Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 465 (12.7.1935)
- Date
- 1935-07-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Wf. 463 — 12. Juli 1935 DII STIMM« Die jadisdien Frontkämpfer an den Interalliierten Frontkämpferverband tm Zusammenhang mit dem Anfang Juli erfolgten Besuch deutscher Frontkämpfer in Paris richtete die Exekutive des Verbandes jüdischer Frontkämpfer und KriegsfreiwilligerFrankreichs das folgende Schreiben an den Präsidenten des Interalliierten Frontkämpferverbande (FIDAC), Jean Desbone: Heute, da die FIDAC eine Delegation deutscher Frontkämpfer empfängt, richten wir Ihre Aufmerksamkeit auf Punkt 4 der von der Weltkonferenz jüdischer Front kämpfer, die vom 15. biß 20. Juni 1935 in Paris unter Teilnahme von Delegierten am Österreich, Ägypten, Amerika, Frankreich. Groß-Britannien, Lettland, Litauen, Polen und andern Ländern getagt hat, angtnom menen Resolution, der lautPt: „Die Welt korrferenz jüdischer Frontkämpfer erklär! naohdrückliohst, daß die jüdischen Front kämpfer gleich allen anderen Kameraden die Aufrechterhaltung des Friedens i,n det Welt erstreben; sie begrüßt joden direkten Kontakt zwischen Frontkämpfern aller Län der, in denen alle Bürger gleiche liechte he sitzen, als ein Mittel, das Friedeneziel zu fördern.“ Gleichzeitig erinnerte die Exekutive der Verbandes der jüdischen Frontkämpfer und Kriegsfreiwilligen Frankreichs die F1DA( daran, daß die Weltkonferenz jüdischer Frontkämpfer der British Legion, die eben falls deutsche Frontkämpfer empfing, folgende Botschaft gesandt hat: „Die Wed konferenz jüdischer Frontkämpfer erinnert ihre englischen Kameraden daran, lad ,i< Weltkrieg im Namen der Menschlichkeit uud für die Freiheit aller Völker geführt wurde; mögen die englischen Kameraden d i e deutschen Kameraden, wenn sie ihnen den Gegenbesuch in Deutschland abstatten, an diese Tatsache erinnern. Die Weltkonferenz wünscht ferner, daß die englischen Kameraden die deutschen Frontkämpfer auf die Notwendigkeit verweisen daß die deutschen Juden wieder in ihre Rechte, die durch das auf den Schlachtfeldern vergossene jüdische Blut geheiligt wurden, eingesetzt werden.“ BADGASTEIN Hotel Eiisabethhoff Zeitgemäße Preise Kein Mahlzeitzwang Besuch der Delegierten der British Legion beim Bund füdischer Front■ Soldaten Colonel S. W. H. Ashwanden und Major J. B. Brunei-Cohen statteten am 10. Juli in den Räumen der Bundesführung dem Bund jüdischer Frontsoldaten Österreichs einen Besuch ab, wo sie vom Bundesführer Hauptmann v. Friedmann der Jewish-Ex-Servicemen Legion und den Mitgliedern der Bundesführung begrüßt wurden. Nach einer englischen Ansprache des Bundesführerstellvertreters Oberleutnant Stiaßny erwiderte Oberst Ashwanden, daß es ihn freue, dem Bund jüdischer Frontsoldaten Österreichs die Grüße der englischen Kameraden übermitteln zu können. Die British Legion vereinige sämtliche Frontsoldaten und kenne keine Unterschiede zwischen einzelnen Rassen und Religionen. Im gleichen Sinne sprach der zweite Delegierte der British Legion Major S. Brunei-Cohen, der hervorhob, daß er seit fünfzehn Jahren Schatzmeister der British Legion sei und daß er stolz sei, Engländer und Jude zu sein. Er gab ebenso wie Oberst Ashwanden der Hoffnung Ausdruck, daß die Fühlungnahme der Frontkämpfervereini gungen der einzelnen Länder dazu beitragen werde, dem zwischenstaatlichen und inter konfessionellen Frieden zu dienen. . Palästina „„ CONPASS TOURS X. Bezirk. Spitalgasse 3, Tel. B 42-6-38 ahil Wien-Wien S 400«- aufwj Trebitsch-Lincoln an die „Stimme" Bei dem Berner Prozeß um die „Protokolle der Weisen von Zion“ berief sich der nationalsozialistische Sachverständige Oberstleutnant Fleischhauer zum Nachweis der Echtheit der „Protokolle“ auch auf den bekannten jüdischen Abenteurer Trebitsch- Lincoln, der bekanntlich unter dem Namen Abbot Chao Kung als buddistischer