sollen alle neu ins Land kommenden Chaluzim sofort in die Kolonien geschickt werden. Leider stellt sich der Mangol billigen und hygienischen Wohnungen in den Kolonien dieser Aktion als ein Hindernis entgegen; die Histadruth habe die Jewish Agency aufgefordert, sofort an den Bau von Wohuungen für mindestens 300 jüdische Arbeiterfamilien heranzugehen. Bas Budget der Jerusalemer Stadtverwaltung Jerusalem, 12. Juli. (2. T. A.) In der „Palestine Gazette“ wird ein Bericht der Jerusalemer Stadtverwaltung veröffentlicht. Er behandelt die Budgetgestaltung im abgelaufenen Rechnungsjahre bis Ende März 1935. Danach belief sich 1er Etat der Jerusalemer Stadtverwaltung auf 144.626 Pfund. Zur Deckung eines Defizits hat die Regierung insgesamt den Betrag von 15.546 Pfund der Stadt zur Verfügung gestellt. Der High Commissioner Protektor der Levante^Messe ln Toi*Aviv 1936 Tel-Aviv, 12. Juli. (2. T. A.) Der High Commissioner Sir Arthur W a u* chopo teilte dem Bürgermeister vou Tel* Aviv Mayer Dizengoff mit, daß er bereit sei, das Protektorat über die Levante-Messe in Tel-Aviv 1930 zu übernehmen. Er habe, schreibt er weiter, mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß auf der Messe 1936 die Entwicklung der Landwirtschaft eine besondere Berücksichtigung finden werde. Billige Fahrten nach Polen und Czernowltz. Abfahrten: Sonntag, den 21. Juli, und die folgenden Sonntage. Rückfahrten: 1. August I. Soptember und 15. September 1985. N,*nh Zakopane zu den Borgfestfelern vom 1. bis II. August 70% Eisenbahnermäßigung.?ol- | nißches Visum gratis. „Francopol“, Wien, III.* Zinssatz jvird 4H Prozent betragen. Die An-| Rennweg 1, Telephon U16-4-90,

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