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Die Stimme · 1935-07-16 · Heft 466 (16.7.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 466 (16.7.1935)
Date
1935-07-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Oll STIMMI Nr. 466 - 16. .Tüll 1035 Ein denkwürdiger Sieg des Allgemeinen Zionismus Ignat% Müller und Frau geben allen Freunden und Gesinnungsgenossen Nadiricht von der glücklimen Geburt eines kräftigen Mäddiens. Wien, //., Sehet zergasse 12, 12. .iuli 1935, kehrt. Piequart stellt den Obersten Henri, der ihn beschwört, um des Prestiges der Armee willen die Sache ruhen zu lassen. Picquart lehnt ab und — wird nach Algier versetzt. Aber er läßt nicht locker, zieht Jaurös, Trarieux, Scheuer- Kestner, Clemenceau ins Vertrauen. Die Gegenseite wehrt sich. Eine Lawine der wildesten Verleumdungen, Besudelungen, Vergiftungen rollt über Frankreich. Das ganze Volk teilt sich in zwei Lager. Drei Jahre lang reiht sich Skandal an Skandal, politische Duelle, Konspirationen der übelsten Art laufen durcheinander. Die Straße wird mobilisiert, um die „Dreyfusards“ einzuschüchtern. Vagabunden, Walzbrüder werden aus den Herbergen und Asylen geholt, mit Abendessen und Geld beteilt, und demonstrieren nächtelang in den Pariser Straßen: „A bas les juifs!“ Regierungen stürzen, das Parlament fällt aus einer Krise in die andere. Frankreichs ganze politische Kraft verzehrt sich in der Affäre. Die Dreyfus-Partei ist längst über den kleinen Kreis der nächsten Freunde hinausgewachsen. Es ist nicht mehr ein Kampf um einen Einzelnen. Es ist der Kampf des Geistes, der Republik, der Kampf um die Wahrheit. Und niemand geringerer als Emil Zola spricht dies aus in dem berühmten „Ich klage an!", in dem Brief, den er im Jänner 1898 an den Präsidenten der Republik Felix Faure richtet. Er zählt dort alle Verbrechen der Militärkamarilla auf und fordert vor das Schwurgericht gestellt zu werden. Einstweilen ohne Erfolg. Aber da findet einmal der Kriegsminister unter seinen Akten einen Brief, dessen Handschrift die des Zettels „Cette Canaille" ist. Der Brief stammt vom Obersten Henri, dem geistigen Haupt der . Anti- Dreyfusarde. Henri wird geholt und gesteht ... In der Gefangenenzelle schneidet er sich den Hals durch. Die Regierung will den Fall vertuschen. Aber da erhebt sich das Land. Ganz Frankreich steht auf und fordert das Recht. Auf Antrag Clemenceaus und Jaures beschließt das Parlament die Neiiaufna.lime des Verfahrens. Dreyfus Leidensjahre sind vorbei. Er wird nach Frankreich zurückgebracht und steht am 7. August 1899 vor dem Revisionsgerioht in Rennes. Am zweiten. Tag des Prozesses wird Dreyfus’ Verteidiger Labor i auf der Straße angesehossen. Die Militärrichter sprechen Dreyfus wieder schuldig und verurteilen ihn zu. 10 Jahren Festungshaft. Am nächsten Tag, am 10. September, begnadigt der Präsident den Verurteilten. Dreyfus lehnt die Gnade ab in einer Erklärung, dio von der Presse veröffentlicht wird: „Die Regierung der Republik gibt mir meine Freiheit wieder. Sie ist nichts für mich ohne die Ehre. Ich will, daß ganz Frankreich durch ein definitives Urteil erkenne, daß ich unschuldig bin. Ich werde nicht früher Ruhe finden, als bis es keinen einzigen Franzosen mehr gibt, der mir ein Verbrechen zuschreibt, das ein anderer begangen hat.