Priester in China lebt. Trebitsch-Lincoln, der aus einer ungarisch-jüdischen Familie stammt, hat in England eine große Rolle gespielt. Er war Sekretär eines Ministers und wurde Abgeordneter. Während des Krieges geriet er in den Verlacht der Spionage und wurde ausgewiesen. Später tauchte er dann in Deutschland als völkischer Führer auf und war auch Presse- :hef des Landschaftsdirektors Kapp zur Zeit les bekannten Putsches. Trebitsch verschwand dann aus London, hielt sich längere Zeit in Wien auf, wo er auch wegen ■üner Dokumentenaffäre mit der Polizei in Konflikt geriet. Man hörte dann längere Zeit nichts mehr von ihm, bis aus China benannt wurde, daß Trebitsch den Buddhismus angenommen habe und in einem tibetanischen Kloster zürn Lama ausgebildet werde. Es ist schon möglich, daß ihn während seiner deutschen Zeit der Oberstleutnant Fleischhauer kenuengolernt hat, obzwar sich Trebitsch seiner nicht mehr erinnert. Nun hat im Hinblick auf den Berner Prolill zeß Herr N. E. B. Esra,, der Herausgeber der in Schanghai erscheinenden jüdischen Zeitung „Israels Messenger“, an Trebitsch folgendes Schreiben gerichtet: „Schanghai, China, 26. Mai 1935. Herrn Abbot Chao Kung, Monk's Paradise. Geehrter Herr Abbot Kung! Meine Aufmerksamkeit, icurde auf die in Wien erscheinende jüdische Zeitung ,D ie Sti m m e‘ vom 7. Mai gelenkt, in der sich ein Bericht über den Berner Prozeß wegen der gefälschten ,Protokolle1 befindet. Ein Oberstleutnant Fleischhauer aus Erfurt hat vor dem Gericht behauptet, daß unter denjenigen, die die Echt heit der Protokolle der Weisen von 7Aon‘ Zugaben, sich auch Trebitsch befinde. Da es schwer ißt, der Sache auf den Grund zu gehen, biete ich Ihnen nun Gelegenheit, diese Behauptung entweder zu bestätigen oder zu dementieren. Es ist selbstverständlich, daß ich Ihr Schreiben in jedem Falle publizieren werde, da es sich hier für unsere Leser um eine Angelegenheit handelt, die für die Öffentlichkeit wichtig ist. Ich erwarte Ihre baldige Antwort und danke Ihnen im vorhinein. H ochachtungsvoll N. E. B. Esra.“ Hierauf erhielt Herr Esra folgendes Antwortschreiben: LEAGUE OF TRUTH /oK TRUTH J U S T I C E KINDNESS Founded by Abbot ChaoKung againsK LIES INJUSTICE EVERYWHERE AND Monk’s Paradise Huating Ss' Tien Tai Shan 1. Juni. „Lieber Herr Esra! Ihr Schreiben vom 26. Mai hat mich eben hier erreicht. Vor allem möchte ich Ihnen herzlich dafür danken, daß Sie meine Aufmerksamkeit auf diese grausame Lüge, denn las ist sie, gelenkt haben. Ich wünsche folgende Feststellung zu machen: Ich kenne nicht Herrn Oberstleutnant Fleischhauer aus Erfurt, ich habe ihn nie gesehen, ich habe ihn nie getroffen, ich weiß nicht, wer er ist. Wer immer aber Oberstleutnant Fleischhauer sein möge, er lügt, wenn er behauptet, daß ich die Echtheit der ,Protokolle4 zugegeben habe, denn ich habe nie derartiges behauptet Ich habe auch nie irgend eine Feststellung gemacht, aus H A T R EVERYTHING E D welcher meine Überzeugung von der Echtheit der ,Protokolle4 hervorgehen würde. Im Gegenteil, ich habe wiederholt erklärt, daß sie ganz sicher eine plumpe Fälschung sind. Da ich nun jetzt die Möglichkeit habe, eine öffentliche Feststellung darüber zu machen, so wünsche ich zu erklären, daß die »Protokolle4 eine verruchte Fälschung sind, wie es alle ehrenhaften, geraddenkenden u n d unvoreingenommenen Menschen wissen und zugeben. Ich gebe Ihnen das Recht, diesen Brief zu veröffentlichen. Ich schließe eine Kopie dieses Briefes bei und wäre Ihnen verbunden, wenn Sie diese an die mir nicht bekannte Adresse der »Stimme4 in Wien weiterleiten und so meiner Erklärung die größtmöglichste Publizität geben würden. Hochachtungsvoll Chao Kung.44 Die jüdische Siedlung in Cypem Famagusta, 10. Juli. (2. T. A.) Laut einer vom Bodenregisteramt erteilten Information beträgt der auf der Insel Cypem in jüdischen Händen befindliche Boden rund 