“ Aber es vergehen noch Jahre, ehe die Stunde der Rehabilitierung da ist. 1906 legt Major E6ztorhazy, der nach London geflüchtet ist, ein Geständnis ab. Wieder läßt das Parlament den Prozeß aufnehmen. Das Urteil von Rennes wird kassiert, Dreyfus froigesp rochen und als Major wieder in sein Amt im Generalstab eingesetzt. Man gibt ibm in feierlicher Zeremonie seinen Säbel zurück. Aber er ißt ein kranker Mann. Er wird in der Folge Oberstleutnant, macht den großen Krieg als Oberst in Orleans mit. Sein Sohn Mathieu fällt als Leutnant vor Verdun... Jaures wurde ermordet, Zola starb unter mysteriösen Umständen an einer Gasvergiftung. Die beiden waren die heftigeten in der zehnjährigen Kampagne gowesen. Sie hatten erreicht, daß in das giftige Dunkel der militärisch-klerikalen Allianz Licht gebracht ^Förden srar mmd daß die Republik Zu diesem Artikel erhalten wir von Dr. Leopold Plaschkes folgendes Schreiben: Herrn lmre Kaiser, verantwortlicher Schriftleiter der Zeitung „Die Stimm e“, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5. Gemäß g 23 Preßgesetz (in der Fassung der Preßgesetznovelle vom Jahre 1934) forsiegreich um dem Kampf hervorging. Aber die Schmach, die dem Judentum vermeint war, haben auch sie nicht tilgen können. Der jüdische Journalist, der bei der Degradierung dem Opfer dieser Kamarilla gegenüberstand und ihm in das blasse Gesicht starrte, hat den Weg gewiesen... Ee fet .wenig bekannt, daß der deute che dere ich Sio auf, nachstehende Entgegnung ohne Einschaltungen und Weglassungen zu veröffentlichen, und zwar in der ersten oder zweiten nach Einlangen dieses Schreibens erscheinenden Nummer der Zeitung „Die Stimme“, in demselben Teile der Zeitung und in der gleichen Schrift wio die Tatsachenmitteilung: Sie schreiben in der Nummer 464, 8. Jahrgang, vom 9. Juli 1935, der Zeitung Militärattache Schwartzkoppon während des politischen Trubels nach Borlin meldete, er wisse, daß Dreyfus unschuldig sei und er erbittet Instruktionen für sein Vorhalten. Kaiser Wilhelm und Reichskanzler Bülow entschieden kategorisch, daß er m schweigen habe. Es ging ja nur um die Ehre eines Juden! „Die Stimme“ auf Seite - im Aufsatz: „Ein denkwürdiger Sieg de« Allgemeinen Z i o n i s m u s“: Die Wahl dos Her r n Dr. P 1 a ß c hk e ß wird erst durch die w e i t e r e Zuhilfenahme der R e s t s t, i ni m e n dos Arbeitenden P a 1 ä s t i n a e ermöglicht. Die darin enthaltene Tatsnchenermittlung daß die Wahl des H e rrn Doktor P 1 a s c h k e „s erst durch dio Zuhilfenahme der Re«tst i m m o n der Liste des Arbeitend e n P a- 1 ä s t i n a s ermöglicht wurde, ißt u n w a h r. Wahr ist vielmehr, d a ß die Wahl des Herrn Dr. P 1 a ß c hk e s ohne Zuhilfenahme auch nur einer einzigen Reststim me des Arbeitenden Palästinas ermöglicht wurde. Hoc buchtend Dr. Leopold Plaschkcs. * Hiezu bemerken wir, daß wir derartige Entgegnungen auf Grund gesetzlicher Vorschriften bringen müssen. Herr Dr. Plaschkes kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß er im ersten Skrutinium kein Mandat erhalten hat, sondern nur ein Reststimmenmandat. Die Wahlzahl betrag nämlich 1540 Stimmen und Herr Dr. Plaschkes erhielt zusammen mit dem Adolf-Stand-Klub nur 1506 Stimmen. Auskunft© über Reisen nach ©rteiit Dr.S.TOtKER nunmehr: Wien, IX., Liechtensteinstraße 2 * Tel. A 14-604 Allgemein-Zionistische Zertifikatwerber wenden eich, falle sie Ghaluzim sind, an den Heohaluz Haklal Zioni, Wien, H., Innßtraße. Nr. 6, alle anderen durch ihre Bezirks- Sektionen (Ortsgruppen usw.) an die Alijahkommission der Allgemeinen Zionisten, Handwerker melden sich bei der Handwerkergruppe ihrer Bezirkssektion (Baaleh Mikzoah), die sie ebenfalls der Alijakommißsion zur weiteren Evidenzhaltung vonschlägt. Es sind also alle Interventionen in Zertifikatsangelegenbeiten, soweit sie nicht ohaluzische Personen betreffen, ausschließlich an die zionistischen Bezirkseektionen, beziehungsweise Ortsgruppen zu richten und werden dort an die Alijahkommisdon Allgemeiner Zionisten weitergeledtet. Beabsichtige in Palästina eine Milchwirtschaft und Geflügelfarm zu errichten. Für Kapitalisten Gelegenheit, ihr Kapital sicher und gutzu verzinsen. Bin anerkannter Fachmann, verfüge Uber 80 Dunam prima Boden In und bei Haifa Bay und Kapital, Nur ernste Interessenten schreiben unter „Haifa" an die Exped. d. Blattes Chäluzim müssen Hebräisch können Warschau, 11. Juli. (2. T. A.) Bei seinem kürzlichen Aufenthalt in Warschau äußerte sich der Leiter des Einwandorungsdepartomonts der Jewish Agency, J i z li a k G r ü n b a u m, daß ab April 1936 niemand ein Zertifikat bekommen werde, der nicht die hebräische Sprache beherrsche. Jedor, der zur Alijah komme, so erklärte Jizhak Grün bäum, müsse auch bereit und reif zum Aufbau Erez Israels sein. Wir wollen nicht dio Tore von Erez Israel vermauern. Aber jeder, der nach Erez Israel will, muß sich den Forderungen des Palästinaaufbaues fügen. Sucho rede«owandton Herrn für Hausierergeschäft In Onsterrelch mit Warenlager. Zuschriften mit Rittenzeugnis- Abschrift an Benno Trlger, befugtes Hauslerergewerbe, Klayenfurt, Gotreldegasae 5, Die endgültigen Ergebnisse der Kongreßwahl in Oesterreich Bei der Kongreßwahl ln Österreich er- Radikale « t . 1166 Stimmen hielten: Misrachi . 914 Weltverband der Arbeitendes Palästina . . 3083 99 Allgemeinen Zionisten . Judenstaatspartei u . , , 4227 Stimmen Adolf-Stand-Klub . . . . 340 » 2581 Summe . 12311 Stimmen Wahlresultate t § © _ fl fl •3 4) i 0 © U sS © ]8 2 1 Jä Wien: | 0 tS ©0 MS *3 0 05 S 0 3 N tLO s •"9 « < 1. Bezirk . 531 225 110 79 62 21 34 2. Bezirk .. 2777 702 612 645 313 427 78 Prater . . . . . . . . 1239 407 272 375 36 59 90 3. und 11. Bezirk . . . . . 577 234 104 130 61 34 14 4. und 5. Bezirk. 373 160 60 86 40 3 24 6. Bezirk .. 351 184 52 50 47 2 16 7. Bezirk . 299 141 58 61 24 5 10 8. Bezirk . 233 66 60 66 24 7 10 9. Bezirk . 929 290 171 214 153 74 27 10. Bezirk. 344 124 90 116 5 8 1 12., 14. u. 15. Bezirk . , . 425 231 66 96 27 3 2 13. Bezirk .. 298 170 42 60 17 6 3 16. u. 17. Bezirk . . . . , 358 136 80 98 21 17 6 18. Bezirk ....... 232 126 25 42 32 3 4 19. Bezirk ....... 262 112 28 67 50 2 3 20. Bezirk. 1095 223 270 381 127 84 10 21. Bez. u. Zwißc-henbrücken 274 58 46 109 37 23 1 H.-W.-K. 35 10 5 13 2 3 2 H.-W.-K, erledigte Proteste 122 55 13 SO 9 13 2 10754 3654 2164 2718 1087 794 337 Provinz: Baden . 151 61 6 46 15 22 1 Deutsch-Kreuz . 41 — 9 — — 32 — Eisenstadt.. 49 1 — 28 — 20 — Gmünd .. 8 1 7 — — —- — Gmunden . 28 12 9 4 3 — — Güssing .. 10 1 9 — — — Graz . 385 175 69 135 5 1 — Judenburg.. . 46 — 46 — — — — Innsbruck ....... 54 4 46 4 — — Korneuburg ...... 7 — 7 — — — — Knittelfeld ....... 23 — 23 — *— — — Klagenfurt. 84 44 9 18 1 12 — Krems ........ 28 17 5 1 5 — — Lackeobaoh . 12 2 — — — 10 — Linz . 162 41 37 45 37 1 1 Leoben .. . . 62 — 62 — — — — Mödling . 36 15 5 4 10 <0 *— Pama ......... 9 9 — — — — — Payerbach.. 11 7 — 4 H-4 — — Mattersburg ...... 26 4 3 17 — 2 — Oberwarth. 33 1 32 —- — — — Rechnitz ....... 14 14 — — — — — Stockerau 15 3 8 3 1 — — Salzburg ....... 38 25 2 9 — 2 — Tulln.. 2 1 —- 1 — — — Wiener-Neußtadt . , . . . 52 45 4 — 1 2 — Vöslau . 25 12 4 5 1 2 1 Mitteregg ....... 15 — 15 — — — Groß-Enzersdorf . , . « . 9 9 — — — —• — Markhof . „ . . » , . 4 4 — — — — Hohenau 14 14 — — — «— Prottes .. . 14 14 — — — — — Unter-Siebenbrunn , . . , 10 10 — — — — — Käshof .. 18 — — 13 —• , — —. Rekawinkel ...... 3 — — 3 — — — Gattendorf ...... 20 7 —- 18 — — — Klimgenbaoh ...... 12 — — 12 — —• — Ebreiohsdorf ...... 12 — —* — — 12 — Leopoldsdorf ...... 7 7 — — — — — Raaßdorf .... .1 . 4 4 — — — —* — Mönchhof ....... 6 6 — — — — — Roitam-Sebloßau ..... 3 3 —• — — — — 12311 4227 2581 3083 1166 914 340

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