12.000 Acker. Der größte Teil des Bodens wurde zu etwa 6 Pfund pro Acker erworben, sein heutiger Wert ist bedeutend höher. Der Boden eignet sich sehr für Orangenzucht, er ist gut bewässert und macht künstliche Wasserzuleitung überflüssig. Die größten jüdischen Siedlungen zu je etwa 1000 Acker liegen in Kouklia bei Famagusta und in der Nähe von Limassol. Orangenboden repräsentiert heute einen Wert von 30 Pfund pro Acker. Die Regierung wird von den Orangenzttchtern gedrängt, Propaganda für die Cypern- Orangen in der Welt zu machen, da seit dem Vordringen der Palästina-Zitrusprodukte auf lern Weltmarkt der Absatz der Cypern- 1 »rangen Einbußen erlitt. (Wie erinnerlich, hat der britische Kololialminister Malcolm MacDonald auf eine \nfrage Colonel Wegdwoods im Unterhaus or einigen Tagen erklärt, daß die Einvanderungspolitik der Regierung Cyperns das Ziel yerfolge, die Existenzbasis der Inselbewohner, die durch Zulassung freier Einwanderung beeinträchtigt werden würde, zu sichern.) Für Jüdische Einwanderung nach Syrien In der soeben erschienenen neuen Ausgabe des „Palästina-Levante-Courier“ tritt der französische Unterstaatssekretär für die Kolonien, M. C a n d a c e, für Zulassung jüdischer Einwanderung nach Syrien ein. Er führt u. a. aus: „Es ist unbedingt notwendig, daß die jüdischen Organisationen in Frankreich die jüdische Immigration in den französischen Kolonien anfeuern und unterstützen. Ich erkenne das von den Juden in Palästina vollbrachte grandiose Werk an, ich habe nirgends, mit Ausnahme der südamerikanischen Kolonisation, eine ähnliche Entwicklung gesehen. Wenn nun die Juden sich in unseren Kolonien niederlassen wollen, dann müssen wir sie soweit wie möglich durch unsere Hilfe unterstützen. Die Mandats, länder Syrien und Libanon könnten von der jüdischen Einwanderung nur profitieren, und ich bin überzeugt, daß die Juden in diesem Lande ein nützliches Werk tun werden, das dem in Palästina gleichkommen wird. leih für meinen Teil I Seite 3 99SSSS9 Wenn Raucher der Verfärbung der Zähn« verbeugen wollen, dann hilft nur die regelmäßige, tägliche Pflege mit ODOL- Zahnpasta. Kleine Tube S —SO Große Tube S >.40 werde die jüdische Kolonisation sehr unterstützen und ich spreche den Wunsch aus, daß die französische Regierung unverzüglich ein Komitee ernennt, das sich mit diesem Problem in allen seinen Details beschäftigt. Ich bin sicher, daß diese Anstrengungen im Parlament eine Majorität finden werden. Die Gouverneure der Kolonien und der Hochkommissar werden uns sicherlich ihre Hilfe zur Verwirklichung dieses Planes nicht verweigern.“ ist zur rationellen Körperpflege ein verläßliche» Mittel. Dieses finden Sie in dem seit Jahrzehnte» bewährten Franzbranntwein mit Menthol. 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(vorm. l’aborstraüe 12 Operer) Telephon K 46-5-57 Ausgiebige Braten-Menlls S 1*60 «mMm, 3 Geflügel . 8 2-20 sowie ä la Carte, Speisen am Rost Schöner staubfreier Garten Nationalsozialisten tarnen sich Jüdisch Das Tschechoslowakische Preß-Büro meldet aus Wien: Die Wiener Polizei ist in der letzten Zeit neuerlich einer illegalen nationalsozialistischen Organisation auf die Spur gekommen, und zwar handelt es sich um die Wiener G a u 1 e i t u n g der Nationalsozialisten. Es konnte die Person des Gauleiters festgestellt werden, der sich des falschen Namens Rosenberg bediente, ebenso wie auch die übrigen Führer der illegalen nationalsozialistischen Bewegung unter falschen, hauptsächlich j fidisch klingenden Namen auftraten. Als der vermeintliche Rosenberg merkte, daß ihm die Polizei auf der Sour sei, verschwand er plötzlich aus Wien. Wilenpension Kreuzberg BREITENSTEIN am Semmering, Seeb. 1050 m Telephon BroitouBtoin Nr. 11 Für Kinder und Erwachsene Leitung Frau Lola Sclil'il (staatl. gepr. Kindergärtnerin) Arst im Hause Geöffuot Mai bis Oktobor Auf Wursoi Prospekt